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REPORTAGE/561: ZDF.reportage - Themen der Sendungen vom 24.02. bis 31.03.2019 (ZDF)


ZDF.reportage
Schwarzkittelalarm – Wildschweine im Küstenland
Sonntag, 24. Februar 2019 18.00 Uhr / sonntags 18.00 Uhr

Inhalt:
– Die nächsten "ZDF.reportagen" / Sendetermine und Stab
– Schwarzkittelalarm – Wildschweine im Küstenland
– B96 – Roadtrip auf der Straße der Träume: Von der Oberlausitz bis nach Berlin
– B96 – Roadtrip auf der Straße der Träume: Von Berlin bis an die Ostsee
– Wohnstress: Mieterangst
– Wohnstress: Eigenheim
– Infos zur "ZDF.reportage"


Sonntag, 24. Februar 2019, 18.00 Uhr, ZDF
ZDF.reportage: Schwarzkittelalarm – Wildschweine im Küstenland
Film von Felix Krüger

Produktion: Clip Film
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten


Sonntag, 3. März 2019, 18.00 Uhr, ZDF
ZDF.reportage: B96 – Roadtrip auf der Straße der Träume
1. Von der Oberlausitz bis nach Berlin

Sonntag, 10. März 2019, 18.00 Uhr, ZDF
ZDF.reportage: B96 – Roadtrip auf der Straße der Träume
2. Von Berlin bis an die Ostsee

Film von Meike Materne

Produktion: Spiegel TV
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten


Sonntag, 24. März 2019, 18.00 Uhr, ZDF
ZDF.reportage: Wohnstress
Mieterangst

Film von Ralf Wilharm

Produktion: Spiegel TV
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten


Sonntag, 31. März 2019, 18.00 Uhr, ZDF
ZDF.reportage: Wohnstress
Eigenheim

Film von Sören Folkens

Produktion: Good Times
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten

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Schwarzkittelalarm – Wildschweine im Küstenland

Fast überall in Deutschland haben sich Wildschweine massenhaft vermehrt. Vor allem aus Angst vor der Afrikanischen Schweinepest soll die Jägerschaft die Schwarzwildbestände dezimieren. Man befürchtet, dass die ansteckende Viruskrankheit auf Hausschweine übertragen wird. Doch die Tiere haben gelernt, geschickt auszuweichen – dahin, wo üblicherweise nicht geschossen wird: in Wohngebiete, an belebte Straßenränder oder mitten an den Badestrand. Richard Gehrke aus Magdeburg hat das in seinem Ostseeurlaub erlebt. Er selbst hat mit seiner Kamera aufgenommen, wie zwei Muttertiere mit etlichen Frischlingen seelenruhig über den Strand spazieren. Mitten durch die Badegäste.

Schwarzwild-Experte Karl-Ernst Brehmer erklärt das intelligente Verhalten so: "Wildschweine sind die Art, die am stärksten von allen Wildarten in Mitteleuropa bejagt worden ist. Immer schon. Und das hat sie schlau gemacht, abwehrstark." So haben sie auch gelernt, sich vortrefflich an die Kulturlandschaft anzupassen. Schweine nutzen die riesigen Mais-, Raps-, und Weizenfelder, um sich in bester Deckung neun Monate im Jahr satt zu fressen und sich ungestört zu vermehren. Zudem sorgen milde Winter dafür, dass die Tiere die kalte Jahreszeit besser überstehen. Es seien vor allem menschengemachte Umstände, die zum starken Anstieg der Schweinepopulation beigetragen haben, so die Deutsche Wildtierstiftung.

Die "ZDF.reportage" begibt sich auf die Spur der Schweine im Nordosten der Republik. Denn wenn die Touristen zu Hause sind, wird an der Ostseeküste scharf geschossen. Der Film erzählt von den dramatischen, aber bisweilen auch komischen Begegnungen mit den Wildschweinen.

