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FILM/1495: ZDF - Zweiteiliger Politthriller "Tod im Internat", am 09.10.2017 (ZDF)


Tod im Internat
Zweiteiliger Politthriller
Montag, 9. Oktober 2017, 20.15 Uhr und Mittwoch, 11. Oktober 2017, 20.15 Uhr

Inhalt:
– Verstrickungen, Widersprüche und Wahrhaftigkeit
– Stab, Rollen und ihre Darsteller, Inhalt
– Einleitung von Produzent Andreas Schneppe, TV60 Film
– Statement von Drehbuchautorin Frauke Hunfeld
– Statement von Regisseur Torsten C. Fischer
– Ein Gespräch mit Nadja Uhl
– Über Rollen, den Film und die 80er Jahre
– Statements von Joachim Król, Emma Drogunova und Martin Feifel
– Statement von Prof. Dr. Klaus Schroeder


Verstrickungen, Widersprüche und Wahrhaftigkeit
Deutsch-deutsche Geschichte im Mikrokosmos eines Elite-Internats

von Redakteur Pit Rampelt

Der Produzent Andreas Schneppe setzt gerne und gekonnt politische Stoffe um. Geschichten also, die um Gemeinwesen, staatliche Ordnung, Macht und Gesellschaft kreisen. Im ZDF war das zuletzt der Zweiteiler "Verschollen am Kap" über skrupellose Machenschaften internationaler Konzerne beim weltweiten Wasserhandel (am 10.09.2017 in ZDFneo in einer einteiligen Langfassung). Er packt substanzielle Themen in Politthriller, einem Genre, für das das deutsche Fernsehen nicht gerade berühmt ist, das aber in amerikanischer ("Homeland", "House of Cards") und skandinavischer ("Borgen") Machart große Beachtung findet – zunehmend auch in Deutschland.

So stieß der Vorschlag von Andreas Schneppe auf redaktionelles Interesse, im Mikrokosmos eines Elite-Internats deutsch-deutsche Geschichte aus einem anderen Blickwinkel zu erzählen und ein vielleicht gar nicht mal so fiktives, fragwürdiges Finanzierungsmodell eines speziellen Bildungsinstituts ins Visier zu nehmen.

"Tod im Internat" greift auch eine Tradition im Fiction-Bereich des ZDF auf, Schule als Brennpunkt unserer Gesellschaft zu schildern (z.B. "Tod eines Schülers", 1980, oder die Vorabend-Variante "Unser Lehrer Dr. Specht", ab 1991.) Ging es im Mehrteiler "Tod eines Schülers" von Robert Stromberger und Claus Peter Witt vor allem um den Numerus Clausus und den damit verbundenen schulischen Leistungsdruck, geht es in "Tod im Internat" eher um politische Verstrickungen der Protestbewegungen der 80er Jahre und ihre Auswirkung auf die Ausbildung einer Elite (siehe Text von Prof. Klaus Schroeder, S. 15).

Bei diesem über einen langen Zeitraum in verschiedenen Fassungen entwickelten Projekt müssen neben dem Initiator und Produzenten Andreas Schneppe fünf Kreative an erster Stelle genannt werden, die dem theoretischen Ansatz mit psychologisch gezeichneten und gespielten Charakteren Leben eingehaucht haben. Die auch als Journalistin arbeitende Frauke Hunfeld ist für diese Art Zeitgeschichte mit ihren profunden Recherche-Kenntnissen und ihrer Erzähllust eine prädestinierte Autorin. Regisseur Torsten C. Fischer hat für das ZDF zuletzt einen intensiven Spreewaldkrimi ("Eine tödliche Legende"), ein schönes, in Rumänien gedrehtes Herzkino ("Wiedersehen an der Donau") und einen spannenden Bella Block-Film ("Der Fahrgast und das Mädchen") inszeniert, der auch im Schul-Milieu spielt, und war nicht nur aufgrund dieser Filme erste Wahl für diese Aufgabe. Holly Fink führte schon bei "Verschollen am Kap" die Kamera und ist über seine meisterhafte fachliche Eignung hinaus eine Bereicherung für so ein auch logistisch ambitioniertes Projekt.

Vor der Kamera zeigen in einem generationenübergreifenden, stimmigen Ensemble vor allem Nadja Uhl und Joachim Król ihr außerordentliches Können und ihr besonderes Einfühlungsvermögen. Als Undercover-Ermittlerin und als Verfassungsschützer beglaubigen sie gerade mit den Widersprüchen und "so Brüchen" ihrer Figuren Authentizität und Wahrhaftigkeit. Und damit tragen sie wesentlich zum vorrangigen Ziel dieses Zweiteilers bei, auf hohem Niveau zu unterhalten.

