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ATTAC/1078: Am 20. September 2010 startet Woche des Grundeinkommens


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 19. September 2010

* Internationale Woche des Grundeinkommens startet am Montag
* Attac-AG "Genug für alle" fordert andere Form des Wirtschaften


Am Montag beginnt in mehreren europäischen Ländern bereits zum dritten Mal die Woche des Grundeinkommens. Die Attac-Arbeitsgruppe "Genug für alle" hatte die Initiative gemeinsam mit Attac-Gruppen und Grundeinkommensnetzwerken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Jahr 2008 gestartet. Mittlerweile beteiligen sich auch Netzwerke aus Italien und anderen Ländern.

"Erwerbsarbeit schafft keine soziale Sicherheit für alle", sagte Dagmar Paternoga von der Attac-AG "Genug für alle" und Mitglied im SprecherInnenrat des Netzwerks Grundeinkommen. "Angesichts dieser Tatsache ist das bedingungslose Grundeinkommen der einzige Vorschlag in der politischen Debatte, der eine Lösung anbietet, die mehr als Flickwerk ist."

Auch in der Politik sei das Thema angekommen. Zwar sprächen Parteien und Regierungen es öffentlich kaum an - lediglich das Europäische Parlament habe einen Prüfauftrag an die Kommission bezüglich der armutsmindernden Wirkung eines Grundeinkommens beschlossen - aber in den internen Debatten sei es fest etabliert. In allen Bundestagsparteien gebe es Grundeinkommens-Befürworterinnen und - Befürworter. In mehreren Parteien setzten sich organisierte Netzwerke dafür ein.

Die aktuellen Spar- und Kürzungsorgien der europäischen Regierungen werden nach Überzeugung der Attac-AG "Genug für alle" nicht dazu führen, dass die Staatsschulden bezahlt werden können. Immer mehr Menschen verfügten über keine oder zu geringe Einkommen, um Steuern und Abgaben zu bezahlen. Dagegen wüssten Banken und sonstige Finanzkonzerne immer noch nicht, wo sie all ihr Kapital gewinnbringend anlegen sollen. "Wenn die Krise nicht permanent werden soll, ist eine völlig andere Form des Wirtschaftens nötig", sagte Roland Klautke, ebenfalls aktiv in der AG "Genug für alle" und Mitglied im Attac-Rat

Statt Geldverdienen und Kapitalvermehrung ins Zentrum der Gesellschaft zu stellen, müsse es darum gehen, dass alle Menschen das zur Verfügung haben, was sie für ein gutes Leben brauchen: gute Schulen, umfassende Sozialversicherungen, kommunale Dienstleistungen, Verkehrsinfrastruktur und öffentlicher Nahverkehr, Betreuungseinrichtungen für Kinder sowie alte oder behinderte Menschen - und die Sicherheit eines Einkommens. Roland Klautke: "Öffentliche Infrastruktur, soziale Daseinsvorsorge und ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle, von dem man in dieser Gesellschaft wirklich leben kann - das wäre eine richtige Konsequenz aus der Krise unseres Wirtschaftssystems."

Im Internet:
http://www.grundeinkommen-attac.de/


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Quelle:
Pressemitteilung vom 19.09.2010
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; Fax: 069/900 281-99
E-Mail: presse@attac.de
Internet: www.attac.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 20. September 2010