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AUSSTELLUNG/4418: Hildesheim - Ta-cheru. Eine Reise ins Innere der Mumie, 30.06.-30.09.2018


Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim

NEUE SONDERAUSSTELLUNG IM RPM

TA-CHERU
EINE REISE INS INNERE DER MUMIE

(30.06. - 30.09.2018)


Ab Samstag, 30.06.2018 können Sie im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim (RPM) eine Sonderausstellung der ganz besonderen Art erleben. Genau betrachtet handelt es sich hierbei sogar um eine museale Weltpremiere, denn wir zeigen erstmalig in einem Museum das animierte 3D-Hologramm einer 2300 Jahre alten Mumie - der Dame Ta-cheru.

Das es sich hierbei "sowohl museologisch, als auch wissenschaftlich um eine Sensation handelt", findet nicht nur Kurator dieser Sonderausstellung, Oliver Gauert, M.A., denn Mumien faszinieren die Menschen seit jeher allein durch ihre physische Präsenz. Sie ermöglichen es, Menschen aus längst vergangenen Epochen von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu treten und einen Einblick in ihre Herkunftskulturen zu gewinnen und "hier haben wir eine Mumie die frei im Raum schwebt und einen Blick in ihr Inneres gewährt. Bei jeder Drehung des, von allen Seiten zu betrachtenden Hologramms, wird eine Schicht abgetragen, sodass man von der Oberfläche bis hin zu den Muskelschichten und den Knochen das Innere der Mumie plastisch vor Augen hat, ohne diese Zerstören zu müssen. Ein Meilenstein auch für die Medizin" so Gauert weiter.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist selbstverständlich auch der "respektvolle Umgang mit menschlichen Überresten und die Klärung der Frage, wie die Gesellschaft heute zu dem Thema Sterben und Tod eingestellt ist und wie sie es damals war", so die leitende Direktorin des RPM, Prof. Dr. Regine Schulz. Als im siebten Jahrhundert vor Christus in Theben Ta-cheru, eine vornehme Ägypterin, verstarb, wurde ihr Leichnam von dem Balsamierern mit größtem Aufwand für die Ewigkeit vorbereitet und mumifiziert. Damals hätte man sich sicherlich nicht träumen lassen, dass sie einmal Teil des Hidesheimer Mumienforschungsprojektes sein wird, das von Prof. Dr. Dr. Frank Rühli von der Universität Zürich sogar als "Leuchtturm in der wissenschaftlichen Landschaft" bezeichnet wird. "Genau diesem Projekt ist es allerdings zu verdanken, das wir heute dieses Hologramm im RPM zeigen können", so Regine Schulz. Denn nach einer langen und wechselvollen Geschichte gelangte die Mumie in die University Museums Aberdeen und wurde nun mit modernsten Methoden im Rahmen des Hildesheimer Mumienforschungsprojektes untersucht. Dabei gelang es, die Mumifizierungstechnik der Ägypter in allen Details lückenlos nachzuvollziehen und sogar das Gesicht der Verstorbenen zu rekonstruieren. Ta-cheru steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, welche die moderne Mumienforschung vorstellt und dabei den Weg der bildgebenden Diagnostik von den ersten Röntgenstrahlen bis zur Computertomographie nachzeichnet.

Präsentiert werden bislang unveröffentlichte Ergebnisse des Hildesheimer Mumienforschungsprojektes. In animierten Sequenzen werden die einzelnen Schichten der Mumie von der Oberfläche und den Binden, über die Haut und Muskeln bis zum Skelett abgetragen und Einblicke in das Körperinnere ermöglicht. Die virtuelle Sektion, bei welcher der Körper weder berührt noch in irgendeiner Weise beschädigt wird, ist zugleich ein Ausblick in die technischen Möglichkeiten der Zukunft. Aus den tomographischen Daten lässt sich außerdem das Gesicht der Verstorbenen rekonstruieren, die dem Betrachter dadurch plötzlich nicht mehr fremd erscheint. "Da wir uns allerdings in einem Museum befinden und neben der beeindruckenden Virtualität selbstverständlich auch die Realität beleuchten möchten, werden außerdem europäische und peruanische Mumien gezeigt, denn diese sind unschätzbar wertvolle und vielschichtige Ressourcen für Kultur- und Naturwissenschaften", so Regine Schulz. Ein weiterer Bereich der Ausstellung gibt einen Einblick in den Totenkult und die Mumifizierungstechniken der Ägypter.

Zahlreiche Tiermumien demonstrieren eindrucksvoll die Bedeutung heiliger Tiere für die ägyptische Glaubenswelt. Diese Ausstellung führt an die Grenzen des heute technisch Machbaren und zeigt auf beindruckende Art und Weise die Möglichkeit sowohl respektvoll als auch nondestruktiv mit menschlichen Überresten umgehen zu können und dennoch wissenschaftliche Untersuchungen durchführen zu können ohne ethische Grenzen zu überschreiten. Nutzen Sie vom 30.06. - 30.09. 2018 die einmalige Gelegenheit sich "Ta-cheru - Eine Reise ins Innere der Mumie" im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim anzuschauen. Diese Ausstellung ist in Europa nur in Hildesheim zu sehen und wird nicht verlängert. Ab Herbst wird das Hologramm in Aberdeen, Schottland, zu sehen sein, bevor es samt Mumie erst einmal in die USA reist.

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Quelle:
Pressemitteilung: 28.06.2018
Roemer- und Pelizaeus-Museum
Hildesheim Service GmbH
Am Steine 1-2 | D-31134 Hildesheim
Telefon: +49(0)5121/9369-65, Fax: +49(0)5121/35283
E-Mail: marketing@rpmuseum.de
Internet: www.rpmuseum.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 3. Juli 2018

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