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NEWSLETTER/042: Newsletter Bremer Friedensforum 4 vom 21. März 2011


Newsletter Bremer Friedensforum 4 vom 21. März 2011


Inhalt heute:

01. Den Krieg gegen Libyen sofort stoppen!
02. Ostermärsche 2011
03. AKWs abschalten - und zwar jetzt
04. Mitteilung der Bürgerinitiative Aktion Z
05. Wie nah ist Fukushima? Atomausstieg jetzt!
06. Mirjam Ohringer, Widerstandskämpferin aus Amsterdam
07. Plakataktion gegen rechte Szeneläden
08. Bremer Friedensforum unterstützt: Keinen Meter!
09. Bündnis gegen Rechts im Bremer Westen
10. Friedenspreis für Willy Schwarz
11. Liberales Podium: Zukunft der Verteidigungsindustrie am Standort Bremen
12. Friedenspreis für "Arbeitsgruppe Rüstungsexporte"
13. Rekrutierungs- und Medienoffensive der Bundeswehr
14. Verträge vorerst nur mit Springer
15. Zum Aufruf, keine Früchte aus den besetzten Gebieten zu kaufen
16. Mail von Evelyn Hecht-Galinski
17. Nein zur Mandatsverlängerung der Bundeswehr in Afghanistan
18. SPD gegen Lichtgewehre
19. Zivilklausel abgelehnt
20. Armut und Soziale Arbeit
21. Terminkalender
22. In eigener Sache



1. Den Krieg gegen Libyen sofort stoppen!

BREMEN. Seit wenigen Tagen führt eine "Koalition der Willigen" jetzt einen Krieg in Libyen. Selbst wer geglaubt hatte, mit der Einrichtung einer Flugverbotszone unblutig und in kurzer Zeit Angriffe auf die libysche Zivilbevölkerung verhindern zu können, muss sich bitter getäuscht fühlen. Nicht nur, dass Massenbombardements mit US-Marschflugkörpern und aus Tarnkappenbombern Schäden unter der libyschen Zivilbevölkerung anrichten, nein, sie führen auch zur Ausweitung und Intensivierung militärischer Aktionen der Angegriffenen. Das vorgebliche Ziel der alliierten Invasoren, einen Waffenstillstand zwischen den libyschen Konfliktparteien herbeibomben zu wollen, ist schon im Ansatz gescheitert. Eines ist jetzt schon sicher: Die Fortsetzung der westlichen Bombenangriffe wird den Blutzoll in Libyen weiter steigern. Hinzu kommt, dass der Konflikt nicht aus der Luft entschieden wird, sondern am Boden. Auch wenn die Bundesregierung dem Bewilligungsbeschluss im UN-Sicherheitsrat die Zustimmung verweigerte, so bekräftigte sie in den Tagen danach ihren Willen, die "Koalition" zu unterstützen. So sollen Bundeswehrsoldaten die Kriegsallianz gegen Libyen auf anderen Schlachtfeldern der Welt, zum Beispiel in Afghanistan, entlasten. Bundeswehrsoldaten sollen in AWACS-Überwachungsflugzeugen zum Einsatz kommen. Eine Reihe von Organisationen aus der Antikriegs- und Friedensbewegung haben sich dazu mittlerweile in Erklärungen und Stellungnahmen geäußert. Dabei bekräftigen sie ihre Ablehnung des Krieges als Mittel der politischen Auseinandersetzung ebenso wie sie für den Schutz der Zivilbevölkerung eintraten und für einen demokratischen Wandel plädierten. So richtig es ist, Gaddafis mörderischem Treiben Einhalt zu gebieten, so falsch ist es, dies mit Krieg erreichen zu wollen. Krieg schafft keinen Frieden. Der Konflikt in Libyen kann nur unter neutraler Vermittlung, durch Verhandlungen der Konfliktparteien miteinander, ohne die Einmischung fremder Truppen oder Drohung von außen gelöst werden!

