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ATTAC/1258: Durban - zu viele Konzerninteressen, zu wenig Klimagerechtigkeit


Pressemitteilung
Attac Deutschland
Frankfurt an Main, 12. Dezember 2011

* Durban: zu viele Konzerninteressen, zu wenig Klimagerechtigkeit

* Attac fordert deutlich frühere Verpflichtungen für Industrieländer und EU


Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat die Ergebnisse der am gestrigen Sonntag beendeten UN-Klimakonferenz von Durban kritisiert. "Verträge, die erst in zehn Jahren greifen sollen, sind zynisch und völlig unzureichend, um die beginnende Klimakatastrophe zu stoppen", sagte Eberhard Heise vom Attac-Koordinierungskreis. "Diese Verschleppung im Interesse einer ungebremsten Produktion ist für viele Menschen im globalen Süden eine tödliche Bedrohung. Die Emissionen müssen sofort reduziert werden, damit ab 2020 die CO2-Konzentration sinken kann."

Attac fordert deutlich kürzere Fristen für die Industrieländer und die EU. "Der vor allem durch die Industrieländer verursachte Klimawandel ist Folge eines global ungerechten Wirtschaftssystems", sagte Chris Methmann, Mitglied der bundesweiten Attac-Arbeitsgruppe Energie, Klima, Umwelt. "Wenn die Bundesrepublik und die EU jetzt endlich ihre Hausaufgaben machen, kann auch von den Schwellenländern eine CO2-Reduktion eingefordert werden. Stattdessen verdienen deutsche Banken gut an Kohlekraftwerken."

Attac tritt ein für eine CO2-Reduktion um mindestens 50 Prozent bis 2020, ein Verbot der Kohleverstromung, der Ausbau dezentraler Erneuerbarer Energien, eine Effizienzinitiative, deutliche Energieeinsparung in mehreren Industriesparten und Rückzahlung von Klimaschulden an den globalen Süden zum Klimaschutz dort.

Durban hat nach Ansicht von Attac erneut deutlich gezeigt, dass Klimaschutz nicht allein auf Klimagipfel setzen darf. "Auch die bisherigen Klimaschutzverträge haben keine CO2-Reduktion gebracht. Stattdessen haben sie den Banken einen großen Markt für Emissionszertifikate und den Stromkonzernen Ablass für neue Kohlekraftwerke beschert - und den indigenen Bevölkerungen Zwangsumsiedlungen für Plantagen", kritisierte Chris Methmann.

Attac engagiert sich deshalb in Initiativen zur kommunalen, demokratischen Energiewende gegen Atomindustrie und Kohlekraftwerke. Eberhard Heise: "Aber wir werden die Politik nicht aus der Pflicht entlassen. Die reichen europäischen Staaten wie Deutschland dürfen sich nicht hinter gescheiterten Gipfeln oder der Eurokrise verstecken. Klimagerechtigkeit kann nicht warten".

Im Internet:
www.attac-netzwerk.de/ag-eku


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Quelle:
Pressemitteilung vom 12.12.2011
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; Fax: 069/900 281-99
E-Mail: presse@attac.de
Internet: www.attac.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 13. Dezember 2011