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ATTAC/813: Lateinamerika-Kongress von Attac, 31.10.-2.11.2008 in Mannheim


Presseankündigung - Attac Deutschland 21. Oktober 2008

* Alternativen zum Neoliberalismus
* Erster Lateinamerika-Kongress von Attac

Zeit: Freitag, 31.10., bis Sonntag, 2.11.
Ort: Freie Waldorfschule Mannheim-Neckarau


"Continente Rebelde - Alternativen zum Neoliberalismus" lautet das Motto des ersten Lateinamerika-Kongresses von Attac, zu dem das globalisierungskritische Netzwerk mehr als 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Mannheim erwartet. "Nach der erfolgreichen Europäischen Sommeruniversität von Attac bedeutet der Lateinamerika-Kongress einen weiteren Schritt auf dem Weg der internationalen Vernetzung der globalisierungskritischen Bewegung", sagte Kerstin Sack, Lateinamerika-Expertin im Attac-Koordinierungskreis.

"Die neoliberalen Instrumente, unter denen viele Menschen zu leiden haben, unterscheiden sich in Lateinamerika kaum von jenen in Europa. Es geht um Privatisierung, Deregulierung und Sozialabbau", sagte Kerstin Sack. Doch seien die Länder Lateinamerikas auf dem Weg, das neoliberale Zeitalter zu beenden und konkrete Alternativen in die Realität umzusetzen. Davon könne die globalisierungskritische Bewegung in Europa wichtige Handlungsalternativen ableiten.

"Auf dem Kongress wollen wir uns in erster Linie mit der Frage auseinander setzten, inwiefern die lateinamerikanischen Modelle auch in Europa funktionieren können", sagte Steffen Stierle, ebenfalls Lateinamerika-Experte im Koordinierungskreis von Attac. "Gerade in einer Zeit, in der der Neoliberalismus in einer tiefen Krise steckt, muss die globalisierungskritische Bewegung soziale und ökologische Alternativen in die Debatte einbringen. Die solidarischen Handels- und Finanzinstitutionen, die fortschrittlichen Klimaschutzprojekte und die zahlreichen Ansätze direkter Demokratie, die sich in den vergangenen Jahren in Lateinamerika entwickelt haben, können Wege aus der Krise und hin zu einem besseren Wirtschaftssystem aufzeigen."

Auf dem Programm stehen rund 50 Veranstaltungen. Kernthemen werden Soziales Eigentum, Ökonomische Süd-Süd-Kooperation, Energie und Klimaschutz, Partizipative Demokratie, sowie alternative Medien sein. Neben zentralen Podiumsveranstaltungen wird es zahlreiche Vormittagsseminare und Nachmittagsworkshops für Anfänger und Fortgeschrittene geben. Zudem stehen ein Konzert der Latin-Band "La Papa Verde", eine Party mit DJs aus dem Kollektiv "Lucha Amada" sowie Ausstellungen, Filmvorführungen und Buchvorstellungen auf dem Programm.

Der Kongress im Internet:
www.attac.de/lateinamerikakongress

Das Programm:
http://www.attac-netzwerk.de/ag-lateinamerika/kongress-2008/programm/



ZENTRALE VERANSTALTUNGEN:

Freitag, 19.30 Uhr: Auftaktpodium: Asambleas Constituyentes - Revolution durch Verfassung?
http://www.attac-netzwerk.de/ag-lateinamerika/kongress-
2008/programm/constituyentes-neues-verfassungen/
Samstag, 14.00 Uhr: Forum: Soziales Eigentum
http://www.attac-netzwerk.de/ag-lateinamerika/kongress-
2008/programm/soziales-eigentum/
Samstag, 14.00 Uhr: Forum: Ökonomische Süd-Süd-Kooperation - Solidarität statt Abhängigkeit
http://www.attac-netzwerk.de/ag-lateinamerika/kongress-
2008/programm/oekonomische-sued-sued-kooperation/
Samstag, 14.00 Uhr: Forum: Energie und Klimaschutz - Lateinamerika zwischen Agrosprit und Energiewende
http://www.attac-netzwerk.de/ag-lateinamerika/kongress-
2008/programm/energie-und-klimaschutz/
Samstag, 14.00 Uhr: Forum: Alternative Medienberichterstattung
http://www.attac-netzwerk.de/ag-lateinamerika/kongress-
2008/programm/alternative-medien/
Sonntag, 12.00 Uhr: Abschlusspodium