"Tod im Internat" ist trotz seiner ungewöhnlichen Länge (2x105 Min) zum attraktiven, atmosphärischen Festival des deutschen Films auf der Parkinsel in Ludwigshafen eingeladen und wird dort Anfang September seine Premiere haben.

Pit Rampelt, Redaktion Fernsehspiel I

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Stab
Tod im Internat

Montag, 9. Oktober 2017, 20.15 Uhr Teil 1: Das verschwundene Mädchen

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 20.15 Uhr Teil 2: Schattenwelten

Buch: Frauke Hunfeld
Regie: Torsten C. Fischer
Kamera: Holly Fink
Montage: Benjamin Hembus
Musik: Warner Poland, Wolfgang Glum
Ton: Bernhard Joest-Däberitz, Hunor Schauschitz
Sound Design: Achim Hofmann
Mischung: Matthias Maydl
Licht: Peter Fritscher
Szenenbild: Eduard Krajewski
Kostüm: Annegret Oehme
Maske: Kitty Kratschke, Peter Bour
Casting: Iris Baumüller, Jacqueline Rietz
Produktion: TV60 Film, München
Produzenten: Andreas Schneppe, Sven Burgemeister
Herstellungsleitung: Marion Dany
Produktionsleitung: Wolfgang Bajorat
Music Supervision: Hansjörg Kohli
Redaktion: Pit Rampelt
Länge: 2 x 105 Minuten


Die Rollen und ihre Darsteller

Isabell Mosbach alias Karla Parker – Nadja Uhl
Julian Sellinger – Hanno Koffler
Herbert Wichert – Joachim Król
Susanne Wichert – Karoline Eichhorn
Volker Jens – Martin Feifel
Frank Baumschulte – Oliver Stokowski
Alexander Grape – Max Hopp
Wilfried Maas – Manfred Zapatka
Thorsten Schmidt – Stephan Kampwirth
Markus Dietze – Johann von Bülow
Sophie Wichert – Emma Drogunova
Till Rückert – Merlin Rose
Felix Baumschulte – Valentino Fortuzzi
Jimmi – Valeria Eisenbart
Maara – Anna Bullard-Werner
Paul – Moritz Jahn
Direktor Weiss – Peter Lerchbaumer
Hausmeister Liebers – Lutz Blochberger
Wirt Wolf Weber – Matthias Brenner
Janna – Dorka Gryllus
u.a.


Inhalt

Sophie, Tochter des designierten LKA-Präsidenten Herbert Wichert, verschwindet spurlos aus dem hessischen Elite-Internat "Erlengrund". In diesem brisanten Fall soll LKA-Fahnderin Isabell Mosbach undercover als Sportlehrerin ermitteln. Keiner weiß, dass sie eine eigene mysteriöse Geschichte mit dem Internat verbindet. Dann wird auch noch ein Schüler erschossen aufgefunden. Bei der Suche nach dem Täter, dem verschwundenen Mädchen und den ungeklärten Hintergründen ihrer eigenen Geschichte stößt Isabell Mosbach alias Karla Parker auf frühere DDR-Verbindungen, heimliche Geldzahlungen und Verstrickungen, die bis zu den Polizistenmorden an der Startbahn West 1987 zurückreichen.

Teil 1

Sophie, Tochter des Verfassungsschützers und designierten LKA-Präsidenten Herbert Wichert, verschwindet spurlos aus dem Nobelinternat "Erlengrund". Die Zielfahnderin Isabell Mosbach, eigentlich gerade mit dem Nachlass ihrer verstorbenen Mutter beschäftigt, wird vom LKA unter dem Decknamen Karla Parker als Sportlehrerin eingeschleust. Der leitende Ermittler Sellinger nimmt zunächst widerwillig die Zusammenarbeit mit ihr hin. Isabell verschweigt ihm, dass sie als junges Mädchen selbst einige Zeit auf "Erlengrund" verbrachte und das Internat nach dem plötzlichen Verschwinden ihres Vaters bei Nacht und Nebel verlassen musste. Schnell fällt Isabell der hochbegabte Schüler Felix auf, der regelmäßig seine Mitmenschen provoziert und bei Sophies Freund Till verhasst ist. Isabell findet heraus, dass Sophie schwanger ist und neben ihrer Freundschaft zu Till scheinbar eine heimliche Beziehung mit einem älteren Mann führt. Am vierten Tag des Undercover-Einsatzes wird Felix tot im See aufgefunden. Bald stellt heraus, dass er durch eine Waffe starb, mit der in den 80er Jahren an der Startbahn West zwei Polizistenmorde verübt worden waren. Der damalige Täter Volker Jens flüchtete ins Ausland und kam später bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Er lebte damals mit Felix' Vater, Frank Baumschulte, in einer linken WG. Zum Freundeskreis gehörten auch Herbert Wichert und seine heutige Frau Susanne. Markus Dietze, der Sohn von einem der ermordeten Polizisten, glaubt bis heute nicht, dass Volker Jens ein Einzeltäter war. Isabell entdeckt im Nachlass der Mutter, dass diese in den vergangenen 25 Jahren regelmäßig Geldbeträge von einer Stiftung überwiesen bekam, die im Verdacht steht, über verschollenes SED-Vermögen zu verfügen. Und genau diese Stiftung finanziert auch heute noch das Nobelinternat. Die Begegnung mit dem eilig herbeigerufenen Stiftungsvorsitzenden Maas ruft bei Isabell schmerzliche Erinnerungen an ihren seit 25 Jahren vermissten Vater hervor.

