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ATTAC/628: Attac stoppt den Raubzug der G8


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 4. Juni 2007

* Attac stoppt den Raubzug der G8

* Aktion am Rostocker Holzhafen endet mit Befreiung der Welt aus einem großen Fangnetz


Mehr als 100 Attac-Aktivisten haben heute die Welt G8 symbolisch daran gehindert, die Erdkugel in einem Fangnetz abzuschleppen. Die Globalisierungskritiker sprangen in das kalte Wasser am Rostocker Osthafen, um eine Erdkugel zu befreien, die von einem Boot mit der Aufschrift "G8" durch das Becken gezogen wurde. Am Steuer standen, dank Latexmasken deutlich erkennbar, Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident George Bush.

Dazu Sabine Leidig, Attac-Geschäftsführerin: "Heute erleben wir unsere Welt in einem Schleppnetz der neoliberalen Wirtschaftspolitik. Die G8 spricht von Wachstum und Verantwortung und meint damit tödliche Armut für viele Menschen, militärische Gewalt zur Durchsetzung ihrer Interessen und die Vernichtung von Natur, Umwelt und unserer Zukunft. Dem gegenüber stehen astronomische Profite weniger Menschen. Das ist ein gigantischer moderner Raubzug!"

Den Schwimmenden gelang es, das Netz zu lösen und die Erde zu befreien. Die G8-Politiker sprangen bei der Ankunft der Globalisierungskritiker über Bord. "Wir wollen den Raubzug der G8 nicht länger hinnehmen. Heute haben wir ihn symbolisch gestoppt. Ich bin überzeugt, dass die G8 mit ihrer umwelt- und menschenverachtenden Politik auch real baden gehen werden", sagte der Attac-Aktivist Erasmus Müller.

Die meisten Aktivisten hatten sich vor Beginn der Aktion am ganzen Körper geschminkt, um die Vielfältigkeit ihres Widerstandes und der von der G8-Politik betroffenen Menschen deutlich zu machen. Sabine Leidig: "Die G8 macht Politik im Interesse der Konzerne und des großen Geldes und sorgt dafür, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klafft - weltweit und innerhalb der Gesellschaften. Sie nimmt anderen Ländern Entwicklungschancen und ist verantwortlich für 65 Prozent der CO2-Emissionen weltweit." Attac tritt ein für globale soziale Rechte, eine demokratische Kontrolle der internationalen Finanzmärkte, eine echte Entschuldung der Entwicklungsländer sowie einen Stopp neoliberaler Wirtschaftsabkommen. Das globalisierungskritische Netzwerk fordert eine Reduktion der CO2-Emissionen der G8-Staaten um 40 Prozent bis 2020. "Menschen und Umwelt müssen Vorrang haben vor den Profitinteressen der Konzerne", betonte Sabine Leidig.


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Quelle:
Presssemitteilung vom 04.06.2007
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
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veröffentlicht im Schattenblick zum 6. Juni 2007