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KALTE PLATTE/0018: Klatsch auf krossen Kräckern (SB)


Satirische Canapés und Cocktailbissen


Alles Frikadelle bei Stefan Raab

Doofe Kühe, blöde Hammel, faule Schweine - der gelernte Metzger Stefan Raab weiß nicht nur die Attribute seiner Frischware hervorzuheben, sondern sie auch ratz-fatz zu verwursten. Mit großem Erfolg. Denn seine Stammkundschaft, überwiegend das Publikum von Pro7, ist dauerhungrig und stellt schnelles Bedientwerden allemal über Produktqualität. Möglich, daß es sogar aufsteigende Übelkeit für Sättigung hält.

Jedenfalls hat sich Metzger Raab, mal mit dem Steakhammer, mal mit der Würstchenzange, einen Ruf als versierter TV-Fleischhandwerker erworben. Und das, obwohl das Gros seiner Live-Produkte offenkundig aus Zutaten besteht, die eher die Bezeichnung Abfall verdienen. Von geschmacklos bis widerlich. Aber die Regale mit Raab-Fertigprodukten müssen gefüllt werden. Wie, ist ziemlich wurscht.

Inzwischen soll Raab mit seinen Verwurstungsrezepten sogar erfolgreich Handel treiben. International. Auch in den USA interessiert man sich dafür, Leute auf billige Weise abspeisen und gleichzeitig vom Wechsel zu hochwertigerer Nahrung abhalten zu können. Dort wird Raab eine glänzende Zukunft als Medien-Metzger-Mogul vorausgesagt.

Doch wie derb, grobschlächtig und fettmäulig Raab auch daherkommt - ganz dem Klischee seines Berufsstands entsprechend - immer wieder wird von ihm behauptet, daß sich unter dem kandidatenblutbefleckten Metzgerkittel ein Mensch verbirgt, der musisch, juristisch, ja sogar theologisch wohlgebildet ist. Vielleicht auch in Geschichte? Wenn ja, dann wird er sicherlich wissen, daß die wirklich großen deutschen Schlächter nicht selten Männer mit Bildung waren. Es könnten also auch in Raab noch ungeahnte Talente schlummern. Daher: Nichts wie ran an den Speck! Wäre doch jetzt die beste Gelegenheit, der Welt einmal zu zeigen, was ein echter Kölner Hanswurst ist.

18. September 2009