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ENGLISCH/020: Lehrmittel - "English with a Laugh" (SB)


ENGLISH WITH A LAUGH


oder

wie man schmunzelnd die Klippen der englischen Grammatik meistert



"Der Vorteil des Witzes liegt in seiner Kürze. Er ist schnell gelesen, erzählt oder nacherzählt, fesselt die Aufmerksamkeit und ist daher im Spracherwerb besonders nützlich. 'English with a Laugh' wendet sich an alle Schüler, Lehrer und Freunde der englischen Sprache. Es möchte dazu beitragen, Englischkenntnisse auf lustige und einprägsame Art und Weise zu erhalten und auszubauen."

Mit diesen schlichten einleitenden Worten legt uns der Autor die Lektüre seines Buches ans Herz, und damit sollte die Neugier des Lesers in spe eigentlich auch schon ausreichend geweckt sein. Denn neben vielen trockenen Übungsbüchern, mit denen der Schüler seine Englischkenntnisse, also Vokabeln, Satzbau und Grammatik, gewöhnlich zu Hause "vertieft", bietet sich hier die unterhaltsame Ausnahme, die den Leser zum Lernen verführt und mit Sicherheit nicht ungelesen im Bücherschrank verstauben wird.

Der Brite lacht bekanntlich am liebsten über sich selbst, über die eigenen kleinen Fehler, Schwächen, auch über typisch britische Eigenarten, aber natürlich immer wieder über die allseits und sattsam bekannten Fehler, Versprecher oder Ausrutscher. Und genau damit hat es eben auch der Schüler oder Englischlernende zu tun, der noch ganz am Anfang seiner Auseinandersetzung mit dieser fremden Sprache steht.

Der Band enthält deshalb eine Sammlung englischer Witze und Anekdoten, die völlig unverkrampft die vielschichtigen Möglichkeiten, miß-zu-verstehen oder mißverstanden zu werden, aufs Unmißverständlichste deutlich machen. Dies und die dazwischengestreuten Wort- und Bilderrätsel halten den Leser am Band und lassen ihn den Übungscharakter des Buches völlig vergessen.

Bei der Konzeption des Buches, das im übrigen auch neben der privaten Weiterbildung als heitere Ergänzung für den Englischunterricht ab 8. Jahrgangsstufe in Realschule und Gymnasium geeignet ist, wurden in erster Linie solche Witze ausgewählt, die etwas über die englische Sprache sowie Land und Leute aussagen.

So steht jedes Kapitel unter einem bestimmten Themenkreis: Die ersten 15 Abschnitte drehen sich allgemein um das Thema Sprache: Tierlaute, Symbolsprachen und immer wieder die unvermuteten Klippen des Englischen, mit denen man gewöhnlich gar nicht rechnet, bis man zufällig und manchmal sogar im wahrsten Sinne des Wortes darauf stößt. Wie in dem Witz über den Franzosen, der gerade noch einmal mit einer leichten Gehirnerschütterung davonkam, als er den Warnruf des Schaffners "Look Out" ("Vorsicht!") allzu wörtlich in seine Muttersprache übersetzte und den Kopf aus dem anfahrenden Zug reckte.

Die englische Sprache verbirgt eine weitaus größere Anzahl versteckter "Teekesselchen" als beispielsweise die deutsche, da es sich hier bei gleichlautenden Worten sowohl um gleichgeschriebene (Homonyms) als auch verschieden geschriebene sogenannte "Homophones" handeln kann (vergleiche auch ENGLISCH/008: Homophones - Homographs - Homonyms).

Synonyme, wie man sie z.B. in einem von den meisten Englischlehrern empfohlenen English/English-Dictionary findet, die ja meist sogar bei Klassenarbeiten erlaubt sind, können ebenfalls zu ungeahnten Stilblüten führen. In kleine Geschichten oder Gesprächspassagen gepackt ergeben sich daraus ungeahnt komische Situationen, über die man erst einmal lacht.

Der Leser lernt dabei jedoch, ohne den mahnend erhobenen Zeigefinger praktisch im nebenherein einen sorgfältigeren Umgang mit der Sprache und entsprechenden Arbeitsmitteln.

TEACHER: "Martha, what does the word 'trickle' mean?"
MARTHA: "To run slowly"
TEACHER: "Quite right. And what does the word 'anecdote' mean?"
MARTHA: "A short, funny tale."
TEACHTER: "Right again. Now, can you give me a sentence with both of those words in it?"
MARTHA: "Er - our dog trickled down the street wagging his anecdote!"

(aus: English with a laugh)

Das Wort "trickle" wird im Englischen natürlich nur für Flüssigkeiten verwendet wie für das Wasser, das aus dem Wasserhahn tropft, und natürlich haben der Hundeschwanz (tail) und die Geschichte (tale), auch wenn sie gleich ausgesprochen werden, nichts gemeinsam. Damit ist auch klar, daß es sich hier um eine Stilblüte aus dem Englischunterricht und nicht gerade um einen typisch englischen, britischen, schottischen, walisischen, oder irischen Witz handeln kann.

Diesen landeseigenen Witzen sind insgesamt 53 kleine Abschnitte gewidmet. Die Angehörigen der verschiedenen englischsprachigen Länder, auch Amerikaner und Kanadier, nehmen sich darin jeweils gegenseitig aufs Korn. Alte Vorurteile, aber auch eine gehörige Portion Selbstkritik, kommen dabei zur Sprache.

