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PODIUM/200: Wien - Herbert Auinger, "Die FPÖ-Blaupause der neuen Rechten in Europa", 03.03.2018


Buchpräsentation des Promedia Verlages

Samstag, 3. März 2018 um 14 Uhr in Wien
VHS Hietzung, Hofwiesengasse 48, 1130 Wien

Herbert Auinger: Die FPÖ-Blaupause der neuen Rechten in Europa


Die gängige Auseinandersetzung mit der FPÖ bedient sich des Vergleichs: Etablierte Politik und Öffentlichkeit messen die Positionen der Rechten an den eigenen Vorstellungen bzw. an Positionen, die als "politisch korrekt" gelten. Kritisiert wird von der Warte liberaler, sozialdemokratischer und grüner Standpunkte aus, die eigentliche Gedankenwelt der Rechten bleibt weitgehend unbehandelt. Das Problem bei dieser Vorgehensweise: Wer nicht schon vorher den "Rechtsextremismus" ablehnte, findet durch dieses Verfahren kaum Argumente dagegen.

Dabei unternimmt die FPÖ viel, um sich zu erklären. Ihr Gedankengebäude ist längst zu einer ausgearbeiteten Weltanschauung geworden, einer umfassenden, vom Mainstream abweichenden Deutung von Individuum, Staat, Gesellschaft und Politik. Herbert Auinger spürt dieser Weltanschauung nach, indem er die politischen Postulate der FPÖ ernst nimmt. Damit legt er die Fundamente des neuen rechten Selbstverständnisses frei. Nur so kann nach Ansicht des Autors genuine Kritik stattfinden.

Die einzelnen Kapitel des Bandes ranken sich etwa um den Freiheitsbegriff der FPÖ bzw. wie sich in diesem die Freiheit des Individuums mit völkischer Konformität überlappt. Auch die Dreieinigkeit der angeblich "natürlichen" Daseinsformen von Volk, Nation und Familie gehört zum rechten Standardrepertoire, genauso wie das Begriffspaar "Heimat" und "Identität". Dem Heimatbewussten steht der "Andere" gegenüber, der Ausländer, Flüchtling und Migrant, einer, der nicht hierher gehört.

Von zentraler Bedeutung im freiheitlichen Weltbild ist ferner der Begriff der "Souveränität", verstanden als Unanfechtbarkeit der nationalen Machtausübung gegenüber einschränkenden Verpflichtungen von außen. Die FPÖ versteht sich in ihrem tiefsten Inneren als Europa- Partei, als Vorreiterin eines Europas der Vaterländer, das durchaus internationalen Charakter aufweist. Schließlich sehen sich die Freiheitlichen als dezidiert klassenübergreifende Kraft von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, vereint im Kampf um den Kapitalstandort.

Der Blick in die weit geöffneten Kulissen des freiheitlichen Weltbildes mag für viele befremdlich sein. Ihn nicht zu tun, hieße allerdings, die stetig wachsende und gesellschaftlich bedeutender werdende Rechte zu unterschätzen. Denn die FPÖ ist in ihrer Politik ein Vorbild für viele andere rechtsextreme Bewegungen in Europa.

Herbert Auinger, geboren 1954 in Gmunden/Oberösterreich, studierte Raumplanung an der Technischen Universität Wien sowie Politikwissenschaften am Institut für Höhere Studien. Er ist als Print- und Hörfunkjournalist tätig. Im Promedia Verlag erschien von ihm im Jahr 2000 "Haider. Nachrede auf einen bürgerlichen Politiker".

Herbert Auinger: Die FPÖ-Blaupause der neuen Rechten in Europa
ISBN: 978-3-85371-417-1, 208 Seiten, 17,90 Euro

PROMEDIA AUF DER BUCHMESSE LEIPZIG
Donnerstag, 15. März bis Sonntag, 18. März 2018
Messegelände, Halle 4, Stand D 206

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Quelle:
Promedia Verlag im März 2018
Wickenburgg. 5/12, A-1080 Wien
Tel.: 0043/1/405 27 02, Fax: 0043/1/405 27 02 -22
E-Mail: promedia@mediashop.at
Internet: www.mediashop.at - www.verlag-promedia.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 15. Februar 2018

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