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ATTAC/787: Attac kritisiert DAX-Aufsteiger K+S und die Agrarpolitik der Bundesregierung


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 3. September 2008

* Kali und Salz: Profite zulasten von Mensch und Natur

* Attac kritisiert Dax-Aufsteiger K+S und die verfehlte Agrarpolitik, die den Düngemittelkonzern groß macht


Am heutigen Mittwoch verkündet der Arbeitskreis der Deutschen Börse die Veränderungen im Dax. Während der Tourismusmulti TUI herabgestuft wird, soll mit dem Kasseler Konzern Kali und Salz erstmals ein Rohstoffkonzern in den DAX aufsteigen. Jutta Sundermann vom Attac Koordinierungskreis sagte dazu: "Offensichtlich braucht es eine besonders intensive Form der Ausbeutung von Mensch und Natur, um in den Dax hinein zu kommen. Kali und Salz hat sich in den letzten Monaten am Hunger in der Welt eine goldene Nase verdient".

Attac weist auf die Internetseite des Konzernes hin, in der es gleich auf der Startseite heißt:
"Wir haben im zweiten Quartal 2008 unser bisher bestes Quartal erzielt. Die globale Düngemittelnachfrage hat sich weiter spürbar erhöht und führte vor dem Hintergrund von Verfügbarkeitsengpässen im Markt zu deutlich höheren Stickstoff-, Phosphat- und Kalidüngemittelpreisen", sagt Norbert Steiner, Vorstandsvorsitzender der K+S Aktiengesellschaft."

Jutta Sundermann: "Norbert Steiner weiß, dass hinter "Verfügbarkeitsengpässen" Millionen von Hungernde stehen und Aufstände in über 30 Ländern allein in diesem Frühjahr. Allerdings ist hier nicht allein der Zynismus des Konzernes zu kritisieren. Die Bundesregierung reagiert kurzsichtig auf die Hungerkrise und fordert mehr von der gleichen, falschen Medizin. Anstatt einem weiteren Run auf Kunstdünger und Industrialisierung der Landwirtschaft ist eine Kehrtwende in der Landwirtschaftspolitik, die endlich auch den Ärmsten nützt und Länder aus dem tödlichen Marktöffnungszwang der Freihandelsdoktrin entlässt, nötig. Anstatt Milliardengewinne eines Düngemittelkonzernes sicher zu stellen, sollten Merkel und Seehofer die Empfehlungen des Weltagrarrates anerkennen, der davor warnt, weiterhin dem kleinteiligen, traditionellen Landbau das Wasser - im übertragenen und wörtlichen Sinne - abzugraben."

Angesichts der aktuellen Nachrichten der letzten Tage erinnerte die Attac-Aktivistin auch daran, dass Kali und Salz gleich mehrfach am absaufenden Atomendlager Asse in Niedersachsen verdiene: Das Unternehmen verkaufte das ausgebeutete Salzbergwerk zur Nutzung als Atommüllendlager. Kali und Salz pumpt dort täglich strahlende Salzlauge ab und transportiert sie zum Bergwerk Mariaglück. Schlussendlich soll der neue Dax-Konzern der Lieferant der Magnesiumchloridlösung sein, die nach dem Wunsch der Betreiber vom Helmholtz-Institut die Katastrophe unter Tage überfluten soll und weitere Maßnahmen gegen die atomare Verseuchung in der Region verunmöglichen wird.


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Quelle:
Pressemitteilung vom 03.09.2008
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; Fax: 069/900 281-99
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Internet: www.attac.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 4. September 2008