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ATTAC/766: Demo in Japan - G8 sind nicht willkommen


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 5. Juli 2008

* G8: Auch in Japan nicht willkommen
* Demonstration mit 5000 Teilnehmern für japanische Verhältnisse ein Erfolg


Als "deutliches Zeichen gegen die Politik der G8" wertete das globalisierungskritische Netzwerk Attac die Demonstration gegen den G8-Gipfel, die am Mittag in Sapporo, der größten Stadt auf der nördlichen Insel Japans startete. Der Odori-Park, ein Grünstreifen inmitten einer mehrspurigen Straße im Herzen der Stadt, bot Platz für einen zweistündigen Marsch von ungefähr 5000 Demo-Teilnehmern aus etwa 50 Ländern - für japanische Verhältnisse eine sehr große Anzahl. "Demonstrationen sind sehr selten in Japan, sie gelten als verpönt und schaden der Karriere. Die Demonstration ist daher ein voller Erfolg und zeigt: Auch in Japan sind die G8 nicht willkommen.", sagte Sabine Zimpel, Mitglied im Koordinierungskreis von Attac.

Organisator der Demonstration ist das "Hokkaido Peace Network". Die Demonstration ist ein "Peacewalk", sie ist laut und sehr bunt. Den größten Block bilden die Friedensaktivisten, die während der gesamten Demo japanische Friedenslieder singen. Sehr auffällig sind auch die 700 Mitglieder des Kleinbauern-Netzwerkes La Via Campesina, die mit bunten Halstüchern gegen die Nahrungsmittelkrise protestieren und Ernährungssouveränität fordern. Aus dem anarchistischen Block mit ca. 250 Menschen sind viele Parolen wie "Down, down G8!" zu hören. Man trägt traditionelle Kleidung wie Kimonos, aber auch Manga-Kostüme. Die

Lautsprecherwagen sind eher klein. Die Stimmung ist insgesamt sehr gut.

"Unsinnige Auflagen für Demonstrationen gibt es mittlerweile überall auf der Welt, im Land des Lächelns sind sie besonders grotesk. Hier gelten Regeln, die jeden deutschen Demo-Teilnehmer verständnislos den Kopf schütteln lassen", sagte Alexis Passadakis, ebenfalls aus dem Attac-Koordinierungskreis und Teilnehmer der heutigen Demo in Sapporo.

Er berichtet von "aufgeregten und nervösen Polizei-Einheiten, die in Spalier-Formation mit Körpereinsatz und viel Geschrei dafür sorgten, dass nur vier Personen nebeneinander gehen und somit maximal eine Fahrspur beansprucht wird." Der Verkehr durfte nicht unterbrochen werden. An Ampeln musste angehalten werden, so dass der lange schmale Demozug mehrfach geteilt wurde.

Das Fazit angesichts der vielen Transparente, der Menschen in traditioneller Kleidung und Manga-Kostümen, eingeklemmt zwischen Hochhäusern, shoppenden Menschen und dem Polizeispalier fällt allerdings durchweg positiv aus: " Für uns ist die Demo ein Erfolg, denn wir haben damit enorme Aufmerksamkeit für unsere globalisierungskritischen Themen erregt", freut sich Yoko Akimoto, Geschäftsführerin von Attac Japan.

Der Demonstration folgen zur Zeit verschiedenste kleinere Veranstaltungen und ein Konzert am Abend.


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Quelle:
Pressemitteilung vom 05.07.2008
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
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veröffentlicht im Schattenblick zum 7. Juli 2008