Schattenblick → INFOPOOL → KUNST → VERANSTALTUNGEN


AUSSTELLUNG/9492: München - Alte Pinakothek, Johannes Vermeers "Briefleserin in Blau", 3.7.-30.9.2018


JOHANNES VERMEERS "BRIEFLESERIN IN BLAU" BESUCHT MÜNCHEN

ALTE PINAKOTHEK

PRÄSENTATION | 03. JULI - 30. SEPTEMBER 2018


Zur Wiedereröffnung der Sammlungsräume der Alten Pinakothek hat das Publikum vom 03. Juli bis 30. September 2018 die einmalige Gelegenheit, die weltberühmte "Briefleserin in Blau" des holländischen Malers Johannes Vermeer (1632-1675) in München zu erleben. Diese großzügige Leihgabe aus dem Amsterdamer Rijksmuseum ist nicht allein Ausdruck der freundschaftlichen Verbundenheit der beiden Museen und weltberühmten Sammlungen, sondern Verbundenheit der beiden Museen und weltberühmten Sammlungen, sondern zugleich auch Beleg für die engen Beziehungen der Niederlande zu Deutschland.

Lange Zeit war Vermeer in Vergessenheit geraten, bis er Ende des 19. Jahrhunderts durch den französischen Journalisten und Kunstkritiker Théophile Thoré-Bürger wiederentdeckt wurde und seither eine Renaissance erlebt. Heute zählt Vermeer neben Rembrandt und Frans Hals zu den berühmtesten Malern des niederländischen Barock. Grund dafür ist die besondere Stimmung, die seine Darstellungen des häuslichen Lebens im Goldenen Zeitalter der Niederlande ausmacht. Wie keinem anderen Maler seiner Zeit gelang es Vermeer, ein scheinbar simples Bildthema, wie das der Briefleserin, mit unverwechselbarer, tiefer Eindringlichkeit wiederzugeben. Seine Kompositionen sind auf wenige wesentliche Motive reduziert, welche er ausgewogen arrangiert und effektvoll mit natürlichem, kühlem Tageslicht ausleuchtet. Die Auswahl der Farben folgt einer Gesamtharmonie, der man sich bis heute kaum entziehen kann. Optische Phänomene nehmen dabei oft eine besondere Rolle ein, die zu Lebzeiten des Malers wissenschaftlich erforscht und zugleich vom Maler nach eigenen Regeln angepasst wurden.

Das Rijksmuseum, das nach zehnjähriger Sanierung und Umbauphase im Frühjahr 2013 feierlich wiedereröffnet wurde und seither zu den modernsten und besucherstärksten Kunstmuseen Europas zählt, besitzt mit vier Gemälden eine einzigartige Sammlung von Werken Vermeers. Die um 1663 entstandene "Briefleserin in Blau" - eines von nur 34 erhaltenen Werken des Malers - nimmt hierin eine herausragende Stellung ein. Als Teil des umfangreichen Vermächtnisses des Kunstsammlers Adriaan van der Hoop an die Stadt Amsterdam wird sie seit Eröffnung des Hauses 1885 als Leihgabe im Rijksmuseum präsentiert. Dort sah sie auch Vincent van Gogh. "Kennst Du einen Maler namens Vermeer?", schrieb er an seinen Freund Émile Bernard. "Er hat die würdevolle und schöne Figur einer schwangeren Holländerin gemalt. Die Farbenskala besteht aus Blau, Zitronengelb, Perlgrau und Weiß. Es ist wahr, in den wenigen Bildern, die wir von ihm haben, kann man alle Farben der Palette finden; aber es ist eben doch charakteristisch für ihn, dass er Zitronengelb, ein stumpfes Blau und ein helles Grau kombiniert."

Bei der aufwendigen Restaurierung des Gemäldes 2010/11 wurde das Geheimnis um die Jahrhunderte überdauernde intensive und magische Wirkung dieses Blaus gelüftet. Vermeer hat keinen Aufwand gescheut, um das blaue Kleid der Briefleserin strahlen zu lassen: Er verwendete hierfür Blaupigmente, die aus dem kostbaren Lapislazuli gewonnen wurden, einem gesteinsartigen Material aus dem fernen Afghanistan und legte diese auf eine kupfergrüne Farbfläche. Seite an Seite mit den bekannten Meisterwerken im Holländer-Saal der Alten Pinakothek kann das Publikum die einzigartige Wirkung des Gemäldes nachempfinden.