Teil 2

Isabells Welt gerät aus den Fugen, als sie ein Foto vom Begräbnis ihres Vaters im Haus der Mutter findet. Es trägt ein Datum, an dem Isabell noch nicht geboren war. Eine Reise nach Jena bringt Aufklärung und führt zu einer Konfrontation mit Stiftungsvorstand Maas. Währenddessen fädelt Wichert ein infames Verratsspiel ein, um seine Karriere und seine Familie zu retten und geht dabei über Leichen. Er instrumentalisiert Dietze für seine Zwecke, der wie besessen der Verschwörungstheorie hinterher jagt, dass der "Staat" hinter den Polizistenmorden an der Startbahn West steckt. Nach und nach gelingt es Sellinger und Isabell das Puzzle weiter zusammen zu setzten. Die Macht und Machenschaften der Stiftungs-Seilschaften um Maas reichen weit über "Erlengrund" hinaus. Während alles darauf hindeutet, dass Dietze der Mörder von Felix ist, findet Isabell heraus, was sich tatsächlich in der Nacht der tödlichen Schüsse am See ereignet hat – und wer ihr Vater wirklich war.

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Generationenkrimi mit Ereignissen der jüngsten deutschen Vergangenheit
Von Produzent Andreas Schneppe, TV60 Film

Seit Dezember 2010 kenne ich die als verdeckte LKA-Ermittlerin arbeitende Isabelle Moosbach alias Karla Parker – immerhin sieben Jahre! Und jetzt freue ich mich, dass ihr Bekanntenkreis bald wachsen wird.

Am Anfang stand die Idee, einen Krimi an einem geschlossenen Ort spielen zu lassen. In einem Mikrokosmos, einer Gesellschaft in Klein. Da gibt es Aufsteiger und Aufschneider, es gibt Gewinner und Verlierer, es gibt Geheimnisse und Abhängigkeiten, Treue und Verrat, Feigheit und Mut. Eine Polizistin kehrt nach dem Verschwinden eines Mädchens als verdeckte Ermittlerin in das Internat zurück, in dem sie selbst einst Schülerin war und dessen Geheimnisse aufs Engste mit ihrer eigenen ungeklärten Familiengeschichte verwoben sind.

Mit Frauke Hunfeld konnte eine Autorin gewonnen werden, die sofort Feuer und Flamme für diese Idee war und diese ersten Gedanken um eine entscheidende Komponente erweiterte: die Verbindung eines dramatischen Generationenkrimis mit den Ereignissen der jüngsten deutschen Vergangenheit. ZDF-Redakteur Pit Rampelt nahm diesen Vorschlag begeistert auf und gemeinsam begaben wir uns auf eine nicht erwartbare Tour de Force der Formate. Nachdem zunächst 4 x 90 Minuten-Filme entwickelt wurden, schwenkte man auf eine Miniserie (4 x 60 Minuten) und dann auf den nun vorliegenden Zweiteiler um. Für die Autorin und die anderen Beteiligten eine Herkulesarbeit, die ihren Ausdruck in unzählig beschriebenen meterlangen Packpapierrollen über die Handlungsstränge, die Figuren und unversiegbaren Ideen wiederfindet.

Unter der Regie von Torsten C. Fischer, der Kamera von Holly Fink, dem Szenenbild von Eduard Krajewski, dem Schnitt von Benjamin Hembus und der aufopferungsvollen Arbeit der vielen Beteiligten ist ein spannungs- und stimmungsvoller Film deutscher Generationsgeschichte entstanden, der auch zeigt, dass Geschichte nicht alt wird. Sie zerfasert an ihren Rändern, aber sie zerbricht nicht. Wir brauchen unsere Vergangenheit, um zu wissen, wer wir sind. Geschichte ist immer auch das Handeln von Menschen und wird hier überzeugend von Nadja Uhl, Joachim Król, Martin Feifel, Hanno Koffler, Manfred Zapatka, Emma Drogunova, Oliver Stokowski und den vielen anderen Schauspielern dargestellt.