Siehe auch:
http://www.dfg-vk.de/thematisches/aktuelle-kriegsgebiete/2011/606
http://www.friedenskooperative.de/pe_libyen_20032011.pdf
http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Libyen/baf3.html



2. Ostermärsche 2011

BONN/FRANKFURT. Die Ostermärsche werden den Afghanistankrieg zum Hauptthema haben, weitere zentrale Themen sind sicher Atomwaffen und Atomenergie - am Ostermontag (25. April) ergibt sich ein Schulterschluss mit den Demonstrationen der Anti-AKW-Bewegung zum 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (26.4.1986). Es wird bei den Ostermärschen aber auch um Frieden im Nahen Osten gehen, um Solidarität mit den Freiheitsbewegungen in der arabischen Welt, um Rüstungsexporte und um den Protest gegen die Rekrutenwerbung der Bundeswehr im öffentlichen Raum (Karriere-Treffs) und in den Schulen ("Schulfrei für die Bundeswehr").

Infos zu den Ostermärschen finden sich unter
http://www.friedenskooperative.de/om2011.htm
http://www.bremerfriedensforum.de/aktuelles.php?num=1127&kat=1127



3. AKWs abschalten - und zwar jetzt

BREMEN. Die Nachrichten über die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima machen fassungslos und wütend. Die Bilder, die uns aus Japan erreichen, sind grauenvoll und das Leiden der Menschen kaum vorstellbar. Die schrecklichen Ereignisse unterstreichen auf dramatische Weise, dass Atomenergie auch in einem High-Tech-Land eine nicht beherrschbare Risikotechnologie ist. Jedes weitere Festhalten an längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke ist vor diesem Hintergrund völlig unverantwortlich. Die Konsequenz aus Fukushima kann nur sein: AKWs abschalten - und zwar jetzt.

Bitte unterstützen Sie den Appell von campact:
http://www.campact.de/campact/home

In Deutschland sind einige Großdemonstrationen bereits für den 26. März geplant, und am 25.4. - also am Ostermontag und einen Tag vor dem Tschernobyl-Tag - finden bundesweit Demos und Kundgebungen gegen die zivile und militärische Nutzung von Kernenergie statt.

Infos auf http://www.ausgestrahlt.de oder im Terminkalender von
http://www.friedenskooperative.de



4. Mitteilung der Bürgerinitiative Aktion Z

BREMEN. Am 26. April ist die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 25 Jahre her. Sie ist inzwischen ein historisches Ereignis; aktuell bleibt aber die Bedrohung durch das älteste niedersächsische Atomkraftwerk Esenshamm.
Tschernobyl und die jüngsten Ereignisse in Japan erinnern daran, dass auch bei uns ein tödlicher Super-GAU jederzeit möglich ist. Das Unfallrisiko steigt mit dem Alter der Reaktoren, keiner ist gegen Flugzeugabstürze geschützt. Trotzdem hat die Bundesregierung die Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland verlängert. Auch ein wahltaktisches Moratorium bringt keine Verbesserung! Weltweit gibt es keine Lösung für den Millionen Jahre strahlenden Atommüll. Die Atommülllager Asse II und Morsleben haben gezeigt, dass Atommüll nicht einmal für Jahrzehnte sicher gelagert werden kann. Die Atomtechnologie ist unverantwortlich und die Grundlage für die Entwicklung von Atomwaffen. Am Ostermontag, dem 25. April, findet deshalb eine bundesweite Demonstration gegen Atomenergie statt. Auch am AKW Esenshamm soll demonstriert werden. Hier findet eine Umzingelung statt. Dazu laden wir zu einem Vorbereitungstreffen auch in Bremen ein, am Freitag, 25. März um 18 Uhr, Konsul-Hackfeld-Haus, Birkenstr. 34
Weitere Informationen unter http://www.tschernobyl25.de



5. Wie nah ist Fukushima? Atomausstieg jetzt!

BREMEN. Zu einer Diskussionsveranstaltung "Wie nah ist Fukushima? Atomausstieg jetzt!" mit Oda Becker, Autorin der BUND-Studie zu den Gefahren der Laufzeitverlängerungen, Dr. Bernhard Stoevesandt, Zentrum für Windenergieforschung, Dr. med. Lars Pohlmeier, von der Organisation IPPNW und Klaus-Rainer Rupp, Bürgerschaftsabgeordneter (DIE LINKE) lädt die Fraktion der Linken am Donnerstag, 24. März, von 19 bis 21 Uhr im Haus der Bürgerschaft (Am Markt 20 in Bremen) ein.
Die Veranstaltung wird auch im Livestream übertragen unter:
http://www.linksfraktion-bremen.de


