Schattenblick → INFOPOOL → BÜRGER/GESELLSCHAFT → INITIATIVE


ATTAC/677: Klimaschutzprogramm schont Energiekonzerne und Automobilindustrie


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 5. Dezember 2007

* Klimaschutzprogramm schont Energiekonzerne und Automobilindustrie

* Globale soziale Gerechtigkeit bleibt auf der Strecke


Als Schonprogramm für die Energiekonzerne und die Automobilindustrie hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung kritisiert. "Auf internationaler Bühne - wie derzeit bei der Weltklimakonferenz auf Bali - gibt Angela Merkel den Klima-Engel. Im eigenen Land knickt sie vor der Macht der Konzerne ein", sagte Chris Methmann vom Attac-Koordinierungskreis. Mit der durch das Programm angestrebten Emissionsreduktion um 36 Prozent bis 2020 bleibe die Regierung ohnehin unter ihrem eigenen unzureichenden Ziel von 40 Prozent. "Aber so lange weiter Kohlekraftwerke gebaut werden und CO2-Schleudern auf unseren Straßen fahren dürfen, sind selbst diese 36 Prozent nicht zu schaffen", betonte Chris Methmann.

Auch die Frage globaler sozialer Gerechtigkeit im Klimaschutz werde nicht beantwortet. Die beschlossene Erhöhung des Anteils von Biosprit gehe auf Kosten der Länder des Südens. "Der Anbau zerstört für das Klima wichtigen Regenwald und gefährdet die Ernährung der dort lebenden Menschen", sagte Sabine Zimpel vom Attac-Koordinierungskreis. Bereits heute bedrohe der Klimawandel das Leben von Millionen Menschen in den Entwicklungsländern. "Angesichts seiner immensen historischen Kohlendioxidschulden steht der Norden in der Verantwortung, Klimaschutz und -anpassung im Süden zu finanzieren. Industrieländer dürfen dort mit Klimaschutztechnologien nicht auch noch Profite machen", forderte Sabine Zimpel.

Die Außenhandelspolitik von Bundesregierung und EU stehe in Widerspruch zu einem wirksamen Klimaschutz. Die aggressive Liberalisierung des Weltmarktes verschärfe nicht nur globale Ungleichheit, sondern lasse die Verkehrsströme anschwellen. "Wer über Klimaschutz spricht, darf über die ökologische Katastrophe der neoliberalen Globalisierung nicht schweigen", sagte Chris Methmann.

Attac bereitet den globalen Klima-Aktionstag am 8. Dezember mit vor und ruft zu Demonstrationen an der Baustelle des Kohlekraftwerks Neurath und in Berlin auf. Weltweit werden mehrere 100 000 Menschen auf die Straße gehen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass in Deutschland mehr als 20 neue Kohlekraftwerke gebaut werden. Jetzt ist Druck von unten nötig", sagte Chris Methmann. Attac beteiligt sich zudem an der Aktion "Licht an - aber richtig".

Informationen im Internet:
http://www.die-klima-allianz.de/home.php
http://globalisierungsklima.wordpress.com/
www.licht-an.info


*

Quelle:
Pressemitteilung vom 05.12.2007
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; Fax: 069/900 281-99
E-Mail: presse@attac.de
Internet: www.attac.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 6. Dezember 2007