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"Beweggründe, die mich zu diesem Filmstoff inspiriert haben"
Von Drehbuchautorin Frauke Hunfeld

Ich war gerade mal ein Semester an der Uni, als mich Kommilitonen eines Sonntagmorgens zu Hause aufsuchten und mit mir "ein Gespräch führen" wollten. Ich war nicht einmal 19 Jahre alt, die Mitstudenten deutlich älter als ich, wir kannten uns über die Fachschaft. Ich mochte diese Leute. Sie waren in meinen ersten Uni-Monaten für mich dagewesen, sie hatten mir das Einleben erleichtert, sie waren für mich Freunde geworden und sie eröffneten mir eine neue Welt. Ich war trotzdem verwundert über den formellen Duktus und den Sonntagmorgen. Es sollte um meinen Eintritt in den MSB Spartakus gehen. Ich war müde und wollte irgendwie nicht, auch wenn sie, zu zweit, rhetorisch geschult und bestens vorbereitet, natürlich die besseren Argumente hatten. Ich war irritiert, aber auch geschmeichelt, dass man sich mit einer naiven Erstsemesterin so viel Mühe gab.

Ich habe erst später erfahren, dass das Gespräch protokolliert worden war. Ich habe noch später erfahren, dass es für die Hochschulgruppe mit den meisten erfolgreichen Eintrittsgesprächen eine Reise nach Kuba gab. Und viel später erst habe ich erfahren, wer diese Reisen, und vieles andere, eigentlich bezahlt hat.

Die DDR ist Vergangenheit. Doch viele konnten oder wollten ihre alten Überzeugungen nicht ablegen wie einen alten Hut. Für andere im Westen war die Tatsache, dass sie sich vom damaligen Feind haben bezahlen lassen, das Ende ihrer beruflichen Ambitionen. Aber machen wir uns nichts vor: Natürlich arbeiten bis heute alle Staaten unabhängig von ihrer Ideologie mit den gleichen Methoden der Einflussnahme, der Korruption, der Erpressbarkeit – jeder glaubt oder gibt vor, es für die "gute Sache" zu tun. Was, wenn die gute Idee sich als falsch erweist? Was, wenn im Namen der guten Sache auch Schlimmes geschieht, Demütigungen, Angst, gar Verbrechen? Darf man mit dem Falschen das Richtige tun? Ist Schweigen Solidarität? Ist Reden Verrat? Und was geschieht mit Menschen, die feststellen, dass sie an die falsche Idee geglaubt und dafür Opfer gebracht haben? Können sie umkehren? Wollen sie es? Diese Erlebnisse und Gedanken dazu waren unter anderem die Beweggründe, die mich zu diesem Filmstoff inspiriert haben.

Die Biographie von Karla Parker und ihrem Vater, der als Mitarbeiter der Hauptverwaltung Aufklärung in den Westen geschickt wurde und dann aus Liebe dort bleibt, ist ausgedacht. Die Lebensläufe der drei Männer, die als Studenten die Startbahn West bekämpft und dabei zwei Menschen getötet haben, ebenfalls.

Dass Millionensummen der ehemaligen DDR in der Wendezeit verschwunden sind, ins Ausland, in Stiftungen mit zweifelhaftem Ruf oder ohne jede Spur, ist Teil der Wende-Geschichte. Dass es immer noch alte Verbindungen gibt, alte Verpflichtungen und neue Ziele, könnte man vermuten. Und dass eine junge Generation die Tabus und Traumata ihrer Eltern spürt, ist allgemein bekannt. "Erlengrund" ist ein fiktiver Ort, dessen Themen aber sind Teil unserer Wirklichkeit.

Frauke Hunfeld ist Drehbuchautorin und Journalistin. Sie studierte Politik, Islamwissenschaften und Geschichte in Münster und Istanbul. Für den "Stern" arbeitete sie in den 90er Jahren als Korrespondentin in Leipzig, später in New York und bis heute in Berlin.

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"Unsere Generation verbinden noch heute nachhaltig die damaligen Geschehnisse"
Von Regisseur Torsten C. Fischer

Schon gleich beim ersten Lesen zog mich das Drehbuch der Autorin und Journalistin Frauke Hunfeld aufgrund ihrer reichen sowie komplexen Figurenkonstellation in den Bann. Drei Generationen werden miteinander verflochten, ineinander gespiegelt, gegenseitig befragt. Im Zentrum steht immer wieder die Suche nach dem verlorenen Vater, die Erfahrung des Verlustes desselben oder die Entdeckung, einen anderen Vater zu haben. Alle drei Generationen wirken allein gelassen, orientierungslos. Sie haben ihre ehemaligen Ziele aus den Augen verloren oder verraten und die, die sich zementiert haben, erscheinen am überlebensfähigsten.

Die Geschehnisse um den Neubau der Frankfurter Startbahn West in den frühen 80er Jahren bilden eine der Grundlagen für die Verstrickungen des Plots. Die Begegnungsszene von Joachim Król und Martin Feifel begeisterte mich gleich und es war uns wichtig, diese an dem Originalschauplatz zu drehen. Die Betonabsperrungen stehen immer noch da. Ich selber habe dort in meiner Jugend demonstriert und wurde mit der, meiner Meinung nach völlig überzogenen, Gewalt der Polizeieinsätze konfrontiert. In unseren Gesprächen erfuhr ich, dass Martin Feifel dort ebenfalls demonstriert hatte und der Vater von Oliver Stokowski dort Polizeieinsätze leitete.

Unsere Generation verbinden noch heute nachhaltig die damaligen Geschehnisse, so wie Nadja Uhl durch ihre eigene Biographie besonders intensiven Zugang zu den Ereignissen rund um das Ende der DDR hat. Das Drehbuch konzentriert sich auf die Versuche ehemaliger Geheimdienstler, gewaltige Summen von Geldern ins Ausland zu schaffen, um damit bis heute Strukturen aufbauen zu können, in denen auch politische Einflussnahme möglich ist. Netzwerke werden gebildet, Karrieren unterstützt und aufgebaut, die später möglicherweise nützlich sein könnten. Zu ihrem eigenen Schutz werden sogar Personen, die einmal enge Mitarbeiter waren, skrupellos liquidiert, wenn die Gefahr besteht, über sie enttarnt werden zu können. Nadja Uhl spielt eine Frau, die auf diese Weise ihren Vater früh verlor, der völlig überraschend verschwand, ohne dass sie von ihm wirklich etwas wusste. Eine Frau, die mit den Lebenslügen ihrer Mutter auskommen musste, die wiederum über die tatsächlichen Hintergründe des Vaters zu schweigen hatte, um die Familie zu schützen.

Nadja Uhl hat sich sehr engagiert eingebracht und es war eine für mich äußerst glückliche Zusammenarbeit mit ihr. Wie es ihr gelingt, fast nie kraftlos und eben doch gleichzeitig porös, gläsern wie wund zu erscheinen, das hat mich sehr begeistert.

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"Suche nach Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Erkenntnis"
Ein Gespräch mit Nadja Uhl

Frau Uhl, was hat Sie an dem Filmstoff und ihrer Figur überzeugt?

Der Stoff von "Tod im Internat" hat mich fasziniert, weil er ein großes Generationenthema anspricht. Er erzählt, wie sich ungeklärte Lasten der elterlichen Generationen auf die nächsten Generationen auswirken. Was macht es mit der nächsten und übernächsten Generation, wenn Väter und Mütter ihre Lasten mit sich führen, die im schlimmsten Fall, wie in unserem Film dargestellt, sogar zum Tod des eigenen Kindes führen? Was machte es zum Beispiel mit den Kindern, deren Väter aus dem Krieg zurückkamen, die verbittert waren und verlernt hatten, zu lieben? In dem Film geht es in all seinen Zuspitzungen um die Suche nach Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Erkenntnis. Das sind Themen in meinem Leben, die mich nach wie vor sehr interessieren. Und da ich sie in diesem Filmstoff gefunden habe, habe ich zugesagt.

Für ihre Figur Isabell/Karla scheint der Sport Schwimmen ein Lebenselixier zu sein. Auch Sie schwimmen leidenschaftlich gern. Ist das Zufall?

Nein, das war eine Idee von Regisseur Torsten C. Fischer und ich bin ihm sehr dankbar dafür. Ich empfinde es als Geschenk, dass er diesen realen Part, den ich liebe, der Figur Karla gegeben hat. Für sie ist Schwimmen ein unbewusstes tägliches Ritual, mit dem sie sich auf diese Weise immer wieder neu belebt – so habe ich es zumindest empfunden. Karla hatte eine Mutter, zu der sie kaum Kontakt hatte und die nun gestorben ist, und einen abwesenden Vater, von dem sie bis heute nicht weiß, warum er plötzlich verschwand und ob er überhaupt noch am Leben ist. Die heutige Lehrerin Karla ist auch ein Kind alter Lasten der elterlichen Generation. So wie all die ungeliebten, verlassenen Eliteschüler dieses Internats, die sich quasi zu einer "eigenen Geburt" verhelfen müssen. Karla findet sich in der Natur und im Schwimmen.

Gab es einen besonders schönen, intensiven Moment, an den Sie sich während der Dreharbeiten erinnern?

