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ATTAC/909: G8 mit globaler Finanzkrise endgültig delegitimiert


Attac Deutschland - Pressemitteilung vom 7. Juli 2009

* G8 mit globaler Finanzkrise endgültig delegitimiert
* Attac konzentriert sich auf G20-Gipfel im September


"L'Aquila ist eine symbolträchtige Kulisse für den Zustand des von der G8 vorangetriebenen Wirtschaftsmodells. Die G8 ist für die globale Finanz-, Wirtschafts- und Umweltkrise unmittelbar verantwortlich. Sie steht für Machtpolitik und nicht für globale Kooperation und Demokratie. Diese Regierungen haben mehrfach bewiesen, dass sie nicht in der Lage sind geeignete Antworten für die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise zu erarbeiten", sagte Pedram Shahyar vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis zum morgen beginnenden G8-Gipfel.

Nach Ansicht von Attac ist die G8 mit der globalen Finanzkrise endgültig delegitimiert und bedeutungslos geworden. Ihre Rolle habe weitgehend die G20 übernommen. Aus diesem Grund mobilisiert Attac Deutschland nicht zum G8-Gipfel in Italien, sondern konzentriert seine Aktivitäten auf den G20-Gipfel im September in Pittsburgh.

Die G20 sei kein demokratisch legitimierter Ersatz für die G8. "Auch wenn nun von einem neuen Multilateralismus die Rede ist: Mit der Machtverschiebung von den G8 hin zu den G20 wurde lediglich ein undemokratisches Gremium von einem andern abgelöst", sagte Pedram Shahyar. Auch die G20 sind nach wie vor ein handverlesener Kreis. Es sind weiterhin die reichen Staaten, die das Krisenmanagement bestimmen. 172 Länder, darunter die ärmsten und am stärksten von der Krise betroffenen Länder, werden weiterhin ausgeschlossen.

Attac fordert daher von den Regierungen, die internationale Zusammenarbeit auf Ebene der UNO zu stärken, statt sie - wie beim jüngsten UNO-Weltfinanzgipfel - zu boykottieren und zu torpedieren. "Wer für Demokratie und Stabilität ist, muss auf die UNO setzen. Weder G8, G20 noch die von den Industrienationen beherrschten Institutionen IWF und Weltbank sind legitimiert, Entscheidungen für die ganze Welt zu treffen. Die Neugestaltung des Finanzsystems ist zu wichtig, um sie exklusiven und nicht repräsentativen Clubs zu überlassen", sagte Kerstin Sack, ebenfalls Mitglied im bundesweiten Attac-Koordinierungskreis.


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Quelle:
Pressemitteilung vom 07.07.2009
Pressesprecherin Attac Deutschland
Frauke Distelrath
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veröffentlicht im Schattenblick zum 8. Juli 2009