6. Mirjam Ohringer, Widerstandskämpferin aus Amsterdam

BREMEN. Mirjam Ohringer, Widerstandskämpferin aus Amsterdam, kommt am Donnerstag, 24. März, um 19 Uhr in das Lagerhaus, Schildstr. 12-19. "Alle Menschen haben denselben Wert. Was Sie als Erwachsene dann wert sind, hängt davon ab, was sie selbst daraus machen. Diese Erkenntnis der Gleichheit ist meiner Meinung nach die Grundlage für eine gute Gesellschaft, für ein gutes Zusammenleben. Das gilt für alle Menschen und alle Gesellschaften, denn heute gibt es zwar weder in Holland noch in Deutschland Krieg, aber wir mischen uns überall auf der Welt in Kriege ein, und zwar im Rahmen von sogenannten Friedensmissionen. Aber genau das bringt uns einer besseren Gesellschaft, einer gerechteren Welt für alle Menschen nicht näher." Mirjam Ohringer ist 86 Jahre alt und wuchs als Kind jüdischer Immigrant/innen in Amsterdam auf. Von ihren Eltern im Geiste in einem Mix aus jüdischer Philosophie und marxistischer Arbeiter/innen-bewegung erzogen, ist sie schon 1933, im Alter von neun Jahren, an der Unterstützung jüdischer Flüchtlinge und Widerstandskämpfer/innen beteiligt. Als die Deutschen die Niederlande 1940 besetzen, ist sie 16 und in einer Gruppe des antifaschistischen Widerstandes aktiv: sie sammelt Geld, vervielfältigt Zeitungen, verteilt Flugblätter, übernimmt Kurierdienste... Sie muss miterleben, wie viele Freund/innen und Verwandte verschleppt und ermordet werden. Bis heute ist Mirjam Ohringer politisch aktiv: "Das ist einfach eine Aufgabe, denn Überleben verpflichtet! Wir kämpfen bis heute gegen die Auffassung der Nazis, dass Menschen nicht alle gleich wert seien. Das akzeptieren wir nicht, das haben wir nie akzeptiert und das werden wir auch nie akzeptieren." Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative in Kooperation mit Antifaschistisches Komitee Bremen im Rahmen der Reihe "Keinen Meter".



7. Plakataktion gegen rechte Szeneläden

BREMEN. Wir wollen keinen Nazi-Laden! Unter diesem Motto sprechen sich über 50 Bremer Organisationen, Einrichtungen und Initiativen auf einer gemeinsamen Plakatwand in der Faulenstraße öffentlich gegen die Verbreitung rechtsextremer Geschäftsstrukturen in Bremen aus. Die Plakatierung ist eine Initiative des "Stephanikreis Ladenschluss". Er nimmt die geplanten Anti-NPD-Aktionen am 1. Mai zum Anlass, um einmal mehr "auch auf die alltägliche Präsenz rechtsextremer Aktivitäten in unserer Stadt aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass sich eine große, öffentliche Mehrheit dagegen stellt". Zu den Teilnehmenden zählen Menschenrechtsinitiativen, Gewerkschaften, Sportverbände, Parteien, Bildungs- und Jugendeinrichtungen. Der Standort in der Faulenstraße ist bewusst gewählt. Gleich neben der Plakatwand ist der rechtsextreme Szeneladen "Sportsfreund" ansässig.

Mehr: http://www.bremerfriedensforum.de/bilddat/Plakatwand_gegen_rechte_laeden.pdf


8. Bremer Friedensforum unterstützt: Keinen Meter!

BREMEN. Das Bremer Friedensforum hat die Unterstützung des Aufrufs zur Demonstration gegen die NPD am 1. Mai 2011 in Bremen beschlossen. Dass die Friedensbewegung sich an den demokratischen Protesten beteiligt, ist eine Selbstverständlichkeit. Faschismus ist eine Menschen verachtende Ideologie, Faschismus ist praktizierte Diktatur und Gewalt, Faschismus bedeutet Krieg. Nach allen völkerrechtlichen Verträgen nach dem Zweiten Weltkrieg (z.B. dem Potsdamer Abkommen vom August 1945), nach der UNO-Charta und nach dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (Art. 139) gehört die Bekämpfung von Nazismus, Rassismus und Militarismus zu den Wesensbestandteilen unserer Demokratie. Faschistisches Gedankengut unterliegt nicht dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, Neonazi-Aufmärsche nicht dem Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit. Die Friedensbewegung ist bekannt für ihre Gewaltlosigkeit. Sich den alten und neuen Nazis in den Weg zu stellen, ist ein Akt präventiven Selbstschutzes, weil es den Aufmarsch der organisierten Nazi-Gewalt verhindern will. Im November 2006, war es den Demokraten gelungen, den Naziaufmarsch in Bremen weitgehend zu verhindern. Auch diesmal stellen wir uns quer.



