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AKTION/170: Berlin - Kundgebung "Todesursache: Flucht - gegen die tödliche Gleichgültigkeit", 9.12.2018


IPPNW - Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges,
Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW), Sektion Deutschland

Kundgebung "Todesursache: Flucht - gegen die tödliche Gleichgültigkeit"

Internationaler Tag der Menschenrechte


Am 9. Dezember 2018, einem Tag vor dem Internationalen Tag der Menschenrechte, laden borderline-europe, IPPNW Deutschland, Gangway e.V., Seebrücke Berlin, Corasol und die Herausgeber*innen des Buches "Todesursache Flucht" von 15-17 Uhr zu einer Veranstaltung auf dem Hermannplatz ein. Dort möchten wir der Toten gedenken und ein politisches Zeichen gegen die menschenverachtende Grenzpolitik der Europäischen Union setzen.

Wir werden gemeinsam Namen, Todesdatum und -ursache derer, die 2018 dem Grenzregime zum Opfer fielen, verlesen und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte symbolisch zu Grabe tragen. Die Kundgebungsteilnehmer*innen werden dazu eingeladen, vorgefertigte Karten mit den Namen von Todesopfern an das Bundesministerium des Inneren zu verschicken.

Einleitende Worte von Bernd Mesociv von PRO ASYL

Das Buch "Todesursache: Flucht. Eine unvollständige Liste" wird erhältlich sein.

"Dieses Europa, das sich gern für die 'Erfindung' der Menschenrechte feiern lässt, hat es fertiggebracht, über lange Zeit hinweg dem Sterben auf dem Mittelmeer ungerührt zuzusehen." (Bernd Mesovic, PRO ASYL)

"Uns ist nicht egal, was in unserem Namen an Europas Außengrenzen passiert. Wir schauen nicht weg. Wir werden nicht schweigend zusehen, wie die Liste wächst, Tag um Tag." (Julia Winkler, borderline-europe)

"Totenlisten sind ein Versuch, Namen und die Erwähnung der unbekannt gebliebenen Toten gegen das zu setzen, was man als politisch erwünschtes Vergessen bezeichnen kann." (Bernd Mesovic, PRO ASYL)

Einen Kalender mit bundesweiten Aktionen rund um den 10.12. finden Sie hier:
flucht.hirnkost.de/terminkalender/



Weitere Informationen zum Buch:

Das europaweite Netzwerk UNITED for Intercultural Action mit Sitz in Amsterdam führt die Liste der belegten Fälle seit 1993. Zum Internationalen Tag der Menschenrechte 2018 kommt die Liste der Toten nun in Buchform heraus. Dokumentiert sind nur die belegten Fälle, die meisten Toten sind namenlos verzeichnet. Überlebende der Flucht haben den Herausgeberinnen einige Namen ihrer Toten genannt, andere sind recherchiert. Die Liste wurde durch Porträts und Fotos der Menschen ergänzt. So sollen diese Menschen dem Vergessen entrissen werden und die Debatte um Opferzahlen, Flucht und Migration wieder ein menschliches Antlitz bekommen.

Die mehr als 300 Buchseiten umfassende Liste wird ergänzt durch Berichte von Überlebenden sowie Beiträge von Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, Rolf Gössner, Kuratoriumsmitglied der Internationalen Liga für Menschenrechte, Stephan Lessenich, Professor für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, Bernd Mesovic, Pro Asyl, u. a.

Initiatorinnen und Herausgeberinnen sind Kristina Milz und Anja Tuckermann. Das Buch erscheint im Hirnkost Verlag.

flucht.hirnkost.de

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Quelle:
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges,
Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW), Sektion Deutschland
Körtestr. 10, 10967 Berlin
Tel. 030/69 80 74-0, Fax: 030/69 38 166
E-Mail: ippnw@ippnw.de
Internet: www.ippnw.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 8. Dezember 2018

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