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LICHTBLICK/165: Eine Geschichte des Strafens - Teil 4


der lichtblick - Gefangenenmagazin der JVA Berlin-Tegel
Heft Nr. 342 - 1/2010

VollzugsVisionen
Geschichte des Strafens
Teil 4: Das Mittelalter und die Frühe Neuzeit

Von Hartmut Bochow


In der letzten Ausgabe wurde die Geschichte des Strafens bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. mit der Auflösung des antiken Roms dargestellt.

Das in dieser Zeit entstandene Straf- und Rechtswesen ging jedoch nicht verloren. Vom Römischen und im Folgenden vom Byzantinischen Reich beeinflusst, breitete es sich im europäischen Raum aus und wurde von germanischen Stämmen und vom Fränkischen Reich aufgenommen und später auch vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Diesen Vorgang bezeichnet man als "kulturelle Rezeption", das heißt: Errungenschaften fremder Kulturen halten in einer Gesellschaft Einzug und werden von dieser als Wertmaßstab verwendet.

Im Verlauf der Jahrhunderte bildete sich eine dualistische Strafverfolgung heraus. Die kirchliche und die weltliche Gerichtsbarkeit.

Zum Ende des Mittelalters und in der Frühen Neuzeit war die vermehrte und flächendeckende Strafverfolgung von so genannten Hexen und Glaubensabweichlern (Häretiker) ein Schwerpunkt.

Grundlage dieser massenhaften Verfolgung von auch so bezeichneten Malefikanten (=Missetätern) durch die kirchliche Justiz war die damals verbreitete Vorstellung von einer vom Teufel geleiteten Verschwörung gegen das Christentum.

Die Mehrheit der Opfer waren Frauen, welche man Hexen nannte; etwa ein Viertel waren Männer, Ketzer oder Häretiker genannt, und vereinzelt auch Kinder.

Schon aus babylonischer Zeit ist die Verfolgung von Wahrsagerei und von magischen Praktiken bekannt. Auch bei den Römern wurde nach dem Zwölftafelgesetz negativer Zauber mit dem Tod bestraft.

Aus dem Alten Testament ist schließlich bekannt, dass Zauberei mit der Todesstrafe zu verfolgen sei.

Doch mit dem Aufkommen einer frühneuzeitlichen Form von Gerichtsverfahren und Untersuchung, der so genannten Inquisition, beginnt die intensive Verfolgung im 15. Jahrhundert.

Die Hexenverfolgung lässt sich als ein Hysterie-Phänomen bezüglich Zauberei und Hexerei verstehen. Juristisch wurde dies zur "Straftat der Zauberei" umgesetzt. Dies führte zu vielen Verdächtigungen, Denunziationen, öffentlichen Massenprozessen und Hinrichtungen.

Zur Überführung eines vermeintlichen Täters oder Täterin genügte zur Wahrheitsfindung die Folter, unter der jedwedes Geständnis erpresst werden konnte. Foltern galt noch nicht als Strafe, sondern war Teil der Untersuchung. Die Inquisition beschränkte sich beim Foltern auf magisch-mystische Praktiken, wie z.B. den "Hexenhammer", eine Art Handbuch für den Inquisitor, das eine genaue Abfolge so genannter "peinlicher Befragung" vorgab. Angeblich wurde dabei dem Delinquenten "kein glid gelämpt, kein plut vergossen, kein hut verletzt und nütset tötlichs zugefügt," so eine mittelalterliche Überlieferung. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Die Hände wurden bei dieser Methode der Wahrheitsfindung auf dem Rücken gefesselt, per Schwebezug in die Höhe gezogen. Oft renkten sich die Arme aus und verdrehten sich über dem Kopf. So hängend, wurde die Befragung fortgeführt, bis ein Geständnis erfolgte, welches der Inquisitor hören mochte. In besonders hartnäckigen Fällen wurde der Mensch überdies mit zentnerschweren Steinen beschwert und den Körper ließ man dann mehrfach wippen, aber auch mal komplett fallen. Diese Tortur überstand letztlich niemand und endete entkräftend, mit inneren Blutungen tödlich.

