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AUSSTELLUNG/9475: Darmstadt - Ulla von Brandenburg, "Der Regung Regel", bis 16.09.2018


Pressemitteilung von: Institut Mathildenhöhe Darmstadt

Ulla von Brandenburg "Der Regung Regel"

10. Juni bis 16. September 2018


Ulla von Brandenburg lässt Werke aus der Städtischen Kunstsammlung Darmstadt mit neu entworfenen Objekten zu einem fiktiven Gesamtkunstwerk verschmelzen

DIE AUSSTELLUNG

Das Institut Mathildenhöhe Darmstadt präsentiert ab dem 10. Juni im Museum Künstlerkolonie die Ausstellung "Ulla von Brandenburg - Der Regung Regel". Es wird hierin eine neu entwickelte Werkinszenierung der Künstlerin zu sehen sein, die sich erstmals in ihrem Schaffen mit historischen Werken der angewandten Kunst auseinandersetzt. Ulla von Brandenburg entwarf für das Museum eine ortsspezifische Schau, die die einzigartige Geschichte der Mathildenhöhe und ihrer Protagonisten in den Fokus rückt und diese zugleich in unsere Gegenwart versetzt. Sie konzipierte - angelehnt an die Wohnbauten der Mitglieder der Künstlerkolonie - im Westflügel des Museums eine fingierte "Wohnung" um die Wende des 20. Jahrhunderts. Sieben Räume - Salon, Speise-, Musik-, Damen-, Herren-, Kinder- sowie Ankleidezimmer - richtete die Künstlerin mit Möbelensembles, Gemälden, Vasen und weiteren Einrichtungsgegenständen ein. Das Besondere: Sie kombinierte hierbei Werke des Jugendstils aus der Städtischen Kunstsammlung Darmstadt mit ihren selbst entworfenen Objekten, die sie allesamt aus Papier fertigte.

Dr. Philipp Gutbrod, Direktor des Institut Mathildenhöhe Darmstadt hebt hervor: "Die Künstlerin greift mit dieser Werkinszenierung ganz bewusst die Reformideen der Mitglieder der Künstlerkolonie auf, die stets nach einer Durchdringung von Kunst und Alltag strebten. In vier großen Ausstellungen zwischen 1901 und 1914 waren auf der Mathildenhöhe komplett eingerichtete und bewohnte Häuser und Wohnungen zu sehen, deren Inneneinrichtungen bis ins Detail von den Künstlern selbst entworfen worden waren."

Durch die Verknüpfung von Ulla von Brandenburgs eigenen Arbeiten mit den Museumsobjekten von Joseph Maria Olbrich, Peter Behrens, Patriz Huber, Hans Christiansen, Albin Müller und weiteren Mitgliedern der Künstlerkolonie, schuf Ulla von Brandenburg ein fiktives Gesamtkunstwerk, in dem die einzelnen Räume zu einem bühnenhaften Musterraumensemble verschmelzen.

Stefanie Patruno, stellvertretende Direktorin des Institut Mathildenhöhe und Kuratorin der Ausstellung erklärt: "Ein wesentliches Charakteristikum in Ulla von Brandenburgs Arbeit ist das Spiel mit Realität und Fiktion. So stellt sich der Besucher der Ausstellung unweigerlich die Frage, was darin real, was fiktiv ist. Handelt es sich bei der Vase aus Ton um ein historisches Original und ist jene aus Pappmaché ein zeitgenössischer Fake? Was gilt als echt, was als falsch? Die Grenze zwischen realem Raum und Kulisse wird dahingehend in einem spannungsreichen Schwebezustand gehalten, dass die Künstlerin den Besuchern einen breiten Interpretationsspielraum lässt, wo sie sich denn nun befinden - in einer Kunstausstellung, einer verlassenen Wohnung, einem Musterraum eines Designkaufhauses oder doch auf der Bühne eines Theaters?"

Ihre eigene, aus sieben verschiedenen Farbtönen bestehende Farbpalette, die sie aus den historischen Objekt- und Wanddekoren extrahierte, strukturieren dabei den Ausstellungsparcours, der in den historischen Bildhauerateliers des Museum Künstlerkolonie fortgesetzt wird. Dort präsentiert Ulla von Brandenburg acht ihrer Farb- und Schwarz-Weiß-Filme aus den Jahren 2006 bis 2017, darunter beispielsweise It Has a Golden Sun and an Elderly Grey Moon aus dem Jahr 2016. Die Filme der Künstlerin waren und sind von Beginn an Dreh- und Angelpunkt ihres Schaffens. Beide Ausstellungsteile nehmen Bezug aufeinander und zirkulieren um zentrale Themen und Motive der Künstlerin, etwa Raum, Choreografie, Material, Farbigkeit und Zeit.

KATALOG

Begleitend zur Ausstellung erscheint der zweisprachige Katalog "Ulla von Brandenburg - Der Regung Regel / The Motion's Method", Hrsg. von Philipp Gutbrod, Stefanie Patruno, 144 Seiten, 35 EUR, Kehrer Verlag, Heidelberg / Berlin 2018

DIE KÜNSTLERIN

Ulla von Brandenburg (*1974) lebt und arbeitet in Karlsruhe und Paris. Seit 2016 hält sie eine Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. 2004 absolvierte sie ihr Studium der freien Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Von 1995 bis 1998 studierte sie Szenographie und Medienkunst an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.

Institut Mathildenhöhe Darmstadt
Olbrichweg 15
D - 64287 Darmstadt
Tel: +49 (0) 6151 13 37 38
Fax: +49 (0) 6151 13 37 39
www.mathildenhoehe.eu

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Quelle:
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veröffentlicht im Schattenblick zum 15. Juni 2018

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