Ich habe es als sehr bereichernd empfunden, als Lehrerin vor der Schulklasse zu stehen. Die jungen Schauspieler nahmen ihr Spiel so ernst und waren so uneitel. Das hat mich gefreut. In den Drehpausen haben wir darüber diskutiert, was Lebenslügen in Kindern auslösen, und dass wir alles tun müssen, um unsere Kinder davor zu bewahren, dass wir unsere Lasten und Lebenslügen an sie weitergeben. Ich bin überzeugt davon, dass Kinder der Schlüssel zur Selbsterkenntnis der Eltern sind. Sie zeigen ihnen den Weg zu sich selbst. In dem Film unterbricht Karla dann auch den Kreislauf einer Last: Sie zerreißt den Kontoauszug, der Till als Felix' Mörder überführen würde. Hätte sie dies nicht getan, wäre Tills Leben und das seiner neuen kleinen Familie mit Sophie zerstört. Karla aber trifft eine klare Entscheidung: "Irgendwann muss es auch mal vorbei sein".

Gab es für Sie auch eine unangenehme Erfahrung während des Drehs?

Als besonders traurig empfand ich den Moment, als ich den jungen Felix aus dem Wasser ziehen musste. Das zu spielen war nicht schön. Auch der Junge war ein Opfer seines Vaters, der nicht bei sich "aufgeräumt" hatte und erst wach wird, nachdem sein Sohn gestorben ist.

Im Internat und unter den Eltern der Schüler herrscht ein Klima des Misstrauens und der Angst. Kamen da persönliche Erinnerungen an Ihre Kindheit in der DDR hoch?

In der Reflektion meiner Kindheit in der DDR auf jeden Fall. Missstände durften nicht angesprochen werden, das wurde als Angriff auf das System gewertet. Aber auch heute erfahre ich, dass es längst nicht vorbei ist, die Netzwerke leben, ob man es wahr haben will oder nicht. Wie stark diese sind, mag dahin gestellt sein, aber ich bemerke, dass es in unserer Gesellschaft momentan wieder einen Umgang mit freier Meinungsäußerung gibt, der mich sehr nachdenklich stimmt. Ich wünsche mir so sehr, dass ich mich irre, aber es schleicht sich wieder ein altbekanntes Gefühl ein, das ich nicht leugnen kann: Die Zeiten werden feiger, es herrscht wieder häufiger ein Klima der unreflektierten Akzeptanz. Menschen, die etwas Kritisches benennen, werden bekämpft und diffamiert. Jeder wache, kreative Künstler spürt, dass sich momentan etwas verändert: dass nicht einfach mehr gesagt werden darf, wenn man glaubt, Unrecht zu sehen, dass man schon beäugt wird, wenn man konstruktiv hinterfragt. Und ich frage mich: Wollen wir alle nur einer Meinung sein, oder ist nicht viel mehr Reibung gefragt, die uns kreativ macht? Aber es gibt Zeiten, da muss man gut überlegen, wie man sich verhält, wenn man Dinge erkannt hat. Manchmal ist es ratsamer, in die Stille zu gehen, damit die richtigen Stimmen dann zur richtigen Zeit gehört werden. Schlussendlich glaube ich an Liebe und Wahrhaftigkeit.

Auch Karla kommt an einen Punkt, an dem sie Strukturen der teilweise korrupten Verhältnisse und Manipulationen erkennt und alte Seilschaften durchschaut …

… was für sie unglaublich schmerzhaft und schockierend ist. Ihre beste Freundin wird schließlich umgebracht, damit sie nicht weiter in der Vergangenheit recherchiert. Und Karla wird von Maas massiv bedroht, falls sie weiterhin plant, mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Filmstoff hat mich daher auch vor diesem Hintergrund interessiert.

Haben Sie eine Vision, wie Karla weiterleben könnte?

Ich glaube, sie steht an einem Neuanfang, vielleicht sogar vor einer Transformation. Resigniert hat sie nicht, es ist am Ende dieses Films eher Müdigkeit, gepaart mit Erkenntnis und Erschöpfung, die man ihr in ihrem letzten Blickwechsel mit Ermittler Sellinger ansieht. Sie hat eine große Aufgabe bewältigt, nämlich die, sich mit ihrer schon toten Mutter zu versöhnen. Interessant wäre herauszufinden, wie sie mit ihren Erkenntnissen und den neu gewonnenen Wahrheiten umgehen wird.

Das Interview führte Gitta Deutz

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Über Rollen, den Film und die 80er Jahre
Statements von Joachim Król, Emma Drogunova und Martin Feifel

Joachim Król:
"Tod im Internat" ist eine komplexe Zwei-Generationen-Geschichte, die den Zuschauer gleichermaßen fesselt und in Anspruch nimmt. Ein Stück zum Mitdenken. Es hatte mir schon bei der ersten Lektüre großen Spaß gemacht. Ein guter Stoff! Da muss und will man dranbleiben. "Es gibt kein richtiges Leben im Falschen" – dieser wohl berühmteste Satz von Theodor W. Adorno war dem Studenten und politischen Aktivisten Herbert Wichert, der heute ein hoher Verfassungsschutzbeamter ist, sicher nicht unbekannt. Kurz vor der Krönung seiner Karriere muss er erleben, wie weit zurückliegende Entscheidungen und Weichenstellungen sein Lebensgebäude ins Wanken bringen. Eine tolle Rolle!

Emma Drogunova:
Die Rolle der Sophie finde ich interessant, weil sie eine mutige junge Frau ist, die in dieser Geschichte aus ihrem normalen, behüteten Leben durch immer krassere Wahrheiten heraus gerissen wird. Ich fand es toll, diese Stärke zu spielen, die Sophie nach jeder neuen Erschütterung erneut aufbauen muss. Auch unser Ensemble war eine super Truppe, die von Tag zu Tag immer mehr zusammenwuchs. Nach Drehschluss sind wir auch mal gemeinsam in den See gesprungen oder haben gesungen, während Moritz Jahn Ukulele gespielt hat. Ein wirklich schöner Sommer!

Martin Feifel:
Frauke Hunfeld hat ein sehr komplexes, spannendes Skript geschrieben, an dem mir gefiel, dass sich aus einer kleinen, tragischen Kriminalgeschichte ein immer größer werdendes Drama um Schuld und Sühne entwickelt. Es gibt plötzlich niemanden mehr, der nicht "Dreck am Stecken" hat. Das geht bis in eine ungeahnte politische Dimension hinein.

Ich erinnere mich intensiv an die Zeit Ende der 70er bis Ende der 80er Jahre. Es waren Aufbruch, politisches Engagement, Widerstand, Individualität, keine Uniform, kein Konsens, sondern Demokratie angesagt. Das war brisant, gefährlich und nicht wohlgelitten. Die damalige Konsensgesellschaft der Nachkriegsgeneration wurde durch die 68er-Revolte mit ihren Forderungen aufgebrochen. Es entstand Vielfalt. Auch Radikalisierung. Falsches. Richtiges. Streitbares.

Heute leben wir wieder in einer Konsensgesellschaft. Heute werden wieder sinnlose Gesetze aus diffuser Angst, Angstmacherei und Hilflosigkeit gemacht. Nie war mehr staatliche Überwachung. Damals wären wohl Hunderttausende dagegen auf die Straße gegangen. Heute haben alle nur ihre eigene Sicherheit im Kopf. Oder machtgeiles, politisches Kalkül. Oder es ist eh alles egal.

Ich mag die Figur Volker Jens, die ich in dem Zweiteiler spiele, weil sie so schillernd in den Emotionen ist, weil Schuld, Sühne, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit in ihr aufeinanderprallen. Und doch laufen viele der losen Fäden in ihr zusammen. In der kurzen Zeit, die ich dafür vor der Kamera stand, war es ein Kraftakt, das alles einigermaßen plausibel zu erzählen.

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"Ein geballtes Stück Zeitgeschichte"
von Prof. Dr. Klaus Schroeder

Die jüngste deutsche Geschichte bietet reichlich Stoff für das Erinnern oder Verdrängen, aber auch für Auseinandersetzungen. Auf den verbrecherischen Nationalsozialismus folgte ein in zwei Staaten geteiltes Deutschland mit gegensätzlichen Systemen und Gesellschaften. Beide Staaten versuchten, auf die Geschehnisse im jeweils anderen Teil Deutschlands Einfluss zu nehmen.

Die DDR, die keinen gesellschaftlichen und politischen Pluralismus zuließ, sah mit Erstaunen und Freude, wie sich in den 60er Jahren in der Bundesrepublik eine linksradikale Bewegung ausbreitete. Dieses überwiegend von Schülern und Studenten getragene linke Protestmilieu radikalisierte sich schnell, scheiterte zwar schließlich, wirkte jedoch bis in staatstragende Institutionen hinein nach. Der ZDF-Zweiteiler "Tod im Internat" ruft diese Zeit ins Gedächtnis zurück und lässt Menschen agieren, die die Verstrickung deutsch-deutscher Geschichte personifizieren.

