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ATTAC/717: Solidarität mit Gewerkschaften - Lohnsenkungen beenden!


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 9. März 2008

* Attac Deutschland solidarisiert sich mit Gewerkschaften

* "Der globale Kreislauf von Lohnsenkungen muss durchbrochen werden!"


Das globalisierungskritische Netzwerk Attac unterstützt die Forderungen der Gewerkschaften nach höheren Löhnen in der aktuellen Tarifauseinandersetzung. "Die Streikaktionen sind absolut richtig", sagte Pedram Shahyar, Mitglied im Attac-Koordinierungskreis. "Jahrelang sind die Löhne der Beschäftigten real zurückgegangen, während der gesellschaftliche Reichtum immer weiter angestiegen ist."

Dieser generelle Trend in Europa sei zwar immer mit dem Ziel begründet worden, den jeweiligen Wirtschaftsstandort zu stärken, tatsächlich sei aber lediglich eine Bereicherung der ökonomischen Elite dabei herausgekommen. Der globale Kreislauf von Lohnsenkungen müsse endlich durchbrochen werden. "Die Gewerkschaft der Lokführer GDL hat mit den richtigen Forderungen vorgelegt", so Shahyar weiter. "Die starke Beteiligung und der Erfolg bei den Streikaktionen von Verdi und GDL ist sehr erfreulich. Die Kollegen haben völlig recht, wenn sie ein 'Ende der Bescheidenheit' fordern."

Insbesondere vor dem Hintergrund der öffentlichen Debatte über das Ausmaß der gesellschaftlichen Armut und die sinkenden Einkommen auch der Mittelschichten wäre ein Erfolg der Gewerkschaften in der aktuellen Auseinandersetzung ein sehr wichtiger Schritt, um das immer größere soziale Auseinanderdriften in der Gesellschaft ein Stück zu korrigieren. Besonders die Auseinandersetzung im Öffentlichen Dienst ist von hoher Bedeutung. "Das Argument der angeblich leeren Kassen ist eine Schimäre, wenn man bedenkt, wie systematisch Teile der Elite die öffentliche Kassen mit den Steueroasen betrügen", so Werner Rätz, Attac Sozialexperte und Sprecher der AG "Genug für alle".

Die Diskussion um die öffentlichen Kassen könne nicht an der staatlichen Steuerpolitik vorbei geführt werden. "Die engen finanziellen Spielräume der öffentlichen Hand sind hausgemacht. Sie sind das Resultat einer Steuerpolitik, die die großen Konzerne und die Spitzenverdiener in den letzten Jahren steuerlich in geradezu ungehöriger Weise entlastet hat", so Rätz weiter. Attac fordert deshalb, höhere Einkommen im öffentlichen Dienst durch eine gerechtere Steuerpolitik und nicht durch weitere Sparmaßnahmen zu finanzieren.


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Quelle:
Pressemitteilung vom 09.03.2008
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
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veröffentlicht im Schattenblick zum 11. März 2008