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B96 – Roadtrip auf der Straße der Träume: Von der Oberlausitz bis nach Berlin

Die B96 beginnt in einem großen Kreisverkehr, auf der Ringstraße um die Altstadt von Zittau. Seit der Wende wurde die Stadt fast vollständig saniert. Trotzdem fehlen vor allem junge Leute, denn gut bezahlte Jobs sind noch immer rar. Felix Matthias Weickelt ist Musikpädagoge und kam zurück. Seit zwei Jahren ist er im Nebenjob Türmer in der Johanniskirche und wohnt auch im alten Türmer-Stübchen. "Die alten Leute müssen aufhören zu jammern", sagt er und meint die Generation der Eltern und Großeltern. "Die Jungen müssen bleiben und anpacken, denn hier kann man mittlerweile gut leben und hat große Chancen", ist er überzeugt.

Nur wenige Hundert Meter weiter stehen die Produktionshallen des ehemaligen Robur-Werkes. Die alte Industriearchitektur steht unter Denkmalschutz und zerfällt immer mehr. Früher waren 5000 Menschen im Werk, die Motoren, Achsen und Karosserierahmen für Lkw bauten. Der letzte Direktor, Johannes Dünsch, übergab der Treuhand 1994 einen funktionstüchtigen Betrieb. Die Abwicklung des Werkes und der Niedergang Zittaus als Industriestandort beschäftigen ihn bis heute.

Nur 13 Kilometer von Zittau entfernt steht direkt an der B96 in Oderwitz eines der schönen Lausitzer Umgebindehäuser, die Feinbäckerei Otto. Seit 1894 ist das Haus ein familiengeführter Handwerksbetrieb und wird heute von Babette und Roman Otto geführt. In den vergangenen Jahren hat das Ehepaar viel investiert, beschäftigt mittlerweile 20 Angestellte und bietet ein überwältigendes Angebot an kulinarischen Produkten aus dem Backofen. Für die Zukunft wünscht sich das Ehepaar vor allem, dass ihre Heimat nicht nur für negative Schlagzeilen sorgt, und meint damit vor allem rechtspopulistische Erscheinungen.

Sehr erfolgreich produziert man auch in der traditionellen Bierbrauerei in Eibau. Die Chefin Julia Böhmer hat einen großen Anteil daran. "Bier ist ein tolles Thema", sagt sie, "man kommt immer sofort ins Gespräch." Seit 2010 hat sie die Ausrichtung des mittelständischen Unternehmens maßgeblich bestimmt und das Exportgeschäft angekurbelt. Eibauer Bier wird heute bis nach China, Japan, Russland und Korea exportiert.

Durch eine sanfte Hügellandschaft schlängelt sich die B96 durch Ebersbach und Neugersdorf bis nach Bautzen. Nach Görlitz ist Bautzen die zweitgrößte Stadt der Oberlausitz und das Zentrum der sorbischen Minderheit. Vor allem aber wurde Bautzen – sehr zum Leidwesen seiner Einwohner – bekannt durch den Stasiknast. Als Untersuchungshaft geführt, war er seit 1956 der Strafvollzug für politische Häftlinge in der DDR und einziges Gefängnis, welches direkt der Staatsicherheit unterstellt war. Auf sechs Etagen befanden sich 200 Haftplätze in Einzel-, Zweier- oder Isolationszellen. Prominente politische Häftlinge wie Walter Janka, Erich Loest, Wolfgang Harich und Rudolf Bahro waren mitunter Jahre inhaftiert. Heute ist der Gebäudekomplex Gedenkstätte und wird von Silke Klewin geführt, einer Frau aus dem Westen. Vor 20 Jahren kam sie nach Bautzen und stieß auf Ablehnung. In der Stadt wollte man nicht mehr über den Stasiknast und die Vergangenheit reden.

Die Altstadt von Bautzen liegt auf einem Berg und wurde aufwendig saniert. Hier befindet sich das sorbische Restaurant "Wjelbik", geführt von Monika und Thomas Lukasch. Für das Ehepaar war immer klar, dass es nach Aufenthalten in London und Straßburg zurückkehren wird. "Unsere sorbische Kultur können wir nur in der Heimat leben", sagt die 34-Jährige und ergänzt: "In der Fremde sind wir fremd."

