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AUSSTELLUNG/9380: Karlsruhe - 200 Jahre Badischer Kunstverein, Festivalsprogramm 1.5. bis 16.12.2018


Pressemitteilung von: Badischer Kunstverein

200 Jahre Badischer Kunstverein

Festakt: Dienstag, 1. Mai, 18 Uhr


In diesem Jahr feiert der Badische Kunstverein sein 200-jähriges Bestehen! Er ist nicht nur einer der ältesten Kunstvereine Deutschlands und der älteste Kunstverein in Baden-Württemberg, sondern auch die erste Institution der Bildenden Kunst in Karlsruhe. Wir möchten Sie über unser Jubiläumsprogramm informieren und Sie herzlich zu einem Pressefrühstück am 21. Februar um 11 Uhr einladen. Anschließend gibt es die Gelegenheit, hinter die Kulissen des Kunstvereins zu schauen, der sich bis zur feierlichen Wiedereröffnung am 1. Mai in einer Umbau- und Renovierungsphase befindet.

Die Feierlichkeiten zum 200jährigen Jubiläum starten mit einem großen Festakt zum Entstehungsdatum des Kunstvereins, der am 1. Mai 1818 gegründet wurde. Mit diesem Festakt beginnt das umfangreiche Programm zum Jubiläum mit vier großen Ausstellungsblöcken und einem Festraum im Lichthof des Badischen Kunstvereins.

Vor den Feierlichkeiten nutzen wir die Zeit für einige Umbauten des historischen Gebäudes in der Waldstraße: Die Räume des Kunstvereins werden flächendeckend saniert. Das Foyer wird neu gestaltet und ein Aufenthaltsort für Besucher*innen und Mitglieder geschaffen (Konzept Mathis Burandt, neue tische). Der Festraum zum Jubiläum im Lichthof des Gebäudes wird als Club 2.0.0 von dem Design Studio Schroeder Rauch gestaltet und ermöglicht zahlreiche Begegnungen mit der Geschichte des Vereins, zugleich finden hier alle Aktivitäten des Festivals statt. Während des Umbaus bleiben die Ausstellungsräume geschlossen. Das Kunstvermittlungskollektiv fortda aus Karlsruhe nutzt diese Unterbrechung für die Konzeption eines Pausenraums, der den Bürger*innen der Stadt im März 2018 zur Verfügung steht. fortda wird das gesamte Jubiläumsjahr mit einem pädagogischen Programm begleiten.

Alle Jubiläums-Formate wurden im Hinblick auf die Ausstellungsgeschichte des Kunstvereins konzipiert, inhaltlich wie formal. Künstler*innen und Ausstellungen zu vergangenen Themen wie "Realismus", "Kunst und Politik", "Widerstand statt Anpassung", "Gegen-Bilder" oder "Kritische Gesellschaften" werden aus dem Programm herausgegriffen und kontextualisiert. Wir werfen einen alternativen Blick auf die Ausstellungsgeschichte - abseits gängiger Methoden - um die Konzeption neuer Fragestellungen und das Auffinden zahlreicher Geschichten zu ermöglichen, die sich nicht nur in dem umfangreichen Archiv des Vereins, sondern vor allen Dingen auch in den persönlichen Erinnerungen von Beteiligten wiederspiegeln. Zugleich geht es in allen Formaten um eine größtmögliche Öffnung des Vereins im Jubiläumsjahr. Unser Ziel ist eine kollektive Betrachtung von Geschichte, die viele engagierte Protagonist*innen und Kollaborateur*innen einbezieht, ihre Stimme festhält, aber auch viele neue Allianzen anstoßen möchte. Das gesamte Programm des Jubiläums wird von Felicitas Wetzel als Projektleiterin koordiniert.

Um sich der Geschichte aus vielfältigen Perspektiven zu nähern und die Ergebnisse für gegenwärtige Diskurse zugänglich zu machen, ist der Kunstverein zahlreiche Kooperationen eingegangen. Zum Jubiläum wird die zweite Phase des Archivprojektes 31,2 laufende Meter abgeschlossen. Seit 2012 haben sich Studierende der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe mit den Archivmaterialien und Dokumenten des Badischen Kunstvereins beschäftigt und diese 2015/2016 in einer Ausstellung präsentiert. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse und weiterer Recherchen entsteht eine umfangreiche Archiv-Webseite mit dem Fachbereich des Kommunikationsdesigns der HfG unter Leitung von James Langdon. Zudem finden Seminare mit Studierenden der Kuratorenstudiengänge an der Städelschule und der Goethe-Universität in Frankfurt (Leitung Stephanie Heraeus), der Zürcher Hochschule der Künste (Leitung Dorothee Richter) und der HfG in Karlsruhe (Leitung Anja Dorn) im Kunstverein statt und werden spezifische Aspekte der Ausstellungsgeschichte vertiefen.