9. Bündnis gegen Rechts im Bremer Westen

BREMEN-GRÖPELINGEN. Im Bremer Westen trifft sich das Bündnis gegen Rechts unter dem Motto "Keinen Meter!", um sich an den Aktivitäten gegen den Naziaumarsch am 1. Mai zu beteiligen. Das nächste Treffen ist am Mittwoch, 23. März um 19.30 Uhr im Nachbarschaftshaus in Gröpelingen, Beim Ohlenhof 10.



10. Friedenspreis für Willy Schwarz

BREMEN. Willy Schwarz hat den diesjährigen Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon bekommen. Der aus den USA stammende Musiker gründete zahlreiche Ensembles aus Mitgliedern verschiedener ethnischer Gruppen, beispielsweise das "Bremer Immigrantenorchester". Herzlichen Glückwunsch!


11. Liberales Podium: Zukunft der Verteidigungsindustrie am Standort Bremen

BREMEN. Die FDP in der Bremischen Bürgerschaft lädt ein am Mittwoch, 30. März, zu einer Podiumsdiskussion über die "Zukunft der Verteidigungsindustrie am Standort Bremen". Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr, in der Havanna Lounge im Börsenhof A, Am Dom 5, Bremen. Einführung: General a.D. Wolfgang Altenburg, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr, Moderation: Dr. Oliver Möllenstädt, MdBB, Vorsitzender der FDP. Im Podium diskutieren: Elke Hoff, MdB, Mitglied im Verteidigungsausschuss, Andrea Kolling Bremer Friedensforum/Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung, Carsten Leopold, Geschäftsführer CHS-Container, General a.D. Wolfgang Altenburg, Hans-Georg Morawitz (angefragt), Geschäftsführer Rheinmetall Defence Elektronik, anschließend Empfang - um Anmeldung wird gebeten: FDP in der Bremischen Bürgerschaft, Sandstraße 2, 28195 Bremen, Tel. 0421 - 244 06 1-0, Fax 0421-244 06 1- 29, buergerschaft@fdp-bremen.de


12. Friedenspreis für "Arbeitsgruppe Rüstungsexporte"

Göttingen - Die "Arbeitsgruppe Rüstungsexporte" der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) und die Organisation "Ohne Rüstung Leben" haben den mit 3.000 Euro dotierten Göttinger Friedenspreis erhalten. "Wir haben es den beiden Organisationen zu verdanken, dass der größte permanente Skandal deutscher Außen- und Wirtschaftspolitik zumindest nicht völlig in Vergessenheit gerät", sagte der Journalist Andreas Zumach in seiner Laudatio bei der Übergabe der von der Stiftung "Dr. Roland Röhl" verliehenen Auszeichnung in der Universität Göttingen. Die westlichen Staaten, so Zumach, hätten lange Zeit auf autoritäre und diktatorische Regime im Nahen Osten und Nordafrika als Wirtschaftspartner gesetzt und ihnen Waffen geliefert. Sie hätten dies getan, obwohl viele Gebiete zu den gefährlichsten der Welt gehörten und die Menschen dort unter den hohen Rüstungsausgaben leiden würden. Die westlichen Demokratien seien somit mitverantwortlich für Tod und Leid. Bernhard Moltmann von der GKKE erinnerte an die Defizite deutscher Rüstungspolitik: Einerseits werde die Öffentlichkeit nicht informiert, andererseits sei die Aufregung groß, wenn, wie jüngst in Ägypten, Panzer und Gewehre deutscher Herkunft auf Fernsehbildern zu erkennen seien. Die GKKE-Arbeitsgruppe erstellt jährlich einen Rüstungsexportbericht, in dem sie versucht, die oft geheim gehaltenen Exporte aufzuführen. Die Initiative "Ohne Rüstung leben" engagiert sich für die Aufklärung der Rüstungsaktivitäten von Großkonzernen.