Hoyerswerda ist die nächste Station auf der Reise. Die "96" teilt die Altstadt von der Neustadt. Entstanden in den 60er Jahren, war sie die erste sozialistische Großsiedlung in Plattenbauweise. Bis in die späten 1980er Jahre entstanden zehn Wohnkomplexe mit insgesamt 71 000 Einwohnern. Heute leben nur noch rund 37 000 Menschen hier, und der Trend ist noch immer nicht gestoppt. Nach der Wende sind rund 150 000 Arbeitsplätze in der Region verloren gegangen, weshalb viele, besonders junge Familien fortgezogen sind.

Rund 20 Kilometer hinter Hoyerswerda verlässt die B96 den Freistaat Sachsen und nähert sich den ehemaligen Braunkohlegruben in Brandenburg, der heutigen Lausitzer Seenlandschaft. Durch die Flutung stillgelegter Braunkohletagebaue entstand das Lausitzer Seenland. Eine riesige Fläche, die 2019 zu Europas größter künstlich angelegter Wasserlandschaft werden soll. Der Senftenberger See liegt im Zentrum der Seenlandschaft, direkt an der B96.

Nach dem Ausflug auf dem Wasser verläuft die Route über Glashütte, Baruth und Wünsdorf. Von hier sind es noch rund 40 Kilometer bis Berlin. Kurz vor Schönefeld in Blankenfelde steht das Hinweisschild zur Teilung der Strecke.

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B96 – Roadtrip auf der Straße der Träume: Von Berlin bis an die Ostsee

Nach 53 Kilometern getrennter Wegstrecke durch Ost- und Westberlin führt die B96 am nördlichen Stadtrand, kurz vor Oranienburg, wieder zusammen. Heute sorgt eine Umgehungsstraße für Entlastung, früher fuhr man direkt am ältesten Barockschloss der Mark Brandenburg vorbei. Einmal im Jahr strömen die Menschen in den Schlosspark. Zum Dinner in Weiß kommen sie mit Tischen und Stühlen und speisen in weißen Kostümen selbst gemachte kulinarische Leckereien. Ein riesiges Spektakel unter freiem Himmel.

Rustikal ist dagegen die Atmosphäre am Imbissstand von Doris Seidler in Teschendorf. Direkt an der B96 gelegen, geht das Geschäft mit Thüringer Bratwürsten und Erbsensuppe aus der Gulaschkanone besonders gut. Seit Jahren steht die zierliche Frau in ihrem Verkaufsstand und bedient Trucker-Fahrer, Urlauber und Pendler. Für die Brandenburgerin ist die Straße ein Segen – knapp 50 Kilometer weiter ist die B96 für die Bewohner von Fürstenberg ein Fluch.

Bereits 2013 beantrage die "Wasserstadt" den Titel "Staatlich anerkannter Erholungsort". Eigentlich spricht nichts dagegen, denn Fürstenberg liegt inmitten von Seen und war bereits 1920 Luftkurort. Der Antrag scheiterte an der B96. Wir treffen drei Männer mit technischem Sachverstand, Mitglieder der Bürgerinitiative "B96 raus". Bisher wurden 37 Möglichkeiten, die Stadt zu umfahren, diskutiert. Drei Varianten stehen noch zur Wahl.

Wofür die Fürstenberger kämpfen, ist in Neustrelitz bereits Realität: eine Umgehungsstraße durch den Ort. Auch deshalb ist die Stadt im südlichen Mecklenburg besonders bei Senioren beliebt. Die Hälfte der Bewohner ist über 50 Jahre alt, ein Drittel sogar über 60. Sie sind die Macher der Stadt, mit Salonorchester, PC-Senioren und einem aktiven Seniorenrat. Und das spricht sich rum. Immer mehr ältere Menschen kommen aus den alten Bundesländern, wie Renate Brosch. Früher wollte sie Schauspielerin werden, mit über 70 Jahren lebt sie nun ihren Traum und steht mit dem Seniorentheater auf der Bühne.