Wir fragen zudem nach der feministischen Geschichte des Vereins, u.a. welche Künstlerinnen wurden ausgestellt, wann wurde die erste Frau präsentiert, was erfahren wir über die Näherinnen, die ihren Laden im Erdgeschoß des Vereins hatten, bevor der Lichthof an gleicher Stelle entstand? Wir stellen Ausstellungen mit einem feministischen oder genderübergreifenden Blick vor und kontextualisieren Präsentationen von Künstlerinnen wie der Malerin Sophie Reinhard (Ausstellung 1818), Barbara Hepworth (1966), der Grafikerin Warja Lavater (1973), Miriam Cahn (2012) oder Lubaina Himid (2017). Kollektiven Künstlerprojekten wie die Gruppe Rih (Ausstellung 1920) oder die Gruppe Puyk (1970) gilt ebenfalls eine besondere Aufmerksamkeit. Bei diesem Projekt wird uns Rebecca Stephany gestalterisch und künstlerisch begleiten.

Für die Annäherung an Geschichte und ihrer Vermittlung wurden verschiedene Formate oder Gefäße entwickelt. Neben der Archiv-Website, dem Festraum, den begleitenden Veranstaltungen und gestalterischen Kooperationen für die Printmedien, die das Jahr begleiten werden, ist uns die mündlich überlieferte Geschichte und ihre Archivierung ein wichtiges Anliegen. Mit welcher Sprache nähern wir uns der Geschichte und welche Narrationen wählen wir für ihre Darstellung? Interviews mit Personen, die am Kunstvereinsgeschehen in unterschiedlicher Funktion teilgenommen haben, werden bereits geführt und 2018 fortgesetzt. Die Audioaaufnahmen sind Grundlage eines eigens konzipierten Hörspiels zur Kunstvereinsgeschichte. Es lässt die Vergangenheit akustisch aufleben und wird im Club 2.0.0 präsentiert.

Wir wollen das Jubiläum nutzen, um uns nicht nur mit der Historie des Vereins zu beschäftigen, sondern insbesondere unseren Blick in die Gegenwart und Zukunft zu werfen: Welche Rolle spielen Kunstvereine und ihr ausgeprägter Bildungsanspruch in der Kunstlandschaft heute und wie können sie ihre bedeutende Funktion in der Zukunft wahrnehmen und erweitern? Zu diesen und anderen Fragestellungen wird der Badische Kunstverein im Juni 2018 ein großes Festival ausrichten, das neben den früheren Direktorinnen und Direktoren des Vereins, auch Kolleg*innen aus internationalen Ausstellungshäusern, Künstler*innen, Autor*innen und Theoretiker*innen einlädt, diese und weitere Fragestellungen zu erörtern. In einer Essensperformance des Künstlers Viron Erol Vert, werden 12 verschiedene Meze angeboten, welche die Vielseitigkeit der Karlsruher Essenskultur wiederspiegeln. Meze ist ein weit verbreitetes Gericht im Nahen Osten, auf dem Balkan und in Teilen von Mittelasien. Das türkische Wort Meze bezeichnet nicht nur ein kleines Gericht als Beilage zum Getränk, sondern auch eine kulturelle Tradition des Teilens, Genießens und Beisammenseins.

Das Projekt Two Hundred Years Young Songs -kuratiert von Adnan Yildiz und Didem Yazici - geht anhand von Klängen, Liedern und Texten den verborgenen Geschichten in Gemeinschaften, gesellschaftlichen Gruppen und sozialen Netzwerken nach und möchte "das Kulturelle" durch eine sensible Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stadt, ihrer Migrationsgeschichte und den gegenwärtigen öffentlichen Akteur*innen neu definieren. Die Künstler*innen des Projekts, unter anderem die kurdische Künstlerin Mehtap Baydu und der libanesische Künstler Maxime Hourani, sind zugleich Teilnehmer*innen des Residenzprogramms, das im Jubiläumsjahr Kunstschaffende, aber auch Autor*innen und Kurator*innen einlädt, neue Projekte in Hinblick auf die Programmatik des Kunstvereins zu entwickeln.