Ein anderes Beispiel von Folter war der Hexenstuhl, der zum Geständnis und zur Prüfung von Aussagen diente. An den Stuhl wurden die Gepeinigten gefesselt und an Metallspitzen gequetscht, was lebensbedrohliche Qualen verursachte. Wer diese Tortur überlebte, musste eine Hexe oder ein Hexer sein und wurde zum Scheiterhaufen verurteilt. Gestanden die Gepeinigten hingegen, geschah das gleiche. Sie wurden ausweglos immer getötet. Denn einige starben schon bei der Marter. Dieses Menschen zerstörende Handeln nannte sich "Hexenprobe".

Besonders während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wütete die Hexenverfolgung in Mitteleuropa. Der Krieg und die so genannte kleine Eiszeit, hatten die Felder verwüstet, die Häuser zerstört, die Bevölkerung dezimiert; Hunger und Seuchen forderten ihre Todesopfer.

In derartigen Zeiten, so in Anlehnung an eine spätere Analyse des Soziologen Èmile Durkheims, kommt es zur Auflösung von Ordnung (Anomie). Gesetzlosigkeit breitet sich aus. Es entsteht ein Rückgang von religiösen Normen und Werten mit der allgemeinen Folge geringerer sozialer Ordnung. Die herrschenden Kräfte versuchen durch übermäßige Verfolgung der Normenabweichler wieder Ordnung herzustellen. Dieser Mechanismus könnte mit ein Grund dafür sein, dass gerade in dieser kriegerischen Zeit viele Menschen als angebliche Hexen verdächtigt wurden, um sie den kirchlichen und weltlichen Gerichten auszuliefern. Die Menschen denunzieren dann vermehrt, um sich selbst besser als normentreu oder religiös darzustellen und um sich selbst vor Verfolgung zu schützen.

Die Gesellschaft ist im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit als Lehnswesen (Herzogtümer) strukturiert und feudal. Es sind auch Zeiten des Bevölkerungswachstums und der Städtegründungen. Etwa zu Beginn des 10. Jahrhunderts n. Chr. entsteht das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Es endet 1806. Die Kirche erhält sich konfliktreich, aber gleichberechtigt, neben den königlichen und kaiserlichen Hoheiten. Sie ist zugleich eine eigenständige hierarchische Institution mit Machtfülle und hat zudem eine eigene Gerichtsbarkeit, wie die Hexenverfolgungen zeigen.

Die Missetäter wurden zu dieser Zeit in Kerkern und Verliesen aufbewahrt, die sich in Burgen, Schlössern und Klöstern befanden. Strafen oblag den jeweils Herrschenden. Könige, Bischöfe und sogar Lehnsherren konnten deshalb über ihre Landbevölkerung und die Leibeigenen verfügen, sie bestrafen oder sie einsperren.

Der Begriff von Strafe wird in der Folgezeit gesellschaftlich ausgeweitet als reaktive Sanktion, nicht nur einen Täter zu zerstören, sondern ihn zum Guten hin zu verändern. Denn zunehmend werden schon zu dieser Zeit moraltheologische Diskussionen über den Sinn und die Notwendigkeit angewandten Kirchenrechts und über das weltliche Strafrecht geführt.

Die Menschen sollen sich über Bedrohung und Abschreckung, z.B. durch öffentliches Zur-Schau-Stellen am Pranger, Verhaltenszwänge auferlegen, die mit den moralischen Vorstellungen jener Zeit einhergehen.

Die Herrschenden üben - über die Mechanismen des Zwanges zur Selbstkontrolle des Einzelnen - die Kontrolle über das Volk aus. Herrschaftsverhältnisse werden dadurch gestützt und das Gemeinschaftshandeln in Gang gehalten. Von den Höfen, so eine spätere Analyse des Soziologen Norbert Elias, geht der Prozess der Zivilisation aus und auf die Bevölkerung über.

Vergehen oder Verbrechen werden geahndet, indem gefoltert und verstümmelt wird. Diese Strafform nennt sich Leibesstrafe.

Überliefert sind unter anderem das Abschlagen oder das Abtrennen von Fingern, Ohren oder Händen sowie eher selten, die Einmauerung - eine damalige Version von lebenslänglich.

