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KALTE PLATTE/0007: Klatsch auf krossen Kräckern (SB)


Satirische Canapés und Cocktailbissen


Jon Bon Bubi

Was könnte Mainstream-Rocker Jon Bon Jovi, mit seiner Band "Bon Jovi" sogar MTV-Award-prämiert als "Bedeutendste Rock-Band der letzten 20 Jahre", noch fehlen? Natürlich: ewige Jugend und Schönheit! Kreuzunglücklich, daß ihm mit 47 Jahren sein Markenzeichen "Löwenmähniges Energiebündel" flöten geht, hüpfte Jon nur noch gehemmt zu den Rhythmen seiner Band über die Bühne, denn - o weh! - ihm fallen die Haare aus. Statt nun Phil-Colins-mäßig von solchen Äußerlichkeiten abzusehen und die Aufmerksamkeit des Publikums auf die Qualität seiner Musik zu lenken, gefällt Jon-Boy sich so sehr als rockender Youngster, daß er kürzlich zum letzten Strohhalm griff: Eine Voodoo-Heilerin sollte ihm helfen. Mittels streng geheimer Methoden leitete sie einen Verjüngungsprozeß ein - und siehe da, es wirkte! Wild hüpfend gibt JoJovi wieder den Hampelmann. Bis ihm ausgerechnet beim Mega-Hit "It's my life" seine volltönende Stimme plötzlich in einen klaren Bubensopran überkippt. Nach zwei schrecklichen Minuten glockenreinem "It's just me" bricht Bon Bubi das Konzert ab. Erklärung: Die Heilerin hat es mit der Verjüngung zu gut gemeint. Seine Fans müssen sich wohl zwei, drei Jahre gedulden, bis er zuende pubertiert hat ...


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Women's Lip 2009

Interview der "Miezemanze" mit Donna Durchschnitt (18), Mitbegründerin der Fraueninitiative "Schminken ist doof".

Miezemanze: Wann kam Ihnen zum ersten Mal der Gedanke, daß Schminken doof ist?

Donna: Eigentlich schon mit 11. Aber erst mit 13 gaben meine Eltern ihr okay zu meiner ersten Nasenkorrektur. Gott, war ich happy! Die anderen in meiner Klasse hatten schon zwei oder drei plastische OP's hinter sich und ich hantierte immer noch mit dem Abdeckstift.

Miezemanze: Und sind die Eltern danach weiter so stöckelabsatzhart geblieben?

Donna: Botoxbacke, nein! Ein Vierteljahr später war meine erste Lippenaufspritzung fällig. Ein Gefühl sag' ich Ihnen, wie ein Bootsanleger, mit Gummireifen vor den Zähnen. Küssen mit Shock-Absorber.

Miezemanze: Männerfressercool! Und wie hielten Sie es damals mit der Figur?

Donna: Gut, daß Sie das fragen. Ich was als Teenager zeitweise fast pummelig, igitt. Da mußte dann der Absauger ran. Und nach dem Schlankschlürfen hab' ich gleich angefangen, für die Beinverlängerung zu sparen. Das war 'ne echt große Sache. Hat mich über ein Jahr außer Gefecht gesetzt, sprich in den Rollstuhl. Auch saumäßig weh getan. Aber egal - sechs Zentimeter längere Staksen, das ist doch was.

Miezemanze: Ja wirklich, sieht giraffengeil aus, im Sitzen. Beim Gehen hapert's wohl noch.

Donna: Ich weiß, aber das hab' ich spätestens dann im Griff, wenn ich mit der Brustvergrößerung durch bin. Die haben mir in der Klinik damals so'n Pauschalangebot gemacht ...

Miezemanze: Klingt sehr kulant. Dann ist der Tag der Vollendung wohl schon recht nah?

Donna: Schön wär's. Letzte Woche hab' ich in der "Prettyplast" gelesen, daß die Schönheitschirurgie im Grunde nur Katalogmodell-Typen erschafft, was gähnend langweilig ist, weil die sich alle irgendwie ähnlich sehen und so ohne jede persönliche Note ...

Miezemanze: Ach?!

Donna: Eben! Seitdem denk' ich darüber nach, ob ich mir nicht ein paar persönliche Merkmale zurück - Scheiße! (Donna springt plötzlich auf und weist mit dem Finger aus dem Fenster) Scheiße! Das glaub' ich jetzt nicht! Kucken Sie mal, die da draußen, die kleine Dicke unter diesem schwarzen Burka-Dings. Ich krieg' immer gleich die Krise, wenn ich sehe, was diese Moslem-Trullas sich von ihrem kulturellen Umfeld alles aufnötigen lassen. Das sollten die mal bei mir versuchen, da würd' ich denen ihre verkackten sozialen Zwänge aber links und rechts -

Miezemanze: Ja, in Sachen Emanzipation hätten die wohl noch einiges von uns zu lernen. Donna, ich danke Ihnen für das offene Gespräch und die spontane Demonstration Ihrer Frauenpower. Machen Sie weiter so!


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© 2009 by MA-Verlag - KALTE PLATTE/0007

24. März 2009