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ATTAC/806: Finanzkrise - G7 gefangen in nationaler Standortkonkurrenz


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 11. Oktober 2008

* Finanzkrise: G7 gefangen in nationaler Standortkonkurrenz
* Substanzlose Erklärung statt Systemwechsel


Mit scharfer Kritik hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac auf die am heutigen Samstag von den G7-Finanzministern vorgelegte Erklärung zur Finanzkrise reagiert. "Angesichts der Dramatik dieser Krise ist die Erklärung in nur einer Hinsicht außergewöhnlich: außergewöhnlich substanzlos", sagte Stephan Schilling, Finanzmarktexperte im bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. Zentrale Probleme wie die globalen Ungleichgewichte bei Handelsbilanzen und Währungen würden nicht einmal erwähnt. Zudem lasse der Plan über unverbindliche Absichtserklärungen hinaus keinerlei Willen erkennen, die Kosten der Krise jene tragen zu lassen, die sie verursacht haben.

"Die Regierungen der Industrieländer sind gefangen in der neoliberalen Ideologie der nationalen Standortkonkurrenz. Es fehlt immer noch am Willen zu einer kooperativen Lösung." Zudem räche sich jetzt auf bittere Weise, dass die führenden Industrieländer in den angeblich guten Zeiten der Globalisierung alle Versuche blockiert hätten, Strukturen für eine globale Regulierung und Aufsicht der Weltwirtschaft aufzubauen.

Einen ersten Vorgeschmack darauf, was passiere, wenn das Krisenmanagement den Nationalstaaten überlassen bleibe, gebe der aktuelle Konflikt zwischen Island und Großbritannien, die sich gegenseitig die Konten sperren.

"Es ist skandalös, die Krisenhilfe nicht an einen Systemwechsel zu koppeln", sagte Detlev von Larcher, ebenfalls Finanzmarktexperte im Attac-Koordinierungskreis. "Mit dem Umbau des Finanzsystems muss nun endlich auf allen Ebenen begonnen werden, um das Diktat der Kapitalmärkte über die Realökonomie zu brechen und den damit verbundenen Druck auf das Sozial- und Steuersystem zu stoppen."

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Quelle:
Pressemitteilung vom 11.10.2008
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
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veröffentlicht im Schattenblick zum 14. Oktober 2008