Auch beim Bestrafen sind die Menschen erfindungsreich. Bekannt ist z. B. die Verbannung, das Pfählen, das Teeren und Federn, aber auch das Vierteilen, das Ausdärmen und das Rädern. Die geringste körperliche Züchtigung war noch eine öffentlich vollzogene Prügelstrafe, die als der "Staupenschlag" bekannt wurde. Der Geprügelte wurde anschließend des Landes verwiesen.

Es ging bei all diesen Strafen um Zucht, Züchtigung und Disziplinierung. Vom byzantinischen Recht übernommen (begann schon bei den Sumerern) verhängten die Herrschenden so genannte "Spiegelstrafen".

Die Missetat soll, so die Logik, in Spiegelung auch dem Missetäter zugefügt werden. Damit soll die Wiederholung der Tat verhindert werden.

Dieses Prinzip hat mit Rache zu tun und ist schon überliefert von den ältesten Rechtssammlungen der Welt und der ersten schriftlichen Aufzeichnung, dem Codex Ur-Nammu in sumerischer Sprache (2100 v. Chr.) oder dem Codex Hammurapi (1700 v. Chr.). Dort heißt es beispielsweise: Wenn ein Mann einem Manne einen Zahn ausgeschlagen hat, wird dessen Zahn ausgeschlagen. Wer mordet, wird selbst getötet.

Bei Verrat wird dem Menschen die Zunge und bei Vergehen gegen die Sittlichkeit, beispielsweise Ehebruch, die Nase abgeschnitten. Vergewaltiger von Jungfrauen werden entmannt. Den Dieben hackt man die Hand ab. Und bei Brandstiftung wird der Delinquent selbst bei lebendigem Leibe verbrannt. Die Spiegelstrafen sollen ein Gleichgewicht herstellen zwischen der Tat und dem Opfer, sind aber zugleich in einer abgewandelten Form auch Vergeltung. Zudem ist die Zwangsarbeit im Bergwerk und auf Galeeren, später beim Festungsbau, verbreitet. Oft starben die Menschen dort an Entkräftung oder Krankheiten.

Zu den Todesstrafen gehörte das Säcken, eine Form des Ertränkens. Der Missetäter wurde dazu in einen Sack gesteckt und in einen Fluss geworfen. Manchmal zusammen mit Tieren, vorzugsweise mit Hunden und Katzen. Die Todgeweihten sind zuvor gemartert worden. Säcken war eine spezielle Form der Abschreckung und wurde bevorzugt bei Kindermörderinnen angewandt. Besonders grausam war das Ausdärmen. Eine brutale Hinrichtungsform, bei der die Eingeweide bei lebendigem Leibe aus der Bauchhöhle gezogen wurden. Zum Schluss hat man das noch schlagende Herz entnommen.

Männer wurden vorzugsweise gerädert. Mit dem Wagenrad stieß der Henker erst gegen die Knochen und brach sie, dann wurde der Verurteilte auf das Rad geflochten, um ihn öffentlich zur Schau zu stellen. Den Leichnam letztlich überließ man der Verwitterung. Dieses Vorgehen wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgeschafft.

Einfache Todesstrafen waren da noch die Hinrichtungen mit Strang oder mit Schwert. Nach einer Enthauptung wurde der Körper öffentlich verbrannt. Im Mittelalters war lange Kerkerhaft selten, denn die Missetäter wurden nur relativ kurze Zeit verwahrt, um ihnen die Leibesstrafen zuzufügen. Danach waren sie frei, verstümmelt oder tot. Zur Unterbringung bis zur Bestrafung dienten lediglich Keller, Türme, Rathäuser, Verliese in den Festungen oder in den Schlössern.

Ein Verlies war manchmal unterirdisch angelegt. Das Verlies, auch Angstloch genannt, war für den Kerkermeister vom Fußboden aus stets erreichbar. Dort unten jedoch verlor sich symbolisch der Mensch, denn im Dunklen, für andere unsichtbar, war er verloren. Verliese oder Kerker waren oft ganz oben in Türmen eingebaut, die nur über eine schmale steile Wandtreppe erreichbar waren.

Mit dem Anwachsen der Bevölkerung und mit dem Aufkommen von Städten wuchs die Zahl der Eingesperrten. Folglich sind in den Schlössern und Klöstern immer mehr Kerker angebaut worden, aber auch in Wachtürmen und Rathäusern wurden die Räume erweitert.


Die Geburt der Gefängnisse

Die zunehmende Bedarfslage an Kerkern führte erst zur Sammelverwahrung und schließlich etwa im 12. Jahrhundert zu eigenständigen Gebäuden. Das ist so neu nicht, denn schon aus der Römerzeit sind teils für sich stehende Gefängnisbauten bekannt, z.B. der Carcer Tullianus. Es war das Stadtgefängnis Roms und wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. erbaut.

Eines der ersten und zugleich berüchtigten Gefängnisse, die schon ein wenig an die heutigen erinnern, entstand im europäischen Raum in England. Es ist das Newgate, das von König Heinrich 1188 beim Stadttor in London errichtet und später mehrfach ausgebaut wurde.

Die Menschen mussten dort in den Sammelräumen unter hygienisch schlechten Bedingungen auf die Züchtigung oder auf den Vollzug der Todesstrafe warten. 1858 gab es die Umbauten zu Einzelzellen. Schließlich wurde das Newgate 1906 abgerissen.

Ein anderes berüchtigtes Gefängnis war das Fleet-Gefängnis in London. Es bestand von 1197 bis 1844. Im 18. Jahrhundert wurden dort oft Schuldner untergebracht. Gewöhnlich waren etwa 300 Gefangene sogar mit ihren Familien eingesperrt. Es gab Gitter zur Straße hin. Dadurch konnten die Insassen bei den Passanten betteln, um ihren Aufenthalt zu finanzieren. Gefängnisse waren zu jener Zeit profitable Unternehmen, denn die Gefangenen mussten für Lebensmittel und Unterkunft bezahlen. Es gab spezielle Gebühren für die Kerkermeister. So auch für das Abnehmen der Hand- und Fußschellen oder der Halseisen.

Parallel zu der Entwicklung von Gefängnissen ab dem 12. Jahrhundert breitete sich der im religiösen Kontext stehende Besserungsgedanke aus (Calvinismus). Die Verstümmelungsstrafen gingen zurück. Das öffentliche Strafrecht entwickelte sich. Es entstanden überall im europäischen Raum Rechtssammlungen. Damit wurde der Anspruch erhoben, das Recht und die Strafe zu begründen.

Ein bekanntes Beispiel aus deutschen Herzogtümern ist der Sachsenspiegel aus dem 13. Jahrhundert, der mit seinen Kodifikationen bald die Wirkung eines Gesetzbuches hatte. Auch für das Zivilrecht.

Die Strafzwecke zielten nicht nur ab auf bloßes Vergelten, Abschrecken und Unschädlichmachen des Delinquenten. Sondern die Verderbtheit als Sündenfall soll zunehmend durch strenge Kirchenzucht ausgetrieben werden.

Aus dieser Idee entstanden spezielle Zuchthäuser. Hier wurden strenge Regeln und die Zwangsarbeit eingeführt: in Demut, Drill und Disziplin. Im Steinbruch als Zucht arbeiten, hieß dann beim Volksmund, die Schuld abzutragen. Die Menschen sollten arbeiten, büßen und beten. All dies unter kargen Begleitumständen und sprichwörtlich bei Wasser und Brot.

Tagesabläufe mit Appellen zum Beten von 4:00 Uhr morgens an und das Arbeitsende gegen 20:00 Uhr waren keine Seltenheit. Aus Sachsen ist beispielsweise in bezug auf Arbeit das Zerkleinern von Farbhölzern bekannt oder das Bearbeiten von Wolle. Das Holzraspeln gehörte damals zu den schwersten Arbeiten im Zuchthaus. Es war nicht nur anstrengend, sondern gesundheitsschädlich. Viele erlitten Lungenkrankheiten und starben daran.

Eines der ersten Zuchthäuser dieser Machart wurde im niederländischen Raum 1595 eröffnet. Im deutschen Raum entstanden gleich darauf Zuchthäuser in Bremen, Lübeck und Hamburg.

