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ATTAC/1159: 25 Jahre Tschernobyl - Bewegung trägt Protest an Standorte


Pressemitteilung Attac Deutschland - Frankfurt am Main, 25. April 2011

* Regierung kann Widerstand gegen Atomkraft nicht aussitzen
* 25 Jahre Tschernobyl: Bewegung trägt Protest an Standorte


25 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl und sechs Wochen nach Fukushima trägt die Anti-AKW-Bewegung den Protest am heutigen Ostermontag direkt an die Atom-Standorte. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac unterstützt die dezentralen Aktionen und gehört zum Trägerkreis der Proteste.

"Die Bundesregierung und die Atomlobby setzen auf Zeit, auf sinnlose Kommissionen und fadenscheinige Kostenargumente", sagte Eberhard Heise vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. "Doch wenn sie meinen, die Proteste ließen sich aussitzen, haben sie sich geirrt. Wir lassen nicht locker, bis alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind - endgültig." Ein Vierteljahrhundert nach Tschernobyl und einen Super-GAU später sei es endlich an der Zeit, die Lehre zu ziehen und sofort aus der Atomkraft auszusteigen.

Attac wandte sich insbesondere gegen das Argument von den angeblich zu hohen Ausstiegskosten. "Was die Atomkraft die Wirtschaft eines Landes wirklich kostet, kann man jetzt an Japan sehen", sagte Eberhard Heise. Aber auch ohne GAU komme Atomkraft die Allgemeinheit viel teurer als behauptet. "Atomkraft ist nicht nur die gefährlichste, sondern auch die teuerste Form der Stromerzeugung. Würden alle Folge- und angemessenen Versicherungskosten in den Preis eingerechnet, wäre Atomstrom überhaupt nicht bezahlbar."

Mehr als 200 Milliarden Euro an Fördermitteln hat der Staat in Deutschland bisher in die Atomkraft gesteckt. Das ungelöste Atommüll-Problem wird weitere zig Milliarden Euro verschlingen. "Die Allgemeinheit trägt nicht nur das Risiko, sondern auch die Kosten der Atomkraft. Die einzigen, die profitieren, sind die Stromkonzerne, die pro AKW und Tag eine Million Euro Gewinn einfahren", sagte Jutta Sundermann, ebenfalls Mitglied im Attac-Koordinierungskreis. Die Kosten für erneuerbare Energien dagegen würden dreist hochgerechnet, weil die Konzerne von ihnen nicht profitieren.

Geplant sind heute Aktionen und Demonstrationen bei zwölf Atomkraftwerken, Atomfabriken und Atommülllagern: Biblis, Brunsbüttel, Esenshamm, Grafenrheinfeld, Grohnde, Gronau/Ahaus, Grundgremmingen, Krümmel, Lubmin, Neckarwestheim, Philippsburg und Braunschweiger Land. Erwartet werden jeweils tausende Demonstrantinnen und Demonstranten, darunter viele Attac-Aktive.

Attac fordert den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie ohne Entschädigung der AKW-Betreiber und eine Aufteilung der Stromkonzerne in demokratisch kontrollierbare Einheiten - Genossenschaften oder demokratisierte Stadtwerke. Das Netzwerk setzt sich für einen sozial gerechten, ökologischen Umbau der Wirtschaft ein.



Im Internet:

* Infos zu Protesten und Standorten am Ostermontag (mit Karte):
www.tschernobyl25.de

* Attac-Seite zu Anti-Atom-Aktivitäten:
www.attac.de/anti-atom


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Quelle:
Pressemitteilung vom 25.04.2011
Frauke Distelrath - Pressesprecherin Attac Deutschland
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; Fax: 069/900 281-99
E-Mail: presse@attac.de
Internet: www.attac.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 26. April 2011