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ATTAC/874: Attac-Organisationen in ganz Europa bei G20-Aktionstag


Europäisches Attac Netzwerk - Pressemitteilung vom 28. März 2009

* Von Oslo bis Cádiz: "Wir zahlen nicht für eure Krise!"
* Attac-Organisationen in ganz Europa beteiligen sich an G20-Aktionstag


Fünf Tage vor dem so genannten Weltfinanzgipfel der G20 am 2. April in London gehen am heutigen Samstag in ganz Europa Menschen auf die Straße, um für eine solidarische Gesellschaft und gegen die unsoziale Krisenpolitik ihrer Regierungen und der G20 zu demonstrieren. Sie folgen damit dem Aufruf des Weltsozialforums im brasilianischen Belém zu einem globalen Aktionstag am heutigen 28. März. Unter dem Motto "Wir zahlen nicht für eure Krise" beteiligen sich zahlreiche europäische Attac-Organisationen als zentrale Akteure in politisch breiten Bündnissen an den Demonstrationen, Kundgebungen und Aktionen.

In seinem Aufruf zu den Protesten am 28. März fordert das europäische Attac-Netzwerk ein Wirtschaftssystem, "das den Menschen und der Umwelt nützt". Die Kosten der gegenwärtigen Krise müssten von den Profiteuren getragen werden, die in der Vergangenheit horrende Gewinne gemacht haben, und nicht von den Bürgern. Notwendig sei ein Systemwechsel.

"Attac hat sich europaweit aufgestellt. Wir werden unsere Kritik an den Verursachern der gegenwärtigen Krise sowie unsere Forderungen nach demokratischer Kontrolle der Finanzmärkte und Schutz der Menschen vor den unsozialen Folgen der gegenwärtigen Krisenpolitik weit über nationale Grenzen hinaustragen. Den globalen Herausforderungen dieser Krise muss ein globaler Akteur entgegengesetzt werden", sagte Hugo Braun, Mitglied des Koordinierungskreises von Attac Deutschland. Der heutige weltweite Aktionstag sei ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Die größte Massendemonstration des Kontinents wird heute in London unter dem Motto "Put People first" erwartet. Attac-Aktivisten aus ganz Europa beteiligen sich an dem Protestmarsch. Susan George, die Ehrenpräsidentin von Attac Frankreich, wird bei der Kundgebung im Hydepark im Namen des europäischen Attac-Netzwerkes sprechen. "Diese Krise ist eine Krise des ganzen weltweiten Systems - sie ist eine Krise der Armut und Ungleichheit, eine Ernährungs- und Landwirtschaftskrise, eine Klima- und Umweltkrise. Deshalb: Lasst uns die Finanzkrise nutzen, um die anderen Krisen zu lösen, und lasst uns dabei mit den Banken beginnen. Die Banken gehören uns!", sagte Susan George.

Auch in Deutschland werden heute mehrere zehntausend Teilnehmer bei Demonstrationen in Berlin und Frankfurt am Main erwartet, die Attac in einem breiten gesellschaftlichen Bündnis mit organisiert hat. "Der Schlüssel für einen Weg aus der Krise und eine stabile Weltwirtschaft ist eine Änderung der Umverteilungsrichtung - nun nämlich von Reich zu Arm. Neben neuen nationalen und internationalen Steuern gehört dazu ein Finanzsystem in öffentlichen Händen, jenseits der Logik von Superprofiten", sagte Alexis Passadakis, einer der beiden Attac-Redner bei den Kundgebungen.

Nach dem eindrucksvollen Generalstreik in Frankreich am 19. März werden sich die französischen Attac-Gruppen heute an lokalen Aktionen in etwa 50 Städten des Landes beteiligen."Die G20 und die Regierungen zeigen, dass sie nur das bestehende System retten wollen: Die Gewinne sollen einer kleinen Minderheit vorbehalten bleiben, die Verluste der Krise aber sozialisiert werden. Nötig ist jedoch ein grundlegender Systemwechsel. Wir fordern daher dringend: Die Steueroasen müssen ausgetrocknet, Finanztransaktionen global besteuert und Vermögen begrenzt werden. Das Bankwesen und das Finanzsystem müssen öffentlich werden", sagte Aurélie Trouvé, Präsidentin von Attac Frankreich.

In Österreich ruft ein breites Bündnis von mehr als 250 Organisationen - darunter wiederum Attac - zu einer Demonstration in Wien auf. Dazu Alexandra Strickner, Obfrau von Attac Österreich: "Die Hauptverursacher des Finanzcrashs kochen nun die Suppe, die dann von den armen Bevölkerungsschichten in 193 Staaten ausgelöffelt werden muss. Daher müssen alle Staaten, Parlamente sowie Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft demokratisch an der globalen Finanzkonferenz beteiligt werden. Dafür benötigt es eine neue, wirklich demokratische Institution unter dem Dach der Vereinten Nationen."

Von Barcelona über Madrid bis Sevilla und Cádiz: Auch in den Städten Spaniens trägt Attac gemeinsam mit sozialen Bewegungen und Gewerkschaften den Protest auf die Straße. In Norwegen ruft Attac zu einer Demonstration vor dem Parlament in Oslo auf, in der Schweiz organisiert das globalisierungskritische Netzwerk - wiederum in einem breiten Bündnis - eine Demonstration in Genf.

Im Internet:

Großbritannien: http://www.putpeoplefirst.org.uk/
Deutschland: http://www.28maerz.de/
Österreich: http://www.28maerz.at/
Frankreich: http://www.france.attac.org/spip.php?article9659
Spanien: http://www.attac.es/portalattac/
Norwegen: http://www.attac.no/aktivitetskalender/2009/03/28/1236861207
Schweiz: http://www.suisse.attac.org/fr

Unterzeichner:
Attac Dänemark, Attac Deutschland, Attac Finnland, Attac Flandern, Attac Frankreich, Attac Griechenland, Attac Katalonien, Attac Niederlande, Attac Norwegen, Attac Österreich, Attac Polen, Attac Schweden, Attac Schweiz, Attac Spanien, Attac Ungarn, Attac Wallonien-Brüssel


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Quelle:
Pressemitteilung vom 28.03.2009
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; Fax: 069/900 281-99
E-Mail: presse@attac.de
Internet: www.attac.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 29. März 2009