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KALTE PLATTE/0048: Klatsch auf krossen Kräckern (SB)


Satirische Canapés und Cocktailbissen


Die "Medicard Dog" kommt

Wo Liebe ist, ist auch ein Markt, sagte schon der alte Profitus Maximus. Entsprechende Marktsondierungsstudien der beiden großen Gesundheitskonzerne Asklepios und Helios führen zu dem Ergebnis: In Deutschland stehen in Herzensdingen die Zeichen auf Hund. Die Bereitschaft, Geld auszugeben, ist bei vielen Deutschen lange noch nicht ausgeschöpft, wenn es um den vierbeinigen Freund geht. In Sachen Hund geht also noch was!

Während der Asklepioskonzern ein bundesweites Netz von Hundekliniken plant, will Helios sich eher auf Rehabilitationszentren und Präventionseinrichtungen konzentrieren. Und damit Herz-OP und physiotherapeutische Nachbehandlung Herrchens oder Frauchens Geldbeutel nicht unerwartet überstrapazieren, soll die Krankenversicherung für Hunde bald Standard für verantwortungsbewußte Hundehalter werden. Schon heute bieten einige große Versicherungskonzerne die Möglichkeit an, Waldi und Struppi mitzuversichern. Klar, daß die "Medicard Dog" nicht mehr lange auf sich warten läßt. Denn auch die Organspendefrage will geklärt sein.

Im Gesundheitsministerium wird derzeit darüber nachgedacht, ob finanziell Schlechtergestellten, die den üblichen Krankenkassenbeitrag nicht aufbringen können, mittels der "Medicard Dog" ein preisgünstigerer Zugang zu einer Rudimentärversorgung verschafft werden sollte. Doch Hundehalterverbände befürchten, die Hundeklinikbetten wären in dem Falle bald von Menschen belegt, was keineswegs im Sinne der regulär versicherten Hunde sein kann.

29. September 2011