Dorthin wurden zunächst oft weniger Delinquenten, als vielmehr arbeitsunwillige Menschen verbracht. Es waren die so genannten Bettler, Landstreicher oder sonst wie als unehrenhaft geltenden Menschen, wie zum Beispiel Prostituierte. Frauen wurden schon früh im Gefängniswesen von den Männern getrennt untergebracht.

Für eines der ersten Frauenzuchthäuser wurde in England ein Teilbereich des Ursulinenklosters umgebaut. Dort waren die Frauen mit Spinnen von Wolle beschäftigt.

Arbeit galt allgemein und im religiösen Kontext als der von Gott vorgeschriebene Selbstzweck des Lebens: als innerweltliche Askese, wie es der Soziologe Max Weber später definierte.

Als eines der ersten und bekanntesten Gefängnisse in Deutschland ist der Diebesturm zu Lindau am Bodensee bekannt (14. Jahrhundert). Wer daraus entwich, so der Volksmund, der "türmte". Diese Bezeichnung hat sich bis heute sprichwörtlich erhalten. Jene Diebestürme waren im Land weit verbreitet und meist Teil der Stadtbefestigung.

Ein anderes Beispiel ist das Malefizhaus in Bamberg. Das Malefizhaus, auch Drudenhaus oder Hexengefängnis genannt, wurde 1627 für dreißig bis vierzig Gefangene in Bamberg gebaut. Ein Haus, das sozusagen zur Aufbewahrung von boshaften, gottlosen und frevelnden Menschen dienen sollte. Malefiz heißt soviel wie "die Missetat". So wird heute übrigens ein Brettspiel genannt. Ziel ist, dem Gegner den Weg abzusperren. Der Spieler muss eine Zeitlang in Ungeduld und im Ärger verharren. Eine analoge Situation wie in einem Gefängnis.

Auch in anderen Städten entstanden kleinere Drudenhäuser, z.B. in Zeil, Hallstadt und Kronach. In deren Kellern befinden sich typischer Weise die Verliese und oben die Wachstube. In der Mitte gibt es Schlafräume und daneben einen Spazierhof, die Arbeitsräume und die Küche. Hier finden sich Unterrichtsräumlichkeiten auf engstem Raum. Unterrichtet wurde allerdings lediglich in Inhalten zu denen man heute "Beten und Bibelkunde" sagen würde. Zum Ende des 19. Jahrhunderts kommt es zu Neugestaltung der Gefängnisse. Der richtungsorientierte Besserungsgedanke stand dabei noch mehr im Vordergrund. Die sittliche Erneuerung soll in frommer Askese gelingen.

Darüber in der nächsten Ausgabe.


Bildunterschriften der im Schattenblick nicht veröffentlichten Abbildungen der Originalpublikation:

Das Pfahlhängen
Die Folter
Der Scheiterhaufen
Das Knochenbrechen
Das Rädern
Das »peinliche« Verhör
Das Zersägen
Das Vierteilen

Das Männerzuchthaus mit dem »sekreten Zuchthaus« (1595)
(Wiedergabe der Graphiken mit freundlicher Genehmigung des Verlages C. H. Beck - aus Uwe Wesel, Geschichte des Rechts, 3. Auflage 2006, S. 401.)

Eine Zelle und Galerien in Newgate, 1896

Erhaltener Diebesturm aus dem Münsterland

Newgate im 12. Jahrhundert

Pranger in den Kolonien

Häufigstens Todesurteil: Erhängen

Der Pranger, Darstellung aus dem 14. Jahrhundert


Die vorangehenden Teile dieser Serie sind zu finden unter:
www.schattenblick.de - Infopool - Medien - Alternativ-Presse:
LICHTBLICK/158: Eine Geschichte des Strafens - Teil 1
LICHTBLICK/159: Eine Geschichte des Strafens - Teil 2
LICHTBLICK/161: Eine Geschichte des Strafens - Teil 3


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Quelle:
der lichtblick, 42. Jahrgang, Heft Nr. 342, 1/2010, Seite 8-13
Unzensiertes Gefangenenmagazin der JVA Berlin-Tegel
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veröffentlicht im Schattenblick zum 9. Juni 2010