Unter dem Kapitel "Pun Fun", worin der wahre und typisch britische Humor zum Vorschein kommt, soll der Nichtengländer ein Gespür für die Merkmale der englischen Sprache entwickeln lernen. Die leichte Ironie, mit der die Engländer sich selbst nie ganz ernst nehmen, und der stets präsente schwarze Humor macht es für viele Ausländer nicht leicht, den wahren Inhalt eines Gesprächs zu erfassen, wenn er es mit eloquenten typischen Vertretern dieser Sprache zu tun hat. Wirklich schwer verständliche Puns, für die ein bestimmtes Hintergrundwissen erforderlich sein muß und die den ungeübten Leser mit Sicherheit abschrecken würden, wurden deshalb nicht ausgewählt. Der Leser wird vielmehr mit Beispielen eingestimmt, die auch dem deutschen Humorverständnis entgegenkommen:

"Your fare, please, young lady" said the handsome busdriver to a chic woman. She blinked her eyelashes, smiled back at him sweetly, and said: "You're not so bad yourself."
(aus: English with a laugh)

Your Fare (Fahrgeld) wurde hier absichtlich! als Kompliment You're fair (hübsch) interpretiert.

Die anderen Anekdoten ergeben sich aus einem Sammelsurium an Situationen und Begegnungen aller möglichen Menschentypen, wie man and mate, artists and armymen, ladies and lunatics, men and women, managers and ministers, parents and children, policemen and psychiatrists, politicians and professors, press and parties, teenagers and toddlers etc. und schließlich, immer wieder aktuell: Schülerwitze oder wie sich die Probleme mit den Eltern und Lehrern auch in fremden Ländern irgendwie gleichen:

"Well," said the teen girl's father, "you were on the phone for only 45 minutes. What happened?"
"Wrong number," said the girl.
(aus: English with a laugh)

Ein wahrlich breites Spektrum des englischen Alltags also, und das bei einem so angenehm handlichen Buch. Neben der unterhaltsamen Vielfalt wirkt der didaktische Anteil des Buches eher bescheiden und wie zufällig:

Wortsuchspiele, wie man sie auch in deutschsprachigen Rätselbüchern findet, prägen einzelne Schreibweisen ein. Bilderrätsel sagen dem anfänglich noch verdutzen Betrachter letzlich auch etwas über die Ausprache. Wer hätte gedacht, daß man die "1" genauso ausspricht wie die erste Silbe in "wonderful", folglich wird ein "1"-derful daraus. Oder daß "¢"-sation-"L" für sensational (Cent-sation-al) stehen kann oder man das kleine Wörtchen "You" ganz einfach mit "U" abkürzen könnte, oder ... Aber ich will nicht vorgreifen.

Als äußerst praktisch und nützlich erweisen sich auch sogenannte Wortfelder, in denen z.B. alle möglichen, auftauchenden Vokabeln rund um das Auto oder das Flugzeug, die Schule, Handwerker, die Presse, typische englische Abkürzungen usw. usf. zusammengestellt sind.

Auch das Übersetzen kommt nicht zu kurz. Es stehen dafür sowohl englische Anekdoten zur Verfügung, als auch im Deutschen vorhandene Witze, die man mit einigen kleinen Übersetzungshilfen selbst ins Englische übertragen kann.

Der Witz eignet sich ebenfalls für den Einsatz im Unterricht. Er zielt - wie kaum eine andere Sprachform - auf Mitteilung ab, also Kommunikation. Der Schüler muß schon aufmerksam zuhören, um auch die Pointe zu verstehen, und kann schließlich darüber lachen. Ein solcher "Comic relief" durchbricht die alltägliche Lernroutine, lockert den Unterricht auf und ist angesichts des heutzutage zu bewältigenden Pensums und des damit verbundenen Stresses Schülern und Lehrern leichermaßen willkommen.

Witze und kurze lustige Geschichten bieten einen leichten Einstieg, um zusammenhängendes Sprechen zu üben. Durch das Nacherzählen der Witze ist der Schüler gehalten, einen umfangreicheren Sinnzusammenhang in Worten darzustellen: eine sprachliche Leistung, die im normalen Lehrbuchunterricht mit seinem Frage-Antwort-Spiel in Worten, Satzbruchstücken oder auch ganzen Sätzen meist zu kurz kommt. Hierfür bietet das Buch eine reichhaltige Auswahl auch an etwas längeren, leicht verständlichen Geschichten, die sich beispielsweise ebenso für kleine Rollenspiele oder Sketche eignen.

Ehe ich mit einer letzten Leseprobe zu diesem Thema und einem typischen Beispiel für "black humor" schließe, sei angemerkt, daß es ganz gleich ist, ob man alle Möglichkeiten dieses Buches erschöpfend nutzt und übt oder ob man die Übungen überspringt und nur die Witze selber liest. Was auf jeden Fall haften bleibt, ist eine Annäherung an die Sprache, wie sie im Alltag tatsächlich gesprochen und angewendet wird, und ein Gespür dafür, daß man mit ihr ebenso umgehen und spielen kann, wie man es auch von der eigenen Sprache kennt. Alles weitere ist eine Frage des eigenen Interesses und des persönlichen Engagements.

An Englishman bought a horse from a vicar and was told that it was a well-trained animal but only moved when the rider said "Thank God" and only stopped when it heard "Amen". So he mounted the horse, said "Gee-up" and nothing happened. Looking rather shame-faced he said "Thank God" and immediately the horse galloped off. Soon they came towards a cliff, the horse ran faster and faster, he shouted "Whoah, whoah" until he remembered, and then said "Amen". The horse stopped right at the edge of the cliff.

The rider wiped the sweat from his brow with a handkerchief and breathed with relief: "Thank God!"

Erstveröffentlichung 1996

Wilfried Rumpf
English with a Laugh
Jokes - Puns - Cartoons to improve your English
Manz Verlag, München


23. Februar 2007