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AUSSTELLUNG/9352: Rüsselsheim - Das Selbstporträt, aus der Sammlung Frerich, bis 8.4.2018


Pressemitteilung von: Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim

Das Selbstporträt. Arbeiten auf Papier aus der Sammlung Frerich

13. Dezember 2017 bis 8. April 2018


Zum Thema Selbstbildnis konnte der Kölner Zahnarzt Dr. Günter Frerich mehr als 400 Handzeichnungen, Druckgrafiken und Fotografien von 158 Künstlerinnen und Künstlern zusammentragen. Seine konsequente Auswahl verfolgte Frerich (1929-2013) über Jahrzehnte derart leidenschaftlich, dass es ihm gelang, eindrucksvolle Selbstporträts auf Papier ausfindig zu machen. In der Ausstellung in den Opelvillen werden 115 Schlüsselwerke seiner Sammlung vorgestellt, die nicht nur seine Ausdauer und Leistung bezeugen, sondern darüber hinaus die breite Palette künstlerischer Möglichkeiten im Selbstbildnis deutlich machen. Beim Ausstellungsrundgang lassen sich die vielfältigen Facetten des Selbstporträts von der Moderne bis zur Gegenwart entdecken: von der brillanten repräsentativen Selbstdarstellung über das Spiel mit Schein und Sein und in der Maske anderer Identitäten bis hin zur Negation des Ichs. Besonders durch die Konvolute von Selbstbildnissen ausgewählter Künstlerpersönlichkeiten, die über einen längeren Lebenszeitraum entstanden, werden künstlerische Entwicklungen erkennbar.

Auf den Beschriftungstafeln sind fotografische Porträts der jeweiligen Künstlerinnen und Künstler platziert, die zeitgleich mit den ausgestellten Selbstbildnissen entstanden. Diese Fotografien wurden vom Team der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim zusammengetragen, um eine vergleichende Untersuchung der Kunstwerke zu ermöglichen. Auch ohne spezielles Vorwissen können dadurch Anhaltspunkte für mögliche Selbstinszenierungen in den zeichnerischen oder grafischen Umsetzungen der Künstlerinnen und Künstler gefunden werden. Lassen sich beispielsweise malerische Betonungen von Kantigem oder Knöchernem an Schädeln und Gesichtern im fotografischen Porträt nachvollziehen?

Der Schwerpunkt der Frerich-Sammlung liegt im Bereich der klassischen Moderne. Neben Selbstdarstellungen der deutschen Impressionisten Max Liebermann und Max Slevogt sind unter anderem expressionistische Selbstporträts von Max Pechstein, Erich Heckel und Ernst Barlach sowie mehrere von Max Beckmann, Otto Dix und George Grosz hervorzuheben. Käthe Kollwitz ist in einem Selbstporträt aus dem Jahr 1938 zu sehen, das letzte Selbstbildnis vor ihrem Tod 1945.

Faszination Gesicht

Der Sammler Frerich war fasziniert von der menschlichen Physiognomie und der vielfältigen Ausdrucksweise von Gesichtern und auch an Selbstdarstellungen von Zeitgenossen interessiert. Die ausgestellte Zeitspanne von der Moderne bis in die 1970er-Jahre verdeutlicht die verschiedenen Herangehensweisen der Künstler an das Genre, das komplexe Möglichkeiten der Auseinandersetzung bietet. Ein Selbstporträt kann als Abbildung der rein äußerlichen Erscheinung, aber auch als Beschreibung von Psyche oder Charakter einer Person verstanden werden. So belegen die Künstler nicht nur ihr technisches Können, sondern sie reflektieren auch Theorien und Wertvorstellungen sowie Ansprüche ihrer Zeit. Jedes Künstlerporträt ist eine Befragung der eigenen Person und voller Hinweise auf die jeweilige Situation des Porträtierten und auf die Legimitation der Kunst in ihrer Zeit.

Ein Blick auf das Selbstporträt zwischen 1906 und 1978

Selbstbeobachtungen nach dem Ersten Weltkrieg reflektieren beispielsweise nicht nur persönliche Kriegserfahrungen, sondern auch die Umbrüche in der Kunst durch den veränderten Stil der Avantgarde. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg gehen die Künstler eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit sich selbst ein und gewähren im Selbstbildnis dem Betrachter Einblicke in persönliche Gefühle und Gedanken. Nach den 1960er-Jahren werden neue Fragen nach Individuum und Identität aufgeworfen und die Künstler beginnen, mit kunstfremden Medien und Materialien zu experimentieren. Bis heute erscheinen Selbstporträts als sehr persönliche und autobiographisch verwurzelte Darstellungen, deren Lesart es immer wieder aufs Neue auszuloten gilt.

Leihgeber der Ausstellung ist das Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren, dem die Sammlung 2012 übergeben wurde. Dem Dürener Kooperationspartner sowie der Familie von Dr. Günter Frerich gebührt unser Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

42 Künstlerinnen und Künstler mit 115 Werken:

Thomas Bayrle
Max Beckmann
Marc Chagall
Lovis Corinth
Otto Dix
Conrad Felixmüller
Raimer Jochims
Käthe Kollwitz
Max Liebermann
Max Slevogt
Cäcilie Thiermann-Heise
v.m.

Kuratorin: Dr. Beate Kemfert, Kuratorin und Vorstand der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim Registrarin: Kristine Rygiel M.A., Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim Fotosafe: Presseservice unserer Homepage www.opelvillen.de (für den Zugang lautet das Passwort: 2017Frerich)

Ausstellungsdauer: 13. Dezember 2017 bis 8. April 2018

Eintritt: 8 EUR, ermäßigt 6 EUR, Familienkarte: 12 EUR, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre

Ort: Opelvillen, Ludwig-Dörfler-Allee 9, 65428 Rüsselsheim

Öffnungszeiten: Mi. 10-18 Uhr, Do. 10-21 Uhr, Fr. bis So. 10-18 Uhr

Sonderöffnungszeiten an den Feiertagen: 1. und 2. Weihnachtstag, 25. und 26. Dezember 2017, Neujahr, Montag, 1. Januar 2018, Ostersonntag und Ostermontag, 1. und 2. April 2018, jeweils 10-18 Uhr Geschlossen: Heiligabend, 24. Dezember 2017, Silvester, 31. Dezember 2017, Karfreitag, 30. März 2018

http://www.opelvillen.de

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Quelle:
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veröffentlicht im Schattenblick zum 26. Dezember 2017

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