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ATTAC/1086: Deutsche Bank in Berlin besetzt und blockiert


Attac Berlin - Berliner Bündnis "Wir zahlen nicht für Eure Krise"
Berlin, 29. September 2010

* Deutsche Bank in Berlin besetzt und blockiert
* Mehr als 150 Aktivisten in und vor Filiale am Kurfürstendamm


Etwa 15 Aktivistinnen und Aktivisten von Attac, Solid, der Linken, des SDS und anderen Gruppen im Berliner Bündnis "Wir zahlen nicht für eure Krise" halten derzeit die Filiale der Deutschen Bank Kurfürstendamm 28 in Berlin besetzt. Weitere rund 150 Bürgerinnen und Bürger blockieren die Bank von außen. Die Besetzer im Inneren verteilen Pralinen, Flugblätter sowie Exemplare der "Financial Crimes", des heute erschienenen Attac-Plagiats der Financial Times, an die Bankmitarbeiter und die Kunden.

Die Aktivisten forderten die Filialleitung auf, sich im Namen ihrer Deutschen-Bank-Zweigstelle in einem Fax an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble für eine echte Bankenregulierung sowie die Einführung einer Vermögensabgabe stark zu machen. "Die Argumente der Besetzerinnen und Besetzer haben uns in einer konstruktiven Debatte davon überzeugt, dass es ungerecht ist, wenn die Ärmsten der Gesellschaft über das Kürzungspaket die Kosten für die Krise zahlen sollen, die wir Banken und die neoliberale Politik verursacht haben", heißt es unter anderem in dem Fax.

"Wenn so genannte systemrelevante Banken die Gesellschaft erpressen, milliardenschwere Rettungspakete für die Vermögenden und gleichzeitig Kürzungspakete für die Armen geschnürt werden, ist ziviler Ungehorsam mehr als legitim", sagte Matthias Schmelzer vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis und einer der friedlichen Besetzer. Die Krisenpolitik habe die soziale Schieflage in Deutschland - aber vor allem global - massiv verschärft. "Wir fordern daher, die Krisenpolitik vom Kopf auf die Füße zu stellen: Sparpakete für Reiche, Rettungspakete für Arme!"

Die Stimmung in und vor der Bank sei trotz eines großen Polizeiaufgebotes gut, teilte Peter Grottian vom Wissenschaftlichen Beirat von Attac mit. Zu den Aktivisten in der Deutschen Bank gehört auch der Bundestagsabgeordnete Ulrich Maurer (Die Linke).

Die Aktion in Berlin findet statt im Rahmen eines dezentralen bundesweiten Bankenaktionstages, zu dem das globalisierungskritische Netzwerk Attac Deutschland aufgerufen und an dem sich am heutigen Mittwoch Bürgerinnen und Bürger in mehr als 75 Städten mit vielfältigen Aktionen von Straßentheater über Kranzniederlegungen und Blockaden bis zu Besetzungen beteiligen. Auch europaweit wird am heutigen Mittwoch gegen unsoziale Krisenpolitik protestiert: Neben einem Generalstreik in Spanien sowie einer Demonstration in Brüssel werden Proteste und Streiks in Portugal, Italien, Irland, Litauen, Lettland, Tschechien, Zypern, Serbien, Rumänien und Polen erwartet.



Informationen im Internet:

Das Fax an den Finanzminister:
http://www.attac.de/bankenaktionstag/aktionen-vor-ort/berlin/

Bankenaktionstag von Attac:
http://www.attac.de/bankenaktionstag/


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Quelle:
Pressemitteilung vom 29.09.2010
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; Fax: 069/900 281-99
E-Mail: presse@attac.de
Internet: www.attac.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 30. September 2010