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KALTE PLATTE/0011: Klatsch auf krossen Kräckern (SB)


Satirische Canapés und Cocktailbissen


Müntefranz, Vorarbeiter

SPD-Parteivorsitzender Franz Müntefering schmückt als Ex- Arbeitsminister seine Reden gern mit dem Begriff "Arbeit" - verpackt als politische Koordinate "Links ist das, was Arbeit schafft".

Allein, Arbeit ist ein häßliches Wort. Sein Ursprung liegt in so traurigen Sinnzusammenhängen wie "verwaist sein, ein zu schwerer körperlicher Tätigkeit verdingtes Kind sein"*. Arbeit zu verrichten heißt, schutzlos von Fremden ausgebeutet zu werden. Ein Arbeiter ist jemand Wehrloses, der seinen Rückhalt verloren hat.

Wenn Müntefering wirklich ein Freund der Arbeitenden wäre, könnte er nur ein Anliegen haben: Die Arbeit als niederträchtige Methode, aus der Verwaistheit anderer Profit zu schlagen, abzuschaffen. Sofort. Für alle. Genau wie die fiese Ausgeburt dieser Praxis, die Arbeitslosigkeit. Stattdessen tut Münte als Vorarbeiter im Anzug Dienst. Schließt Kompromisse, spaltet, schafft Ventile für aufkommenden Unmut, besänftigt mit Versprechungen. Tut einfach alles, damit die Arbeit weitergeht.

Doch Arbeit ist ein häßlich Ding. Wie häßlich müssen erst die Pläne dessen sein, der sich damit schmückt.

(*Duden, Etymologie, Mannheim 1963, Seite 31)


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© 2009 by MA-Verlag - KALTE PLATTE/0011

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11. Mai 2009