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ATTAC/1200: Die Macht der Finanzmärkte brechen


Attac Deutschland - Pressemitteilung - Frankfurt am Main, 21. Juli 2011

Die Macht der Finanzmärkte brechen

* Gläubigerbeteiligung des Sondergipfels greift viel zu kurz
* Finanzmärkte streng regulieren


"Dass endlich auch private Gläubiger an den Kosten der Krise beteiligt werden, ist eine gute Entwicklung. Nur so werden jene zur Kasse gebeten, die jahrelang von deregulierten Finanzmärkten profitiert und dabei die Krise mit verursacht haben.", sagte Roland Süß, Mitglied im Attac-Koordinierungskreis und der Projektgruppe Eurokrise. Allerdings sei der Umfang der Beteiligung des Privatsektors ein schlechter Witz. Süß: "Das Rettungspaket hat ein Volumen von 120 Milliarden Euro. Lediglich 17 Milliarden davon sollen von Privaten getragen werden. Und dafür bekommen sie über den Rest noch staatliche Garantien." So blieben Banken und Spekulanten weiterhin die Gewinner der europäischen Krisenpolitik, während die Bürger Europas das Gros der Kosten zu tragen haben.

Steffen Stierle, ebenfalls Mitglied im Attac-Koordinierungskreis und der Projektgruppe Eurokrise ergänzte: "Das grundlegende Problem hinter dieser Politik ist die Macht der Finanzmärkte. Die Politiker Europas sind nur noch eine Horde von Getriebenen, die hörig das umsetzen, was die Märkte fordern. Es geht längst nicht mehr um eine Politik im Interesse der Menschen. Es geht um Signale an Spekulanten und Ratingagenturen." Die Macht dieser Akteure zu brechen sei daher der drängendste Schritt. Ein guter Anfang wäre laut Attac die Schaffung einer europäischen Ratingagentur unter demokratischer Kontrolle, ein Verbot von Hedgefonds und Spekulation gegen Staatsanleihen und Währungen sowie die Einführung einer Finanztransaktionssteuer.


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Quelle:
Pressemitteilung vom 21.07.2011
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
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veröffentlicht im Schattenblick zum 23. Juli 2011