Parallel zum Festivalprogramm im Lichthof zeigt der Kunstverein vier Jubiläumsausstellungen, die die Programmtik des Ausstellungsprogramms des Kunstvereins auf unterschiedliche Weise wiederspiegeln. Im Rahmen der 24. Europäischen Kulturtage präsentieren wir die erste große Retrospektive des polnischen Künstlerduos KwieKulik in Deutschland. Zwischen 1971 bis 1987 arbeitete Zofia Kulik mit ihrem damaligen Partner Przemyslaw Kwiek unter dem Namen KwieKulik. Mit ihrer Mischung aus scharfer Sozialkritik und humorvoller Auslegung konzeptioneller Kunst nutzten die beiden Künstler*innen die Kunst als Testfeld für ihr politisches Engagement. Die Ausstellung markiert einen historisch wie aktuellen Fokus des Kunstvereinsprogramms: die Förderung und Vermittlung von Kunst aus mittel- und osteuropäischen Ländern.

Im Sommer widmet sich ein umfangreiches Festival aus wechselnden Präsentationen und Veranstaltungen im Obergeschoß des Kunstvereins der Frage nach der gegenwärtigen Situation künstlerischen Arbeitens in Karlsruhe. Eröffnet wird das Festvial am 19. Juli 2018. Damit nehmen wir Bezug auf eine lokale politische Debatte und möchten neue Wege und Formen eruieren, wie ein kollektives Engagement für die Kultur in Karlsruhe zukünftig möglich ist. Zu diesem Zweck laden wir Kulturschaffende verschiedener Bereiche und Generationen ein, ihre künstlerische Praxis zu zeigen und darüber zu reden. Zudem möchten wir den verschiedenen Projekträumen, Kollektiven und Netzwerken ein Forum bieten, um ihre Aktivitäten vorzustellen und über neue gemeinsame Strategien nachzudenken.

Am 4. Oktober 2018 eröffnet die erste monografische Ausstellung der amerikanischen Schriftstellerin und Künstlerin Kathy Acker (1947- 1997). Acker verfasste revolutionäre Romane mit innovativen Erzähltechniken, die sie selbst entwickelte. Mit ihrer Radikalität stellte sie gängige Konventionen von Geschlecht, Privateigentum und Nachkriegskapitalismus infrage. Doch nicht nur ihr literarisches Werk ist bemerkenswert; parallel dazu schuf sie ein performatives Ich, eine sorgfältig inszenierte Künstlerinnen-Persona, der sich Ausstellung undSymposium nähern. Co-kuratiert wird die Ausstellung von Matias Viegener, Professor an der CalArts Universität in Los Angeles und Verwalter des Nachlasses von Kathy Acker. Das Symposium wird in Kooperation mit dem Englischen Seminar der Universität zu Köln durchgeführt. Die Verbindung von Literatur, Buch und Kunst spielte im Ausstellungsprogramm des Kunstvereins bereits seit den 1950er Jahren eine Rolle und die Ausstellung zu Kathy Acker ist ein weiteres Ausstellungshiglight zu diesem Thema.

Das Jahr schließt traditionell mit unserer Mitglieder- und Jahresgabenausstellung. Erstmals möchten wir alle bisher produzierten Jahresgaben des Vereins zeigen und einige ausgewählte Werke in einer großen Los-Auktion versteigern. Dieses Ereignis nimmt direkt Bezug auf die Geschichte der Kunstvereine, die Kunstwerke per Losverfahren verkauften. Für die Mitgliederausstellung möchen wir alle Künstlermitglieder bitten, ihre einzureichenden Arbeiten in Hinblick auf den Geburtstag des Vereins neu zu entwerfen, sei es auf die Geschichte des Vereins, seines Hauses oder auch nur auf die 200 als beeindruckende Zahl.

Programm des Festivals: 1. Mai - 16. Dezember 2018
Die Ausstellungsräume bleiben wegen des Umbaus vom 09.01.-30.04.2018 geschlossen.

Adresse: Badischer Kunstverein, Waldstraße 3, 76133 Karlsruhe, www.badischer-kunstverein.de

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Quelle:
bpar - Beisel Public Art Relations
Eine Initiative der Healthcom GmbH
Agrippinawerft 22, 50678 Köln
Telefon: 0221 / 222 83 - 181, Fax: 0221 / 222 83 - 322
E-Mail: info@bpar.de
Internet: www.bpar.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 16. Februar 2018

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