Wepke Kingma, Botschafter des Königreichs der Niederlande: "Ein weltberühmter Vermeer aus Amsterdam zu Gast in München steht symbolhaft für die engen freundschaftlichen und kulturellen Verbindungen zwischen den Niederlanden und Deutschland und ist das Ergebnis einer langen und engen Zusammenarbeit."

Dr. Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident: "Wir sind stolz auf unsere Kunst- und Kulturschätze in Bayern! Die Alte Pinakothek hat mit der Wiedereröffnung der Sammlungsräume und der Ausgestaltung als Tageslichtmuseum sprichwörtlich zu ihrer internationalen Strahlkraft zurückgefunden. Die Vermeer - Leihgabe der "Briefleserin in Blau" soll das beeindruckend unter Beweis stellen. Wir freuen uns auf Kunstgenuss auf höchstem Niveau zur Sonderausstellung und weit darüber hinaus."

Prof. Dr. Marion Kiechle, Bayerische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst: "Die Alte Pinakothek zählt zu den schönsten Museumsbauten der Welt. Es ist mir eine besondere Freude, dass die Sammlungsräume nach der Sanierung den Besucherinnen und Besuchern nun wieder offenstehen. Mein herzlicher Dank gilt der Stadt Amsterdam und dem Rijksmuseum in Amsterdam, das zur Wiedereröffnung Johannes Vermeers berühmte "Briefleserin in Blau" auf die Reise geschickt hat und es uns damit ermöglicht, dieses herausragende Werk der Kunstgeschichte der Öffentlichkeit zu präsentieren."

Prof Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen: "Die "Briefleserin in Blau" in München - wenn uns ein solches Glanzlicht der Kunstgeschichte seinen Besuch abstattet, dann ist das eine Auszeichnung, die wir der Bedeutung unseres Hauses und unseren wunderbaren Kollegen in Amsterdam gleichermaßen verdanken, und es ist eine Sternstunde der Münchner Museumsgeschichte! Mögen viele Besucherinnen und Besucher diese Chance ergreifen und die großartige Kunst Vermeers genießen."

Dr. Bernd Ebert, Sammlungsleiter Holländische und Deutsche Barockmalerei, Bayerische Staatsgemäldesammlungen: "Wie ein fehlendes Puzzleteil ergänzt dieses Meisterwerk einen ganzen Sommer lang den großen und großartigen Bestand Holländischer Malerei des Goldenen Zeitalters in der Alten Pinakothek."

PUBLIKATION
Anlässlich der Ausstellung erscheint Ludwig Steinherrs Gedichtband "Briefleserin in Blau" mit einem Vorwort von Bernhard Maaz. Allitera Verlag, 14,80 in Blau" mit einem Vorwort von Bernhard Maaz.

Kurator: Dr. Bernd Ebert

BEGLEITPROGRAMM
Ein umfangreiches Programm mit Führungen, Lesungen, Workshops, Filmen sowie einem Vortrag mit Konzert begleitet die Präsentation. Mehr zum Programm finden Sie unter www.pinakothek.de/ausstellungen/vermeer-briefleserin-blau

PRÄSENTATION EINES VERMEER-KLEIDES VON TESS VAN ZALINGE
Anlässlich der Vermeer-Präsentation und als Hommage an die niederländische Handwerkskunst wird in der Alten Pinakothek ein von den Motiven der Gemälde Vermeers inspiriertes Kleid der bekannten niederländischen Designerin Tess van Zalinge ausgestellt. Das Kleid ist Teil der Kollektion 'De Porceleyne Fles', die in Zusammenarbeit mit der Delfter Porzellanmanufaktur "Royal Delft" und dem TextilMuseum Tilburg entwickelt und während der Amsterdam Fashion Week 2017 erstmals vorgestellt wurde.

*

Quelle:
Pinakotheken | Pinakothek der Moderne | Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Presseabteilung der Pinakotheken
Barer Str. 29 | 80799 München
Telefon +49 (0)89 23805-253
E-Mail: presse@pinakothek.de
Internet: www.pinakothek.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 4. Juli 2018

Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang