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ATTAC/1217: Kein Investmentbanking für systemrelevante Banken


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 16. September 2011

* UBS, Societé Générale und Deutsche Bank müssen Investmentbanking beenden
* Attac fordert Vermögenssteuer in ganz Europa


Das globalisierungskritische Netzwerk Attac fordert eine sofortige Lösung für das Problem systemrelevanter Zockerbanken. Der Milliardenverlust der Schweizer Großbank UBS am gestrigen Donnerstag zeige erneut, dass eine verschärfte Regulierung und Zerschlagung der Großbanken überfällig sei. Eine Erhöhung der Kernkapitalquote sei notwendig, reiche aber nicht. "Banken wie die UBS, die Societé Générale oder die Deutsche Bank, deren Zusammenbruch ganze Volkswirtschaften mit sich reißen würde, dürfen nicht mehr im hochrisikoreichen Investmentbanking tätig sein", sagte Max Bank vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. Dabei sei die Gefahr, die von systemrelevanten Banken für die gesamte Gesellschaft ausgehe, gegenüber 2008 noch drastisch gestiegen. Denn, so Max Bank: "Bei einem erneuten Bankencrash à la Lehman Brothers - etwa durch einen Zahlungsausfall Griechenlands - können solche Großbanken diesmal wegen der hohen Staatsverschuldung nicht mehr gerettet werden."

Über ein Verbot des Investmentbankings für systemrelevante Banken hinaus fordert Attac die Einführung einer Vermögenssteuer in allen EU-Ländern. Die Besteuerung von Vermögen würde die Staatsverschuldung zurückführen und zugleich der Spekulation an den Finanzmärkten Kapital entziehen. Die von Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise geforderte Sanierungssteuer gehe in die richtige Richtung. "Allerdings muss nicht nur in den Krisenstaaten die Staatsverschuldung verringert werden, sondern in ganz Europa. Eine Vermögenssteuer muss auch in Deutschland her", sagte Detlev von Larcher, ebenfalls Mitglied im Attac-Koordinierungskreis.

Attac forderte die EU-Finanzminister auf, bei ihrem heutigen Treffen im polnischen Wroclaw (Breslau) endlich eine Finanztransaktionssteuer und strenge Regeln für die Finanzmärkte zu beschließen, wie Attac sie schon lange fordert. Detlev von Larcher: "Es ist völlig unverständlich, warum die Politik nicht endlich die Finanzmärkte entmachtet, die die Finanz- und Schuldenkrise verursacht haben und die Politik immer noch vor sich her treiben."



Im Internet:

* Attac-Forderungen zur Regulierung der Finanzmärkte:
http://kurzlink.d* e/Die_Zeit_ist_reif

* Attac-Seite zur Eurokrise:
http://www.attac.de/eurokrise


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Quelle:
Pressemitteilung vom 16.09.2011
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; Fax: 069/900 281-99
E-Mail: presse@attac.de
Internet: www.attac.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 17. September 2011