13. Rekrutierungs- und Medienoffensive der Bundeswehr

BREMEN. DFG-VK und Bremer Friedensforum hatten kürzlich zu einer Veranstaltung über die Rekrutierungs- und Medienoffensive der Bundeswehr informiert. Referent Christian Stache aus Hamburg hat in einem Artikel komprimiert die gerade publizierten Erhöhungen des Werbeetats, das Maßnahmenpaket zur Attraktivitätssteigerung des Dienstes bei der Bundeswehr sowie die Medienkampagne 2011 der Bundeswehr zusammengefasst. Der Text ist bei der Informationsstelle Militarisierung (IMI) erschienen:
http://imi-online.de/2011.php?id=2259



14. Verträge vorerst nur mit Springer

[Hinweis der Schattenblick-Redaktion:
Der Beitrag wurde nicht in den Schattenblick übernommen.]


15. Zum Aufruf, keine Früchte aus den von Israel besetzten Gebieten zu kaufen

BREMEN. Die Arbeitsgruppe Nahost im Bremer Friedensforum hat gemeinsam mit anderen Organisationen am 11. März eine Protestaktion gegen die israelische Besatzungs- und Siedlungspolitik im palästinensischen Westjordanland durchgeführt. Trotz der Ambivalenzen, die auch die Organisatoren empfinden, besonders hervorgerufen durch die Geschichte des deutschen Faschismus mit der Judenverfolgung, haben sie sich entschlossen, die internationale Bewegung "Boykott, Desinvestition und Sanktionen für Palästina" (BDS) zu unterstützen, die auch zahlreiche Jüdinnen und Juden, auch aus Israel, befürworten. Die (bundeseiten) Reaktionen, die auf die Bremer Aktion hin erfolgt sind, haben einen weitgehend emotionalen Charakter, der zuweilen einen Dialog über die Lage im Nahen Osten schwer macht. Aber im Ganzen hat die Aktion, auch indem sie starke Kontroversen ausgelöst hat, einen wichtigen Anstoß gegeben, auf die Not der Palästinenser hinzuweisen. Das Bremer Friedensforum wird sich weiter bemühen, die Diskussion über Friedenslösungen im Nahen Osten zu versachlichen und wachzuhalten.

Der Aufruf ist veröffentlicht unter:
http://www.bremerfriedensforum.de/bilddat/fruechteboykott_israel.pdf



16. Mail von Evelyn Hecht-Galinski

"... ich beglückwünsche sie zu Ihrer mutigen Aktion. Leider fehlt in Deutschland fatalerweise die Bereitschaft sich wirklichem Boykott (BDS) anzuschließen. Ich komme gerade aus Paris, wo ich in Bobigny den Prozess gegen Boykott Aktivisten verfolgte. Die Demonstration vor der Gerichtsverhandlung war eine Solidaritätsveranstaltung, wie ich sie hier leider vermisse. Wir haben noch viel zu tun! Ihre Aktion war ein wichtiger Schritt, der hoffentlich viele Nachahmer finden wird. Mit solidarischen Grüßen Evelyn Hecht-Galinski"


17. Nein zur Mandatsverlängerung der Bundeswehr in Afghanistan

BERLIN/BREMEN. Am 28. Januar hat der Deutsche Bundestag über die Fortsetzung der Beteiligung der Bundeswehr am Einsatz einer Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan (ISAF) namentlich abgestimmt. Neben der Bremerin Agnes Alpers (Die Linke) hat auch Carsten Sieling (SPD) gegen die Verlängerung des Bundeswehrmandates gestimmt. Seine Begründung: "Deutschland muss eine aktive Rolle beim Abzug der Soldaten aus Afghanistan spielen. Der Antrag der Bundesregierung zur Mandatsverlängerung war entgegen dem öffentlichen Eindruck nicht auf Abzug gerichtet, sondern auf ein "Weiter so" mit über 5000 Soldaten. Damit wird der Konflikt nicht gelöst. Wir müssen den Schwerpunkt des deutschen und internationalen Engagement endlich auf den Wiederaufbau des Landes, die wirtschaftliche Entwicklung Afghanistans und eine nachhaltige politisches Regelung des Konfliktes legen. Hierzu gehören für mich insbesondere der Aufbau einer unabhängigen Justiz, einer rechtstaatlichen Polizei, der Kampf gegen Korruption, der Ausbau von Gesundheits- und Bildungswesen sowie die Förderung der Zivilgesellschaft."



18. SPD gegen Lichtgewehre

[Hinweis der Schattenblick-Redaktion:
Der Beitrag wurde nicht in den Schattenblick übernommen.]



