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MELDUNG/210: Internationales Forschungsnetzwerk für Fragen rund um das Lesen gegründet (idw)


Johannes Gutenberg-Universität Mainz - 28.01.2020

Internationales Forschungsnetzwerk für Fragen rund um das Lesen gegründet

Lesen als interdisziplinärer Forschungsgegenstand


Wie verändert sich das Lesen im Zeitalter der Digitalisierung und des gesellschaftlichen Wandels? Und welche Bedeutung und Funktion wird es zukünftig einnehmen? Diesen Fragen gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im neu gegründeten "Netzwerk Leseforschung" nach.

Lesen ist ein Forschungsgegenstand, der sich als ein vielschichtiges und interdisziplinäres Phänomen darstellt und aus der Perspektive verschiedener Fachgebiete betrachtet werden muss. Dementsprechend verbindet das Netzwerk Forscherinnen und Forscher unterschiedlicher Disziplinen, darunter der Kognitionspsychologie, Kommunikations- und Medienforschung, Didaktik, Pädagogik, Literaturwissenschaft, Linguistik und Buchwissenschaft aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Norwegen, Lettland, den USA und Indien.

Prof. Dr. Ute Schneider, Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Simone C. Ehmig, Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen Mainz, und Prof. Dr. Svenja Hagenhoff, Institut für Buchwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, koordinieren das Netzwerk gemeinsam. Anlass zur Gründung war das Symposium "Dimensionen des Lesens", das, gefördert von der VolkswagenStiftung, im November 2019 in Hannover stattfand. Ziel des Netzwerks ist es, den Austausch und die Weiterentwicklung von Forschungsfragen rund um das Lesen systematisch zu fördern und gemeinsame Forschungsinteressen zu verfolgen.

Die Unterstützer und Unterstützerinnen des Netzwerks verständigen sich in einem Positionspapier darauf, das Lesen aller Textarten als Forschungsgegenstand zu betrachten und das Lesen von Weltliteratur ebenso ernst zu nehmen wie das eines praktischen Textes, etwa eines Kochrezepts oder eines Vertrags. Zudem verpflichten sie sich, das Lesen mit digitalen Medien gleichwertig mit dem Lesen von Printprodukten zu behandeln und die jeweiligen Eigenheiten der Trägermedien und Bedingungen ernst zu nehmen. Die Beteiligten verweisen auf die Notwendigkeit, auch Menschen mit geringem Lesevermögen zu berücksichtigen, um speziell für diese Zielgruppe Zugänge zum Lesen und Ansätze zur Motivation entwickeln zu können.

Als nächste Schritte sind geplant, das Netzwerk um weitere Fachrichtungen und Perspektiven zu erweitern, eine gemeinsame Plattform zu schaffen, um über Projekte und Ergebnisse zu informieren sowie interdisziplinäre Forschungsverbünde und -schwerpunkte anzustoßen.


Das Positionspapier sowie weitere Informationen zum Netzwerk Leseforschung gibt es unter:
http://www.netzwerk-leseforschung.fau.de/publikationen/positionspapier-des-netzwerks-leseforschung

Es fängt mit Lesen an: Lesen ist die zentrale Voraussetzung für Bildung, beruflichen Erfolg, Integration und zukunftsfähige gesellschaftliche Entwicklung. Die Stiftung Lesen führt in enger Zusammenarbeit mit Bundes- und Landesministerien, wissenschaftlichen Einrichtungen, Stiftungen, Verbänden und Unternehmen bundesweite Programme, Kampagnen, Forschungs- und Modellprojekte durch, zum Beispiel den Bundesweiten Vorlesetag im November. Die Stiftung Lesen steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird von zahlreichen prominenten Lesebotschaftern unterstützt.
http://www.stiftunglesen.de

Am Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien / Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) sind die soziale Funktion des Lesens und die entsprechend präferierten Lesestoffe ein Forschungsschwerpunkt. Innerhalb der aktuellen Mediennutzungsforschung wird dem Wandel des Lesens vor dem Hintergrund der Ausbreitung digitaler Lesemedien und damit einhergehende Veränderungen im Prozess der Lesesozialisation besondere Aufmerksamkeit zuteil. Die Dimensionen des Lesens sind Gegenstand von Lehre und Forschung.
https://www.buchwissenschaft.uni-mainz.de/

Das Institut für Buchwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg widmet sich in Forschung und Lehre der medial vermittelten öffentlichen Kommunikation mit Fokus auf Schrift- und Lesemedien. Konkrete Analysegegenstände sind die Mediennutzung und -rezeption, die Kommunikation und deren Steuerung und Kontrolle, die Organisations- und Koordinationsleistungen von Mediensystemen sowie Schrift- und Lesemedien als Artefakte mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften.
https://buchwissenschaft.phil.fau.de/



Weitere Informationen unter:
https://www.netzwerk-leseforschung.fau.de/
- Netzwerk Leseforschung

Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung unter:
http://idw-online.de/de/institution218

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Quelle:
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw - Pressemitteilung
Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 28.01.2020
WWW: http://idw-online.de
E-Mail: service@idw-online.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 30. Januar 2020

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