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LESUNG/5910: Hamburg - Kulturcafé Komm du | Dichtung und Musik: Hanns Friedrich Arnold liest Prosa und Lyrik von Wolfgang Borchert, 8.2.2018


Kulturcafé Komm du - Februar 2018

Hanns Friedrich Arnold liest Prosa und Lyrik von Wolfgang Borchert

Dichtung und Musik am Donnerstag, den 8. Februar 2018, 20.00 bis 22.00 Uhr im Kulturcafé Komm du



'Komm du'-Veranstaltungsflyer mit Portraits des Rezitators Hanns Friedrich Arnold (links) und des Hamburger Autors Wolfgang Borchert (rechts) - Foto links: © by Christian Irrgang, rechts: © by Wolfgang-Borchert-Archiv, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Das Komm du lädt ein zu einer Lesung mit Musik
am Donnerstag, den 08.02.2018, 20.00 bis 22.00 Uhr:

Hanns Friedrich Arnold liest
Prosa und Lyrik von Wolfgang Borchert und ausgewählte Musikstücke

Wolfgang Borchert (1921-1947), der wegen seiner Kritik am Nationalsozialismus und angeblicher Wehrkraftzersetzung mehrfach verurteilt und inhaftiert wurde und mit nur 26 Jahren starb, galt nach dem Zweiten Weltkrieg als einer der bekanntesten Autoren der sogenannten Trümmerliteratur. Sein zwischen 1945 und 1947 entstandenes Werk umfaßt Gedichte, Kurzgeschichten und Dramen. Bekannt wurde vor allem sein Stück "Draußen vor der Tür" um den scheiternden Kriegsheimkehrer Beckmann.

Hanns Friedrich Arnold legt in seiner Auswahl den Schwerpunkt auf zeitunabhängige Erzählungen und Gedichte Borcherts, die Grundsituationen des Lebens ausdeuten, sowie solche, die von seiner geliebten Heimatstadt Hamburg handeln. Ein Höhepunkt des Programms ist die humorvolle Erzählung "Schischyphusch oder Der Kellner meines Onkels". Die Lesung wird umrahmt mit Musik von Erik Satie, Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Schubert und einer Volksweise.


Die Lesung im Kulturcafé Komm du beginnt um 20:00 Uhr.
Platzreservierungen per Telefon: 040 / 57 22 89 52 oder E-Mail: kommdu@gmx.de

Eintritt frei / Hutspende


Wolfgang Borchert 1941 - Foto: © by Wolfgang-Borchert-Archiv, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Wolfgang Borchert 1945 - Foto: © by Wolfgang-Borchert-Archiv, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Foto links: Wolfgang Borchert - Letztes Foto als Zivilist im Sommer 1941
Foto rechts: Wolfgang Borchert 1945 auf Urlaub in Hamburg bei seinen Eltern
Fotos: © by Wolfgang-Borchert-Archiv, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg


Anmerkungen des Rezitators Hanns Friedrich Arnold zu seiner Borchert-Lesung
am 8. Februar 2018 im Kulturcafé Komm du

Wolfgang Borchert verdient wegen seines Werkes und der Bewältigung seines Lebens voller Not und unvorstellbarer Pein die allergrößte Bewunderung. Im Krieg überwältigte ihn eine chronische, nicht zu heilende Krankheit, die noch dadurch unendlich verschlimmert wurde, dass ihn die Nationalsozialisten schon krank in den Kerker warfen und später wieder an die Front zurückschickten, weil er kritische Worte geäußert hatte.

Als er aus dem Krieg heimkehrte, bedeutete seine körperliche Existenz ständige Qual und es blieben ihm nur noch zwei Jahre für sein Werk, das er sich mit unerhörtem Willen abrang. Er liebte trotz allem unbändig das Leben. "Auslöffeln, aussaufen. auslecken, auskosten, zerquetschen will ich dieses herrliche, heiße, sinnlose, tolle, unverständliche Leben." sagte er einmal. Es war ihm nicht lange vergönnt.

Sein Leben, Denken und Schreiben galt der Wahrheit und er war für die durch den Krieg betrogene Generation ein Mahner und Aufrufer gegen die Mächte, die den Menschen, die er liebte, dieses Leid zugefügt hatten. Sein Schrei wurde gehört; er machte der verlorenen Generation Mut, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen.

Wolfgang Borchert starb 26-jährig an 20. November 1947 in Basel, wo er in einem Sanatorium doch noch auf Gesundung gehofft hatte.

Seine Sprache ist sicher in vielen Passagen nicht einfach. Sie weist Wortwiederholungen, Alliterationen und Klangreihen auf wie im "Schischyphusch". Aber, wie Heinrich Böll gesagt hat, "sind seine Erzählungen noch immer Literatur für heute, meisterhafte Kurzgeschichten, kühl, knapp, kein Wort zuviel, keins zuwenig."

Allen Werken eigen ist, hinter der Form, hinter dem Klang die Wahrheiten, die letzten Endes immer einfach sind, aufleuchten zu lassen. Es ist überliefert, dass ihm beim Anblick von Barlach's Plastik "Der Bettler" fast die Tränen kamen. Barlach's Bettler und Borchert's Beckmann aus dem Drama "Draußen vor der Tür" sind seelenverwandt.

