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MELDUNG/036: Forschungsprojekt - "Kurt Schwitters' Strategien der produktiven Rezeption" (Sprengel Museum)


Sprengel Museum

Forschungsprojekt

"Wie Kritik zu Kunst wird - Kurt Schwitters' Strategien der produktiven Rezeption"

Notizbuch von Kurt Schwitters - © Sprengel Museum Hannover

© Sprengel Museum Hannover

Von Kurt Schwitters (1887-1948), der mit seinem dadaistischen Liebesgedicht "An Anna Blume" und seiner aus Abfall gefertigten "MERZ"-Kunst internationale Bedeutung gewann, sind einige historisch einzigartige Notizbücher überliefert. Sie befinden sich als Leihgabe der Kurt und Ernst Schwitters Stiftung im Sprengel Museum Hannover und konnten bisher weder erforscht noch publiziert werden. In ihnen hat der Hannoversche Autor und Künstler verschiedene Dokumente wie Leserbriefe, Einträge von Ausstellungsbesuchern oder Zeitungsartikel mit Reaktionen auf seine Kunst gesammelt und künstlerisch angeordnet. Die gesammelten Einträge geben Aufschluss über Schwitters' Positionierung im zeitgenössischen Kunstdiskurs und über seine intensive Auseinandersetzung mit seinem kulturellen Umfeld aus befreundeten Künstlern, Vertretern des Kunstbetriebs wie Verlegern und Galeristen, professionellen Kritikern, aber auch kunstinteressierten Laien. Die Dokumente sind vom Künstler stellenweise kommentiert und dienten offensichtlich als Anregung und Material für weitere Werke - eine bisher unbekannte Tatsache und äußerst spannende Quelle für jede Schwittersforschung.

Dr. Isabel Schulz, Geschäftsführerin der Stiftung und Kuratorin im Sprengel Museum Hannover, hat zusammen mit Prof. Dr. Ursula Kocher, Professorin für Allgemeine Literaturwissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal, ein Forschungsprojekt in die Wege geleitet, das diese außergewöhnliche Arbeitsweise Schwitters' für die Öffentlichkeit zugänglich machen soll. Ihr gemeinsames Ziel ist die Erschließung und Edition der fünf wichtigsten Notizbücher, die es dem Leser ermöglicht nachzuvollziehen, auf welche Weise Schwitters sein personelles Netzwerk in der niedersächsischen Kunstszene (und darüber hinaus) für seine eigene künstlerische Produktion nutzbar gemacht hat. Um dem ästhetisch einmaligen Material gerecht zu werden, werden sie zusätzlich ein neues Verfahren für die adäquate Dokumentation der Forschungsergebnisse in einer Edition entwickeln.

Notizbuch von Kurt Schwitters - © Sprengel Museum Hannover

© Sprengel Museum Hannover

Frau Dr. Isabel Schulz
Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover
Tel.: 0511 /168-46212

E-Mail: Isabel.Schulz@Hannover-stadt.de

In Zusammenarbeit mit Frau Professorin Dr. Ursula Kocher vom Fachbereich Geistes- und
Kulturwissenschaften - Allgemeine Literaturwissenschaft - der Universität Wuppertal


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Quelle:
Pressemitteilung "Wie Kritik zu Kunst wird"
Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz, 30169 Hannover
Telefon: (0511) 168 - 4 38 75
Telefax: (0511) 168 - 4 50 93
E-Mail: sprengel-museum@hannover-stadt.de
Internet: www.sprengel-museum.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 29. Juli 2010