Die Linksradikalen propagierten erst Gewalt gegen Sachen, einige praktizierten sie später auch gegen Personen. Sie kämpften gegen den US-amerikanischen Krieg in Vietnam und gegen die Verhältnisse im eigenen Land. Seit den 70er Jahren rückte der Widerstand gegen Umweltzerstörung und Atomkraftwerke ins Zentrum der politischen Kämpfe. Besonders heftig tobten die Auseinandersetzungen zwischen Staat und Polizei mit friedlichen, aber auch gewaltbereiten Demonstranten im Umfeld des Frankfurter Flughafens, der in den frühen 80er Jahren um eine Startbahn West erweitert werden sollte. Den Protestierenden gelang es, Teile der Bevölkerung in die Auseinandersetzungen mit einzubeziehen. Dann fielen Schüsse: Zwei Polizisten starben, weitere wurden schwer verletzt. Wer waren die Täter, wer die Hintermänner und welche Rolle spielte der Staat?

Gleichzeitig verstärkten die SED und ihr Staatssicherheitsdienst ihre Einflussnahmen in der Bundesrepublik. Sie finanzierten linke Projekte und Personen, warben Spitzel vor allem in linken Studentenkreisen an. Manches Mal konkurrierten sie mit dem westdeutschen Verfassungsschutz um bestimmte Personen.

Die Stasi ging aber noch weiter. Sie schickte neu legendierte
Stasi-Mitarbeiter, so genannte Kundschafter des Friedens, als Einflussagenten und Spione in die Bundesrepublik, ohne Rücksicht auf individuelle Schicksale und Familien. Mit dem Fall der Mauer war das Spiel noch nicht aus. Zwar zog die DDR ihre Leute aus dem Westen ab, sofern sie der westdeutschen Justiz entkamen, ihre Einflussnahme setzte sich auf anderen Ebenen jedoch fort wie im Film am Beispiel eines fiktiven Internats gezeigt wird. Für überzeugte Kommunisten ging der Kampf nach dem Ende der DDR selbstverständlich weiter.

Die in diese doppelte deutsch-deutsche Geschichte verstrickten Personen und ihre Nachkommen versuchen der Vergangenheit zu entkommen, erklären sie zu Geschichte, zumal viele ehemalige Sympathisanten radikaler linker Ideen den Marsch durch die Institutionen angetreten und mitunter bis in die Führungsetagen von staatlichen Institutionen, Verbänden und Unternehmen aufstiegen sind.

"Das habe ich getan, sagt mein Gedächtnis. Das kann ich nicht getan haben, sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich – gibt das Gedächtnis nach." (Friedrich Nietzsche)

Unverhofft holt die Vergangenheit die Akteure ein, sei es über ehemalige Zeitgenossen oder die Kinder. Diese sind in die Vergangenheit der Eltern eingebunden und fordern das Recht ein, nicht belogen zu werden. Andere versuchen, aus der Familiengeschichte auszubrechen, werden zynisch und streben danach, durch das Ausspionieren von Geheimnissen Macht über andere zu bekommen. Sie wollen aus der Wirklichkeit das Optimum holen, ganz im Sinne der Stasi.

"Die Erinnerung ist wie ein Hund, der sich hinlegt, wo er will." (Ces Noteboom)

Die zurückgebliebenen und untergetauchten ehemaligen Linksterroristen wollen sich ebenso wie die Nachkommen von Opfern des Linksterrorismus nicht damit zufrieden geben, dass die Vergangenheit entsorgt wird. Sie verlangen Aufklärung, auch über die Rolle des Staates.

Kann es sein, dass ein demokratischer Staat die Grundsätze, die ihn auszeichnen sollen, in bestimmten Situationen bricht? Wie setzen ehemalige SED- und Stasi-Funktionäre das von ihnen beiseite geschaffte Vermögen in Höhe von Hunderten Millionen ein? Wollen sie weiterhin Einfluss gewinnen? Welche Rolle spielen Jugendliche, die später zur Elite gehören werden?

Diesen Fragen stellt sich der Film und gibt Antworten, die auch anders ausfallen könnten, aber gleichwohl breiten Stoff für Diskussionen über Zeitgeschichte bieten. Mehrere Studien haben belegt, dass junge Menschen wenige oder gar keine Kenntnisse über die jüngste Vergangenheit haben und ihre Urteile über Demokratie und Diktaturen nicht auf Wissen basieren. Der Film "Tod im Internat" könnte Schülern eine Grundlage für die notwendige Auseinandersetzung mit der jüngsten Vergangenheit bieten. Denn weiterhin gilt: Wer die Vergangenheit nicht kennt, kommt in der Gegenwart nicht zurecht und hat keine Zukunft!

Klaus Schroeder ist Professor für Politikwissenschaft und Zeitgeschichte am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin und leitet seit 1992 den Forschungsverbund SED-Staat. Er beschäftigt sich mit der deutschen Teilungs- und Wiedervereinigungsgeschichte und hat hierzu verschiedene Bücher und Aufsätze verfasst.  

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
ZDF – Zweites Deutsches Fernsehen
Presse Special – Oktober 2017
Copyrights by ZDF
Internet: www.zdf.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 7. Oktober 2017

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