Landschaftlich ist dieser Streckenabschnitt der B96 besonders schön. Links und rechts führt sie durch den Müritz-Nationalpark. In unmittelbarer Nähe vom Tollensesee finden wir ein historisches Kleinod: das Schloss Weisdin, ein zweistöckiger Barockbau, Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut. Zwei Jahre stand es zum Verkauf, Immobilienmakler Manfred Achtenhagen ist es nun gelungen, einen Käufer zu finden. Seit vielen Jahren hat sich Achtenhagen auf den Verkauf von Gutshäusern und Schlössern in Mecklenburg-Vorpommern spezialisiert. "Nirgendwo in Deutschland gibt es diese Dichte an historischen Gutshäusern", weiß der Experte. Und auch für den kleineren Geldbeutel ist immer noch was zu haben, zum Beispiel in Groß-Schönefeld, etwas abseits der B96.

Wieder auf der Route, in Neubrandenburg angekommen und in der Konzertkirche verabredet. Zwei Mal im Monat können Neubrandenburger und Touristen ein kleines Orgelkonzert besuchen. Kostenlos und gesponsert vom Günther Weber, dem Spender der Orgel. Der Maschinenbauer aus Hessen investiert seit Anfang der 90er Jahre in Neubrandenburg und hat eine Produktion für Wurst-, Käse- und Fleischschneidemaschinen aufgebaut. 473 Mitarbeiter arbeiten am Standort, in acht Ausbildungsberufen bildet die Weber Maschinenbau GmbH aus. Er sei ein sozialer Kapitalist, erzählt man sich. Dennoch, das Geschäft muss stimmen, ansonsten wäre er nicht in Neubrandenburg geblieben. Ein Unternehmen, das Hoffnung macht, für Aufbruch steht.

Weiter geht es auf der alten Strecke der B96 durch Altentreptow. Das Leben der Menschen hier wird durch die Landwirtschaft bestimmt. Nach 25 Kilometern erreichen wir Burow und treffen Frank Kurzhals, den Chef der Burower Gutsmilch GmbH. Zum Betrieb gehören über 900 Milchkühe und fast 1350 Hektar Nutzfläche. Mit dem Ackerbau wird die Fütterung der Tiere sichergestellt, und mit zwei Biogasanlagen Wärme für den Ort gewonnen. Der Vater von Frank Kurzhals war der frühere LPG-Vorsitzende, hatte Mut zum Risiko und gründete 1991 den neuen Betrieb. Nun führt sein Sohn das Unternehmen weiter. Trotz konventioneller Tierhaltung produziert der Betrieb genauso wertvolle Nahrungsmittel wie die Biobauern, ist Frank Kurzhals überzeugt.

Bis an die Ostsee ist es nun nicht mehr weit. Man sieht bereits die Kirchtürme von Stralsund. Die Altstadt gehört mit den unzähligen Sehenswürdigkeiten zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Mittelalter gegründet, war Stralsund eine der bedeutendsten Handelsstädte im Ostseeraum. In unmittelbarer Nähe zum Hafen befindet sich eine der ältesten Kneipen Europas, laut Stadtbuch im Jahr 1332 gegründet. Hanni Höppner ist seit über 20 Jahren die Wirtin und erste Frau seit Gründung der Schänke.

Auf der B96 geht es über den alten Rügen-Damm. 1936/37 eröffnet, war der Damm, kombiniert mit einer Bahnstrecke, Fuß-und Radweg, die Verbindung zur Insel Rügen. Sechs Mal am Tag öffnete für 20 Minuten eine klappbare Ziegelgrabenbrücke für große Schiffe. Besonders in den Sommermonaten war der Rückstau für die Autofahrer unerträglich. Deshalb ist die neue Rügen-Damm-Brücke ein Segen. Mit ihr kam der wirtschaftliche und touristische Aufschwung. Martin Steinkühler war einer der verantwortlichen Ingenieure und ist bis heute stolz, an dem Bau beteiligt gewesen zu sein. Nach nur dreijähriger Bauzeit wurde die 2,6 Kilometer lange, elegante, schiffsähnliche Brücke 2007 eingeweiht. "Das Besondere", so Steinkühler, "war die Unterstützung der Stadt und das Miteinander aller Projektbeteiligten".

