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FRAGEN/002: Hildesheimer wird Vorsitzender der Niedersächsischen Bibliotheksdirektorenkonferenz (idw)


Stiftung Universität Hildesheim - 23.03.2012

Bücher im Blick: Hildesheimer wird Vorsitzender der Niedersächsischen Bibliotheksdirektorenkonferenz


Er hat die Bücher im Blick: Der Direktor der Universitätsbibliothek der Stiftung Universität Hildesheim wird Vorsitzender der Niedersächsischen Bibliotheksdirektorenkonferenz. Ein Interview mit Dr. Ewald Brahms über Lieblingsbücher, wissenschaftliche Bibliotheken, Digitalisierung und Technologien.


Ein Ausblick: Worauf werden sich die niedersächsischen Bibliotheken in den nächsten zehn Jahren stärker einstellen müssen?

Dr. Ewald Brahms: Durch verlängerte Öffnungszeiten, größere Informationsangebote - gedruckt und elektronisch - sowie neue oder technisch modernisierte Arbeitsplätze konnten die Lern- und Arbeitsbedingungen für Studierende in den letzten Jahren spürbar verbessert werden. Möglich wurde dieses vor allem durch die Verwendung von Studienbeiträgen in den Hochschulbibliotheken. Sollten die Studienbeiträge in absehbarer Zeit zur Disposition gestellt werden, ohne dass entsprechende Kompensationen erfolgen, werden sicher auch Art und Umfang der Serviceangebote der wissenschaftlichen Bibliotheken zur Disposition gestellt werden müssen.

Die wissenschaftlichen Bibliotheken in Niedersachsen werden insbesondere von Studierenden genutzt. Durch die Umstellung auf die Bachelor-Master-Struktur sind die Bibliotheken viel stärker als noch vor zehn Jahren inzwischen ein wichtiger Lern-, Arbeits- und Kommunikationsort an der jeweiligen Hochschule. Zudem hat das Internet das Lehren und Lernen spürbar verändert.


Und damit haben sich auch die Anforderungen an eine Universitätsbibliothek (UB) geändert?

Brahms: Genau, ein schnelles WLAN, eine gute Stromversorgung oder die Möglichkeit, sich mit anderen Studierenden in der UB zu treffen, gemeinsam zu arbeiten oder einfach nur zu ?chillen" sind selbstverständlich. In unserer UB haben wir deshalb in den letzten Jahren die Anzahl der WLAN Access Points erhöht und eine neue Leselounge und einen neuen Lesesaal eingerichtet.

Allerdings fehlen uns ruhige Einzelplätze zum konzentrierten Arbeiten sowie weitere Gruppenarbeitsräume, in denen Studierende gemeinsam Präsentationen oder Referate erarbeiten können.


Welche Meilensteine stehen bevor?

Brahms: Die niedersächsischen wissenschaftlichen Bibliotheken werden sich in den kommenden Jahren weiterhin mit der Lizenzierung und Finanzierung elektronischer Ressourcen, mit Neuregelungen zum Urheberrechtsgesetz und Möglichkeiten zum Open Access-Publizieren beschäftigen. Auf unserer Tagesordnung stehen sicher auch Fragen der Langzeitarchivierung gedruckter und elektronischer Materialien, die Retrodigitalisierung forschungsrelevanter Materialien sowie wichtiger Denkmäler unseres kulturellen Erbes, die Speicherung von Forschungsprimärdaten, der Aufbau virtueller Forschungsumgebungen und der Ausbau unserer Vermittlung von Informationskompetenz.


Die Universitätsbibliothek Hildesheim - was waren für Sie die wichtigsten Meilensteine der vergangenen Jahre?

Brahms: Die räumliche Modernisierung durch Einrichtung einer neuen Leselounge und eines neuen Lesesaals, die Reduzierung unserer Bestandslücken (z. B. durch den Kauf von Anschaffungsvorschlägen und Pflichtlektüretiteln) und der Ausbau unserer elektronischen Serviceangebote (z. B. die elektronische Benachrichtigung vor Leihfristende, die zusätzlichen Literaturvorschläge bei Suchergebnissen in unserem elektronischen Katalog - Stichwort: ?Das könnte Sie auch interessieren?) sowie das wiederholte Lob für die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit des UB-Teams sowie für die Innovationsbereitschaft der Bibliotheksleitung.


Was schätzen Sie an der Arbeit in Hildesheim?

Brahms: Wichtig ist mir der direkte Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen in der Universitätsbibliothek, zu den Nutzerinnen und Nutzern, den Instituten und zur Hochschulleitung. Und darüber hinaus zu den Bürgerinnen und Bürger der Stadt und ihrer Umgebung, denn die UB ist nicht nur ein wichtiger Lern- und Arbeitsort, sie bietet mit Lesungen, Ausstellungen und Vorträgen zugleich auch ein interessantes kulturelles Programm.


Und haben Sie ein Lieblingsbuch?

Brahms: Ein Lieblingsbuch? das eine Buch könnte ich gar nicht benennen, auch nicht das eine Thema. Die Bandbreite reicht von Belletristik (vorwiegend deutsche und anglo-amerikanische) über Fachliteratur zu Themen der jüngeren (deutschen) Zeitgeschichte.


In der Niedersächsischen Bibliotheksdirektorenkonferenz sind die Leitungen aller niedersächsischen Universitäts-, Hochschul- und Landesbibliotheken vertreten. Welche Aufgaben stehen Ihnen als Vorsitzender der niedersächsischen Bibliotheksdirektorenkonferenz bis Ende 2014 bevor?

Brahms: Im Mittelpunkt steht die inhaltliche Vorbereitung und Organisation der dreimal jährlich stattfindenden Sitzungen der Bibliotheksdirektorenkonferenz. Zudem die Vertretung der wissenschaftlichen Bibliotheken Niedersachsens gegenüber dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, in bibliothekarischen Fachgremien sowie gegenüber der allgemeinen Öffentlichkeit.

Weitere Informationen unter:
http://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=bibliothek
- Universitätsbibliothek Hildesheim

http://www.mwk.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=6353&article_id=18794&_psmand=19
- Wissenschaftliche Bibliotheken in Niedersachsen

Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung unter:
http://idw-online.de/de/institution102


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Quelle:
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw - Pressemitteilung
Stiftung Universität Hildesheim, Isa Lange, 23.03.2012
WWW: http://idw-online.de
E-Mail: service@idw-online.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 27. März 2012