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ATTAC/1036: Klimawelle - Aktion für Klimaverantwortung und Klimagerechtigkeit


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 5. Juni 2010

Klimawelle - Aktion für Klimaverantwortung und Klimagerechtigkeit

* Demo und Protestaktionen in Bonn

* Symbolisch Kohletransport gestoppt, effektiv Tankstelle blockiert - 1500 demonstrieren für Klimagerechtigkeit



Das bundesweite Bündnis Klimawelle demonstrierte heute [5.6.10] in Bonn für Klimagerechtigkeit.

Um 5 vor 12 stoppten sie einen "Kohletransport" auf einem Tieflader direkt vor dem Hotel Maritim, in dem die Klimaverhandlungen stattfinden. Der Transporter, in dessen Führerhaus Klimaschützer mit Masken von Angela Merkel und Jürgen Rüttgers saßen, wurde von einer bunten Sitzblockade gestoppt und musste schließlich umdrehen.

Anschließend demonstrierten 1500 für Klimagerechtigkeit und ein Abkommen, das diesen Namen auch verdient.

Die Kritik der Demonstranten richtete sich vor allem an die Industrieländer. Erneut kommen die Klimaverhandlungen nicht voran. Es gehe um zusätzliche Gelder für die ärmsten Länder. Dies soll aber so frei mit bereits zugesagten Entwicklungsgeldern verrechnet werden können, dass unterm Strich wenig für die Entwicklungsländer herauskommt. Bei der Verhandlung über Emissionen aus Land- und Forstwirtschaft torpedieren die Industrieländer konsequente Lösungen, um keine Veränderungen in Angriff nehmen zu müssen.

"Was in Bonn passiert,setzt auf das Scheitern von Kopenhagen noch einen drauf. So kann es keinen wirksamen Klimaschutz und keinen gerechten Umgang mit dem Klimawandel geben", so Klimawellesprecherin Kathrin Henneberger.

Zahlreiche Menschen haben sich in der vergangenen Woche an Protesten für Klimagerechtigkeit beteiligt. Neben einem Klimacamp fanden zahlreiche Aktionen statt, unter anderem eine Fahrraddemonstration, an der mehr als 400 Menschen teilnahmen.

Im Anschluss an die Demonstration blockierten 200 Aktivistinnen und Aktivisten unter dem Motto: "Bohröcher zumachen" effektiv eine Tankstelle in der Bonner Innenstadt."Wir fordern die Abkehr von einem Wirtschaftssystem, das auf fossilen Rohstoffen basiert und die Atmosphäre vergiftet. Denn Fossilistischer Kapitalismus zerstört nicht nur die Erdatmosphäre und die Weltmeere. Er verhindert auch gerechte und lebenswerte Verhältnisse auf der Erde", so KlimawelleSprecher Hendrik Sander.

Das Bündnis Klimawelle setzt sich für ein ganz anderes Klimaabkommen ein, das berücksichtigt, dass die westlichen Industrieländer die primäre Verantwortung für die letzten 200 Jahre menschengemachten Klimawandel tragen.


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Quelle:
Pressemitteilung vom 05.06.2010
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
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veröffentlicht im Schattenblick zum 7. Juni 2010