AUSZUG AUS DER REFERENTENLISTE

Antonio Andrioli ist Dozent an der Unijuí in Südbrasilien und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kepler-Universität Linz. Seine Schwerpunktthemen sind Familienlandwirtschaft, nachhaltige Entwicklung und Solidarische Ökonomie.
Prof. Dieter Boris ist Soziologe und Politikwissenschaftler. Er war Professor der Univerität Marburg mit den Schwerpunkten Probleme der dritten Welt, Weltwirtschaft und Lateinamerika. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher über die progressiven Prozesse und soziale Bewegungen in Lateinamerika.
Horacio Sevilla Borja ist seit 1964 im auswärtigen Dienst von Ecuador tätig. Seit 2005 ist er Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland.
Manuel Campos ist Theologe und Philosoph. Er stammt aus Portugal und ist heute politischer Sekretär der Abteilung Internationales/ Europa der IG Metall.
Luz Maria Contreras Velázquez ist als Dozentin am "Centro Universitario de Sancti Spíritus" und wissenschaftliche Mitarbeiterin am "Centro de Estudios de Energía y Procesos Industriales in Cuba tätig. Sie forscht dort zum Thema Biogasproduktion.
Sven Giegold ist Mitbegründer von Attac Deutschland. Er war bis 2007 Mitglied im Koordinierungskreis und ist jetzt Kandidat für Bündnis 90/Die Grünen für das Europaparlament.
Heike Hänsel, MdB, ist entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke. Sie besuchte auf mehreren Reisen nach Kolumbien die Friedens- und Widerstandsgemeinden dort und leitete im Herbst 2007 eine Delegationsreise des Bundestags nach Haiti und Nicaragua.
Cristian Horton ist in Argentinien Präsident der Genossenschaft 7. Mai und Regionalvorsitzender der Vereinigung der Selbstverwalteten Arbeit (ANTA) unter dem Dach der Gewerkschaft CTA.
Dr. Carlos Larrea ist Professor an der Universidad Andina Simón Bolívar in Ecuador und koordiniert das technische Unterstützungsteam für die Initiative "ITT-Yasuní" der ecuadorianischen Regierung zur Nicht-Förderung des Erdöls im Biosphärenreservat Yasuní. Er war Berater diverser internationaler Institutionen wie z.B. UNICEF und Weltbank.
Silvia Lazarte ist bolivianische, indigene Landwirtin. Sie ist Präsidentin der Verfassungsgebenden Versammlung in Bolivien und gilt als die wichtigste Bäuerin des Landes.
Dario Machado ist kubanischer Politologe und Meinungsforscher. Er ist Mitglied des Wissenschaftsrates der Republik Kuba und Gastdozent der Universität von Havanna. Er ist Autor zahlreicher Studien und Bücher soziologischer, wirtschaftswissenschaftlicher und philosophischer Themen.
Walter Prudencio Magne Veliz ist der Botschafter Boliviens in Deutschland. Zugleich ist er der erste indigene Botschafter seines Landes.
Blancanieve Portocarrero ist Rechtswissenschaftlerin. Sie war Mitglied der venezolanischen Verfassungsgebenden Versammlung und Arbeitsministerin. Nachdem sie in Genf die ständige Vertretung Venezuelas bei verschiedenen UN-Organisationen übernommen hatte, ist sie nun die Botschafterin ihres Landes in der Bundesrepublik Deutschland.
José Rigane ist Mitglied im Vorstand des Gewerkschaftsdachverbands CTA (Central de Trabajadores Argentina) sowie Vorsitzender der Energiegewerkschaft Luz y Fuerza in Mar de Plata (Argentinien).

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Quelle:
Pressemitteilung vom 21.10.2008
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; Fax: 069/900 281-99
E-Mail: presse@attac.de
Internet: www.attac.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 23. Oktober 2008