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ATTAC/1033: Europäisches Attac-Netzwerk solidarisch mit Griechen


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 21. Mai 2010

* Europäisches Attac-Netzwerk solidarisch mit Griechen
* Widerstand gegen Re-Neoliberalisierung dringend notwendig


Das europäische Attac-Netzwerk hat sich solidarisch mit den Menschen in Südeuropa erklärt, die Widerstand gegen die sozialen Folgen der Krise leisten. "Der Widerstand ist berechtigt und notwendig, weil wieder einmal die Arbeitnehmer, Arbeitslose und Rentner die Suppe auslöffeln sollen, die Europas führende Wirtschaftspolitiker und Finanzjongleure aufgetischt haben", sagte Steffen Stierle, Mitglied im Koordinierungskreis von Attac Deutschland. Attac wirft der Europäischen Kommission, den Regierungen der Mitgliedsländer und dem Internationalen Währungsfonds IWF darüber hinaus vor, die Krise zu nutzen, um Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst, Rentenkürzungen und drastische Reduzierungen der öffentlichen Ausgaben durchzusetzen.

"Die Sparpolitik, die Griechenland und anderen nun verordnet wird, wird die Krise nicht lösen, sondern verschärfen", sagte Steffen Stierle. Der so genannte Rettungsschirm von EU und IWF löse keines der grundlegenden Probleme. Die europäischen Attac-Organisationen fordern stattdessen eine solidarische Krisenpolitik, die den griechischen Sozialstaat nicht noch weiter aushöhlt und soziale Ungleichheiten nicht weiter verschärft. Darüber hinaus fordert Attac einen koordinierten Abbau der Ungleichgewichte in der Eurozone, eine umfassende Finanzmarktregulierung und eine Absage an die Intervention des IWF.) Die Erklärung wurde von zwölf nationalen Attac-Sektionen aus ganz Europa unterzeichnet.

"Solidarität mit den Menschen, die konsequent Widerstand gegen diese Re-Neoliberalisierung leisten, ist jetzt ganz wichtig", sagte Matthias Schmelzer, ebenfalls Mitglied im Koordinierungskreis von Attac Deutschland. Nicht nur in Griechenland wird dieser Tage gestreikt und demonstriert. In vielen anderen europäischen - auch deutschen - Städten gab es in den vergangenen Tagen ebenfalls Demonstrationen und Solidaritäts-Veranstaltungen. "Es ist erfreulich festzustellen, dass derzeit vielerorts in Europa Menschen ihre Stimme erheben, um der rassistischen Hetze gegen die griechische Bevölkerung etwas entgegenzusetzen", sagte Matthias Schmelzer weiter. Die Verleumdung eines ganzen Landes, wie sie Medien und Politiker seit Wochen betreiben, sei völlig inakzeptabel. Attac lehnt daher in der europäischen Erklärung ausdrücklich jede Akzeptanz rassistisch motivierter Argumente ab.


Die Erklärung der Europäischen Attac-Netzwerkes im Wortlaut:
http://www.attac.de/fileadmin/user_upload/bundesebene/Pressegruppe/Solidarit%C3%A4tserkl%C3%A4rung%20Europ%C3%A4isches%20Attac-Netzwerk.pdf

http://kurzlink.de/Griechenland


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Quelle:
Pressemitteilung vom 21.05.2010
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; Fax: 069/900 281-99
E-Mail: presse@attac.de
Internet: www.attac.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 22. Mai 2010