Die Lesung im Kulturcafé Komm du umfasst bis auf eine Erzählung keine Werke, die sich mit der Nachkriegssituation beschäftigen, sondern jene, die zeitunabhängige Grundsituationen des Lebens ausdeuten und solche, die von Hamburg, Borcherts heißgeliebten Heimat künden.


Portraits des Rezitators Hanns Friedrich Arnold (links) und des Hamburger Autors Wolfgang Borchert (rechts) - Foto links: © by Christian Irrgang, rechts: © by Wolfgang-Borchert-Archiv, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Hanns Friedrich Arnold liest Prosa und Lyrik des Hamburger Autors Wolfgang Borchert (1921-1947)
Foto links: © by Christian Irrgang, rechts: © by Wolfgang-Borchert-Archiv, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg


Über den Rezitator:

Hanns Friedrich Arnold studierte Rhetorik und Stimmbildung an der Universität Heidelberg und Rezitation bei Fr. Prof. Anne Marks-Rocke in Hamburg. Er tritt mit eigenen Programmen unter dem Motto "Dichtung und Musik" bei Kulturveranstaltern, in Kirchen und auf Kreuzfahrtschiffen auf. Dabei arbeitet er mit Schauspielern, Pantomimen und je nach Thema mit verschiedenen Instrumental- und Vokalmusikern zusammen, um seinen Lesungen besondere Farbigkeit zu verleihen. Als CD-Produktionen stehen "Perlen der Weltliteratur", eine CD mit Werken von Wolfgang Borchert, eine CD mit dem Thema "denn wo das Strenge mit dem Zarten..." und eine CD mit der Erzählung "Der alte Mann und das Meer" von Ernest Hemingway zur Verfügung.


Weitere Informationen über den Hamburger Schriftsteller Wolfgang Borchert (20.5.1921 - 20.11.1947):

Wolfgang-Borchert-Archiv an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg - Homepage
http://www.sub.uni-hamburg.de/sammlungen/nachlass-und-autographensammlung/wolfgang-borchert-archiv.html

"Das kurze Leben des Wolfgang Borchert" - Ein Film von Hanns Emmerling https://www.youtube.com/watch?v=sz4I7rkWFDE


Blick von außen durch die Bogenfenster in das hell erleuchtete, gemütliche Kulturcafé Komm du mit Gästen - Foto: © 2013 by Schattenblick

Kulturcafé Komm du in der Buxtehuder Str. 13 in Hamburg-Harburg
Foto: © 2013 by Schattenblick

Das Kulturcafé Komm du in Hamburg-Harburg: Kunst trifft Genuss

Hier vereinen sich die Frische der Küche mit dem Feuer der Künstler und einem Hauch von Nostalgie

Das Komm du in Harburg ist vor allem eines: Ein Ort für Kunst und Künstler. Ob Live Musik, Literatur, Theater oder Tanz, aber auch Pantomime oder Puppentheater - hier haben sie ihren Platz. Nicht zu vergessen die Maler, Fotografen und Objektkünstler - ihnen gehören die Wände des Cafés für regelmäßig wechselnde Ausstellungen.

Britta Barthel und Mensen Chu geben mit ihrem Kulturcafé der Kunst eine Bühne und Raum. Mit der eigenen Erfahrung als Künstler und Eindrücken aus einigen Jahren Leben in der Kulturmetropole London im Gepäck, haben sie sich bewusst für den rauen und ungemein liebenswerten Stadtteil Harburg entschieden. Für Künstler und Kulturfreunde, für hungrige und durstige Gäste gibt es im Komm du exzellente Kaffeespezialitäten, täglich wechselnden frischen Mittagstisch, hausgemachten Kuchen, warme Speisen, Salate und viele Leckereien während der Veranstaltungen und vor allem jede Menge Raum und Zeit ...

Das Komm du ist geöffnet von Montag bis Freitag 7:30 bis 17:00 Uhr,
Samstag von 9:00 bis 17:00 Uhr und an Eventabenden open end.

Näheres unter:
http://www.komm-du.de
http://www.facebook.com/KommDu

Kontakt:
Kulturcafé Komm du
Buxtehuder Straße 13
21073 Hamburg
E-Mail: kommdu@gmx.de
Telefon: 040 / 57 22 89 52

Komm du-Eventmanagement
Telefon: 04837/90 26 98
E-Mail: redaktion@schattenblick.de


Das Kulturcafé Komm du lädt ein ...

Die aktuellen Monatsprogramme des Kulturcafé Komm du mit Lesungen, Konzerten, Vorträgen, Kleinkunst, Theater und wechselnden Ausstellungen finden Sie im Schattenblick unter:
Schattenblick → Infopool → Bildung und Kultur → Veranstaltungen → Treff
http://www.schattenblick.de/infopool/bildkult/ip_bildkult_veranst_treff.shtml

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veröffentlicht im Schattenblick zum 4. Januar 2018

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