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ATTAC/746: Eon-Netzverkauf an Private - vom Regen in die Traufe


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 15. Mai 2008

* Eon-Netzverkauf an Private: vom Regen in die Traufe

* Attac fordert, die Stromnetze in die öffentliche Hand zu überführen


Der Stromriese Eon will sein Höchstspannungsnetz und ein Fünftel der Erzeugerkapazität an einen Betreiber abgegeben, der nicht auf dem Gebiet der Stromerzeugung oder Versorgung tätig ist. Dazu erklärt das globalisierungskritische Netzwerk Attac:

"Zwei laufende EU-Kartellverfahren, eine drohende Strafe des Bundeskartellamtes wegen überhöhter Netzentgelte, ein verrottetes Netz und ein gigantischer Investitionsstau: Eon steht das Wasser bis zum Hals, die Verkaufsankündigung ist ein Manöver, um den Druck durch die Kartellbehörden zu vermindern", sagte Alexis Passadakis vom Attac-Koordinierungskreis. "Mit dem geplanten Verkauf an einen privaten Investor - etwa an die australische Bank Macquarie oder die Deutsche-Bank-Tochter RREEF - kämen die Verbraucher und die Umwelt vom Regen in die Traufe." Statt um einen sozialen und ökologischen Betrieb würde es lediglich um Profite gehen.

Attac fordert, die Netze der Stromkonzerne in die öffentliche Hand zu überführen und soziale und ökologische Ziele in einem künftigen öffentlichen Netzunternehmen zu verankern. Der angemessene Kaufpreis liege dabei bei null Euro. Der Grund: Die Stromkonzerne fahren durch die Netzentgelte jährlich Monopolgewinne in Milliardenhöhe ein, während sie gleichzeitig dringend notwendige Investitionen in ihre Netze verschleppen. So betrugen die Netzentgelte in 2006 rund 21 Milliarden Euro; in die Infrastruktur investiert wurden 2,4 Milliarden Euro.

"Beim Verkauf an einen privaten Betreiber besteht die Gefahr, einer erneuten Verflechtung mit dem Konzernkartell von Eon, RWE, EnBW und Vattenfall", warnte Roman Denter von der Attac-Stromkonzernkampagne "Power to the People".

Unter dem Motto "Power to the People" hat Attac Anfang des Jahres eine bundesweite Kampagne gegen RWE, Eon, Vattenfall und EnBW gestartet. Attac fordert die Enteignung und Zerlegung der Konzerne inklusive ihrer Kraftwerkskapazitäten sowie ihre Überführung in kleinere, demokratisch kontrollierbare Einheiten.

Bürgerinnen und Bürger, die die Forderung nach einem öffentlichen Netzunternehmen unter demokratischer Kontrolle unterstützen möchten, können sich an einer E-Mail-Aktion von Attac und dem Bund der Energieverbraucher beteiligen.

Im Internet:
* Mailomat- Forderungen unterschreiben:
www.stromnetze-demokratisch-kontrollieren.de

* Weitere Informationen:
www.attac.de/energiekonzerne/


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Quelle:
Pressemitteilung vom 15.05.2008
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; Fax: 069/900 281-99
E-Mail: presse@attac.de
Internet: www.attac.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 16. Mai 2008