Von Bergen bis nach Sassnitz, dem Ende der Fahrt, sind es nur noch 23 Kilometer. Früher endete die B96 am Hafen von Sassnitz, Sperrzone allerdings für alle DDR-Bürger. Der sogenannte "Sachsenblick" war der letzte Standort, von dem aus DDR-Bürger das Auslaufen der Fähren nach Schweden beobachten konnten. Heute endet die B96 unspektakulär in einem Kreisverkehr. Unweit davon steht das höchste Gebäude von Sassnitz, das legendäre "Rügen-Hotel". Die Fassade des neunstöckigen Hauses hat noch immer den Charme von damals. 1969 wurde das Prestigeprojekt eingeweiht. Mit über 100 Betten glich der Standard dem von Interhotels, mit Panorama-Bar, Schwimmbad und Intershop. Christine Schimanski gehörte zum jüngsten Rezeptionsteam der DDR und war bis zum Ende der DDR im "Rügen-Hotel" tätig.

Am Ende der Reise trifft die Autorin auf das junge Team von der Firma "Kutterfisch". Im Stadthafen von Sassnitz betreibt Geschäftsführer Phillipp Bruns eine kleine Markthalle mit Fischverkauf und großem Restaurant. 35 Mitarbeiter zählen zur Belegschaft, ein Team aus Rüganern und Zugezogenen. Wer von wo kommt, spielt in ihrer Generation kaum eine Rolle. Was zählt, ist ein gutes Arbeitsklima und wirtschaftlicher Erfolg.

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Wohnstress: Mieterangst

Es ist "Monopoly" in Deutschlands Städten: kaufen, verkaufen, sanieren. Miete erhöhen, spekulieren. Ein Spiel auf dem Rücken der Mieter?

Trotz Mietpreisbremse und zusätzlicher Investitionen steigen die Wohnkosten scheinbar unaufhaltsam weiter. Es fehlen schlicht Wohnungen. Statt der benötigten 400 000 neugebauten Wohnungen werden jährlich nur gut 260 000 fertig.

Dazu fallen jedes Jahr immer mehr Sozialwohnungen aus der Mietpreisbindung. Investoren kaufen die Wohnungsbestände auf, modernisieren im großen Stil und wälzen die Kosten in Form von Mieterhöhungen auf die Bewohner ab – zusätzlich zu den seit Jahren steigenden Nebenkosten. Die Menschen stoßen an die Grenzen ihrer finanziellen Belastbarkeit. Und für eine eigene Immobilie fehlt vielen Normalverdienern schlicht das Geld, denn die Kaufpreise steigen in unbezahlbare Höhen. Ein Grund dafür ist die steigende Nachfrage – auch aus dem Ausland.

Die "ZDF.reportage" begleitet Gewinner und Verlierer des Mietwahnsinns. Zum Beispiel Jana B. Die dreifache Mutter ist mehrfach mit ihrer Miete im Verzug gewesen. Nach einer Abmahnung machte ihr Vermieter ernst und kündigte ihr fristlos. Für die Mutter ein Albtraum: Auf dem Berliner Wohnungsmarkt ist sie mit ihrem geringen Einkommen so gut wie chancenlos.

In Konstanz wehrt sich eine Mieterinitiative gegen einen großen Wohnungs-Konzern. Der lässt mehrere Wohnblocks aufwendig modernisieren und will die Kosten auf die Miete umlegen. Doch Bewohner wie Rentnerin Sieglinde M. wissen nicht, wie sie die angekündigten Mietsteigerungen bezahlen sollen.

In Potsdam kämpft ein Kleingartenverein ums Überleben. Ein Immobilienunternehmen hat das Grundstück, auf dem die Kleingartenanlage steht, aufgekauft und möchte dort Wohnungen bauen. Das Immobilienunternehmen will die Kleingärtner räumen lassen. Es kommt zum Showdown am Gartenzaun.

