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ATTAC/716: Eon-Stromnetz in öffentliche Hand - ohne Entschädigung


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 6. März 2008

* Eon-Stromnetz in öffentliche Hand - ohne Entschädigung

* E-Mail-Aktion: Bürger können Attac-Forderung unterstützen


Das globalisierungskritische Netzwerk Attac fordert, den Stromriesen Eon für eine Überführung seines Stromnetzes in die öffentliche Hand nicht zu entschädigen. Eon hat am Donnerstag bei einer Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf seinen Geschäftsbericht vorgestellt. Angesichts der Monopolrenditen aus dem Netzbetrieb der vergangenen Jahre sowie der auch aktuell enormen Rendite sei mehr als eine symbolische Entschädigung von einem Euro nicht gerechtfertigt. "Die aktive Vernachlässigung der Netze durch Eon, RWE, EnBW und Vattenfall wäre sogar Grund, eine finanzielle Kompensation zu verlangen", sagte Sabine Zimpel vom Attac-Koordinierungskreis.

Die Ankündigung von Eon, sein Netz abzugeben, bietet nach Ansicht von Attac die Chance, endlich soziale und klimapolitische Zielsetzungen beim Netzbetrieb umzusetzen. "Das Stromnetz gehört in öffentliche Hände und unter die demokratische Kontrolle der Bürgerinnen und Bürger", betonte Sabine Zimpel. Attac lehnt einen weiterhin profitorientierten Netzbetrieb ab. Stattdessen sollen soziale und ökologische Ziele in einem künftigen Netzunternehmen in öffentlicher Hand verankert werden. Darüber hinaus fordern die Globalisierungskritiker, nicht nur die Übertragungsnetze, sondern auch die lokalen Verteilernetze in öffentliche Hände zu überführen. Sabine Zimpel: "Wer A sagt muss auch B sagen. Auch die lokalen Netze gehören der Konzernkontrolle entzogen."

Bei einer Protestaktion vor dem Hauptsitz von Eon in Düsseldorf traten Attac-Aktive am Donnerstagmorgen als Panzerknacker auf, die ihre fette Beute feiern. "Die Stromkonzerne verhalten sich wie Wegelagerer: überhöhte Gebühren, steigende Preise - 800.000 Abklemmungen pro Jahr in Deutschland sind die Folge", sagte Artur Aschmoneit von Attac Düsseldorf.

Bürgerinnen und Bürger, die die Forderung nach einem öffentlichen Netzunternehmen unter demokratischer Kontrolle unterstützen möchten, können sich an einer E-Mail-Aktion beteiligen, die Attac am Donnerstag gemeinsam mit dem Bund der Energieverbraucher startet. Die Mails gehen an die Fraktionsvorsitzenden des Bundestags, die Bundeskanzlerin sowie die Vorsitzende des Wirtschaftsauschusses des Bundesrates.

Attac hat unter dem Motto "Power to the People" Anfang des Jahres eine bundesweite Kampagne gegen RWE, Eon, Vattenfall und EnBW gestartet. Die Globalisierungskritiker fordern die Enteignung und Zerlegung der Konzerne sowie ihre Überführung in viele kleinere, direkt-demokratisch kontrollierbare Einheiten.

Forderungen unterschreiben (Mailomat):
www.stromnetze-demokratisch-kontrollieren.de

Weitere Informationen im Internet:
www.attac.de/energiekonzerne/cms/


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Quelle:
Pressemitteilung vom 06.03.2008
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; Fax: 069/900 281-99
E-Mail: presse@attac.de
Internet: www.attac.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 7. März 2008