19. Zivilklausel abgelehnt

KARLSRUHE. Die Initiative gegen Militärforschung an Universitäten hat vor Beginn der entscheidenden Sitzung des KIT- (Karlsruher Institut für Technologie) Gründungssenats mehr als 450 Unterstützungsunterschriften für die Zivilklausel übergeben. Die UnterzeichnerInnen fordern die Aufnahme der Zivilklausel in die Grundsatzung der Universität Karlsruhe als Teil des neu gebildeten KIT: "Lehre, Forschung und Studium an der Universität sollen friedlichen Zwecken dienen, das Zusammenleben der Völker bereichern und im Bewusstsein der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen erfolgen." Die Uni-Leitung macht seit Monaten unisono mit der Landesregierung Stimmung dagegen bzw. wimmelt die Zivilklausel mit einer Ethik-Debatte ab. Der Senat hat sich dem Druck gebeugt. Die Zivilklausel wurde nicht aufgenommen. Die Presse-Erklärung der Initiative gegen Militärforschung an Universitäten:
http://www.stattweb.de/files/DokuKITcivil.pdf



20. Armut und Soziale Arbeit

BREMEN. Der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (AKS) veranstaltet am Mittwoch, 30. März, in Kooperation mit dem Bremer Institut für Soziale Arbeit und Entwicklung (BISA+E), dem Zentrum für Migranten und Interkulturelle Studien e.V. (ZIS) und der Universität Bremen einen Fachtag zum Thema "Armut und Soziale Arbeit". Informationen finden Sie unter dem Link:
http://www.kritischesozialearbeit.de



21. Terminkalender

> Jeden Donnerstag, 17 bis 18 Uhr, Mahnwache des Bremer Friedensforums auf dem Bremer Marktplatz; jeden ersten Donnerstag im Monat um 18.30 Uhr Beratung des Bremer Friedensforums in der Villa Ichon, Goetheplatz 4;

> Jeden dritten Freitag, 12 bis 13 Uhr, Mahnwache gegen die Rüstungshochburg Bremen an der Domsheide (vor "Kapitel 8");

> Jeden Freitag, 17 Uhr, Kundgebung der "Nordbremer Bürger gegen Krieg", Bremen-Vegesack, Gerhard-Rohlfs-Straße/Breite Straße;

> 27. März, Aktionsberatung der Antikriegs- und Friedensbewegung 11-15 Uhr zum Afghanistan-Gipfel im Dezember 2011, 15-17 Uhr zum Krieg gegen Libyen, DGB-Haus Bonn, Endenicher Straße 127

> Ostersamstag, 23. April, 11 Uhr, Ziegenmarkt, Ostermarsch zum Marktplatz (12 Uhr Kundgebung, Redner: Martin Warnecke, Friedensbeauftragter der Bremischen Evangelischen Kirche);

> Ostermontag, 25. April, Aktion am AKW Esenshamm, Treffen am Marktplatz in Rodenkirchen um 13.45 Uhr, Abmarsch um 14 Uhr, Demo zum Kraftwerk, 16.30 Uhr Kundgebung auf dem Marktplatz;



22. In eigener Sache

Bleiben Sie bitte dem Bremer Friedensforum gewogen und sparen Sie nicht mit Vorschlägen, Ergänzungen, Texten und anderen Reaktionen für den Newsletter an: mailto:Ekkehard.Lentz@bremerfriedensforum.de. Die Veröffentlichung von Artikeln oder Auszügen aus dem Newsletter ist mit Quellenangabe ausdrücklich erlaubt! Bei dieser Gelegenheit möchten wir auch gern darauf hinweisen, dass das Bremer Friedensforum auf ehrenamtlicher Basis arbeitet.

Und: Friedensarbeit kostet auch Geld! Im Unterschied zu Rüstungsproduzenten erhalten wir keine staatliche Unterstützung aus Steuergeldern, sondern finanzieren unsere Arbeit ausschließlich aus Spenden. Unser Spendenkonto lautet: Ekkehard Lentz (für das Bremer Friedensforum) bei der Postbank Hannover, BLZ 25010030, Kontonummer 123268-306.

Mit freundlichen Grüßen

Ekkehard Lentz


*


Quelle:
Newsletter Bremer Friedensforum 4 vom 21. März 2011
Bremer Friedensforum
Villa Ichon, Goetheplatz 4 - 28203 Bremen
E-Mail: info@bremerfriedensforum.de
Internet: www.bremerfriedensforum.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 23. März 2011