Doch es gibt auch Profiteure des Kampfes um Wohnungen. Der Berliner Makler Mike T. vermittelt teure Immobilien an solvente Kunden. Viele kommen aus dem Ausland, weil sie deutsche Immobilien als Wertanlage betrachten. Sein Kunde kommt diesmal aus Norwegen: Der Unternehmer Kristian M. sucht eine Wohnung in einer Top-Lage. Dafür hat er ein Budget von bis zu einer Million Euro zur Verfügung.

Die "ZDF.reportage" ist unterwegs im Mieterland Deutschland und beleuchtet in drei Folgen sonntags um 18.00 Uhr den "Wohnstress".

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Wohnstress: Eigenheim

Wohnen in den eigenen vier Wänden – der Lebenstraum vieler Menschen. Aber die Preissteigerungen der letzten Jahre haben das Eigenheim oft in weite Ferne rücken lassen.

Menschen mit kleinem Budget müssen sich beim Hauskauf noch mehr bescheiden als noch vor ein paar Jahren. Einige versuchen aber, dem Mangel an Geld mit Einfallsreichtum und neuen Wohnideen zu begegnen.

Auf verschiedenen Baustellen begleitet die "ZDF.reportage" mutige Menschen auf ihrem Weg zum Eigenheim. Mit großer Ausdauer, unermüdlichem Einsatz, Kreativität und tatkräftiger Unterstützung von Familie und Freunden schaffen sie das, wovon die viele nur träumen: ihr eigenes Heim.

Dass ein Zuhause auch ganz bescheiden geht, zeigt Maria K. aus Neuendettelsau. Sie wird demnächst in einem sogenannten "Mobilheim" wohnen. Für gerade mal 19 000 Euro hat sie den 43 Quadratmeter großen Wohncontainer gekauft. Der günstige Kaufpreis bedeutet aber auch, dass sie noch viel Arbeit in ihr Wohnprojekt stecken muss. Der Container ist Jahrzehnte alt und bedarf einer Rundumerneuerung. Ohne handwerkliche Kenntnisse wird sich Maria an die Sanierung des Mobilheims wagen.

Evelyn und Jörg M. sind dagegen relativ klassische Häuslebauer. Mit 250 000 Euro ist ihr Budget im Vergleich relativ üppig. Aber auch sie müssen hart kalkulieren. In ihrer Heimat Bornheim am Rhein ist ein Haus mit der Summe eigentlich kaum zu finanzieren. Familie M. entschied sich daher zu einem Fertighaus. So wollen sie böse Überraschungen vermeiden. Dass trotzdem unerwartete Kosten auf sie zukommen können, werden sie aber bald erleben.

Andere renovieren über Jahre hinweg preisgünstige Schrottimmobilien, um den eigentlich unerreichbaren Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen. Zimmer für Zimmer sanieren sie baufällige Häuser, weil das Geld für ein intaktes Haus einfach nicht da ist.

Besonders Wagemutige versuchen, sich den Immobilienpreisen sogar komplett zu entziehen. Sie wohnen in selbstgebauten "Tiny Houses", selbst entworfenen Mini-Häuschen für wenige Tausend Euro. Hier leben die Menschen auf wenigen Quadratmetern. Aber wenigstens in ihren eigenen!

Die "ZDF.reportage" unterwegs zu Menschen, die unbedingt günstig zu einem Eigenheim kommen wollen.

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Infos zur "ZDF.reportage"

Die "ZDF.reportage" berichtet immer sonntags, 18.00 Uhr, aus der Alltagswirklichkeit der Zuschauer. Sie greift Themen auf, die aktuell und brisant sind und setzt sie spannend und emotional um. Dabei erzählt die "ZDF.reportage" immer aus der Perspektive der Betroffenen, von Menschen, ihren Lebenswegen und Schicksalen, ihren Konflikten, ihren Hoffnungen und Träumen. Die meisten Reportagen spielen in Deutschland, bei Auslandsthemen ist stets ein deutscher Bezug vorhanden.

Die Redaktion der "ZDF.reportage" wird geleitet von Heike Schnaar.  

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
ZDF – Zweites Deutsches Fernsehen
Presse Special – März 2019
Copyrights by ZDF
Internet: www.zdf.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 23. Februar 2019

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