Schattenblick → INFOPOOL → KUNST → VERANSTALTUNGEN


AUSSTELLUNG/9465: Jena - "Planting Architecture" von Marten Schech, bis 17. Juli 2018


idw - Pressemitteilung: Friedrich-Schiller-Universität Jena

Wenn Kunst aus allen Fugen wächst

Ausstellung "Planting Architecture" von Marten Schech


Zwei mehrere Meter lange Rechtecke aus schlichten Holzbalken sind die Grundlage der beiden Kunstwerke, die der Bildhauer Marten Schech eigens für den diesjährigen "FrommannschenSkulpturenGarten" angefertigt hat. Sie sind wie Bilderrahmen auf die grüne Wiese des Gartens gelegt. Das Innere der Rahmen gestaltet Schech mit weiteren Holzbalken aus, die sich zu einem Muster aus Fachwerkkonstruktionen zusammenfügen. In den Zwischenräumen wird das Gras zur grünen Farbfläche, die im Laufe der Ausstellung wächst und dadurch stetig die Werke verändert.

Die Werke sind Teil des neuen, inzwischen siebenten "FrommannschenSkulpturenGartens", den der Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Uni Jena gemeinsam mit dem Kunstverein Jena und dem Kunsthof Jena präsentiert. Hier im Garten des Frommannschen Anwesens (Fürstengraben 18) ist vom 6. Juni bis 17. Juli die Ausstellung "PLANTING ARCHITECTURE" von Marten Schech zu sehen. Die öffentliche Vernissage findet am 5. Juni um 19.00 Uhr in Anwesenheit des Künstlers statt.

Architektur-Fragmente zur organischen Form verdichtet

In der neuen Schau werden die beiden großen, ortsbezogenen Arbeiten ergänzt durch zwei kleine Skulpturen aus der Werkgruppe der "Chamaechorien": Die Werke erscheinen wie kleine 'Architekturknäuel', ihr ungewöhnlicher Titel verweist jedoch in die Pflanzenkunde. Dort bezeichnet Chamaechorie eine Fortpflanzungstechnik, bei der sich die Früchte von der Pflanze oder die Pflanze selbst vom Boden lösen und vom Wind forttragen lassen. Bekannt ist dies aus Westernfilmen - zur Charakterisierung einer menschenverlassenen Landschaft wird dort häufig das Bild einer Kugel aus getrockneten Pflanzenteilen, die über eine karge Landschaft weht, verwendet. Schech verkehrt dieses Prinzip und löst seinerseits die Architektur aus ihrem 'Boden', um ihre ästhetische Formensprache in der Landschaft zu verbreiten. In seinen "Chamaechories" werden die Architektur-Fragmente zu einer organischen Form verdichtet. Für die neuen Bodenskulpturen hingegen befreit der Künstler das Fachwerk von der Ausfachung und kippt die Wandkonstruktion von der Vertikalen in die Horizontale.

Angepflanzte Kunst

Marten Schech hat für die Jenaer Ausstellung seine architektonischen Kunstwerke im Frommannschen Garten buchstäblich "angepflanzt" - he is PLANTING ARCHITECTURE. Für den Zeitraum von sechs Wochen können die Skulpturen dort wurzeln und in den Köpfen der Besucherinnen und Besucher neue Blüten hervorbringen, bevor der Wind sie zum nächsten Ausstellungsort trägt.

Marten Schech studierte von 2008-2015 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und an der University of Leeds (GB). Seit 2015 ist er Meisterschüler bei Prof. Wilhelm Mundt in Dresden. Schechs ouvre ist geprägt von seinen praktischen Erfahrungen in der Denkmalpflege. Fast zehn Jahre arbeitete er in diesem Bereich, bevor er eine künstlerische Laufbahn einschlug. Für seine Kunstwerke greift Schech mit Vorliebe die Bauweise und das Material von Fachwerkkonstruktionen auf und verwandelt sie in autonome Skulpturen.

Der jährlich stattfindende FrommannscheSkulpturenGarten hat sich als feste Instanz in der Jenaer Kunstlandschaft etabliert. Seit der Gründung des Ausstellungsformats im Jahr 2012 dient der Garten des Frommannschen Anwesens regionalen wie internationalen Künstlerinnen und Künstlern als Inspirationsquelle und Ausstellungsort.

Die Ausstellung, kuratiert von der Kunsthistorikerin Rebekka Marpert, wird präsentiert vom Jenaer Kunstverein e. V., dem Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Universität Jena und dem Kunsthof Jena e. V. Die Ausstellung "PLANTING ARCHITECTURE" im Frommannschen Anwesen (Fürstengraben 18, 07743 Jena) ist Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr geöffnet; Eintritt und Führungen sind kostenlos.

Öffentliche Führungen finden statt am:
Sonntag, 1. Juli, 15.00 Uhr: Führung mit der Kuratorin
Freitag, 13. Juli, 18.00 Uhr: Finissage mit Künstlergespräch

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.kunstgeschichte.uni-jena.de
http://www.kunsthof-jena.de
http://www.jenaer-kunstverein.de

Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung unter:
http://idw-online.de/de/institution23

*

Quelle:
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw - Pressemitteilung
Friedrich-Schiller-Universität Jena, 04.06.2018
WWW: http://idw-online.de
E-Mail: service@idw-online.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 7. Juni 2018

Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang