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RADIO - HR2/1290: Woche vom 03.10. bis 09.10.2022


Radioprogramm hr – Hessen 2 – 40. Woche vom 03.10. bis 09.10.2022


Montag, 3. Oktober 2022 (Tag der Deutschen Einheit)


00:00 Nachrichten und Wetter (3 Min.)


00:03 Das ARD-Nachtkonzert (I) (117 Min.)
Präsentiert von BR-KLASSIK

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Richard Strauss: "Metamorphosen", AV 142 (Sächsische Staatskapelle Dresden: Christian Thielemann); Arvo Pärt: "Fratres" (MDR-Sinfonieorchester: Kristjan Järvi); Igor Strawinsky: Capriccio (Peter Rösel, Klavier; Dresdner Philharmonie: Herbert Kegel); Robert Schumann: Streichquartett F-Dur, op. 41, Nr. 2 (Gewandhaus-Quartett); Franz Liszt: "Die Ideale" (MDR-Sinfonieorchester: Jun Märkl)


02:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


02:03 Das ARD-Nachtkonzert (II) (117 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Joan Manén: Violinkonzert Nr. 1, op. A-7 – "Concierto español" (Tianwa Yang, Violine; Orquestra Simfònica de Barcelona i Nacional de Catalunya: Darrell Ang); Jean-Baptiste Quentin: Quartett Nr. 3, op. 15 (Nevermind); Robert Schumann: "Dichterliebe", op. 48 (Christian Gerhaher, Bariton; Gerold Huber, Klavier); Johann Sebastian Bach: Sonate E-Dur, BWV 1016 (Anaïs Chen, Violine; Alexandra Ivanova, Cembalo); Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert A-Dur, KV 414 (Orchestre de Chambre de Lausanne, Klavier und Leitung: Christian Zacharias)


04:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


04:03 Das ARD-Nachtkonzert (III) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Edward Elgar: Introduktion und Allegro, op. 47 (Radio-Sinfonieorchester Stuttgart: Roger Norrington); Gabriel Fauré: "La naissance de Vénus", op. 29 (Mary Plazas, Sopran; Pamela Helen Stephen, Mezzosopran; Timothy Robinson, Tenor; James Rutherford, Bass; City of Birmingham Symphony Chorus; BBC Philharmonic: Yan Pascal Tortelier); Georg Friedrich Händel: Concerto F-Dur, HWV 333 (Academy of Ancient Music: Christopher Hogwood)


05:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


05:03 Das ARD-Nachtkonzert (IV) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Domenico Cimarosa: "Il fanatico per gli antichi Romani", Ouvertüre (Toronto Chamber Orchestra: Kevin Mallon); Georg Friedrich Händel: Orgelkonzert B-Dur, HWV 290 (Paul Nicholson, Orgel; The Brandenburg Consort: Roy Goodman); Gioacchino Rossini: Serenade Es-Dur (Ensemble Explorations); Ralph Vaughan Williams: English Folk Song Suite (Nürnberger Symphoniker: Michael Helmrath); Sophia Corri-Dussek: Sonate c-Moll, op. 2, Nr. 3 (Irmgard Gorzawski, Harfe); Johann Wenzel Kalliwoda: Symphonie F-Dur, Finale, op. 132 (Hofkapelle Stuttgart: Frieder Bernius)


06:00 Musik am Morgen (120 Min.)
Musik aus Barock, Klassik und Romantik – zum Genießen und Entspannen.
06:30 Zuspruch
08:00 Nachrichten


08:00 Lauschinsel | Im Orchester zusammenspielen (60 Min.)
Eins plus eins ist mehr als zwei: der besondere Kick des Orchesterspiels

Ohne sie gäbe es sehr viel weniger zu hören: jedenfalls im Konzertsaal, im Radio und anderswo. Ohne die Musikinstrumente – nicht nur im Orchester oder in einer Big Band oder oder … - müssten wir, auch das wäre schön, alles singen und vielleicht dazu noch klatschen und stampfen. Aber schon vor vielen tausenden Jahren wollten die Menschen auch andere Klänge und erfanden dafür ganz spezielle Werkzeuge, eben Flöte, Geige, Trompete, Saxophon, elektronische Orgel und Gitarre und sehr, sehr viele Perkussionsinstrumente. Die Lauschinsel stellt sie vor. Und natürlich auch, was mit ihnen laut oder leise gemacht werden kann. Elke, Maria und Niels treffen sich dafür extra mit Musikerinnen und Musikern des hr-Sinfonieorchesters und der hr-Big Band.


09:00 Am Feiertag (180 Min.)
Mit dem Interessantesten der Woche und viel Musik


12:00 Doppelkopf (60 Min.)
Am Tisch mit Ilko-Sascha Kowalczuk, "Einheits-Bewältiger"


13:00 Klassikzeit am Feiertag (120 Min.)
Musik aus Barock, Klassik und Romantik – zum Genießen und Entspannen.

Unser Musikprogramm:
(eine Auswahl)
•Bach: Präludien und Fugen d-Moll BWV 851 und Es-Dur BWV 852 (Angela Hewitt, Klavier)
•Haydn: Sinfonie Nr. 82 C-Dur (hr-Sinfonieorchester / Andrés Orozco-Estrada)
•Verdi: "Nabucco" – "Gefangenenchor" (Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin / Giuseppe Sinopoli)
•Blavet: Flötenkonzert a-Moll (Les Buffardins / Frank Theuns, Traversflöte und Leitung)
•Beethoven: Violinsonate F-Dur op. 24 "Frühlingssonate" (Renaud Capuçon / Frank Braley, Klavier)
•Dvorák: Böhmische Suite D-Dur op. 39 (Tschechische Philharmonie / Libor Pesek)
•Händel: "Theodora" – Duett Theodora – Didymus "Streams of pleasure ever flowing" HWV 68 (Carolyn Sampson, Sopran / Robin Blaze, Countertenor / The Orchestra of the Age of


15:00 hr2-Kulturlunch: Wolf Wondratschek oder Die Liebe zur Musik (120 Min.)

Wer Wolf Wondratschek noch immer nur als Poet des Rock 'n' Roll bezeichnet, kennt ihn nicht. Die Liebe zur Musik zieht sich durch sein Leben und Werk. In seinem Roman "Mara" lässt er ein Cello (Stradivari 1711) von seinem bewegten Leben erzählen. "Selbstbild mit russischem Klavier" handelt nicht nur von Musik, sondern "übersetzt deren Wirkung ins Sprachliche", wie es ein Kritiker formulierte.

Hába-Quartett:
Sha Katsouris und Artur Podlesniy, Violinen
Peter Zelienka, Viola
Arnold Ilg, Violoncello
Maria Ollikainen, Klavier
Rezitation: Wolf Wondratschek
Moderation: Tabea Dupree
(Aufnahme vom 10. April aus dem hr-Sendesaal in Frankfurt)

Aus beiden Romanen wird Wolf Wondratschek lesen. Das Musikprogramm basiert auf Wünschen und Vorschlägen des Autors und wird Werke von Mozart bis Britten umfassen.


17:00 Klassikzeit mit dem hr-Sinfonieorchester (60 Min.)
Ausgewählte Aufnahmen mit dem hr-Sinfonieorchester

•Bach: 2. Orchestersuite h-Moll BWV 1067 (Sebastian Wittiber, Flöte / Paavo Järvi)
•Berlioz: Drei Ballettmusiken aus der Oper "Les Troyens" (Alain Altinoglu)
•Saint-Saëns: 1. Cellokonzert a-Moll op. 33 (Sol Gabetta / Leonard Slatkin)


18:00 Feature: Tag der Deutschen Einheit (60 Min.)
Die Zeit der Wende
Detlef Michelers
Dorothee Meyer-Kahrweg

Während 1982 im Westen die Ära des Kanzlers Helmut Kohl begann, stand die DDR unter der Führung von Erich Honecker kurz vor dem Bankrott. Gleichzeitig setzten sich in der DDR mehr und mehr Bürger gegen Umweltverschmutzung und für mehr Demokratie ein. Einen großen Schub erhielten sie durch die Politik Michail Gorbatschows, der seit 1985 Erster Sekretär der KPdSU war. Er proklamierte Glasnost und Perestroika, Transparenz und Umgestaltung, und leitete damit eine neue Ära ein. Nach monatelangen Montagsdemonstrationen und immer stärkeren Flüchtlingsströmen in den Westen muss Erich Honecker 1989 zurücktreten. Kurz danach, am 9. November, öffnen sich die Schlagbäume zwischen BRD und DDR. Die Mauer ist gefallen. Helmut Kohl ergreift die Gunst der Stunde und bereitet in zähen Verhandlungen mit ehemaligen Siegermächten die Wiedervereinigung vor. – Experte dieser Sendung ist Manfred Görtemaker, Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam und Autor wichtiger Bücher zur Nachkriegsgeschichte. Friedrich Schorlemmer, Theologe und Publizist, schildert die Zeit der Wende aus der Innensicht. Er hatte als Oppositioneller die Wende in der DDR mit vorbereitet und begleitet.


19:00 Jazz am Feiertag (60 Min.)
Am Mikrofon: Daniella Baumeister

Stale Storlokken – Ghost Caravan
Stale Storløkken, org
Jazzfest Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, November 2021


20:00 Kronberg Festival – Ausklang mit dem hr-Sinfonieorchester und (180 Min.)
Christoph Eschenbach

Unter Leitung von Christoph Eschenbach bestreitet das hr-Sinfonieorchester im neuen Casals Forum Kronberg das Abschlusskonzert des Kronberg Academy Festivals 2022. Mit dabei als Solist ist Christian Tetzlaff. Das Violinkonzert von Johannes Brahms sowie Antonín Dvoráks 9. Sinfonie ("Aus der Neuen Welt") stehen als Hauptwerke auf dem Programm. Christian Tetzlaff, Violine hr-Sinfonieorchester Leitung: Christoph Eschenbach Dvorák: Carnival Ouvertüre A-Dur op. 92 Brahms: Violinkonzert D-Dur op. 77 Dvorák: 9. Sinfonie e-Moll op. 95 "Aus der neuen Welt" (Übertragung aus dem Casals Forum Kronberg)


23:00 – 24:00 Doppelkopf (60 Min.)
Am Tisch mit Ilko-Sascha Kowalczuk, "Einheits-Bewältiger"

*

Dienstag, 4. Oktober 2022


00:00 Nachrichten und Wetter (3 Min.)


00:03 Das ARD-Nachtkonzert (I) (117 Min.)
Präsentiert von BR-KLASSIK

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Louis Spohr: "Alruna", Ouvertüre, op. 21 (Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin: Christian Fröhlich); Joseph Haydn: Violoncellokonzert C-Dur, Hob. VIIb/1 (Alban Gerhard, Violoncello; Kammerakademie Potsdam); Johannes Brahms: Streichquartett a-Moll, op. 51, Nr. 2 (Artemis Quartett); Peter Tschaikowsky: Symphonie Nr. 5 e-Moll, op. 64 (Berliner Philharmoniker: Daniel Barenboim)


02:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


02:03 Das ARD-Nachtkonzert (II) (117 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Leopold Anton Kozeluch: Konzert B-Dur (Prager Klavierduo; Tschechische Kammerphilharmonie Pardubice: Leos Svárovský); Felix Mendelssohn Bartholdy: Streichquartett D-Dur, op. 44, Nr. 1 (Leipziger Streichquartett); Johannes Brahms: "Schicksalslied", op. 54 (Collegium Vocale Gent; Orchestre des Champs-Élysées: Philippe Herreweghe); Ferdinand Ries: Oktett As-Dur, op. 128 (Linos-Ensemble); Celedonio of St. Martin in the Fields: Neville Marriner)


04:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


04:03 Das ARD-Nachtkonzert (III) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Edvard Grieg: Zwei nordische Weisen, op. 63 (Philharmonisches Orchester Bergen: Ole Kristian Ruud); Marc-Antoine Charpentier: "Litanies de la Vierge" (Les Arts Florissants: William Christie); Sergej Rachmaninow: Rhapsodie über ein Thema von Paganini, op. 43 (Michail Pletnev, Klavier; Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken: Jean Fournet)


05:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


05:03 Das ARD-Nachtkonzert (IV) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Franz Vinzenz Krommer: Sinfonia concertante Es-Dur, Allegro, op. 70 (Paul Meyer, Klarinette; Janos Rolla, Violine; Franz Liszt Chamber Orchestra, Flöte und Leitung: Jean-Pierre Rampal); Max Bruch: "Schwedische Tänze", op. 63, Nr. 2 (SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern: Werner Andreas Albert); Frédéric Chopin: Polonaise d-Moll, op. 71, Nr. 1 (Eugéne Mursky, Klavier); Carl Philipp Emanuel Bach: Sinfonie B-Dur, Wq 182, Nr. 2 (The English Concert: Trevor Pinnock); Johann Christoph Pepusch: Sonate (Spirit of Musicke); Peter Tschaikowsky: "Der Nussknacker", Blumenwalzer, op. 71, Nr. 13 (Berliner Philharmoniker: Simon Rattle)


06:00 Am Morgen (180 Min.)
Inspiriert und entspannt in den Tag mit dem Besten aus der klassischen Musik, mit neuen Buch- und Hörbuchideen und mit einem Überblick über die Kulturthemen des Tages.
6:30 Zuspruch
7:40 Frühkritik
Nachrichten und Wetter jeweils zur vollen Stunde.


09:00 Lesung | "Alte Mädchen" von Julia Wolf (Folge 16 | 21) (30 Min.)

Drei Damen sitzen im Seniorenheim vor dem Fernseher und schauen Germanys Next Topmodel, eine Tante versucht ihre Nichte in Kambodscha zu erreichen und drei Freundinnen sehen sich nach langer Zeit wieder. Eine ist schwanger, die andere macht Karriere, die Dritte nicht. In drei Teilen zeichnet Julia Wolf ein poetisches Panorama von drei Frauengenerationen, die auf unterschiedlichste Weise im Leben stehen. Wie ein Schatten liegt über ihnen allen der Krieg, der unter die Teppiche der kleinbürgerlichen westdeutschen Haushalte gekehrt wurde.

Marjellchen | Wir begegnen Hannelore, Else und Anni die noch um die schönsten Zähne konkurrieren und ihren persönlichen Prinzen im Pfleger der Nachschicht finden. Obwohl sie sicher im Sessel vor dem Fernseher sitzen, verfolgt sie noch immer die eigene Flucht. Neue Heimat, Altes Haus | Wir hören Tante Gudrun und Mutter Gerlinde bei einer Sprachnachricht an ihre Nichte und Tochter zu, die sich schon vor Jahren nach Kambodscha aus dem Staub gemacht hat. Die Großmutter, Mutti, ist gerade gestorben, das Erbe muss geregelt werden. Tante Gudrun kommt ins Erzählen – von ihrer Kindheit in den fünfziger Jahren, von Ehemännern, von Krebs und von Scheidungen. Ob ihre Nichte, Tini, sich bei ihr meldet?

MILF | Und wir wohnen dem Reunion-Wochenende von Jenny, Undine und Thao bei, Mitdreißiger und ehemals beste Freundinnen, deren Lebenswege in sehr verschiedene Richtungen führen. Thao hat sich ein Pferd gekauft und steht mit beiden Beinen im Job, Jenny hört jeden Morgen die Herztöne ihres ungeborenen Kindes ab und Undine hat noch eine Miete auf dem Konto und schwimmt durchs Leben. Dann platzt die Fruchtblase. Die Autorin, Julia Wolf, wurde 1980 in Groß-Gerau geboren und lebt heute in Berlin und Leipzig. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie vielfach ausgezeichnet. Beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb 2016 bekam sie so etwa für den Ausschnitt aus ihrem Roman "Walter Nowak bleibt liegen" den 3sat Preis. "Walter Nowak bleibt liegen" wurde außerdem mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet und war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für ihren aktuellen Roman "Alte Mädchen" wurde Julia Wolf mit dem Robert Gernhardt Preis 2018 ausgezeichnet.

Aus der Laudatio von Alf Mentzer zum Robert Gernhardt Preis 2018: "Julia Wolf schreibt nicht Ereignisgeschichte; sie schreibt Bewusstseinsgeschichte. ( …) Über spezifische Wahrnehmungskonstellationen erzeugt sie eine poetische Realität, in der Bilder, Kontexte, Wörter und Sätze in Bewegung geraten. Insofern arbeitet sie nicht am Abbild des westdeutschen Nachkriegsmilieus; sie arbeitet am Bewusstsein dieses Milieus und erweitert die Möglichkeiten, sich darüber zu verständigen. Sie erweitert die Wahrnehmungs- und Sprechmöglichkeiten und schafft damit ein Bild des Nachkriegsmilieus, das man so noch nicht gesehen hat, ein Bild, das unsere Möglichkeiten, zu sprechen, neu justiert und mit den Grenzen des Sprechens auch die Grenzen unserer Welt erweitert."

Sprecherin: Melanie Straub
Regie: Marlene Breuer
Technik: Josuel Theegarten
Besetzung: Heike Oehlschlägel
Assistenz: Sara Glahe
Redaktion: Marit Zickermann & Julika Tillmanns
Produktion: hr / 2022

Julia Wolf: Alte Mädchen
Frankfurter Verlagsanstalt
288 Seiten
September 2022


09:30 Am Vormittag (150 Min.)
Musik aus Barock, Klassik und Romantik – zum Genießen und Entspannen.
Außerdem: Tipps und Aktuelles aus der Welt der Kultur.

Unser Musikprogramm:
(eine Auswahl)
•Elmer Bernstein: Suite aus "Die glorreichen Sieben" (21st Century Symphony Orchestra / Ludwig Wicki)
•Mozart: Klaviertrio C-Dur KV 548 (Trio Parnassus)
•Schubert: 5. Sinfonie B-Dur D 485 (Wiener Philharmoniker / Riccardo Muti)
•Liszt: 1. Mephisto-Walzer (Gabriela Montero, Klavier)
•Kraus: Bratschenkonzert C-Dur (David Aaron Carpenter / Tapiola Sinfonietta / Janne Nisonen)
•Bach: 3. Orchestersuite D-Dur BWV 1068 (Concerto Italiano / Rinaldo Alessandrini)
•Smetana: "Sárka" aus "Mein Vaterland" (Royal Liverpool Philharmonic Orchestra / Libor Pesek)


12:00 Doppelkopf (60 Min.)
Am Tisch mit Johann Scheerer, "Musikretter"


13:00 Am Mittag (90 Min.)
Musik aus Barock, Klassik und Romantik – zum Genießen und Entspannen.
Außerdem: Tipps und Aktuelles aus der Welt der Kultur.

Unser Musikprogramm:
(eine Auswahl)
•Debussy: Danse (Alain Planès, Klavier)
•Ferlendis: 3. Oboenkonzert C-Dur (Diego Dini Ciacci / Haydn-Orchester)
•Mendelssohn: Ouvertüre zum "Sommernachtstraum" op. 21 (Gewandhausorchester / Riccardo Chailly)
•Mondonville: Sonate op. 3 Nr. 6 für Streicher und Basso continuo (Les Musiciens du
•Schumann: Vier Gesänge op. 142 (Christian Gerhaher, Bariton / Gerold Huber, Klavier)


14:30 Lesung | "Alte Mädchen" von Julia Wolf (Folge 16 | 21) (30 Min.)

Drei Damen sitzen im Seniorenheim vor dem Fernseher und schauen Germanys Next Topmodel, eine Tante versucht ihre Nichte in Kambodscha zu erreichen und drei Freundinnen sehen sich nach langer Zeit wieder. Eine ist schwanger, die andere macht Karriere, die Dritte nicht. In drei Teilen zeichnet Julia Wolf ein poetisches Panorama von drei Frauengenerationen, die auf unterschiedlichste Weise im Leben stehen. Wie ein Schatten liegt über ihnen allen der Krieg, der unter die Teppiche der kleinbürgerlichen westdeutschen Haushalte gekehrt wurde.

Marjellchen | Wir begegnen Hannelore, Else und Anni die noch um die schönsten Zähne konkurrieren und ihren persönlichen Prinzen im Pfleger der Nachschicht finden. Obwohl sie sicher im Sessel vor dem Fernseher sitzen, verfolgt sie noch immer die eigene Flucht. Neue Heimat, Altes Haus | Wir hören Tante Gudrun und Mutter Gerlinde bei einer Sprachnachricht an ihre Nichte und Tochter zu, die sich schon vor Jahren nach Kambodscha aus dem Staub gemacht hat. Die Großmutter, Mutti, ist gerade gestorben, das Erbe muss geregelt werden. Tante Gudrun kommt ins Erzählen – von ihrer Kindheit in den fünfziger Jahren, von Ehemännern, von Krebs und von Scheidungen. Ob ihre Nichte, Tini, sich bei ihr meldet?

MILF | Und wir wohnen dem Reunion-Wochenende von Jenny, Undine und Thao bei, Mitdreißiger und ehemals beste Freundinnen, deren Lebenswege in sehr verschiedene Richtungen führen. Thao hat sich ein Pferd gekauft und steht mit beiden Beinen im Job, Jenny hört jeden Morgen die Herztöne ihres ungeborenen Kindes ab und Undine hat noch eine Miete auf dem Konto und schwimmt durchs Leben. Dann platzt die Fruchtblase. Die Autorin, Julia Wolf, wurde 1980 in Groß-Gerau geboren und lebt heute in Berlin und Leipzig. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie vielfach ausgezeichnet. Beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb 2016 bekam sie so etwa für den Ausschnitt aus ihrem Roman "Walter Nowak bleibt liegen" den 3sat Preis. "Walter Nowak bleibt liegen" wurde außerdem mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet und war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für ihren aktuellen Roman "Alte Mädchen" wurde Julia Wolf mit dem Robert Gernhardt Preis 2018 ausgezeichnet.

Aus der Laudatio von Alf Mentzer zum Robert Gernhardt Preis 2018: "Julia Wolf schreibt nicht Ereignisgeschichte; sie schreibt Bewusstseinsgeschichte. ( …) Über spezifische Wahrnehmungskonstellationen erzeugt sie eine poetische Realität, in der Bilder, Kontexte, Wörter und Sätze in Bewegung geraten. Insofern arbeitet sie nicht am Abbild des westdeutschen Nachkriegsmilieus; sie arbeitet am Bewusstsein dieses Milieus und erweitert die Möglichkeiten, sich darüber zu verständigen. Sie erweitert die Wahrnehmungs- und Sprechmöglichkeiten und schafft damit ein Bild des Nachkriegsmilieus, das man so noch nicht gesehen hat, ein Bild, das unsere Möglichkeiten, zu sprechen, neu justiert und mit den Grenzen des Sprechens auch die Grenzen unserer Welt erweitert."

Sprecherin: Melanie Straub
Regie: Marlene Breuer
Technik: Josuel Theegarten
Besetzung: Heike Oehlschlägel
Assistenz: Sara Glahe
Redaktion: Marit Zickermann & Julika Tillmanns
Produktion: hr / 2022

Julia Wolf: Alte Mädchen
Frankfurter Verlagsanstalt
288 Seiten
September 2022


15:00 Am Nachmittag (180 Min.)
Gut informiert mit dem aktuellen Kulturgespräch und entspannter Musik durch den Nachmittag.


18:00 Der Tag (60 Min.)
Ein Thema, viele Perspektiven


19:00 Hörbar (60 Min.)
Musik grenzenlos und global – Chanson, Folk, Jazz, Singer/Songwriter, Klassik oder Filmmusik – hier ist alles möglich


20:00 Das hr-Sinfonieorchester in der Alten Oper Frankfurt (90 Min.)

Emotional, expressiv, berührend. "Ich bin eher der emotionale Spieler, nicht der perfekte", sagt Mischa Maisky. Wie perfekt er aber das Emotionale zu vermitteln versteht, zeigt er hier. "Ich spiele jedes Konzert, als wäre es mein letztes", hat er einmal gesagt. Auch in diesem Konzert konnte er zwei seiner großen Stärken präsentieren: seinen so berührenden, emotionalen Ton in Max Bruchs "Kol Nidrei" und seine überschäumende Expressivität in Peter Tschaikowskys "Rokoko-Variationen".

Mischa Maisky, Violoncello
Leitung: Paavo Järvi
Sibelius: Nächtlicher Ritt und Sonnenaufgang
Tschaikowsky: Nocturne d-Moll
Bruch: Kol Nidrei op. 47
Tschaikowsky: Rokoko-Variationen op. 33
Schmidt: 4. Sinfonie C-Dur
Schmidt: Intermezzo aus "Notre Dame"
(Aufnahmen vom 26. und 27. April 2018 aus dem Großen Saal)

Kennen Sie Schmidt? Franz Schmidt? Als eine "kleine Sensation" bezeichnete die FAZ 2013 die Aufführung der 2. Sinfonie des selten zu hörenden österreichischen Spätromantikers durch das hr-Sinfonieorchester unter der Leitung seines "Conductor Laureate" Paavo Järvi. Auch die "Dritte" hatten die Musiker bereits im Programm: In diesem Konzert folgte die "Vierte": Schmidts wohl reifste Sinfonie, ein Werk voller Melancholie und orchestraler Meisterschaft. Es beginnt und endet mit einem frei im Raum stehenden Trompetensolo, das nach Ansicht des Komponisten klingen würde wie "die letzte Musik, die man ins Jenseits mitnimmt".


21:30 Freiheit Deluxe (60 Min.)
Podcast mit Jagoda Marinic

Jagoda Marinic erkundet mit ihren Gästen die Kunst-, Meinungs- und Gedankenfreiheit als Bedingung für gesellschaftliche Entwicklung.


22:30 Jazz and More (30 Min.)
An den Rändern des Jazz
Am Mikrofon: Bianca Schwarz

Heute mit: Ragawerk: Ragawerk
Chai Masters: Magic Realism
Randal Despommier feat. Ben Monder: A Midsummer Odyssey


23:00 – 24:00 Doppelkopf (60 Min.)
Am Tisch mit Johann Scheerer, "Musikretter"

*

Mittwoch, 5. Oktober 2022


00:00 Nachrichten und Wetter (3 Min.)


00:03 Das ARD-Nachtkonzert (I) (117 Min.)
Präsentiert von BR-KLASSIK

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Joseph Haydn: Hornkonzert D-Dur, Hob. VIId/3 (Andrew Joy, Horn; Kölner Rundfunkorchester: Johannes Goritzki); Leonard Bernstein: "West Side Story", Symphonic Dances (Klavierduo Genova und Dimitrov); Niccolò Paganini: Violinkonzert Nr. 4 d-Moll (Ingolf Turban, Violine; WDR Rundfunkorchester Köln: Lior Shambadal); Georg Philipp Telemann: "Göttlichs Kind, laß mit Entzücken", TWV 1:1020a (Klaus Mertens, Bass; Berliner Barock-Compagney); Edvard Grieg: Symphonie c-Moll (WDR Sinfonieorchester Köln: Eivind Aadland)


02:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


02:03 Das ARD-Nachtkonzert (II) (117 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Jean-Baptiste Lully: "Armide", Ouverture, Chaconne & Tous les autres Airs à jouer (Capriccio Barockorchester: Dominik Kiefer); Joachim Raff: Sonate Nr. 3 D-Dur, op. 128 (Ingolf Turban, Violine; Jascha Nemtsov, Klavier); Wilhelm Peterson-Berger: Symphonie Nr. 4 A-Dur - "Stockholm" (Sinfonieorchester Norrköping: Michail Jurowski); Georg Friedrich Händel: Suite g-Moll, HWV 432 (Jewgenij Koroliow, Klavier); August Ritter: Sinfonia concertante F-Dur (Karl-Otto Hartmann, Eberhard Buschmann, Fagott; Academy of St. Martin in the Fields: Iona Brown)


04:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


04:03 Das ARD-Nachtkonzert (III) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Edward Elgar: "The wand of youth", Suite Nr. 1, op. 1 a (Orchestra of the Welsh National Opera: Charles Mackerras); Carl Maria von Weber: Trio g-Moll, op. 63 (Trio Laflamme); Maurice Ravel: "Tzigane" (Joshua Bell, Violine; Royal Philharmonic Orchestra: Andrew Litton)


05:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


05:03 Das ARD-Nachtkonzert (IV) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Joseph Martin Kraus: Pantomime in D (Swedish Chamber Orchestra: Petter Sundkvist); Johann Nepomuk Hummel: Klaviertrio Es-Dur, Allegro con moto, op. 93 (Trio Parnassus); Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie D-Dur, KV 97 (The Academy of Ancient Music: Christopher Hogwood); Niccolò Paganini: Violinkonzert D-Dur, Rondo, op. 6 (Hilary Hahn, Violine; Schwedisches Radio-Sinfonieorchester: Eiji Oue); Émile Waldteufel: "Hébé", op. 228 (Staatliches Philharmonisches Orchester der Slowakei: Alfred Walter); Carl Reinecke: Klavierkonzert e-Moll, Finale, op. 120 (Klaus Hellwig, Klavier; Nordwestdeutsche Philharmonie: Alun Francis)


06:00 Am Morgen (180 Min.)
Inspiriert und entspannt in den Tag mit dem Besten aus der klassischen Musik, mit neuen Buch- und Hörbuchideen und mit einem Überblick über die Kulturthemen des Tages.
6:30 Zuspruch
7:40 Frühkritik
Nachrichten und Wetter jeweils zur vollen Stunde.


09:00 Lesung | "Alte Mädchen" von Julia Wolf (Folge 17 | 21) (30 Min.)

Drei Damen sitzen im Seniorenheim vor dem Fernseher und schauen Germanys Next Topmodel, eine Tante versucht ihre Nichte in Kambodscha zu erreichen und drei Freundinnen sehen sich nach langer Zeit wieder. Eine ist schwanger, die andere macht Karriere, die Dritte nicht. In drei Teilen zeichnet Julia Wolf ein poetisches Panorama von drei Frauengenerationen, die auf unterschiedlichste Weise im Leben stehen. Wie ein Schatten liegt über ihnen allen der Krieg, der unter die Teppiche der kleinbürgerlichen westdeutschen Haushalte gekehrt wurde.

Marjellchen | Wir begegnen Hannelore, Else und Anni die noch um die schönsten Zähne konkurrieren und ihren persönlichen Prinzen im Pfleger der Nachschicht finden. Obwohl sie sicher im Sessel vor dem Fernseher sitzen, verfolgt sie noch immer die eigene Flucht. Neue Heimat, Altes Haus | Wir hören Tante Gudrun und Mutter Gerlinde bei einer Sprachnachricht an ihre Nichte und Tochter zu, die sich schon vor Jahren nach Kambodscha aus dem Staub gemacht hat. Die Großmutter, Mutti, ist gerade gestorben, das Erbe muss geregelt werden. Tante Gudrun kommt ins Erzählen – von ihrer Kindheit in den fünfziger Jahren, von Ehemännern, von Krebs und von Scheidungen. Ob ihre Nichte, Tini, sich bei ihr meldet?

MILF | Und wir wohnen dem Reunion-Wochenende von Jenny, Undine und Thao bei, Mitdreißiger und ehemals beste Freundinnen, deren Lebenswege in sehr verschiedene Richtungen führen. Thao hat sich ein Pferd gekauft und steht mit beiden Beinen im Job, Jenny hört jeden Morgen die Herztöne ihres ungeborenen Kindes ab und Undine hat noch eine Miete auf dem Konto und schwimmt durchs Leben. Dann platzt die Fruchtblase. Die Autorin, Julia Wolf, wurde 1980 in Groß-Gerau geboren und lebt heute in Berlin und Leipzig. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie vielfach ausgezeichnet. Beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb 2016 bekam sie so etwa für den Ausschnitt aus ihrem Roman "Walter Nowak bleibt liegen" den 3sat Preis. "Walter Nowak bleibt liegen" wurde außerdem mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet und war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für ihren aktuellen Roman "Alte Mädchen" wurde Julia Wolf mit dem Robert Gernhardt Preis 2018 ausgezeichnet.

Aus der Laudatio von Alf Mentzer zum Robert Gernhardt Preis 2018: "Julia Wolf schreibt nicht Ereignisgeschichte; sie schreibt Bewusstseinsgeschichte. ( …) Über spezifische Wahrnehmungskonstellationen erzeugt sie eine poetische Realität, in der Bilder, Kontexte, Wörter und Sätze in Bewegung geraten. Insofern arbeitet sie nicht am Abbild des westdeutschen Nachkriegsmilieus; sie arbeitet am Bewusstsein dieses Milieus und erweitert die Möglichkeiten, sich darüber zu verständigen. Sie erweitert die Wahrnehmungs- und Sprechmöglichkeiten und schafft damit ein Bild des Nachkriegsmilieus, das man so noch nicht gesehen hat, ein Bild, das unsere Möglichkeiten, zu sprechen, neu justiert und mit den Grenzen des Sprechens auch die Grenzen unserer Welt erweitert."

Sprecherin: Melanie Straub
Regie: Marlene Breuer
Technik: Josuel Theegarten
Besetzung: Heike Oehlschlägel
Assistenz: Sara Glahe
Redaktion: Marit Zickermann & Julika Tillmanns
Produktion: hr / 2022

Julia Wolf: Alte Mädchen
Frankfurter Verlagsanstalt
288 Seiten
September 2022
Mehr zu den Lesungen in hr2-kultur finden Sie hier.
Sendung: hr2-kultur, "Lesung", 05.10.2022, 9:05 – 9:30 Uhr.


09:30 Am Vormittag (150 Min.)
Musik aus Barock, Klassik und Romantik – zum Genießen und Entspannen.
Außerdem: Tipps und Aktuelles aus der Welt der Kultur.

Unser Musikprogramm:
(eine Auswahl)
•Smetana: Ouvertüre zur Oper "Die verkaufte Braut" (Academy of St. Martin-in-the-Fields / Neville Marriner)
•Vivaldi: Fagottkonzert C-Dur RV 491 (Sergio Azzolini / L'Onda Armonica)
•Chopin: Andante spianato et Grande Polonaise Es-Dur op. 22 (Freddy Kempf, Klavier)
•Clementi: 2. Sinfonie D-Dur (Philharmonia Orchestra / Francesco D'Avalos)
•Bach: Violinsonate c-Moll BWV 1017 (Leila Schayegh / Jörg Halubek, Cembalo)
•Dvorák: Die Mittagshexe op. 108 (hr-Sinfonieorchester / Andrés Orozco-Estrada)
•Haydn: 11. Klavierkonzert D-Dur (Jewgenij Kissin / Moskauer Virtuosen / Vladimir Spivakov)


12:00 Doppelkopf (60 Min.)
Am Tisch mit Thomas C. Breuer, "Widersinniger"


13:00 Am Mittag (90 Min.)
Musik aus Barock, Klassik und Romantik – zum Genießen und Entspannen.
Außerdem: Tipps und Aktuelles aus der Welt der Kultur.

Unser Musikprogramm:
(eine Auswahl)
•Beethoven: Variationen über "Ein Mädchen oder Weibchen" op. 66 (István Várdai,
•Bizet: Sinfonie C-Dur (Scottish Chamber Orchestra / Jukka-Pekka Saraste)
•Albinoni: Trompetenkonzert B-Dur op. 7 Nr. 3 (Tine Thing Helseth / Norwegisches
•Rubinstein: Melodie F-Dur (Stephen Hough, Klavier)


14:30 Lesung | "Alte Mädchen" von Julia Wolf (Folge 17 | 21) (30 Min.)

Drei Damen sitzen im Seniorenheim vor dem Fernseher und schauen Germanys Next Topmodel, eine Tante versucht ihre Nichte in Kambodscha zu erreichen und drei Freundinnen sehen sich nach langer Zeit wieder. Eine ist schwanger, die andere macht Karriere, die Dritte nicht. In drei Teilen zeichnet Julia Wolf ein poetisches Panorama von drei Frauengenerationen, die auf unterschiedlichste Weise im Leben stehen. Wie ein Schatten liegt über ihnen allen der Krieg, der unter die Teppiche der kleinbürgerlichen westdeutschen Haushalte gekehrt wurde.

Marjellchen | Wir begegnen Hannelore, Else und Anni die noch um die schönsten Zähne konkurrieren und ihren persönlichen Prinzen im Pfleger der Nachschicht finden. Obwohl sie sicher im Sessel vor dem Fernseher sitzen, verfolgt sie noch immer die eigene Flucht. Neue Heimat, Altes Haus | Wir hören Tante Gudrun und Mutter Gerlinde bei einer Sprachnachricht an ihre Nichte und Tochter zu, die sich schon vor Jahren nach Kambodscha aus dem Staub gemacht hat. Die Großmutter, Mutti, ist gerade gestorben, das Erbe muss geregelt werden. Tante Gudrun kommt ins Erzählen – von ihrer Kindheit in den fünfziger Jahren, von Ehemännern, von Krebs und von Scheidungen. Ob ihre Nichte, Tini, sich bei ihr meldet?

MILF | Und wir wohnen dem Reunion-Wochenende von Jenny, Undine und Thao bei, Mitdreißiger und ehemals beste Freundinnen, deren Lebenswege in sehr verschiedene Richtungen führen. Thao hat sich ein Pferd gekauft und steht mit beiden Beinen im Job, Jenny hört jeden Morgen die Herztöne ihres ungeborenen Kindes ab und Undine hat noch eine Miete auf dem Konto und schwimmt durchs Leben. Dann platzt die Fruchtblase. Die Autorin, Julia Wolf, wurde 1980 in Groß-Gerau geboren und lebt heute in Berlin und Leipzig. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie vielfach ausgezeichnet. Beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb 2016 bekam sie so etwa für den Ausschnitt aus ihrem Roman "Walter Nowak bleibt liegen" den 3sat Preis. "Walter Nowak bleibt liegen" wurde außerdem mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet und war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für ihren aktuellen Roman "Alte Mädchen" wurde Julia Wolf mit dem Robert Gernhardt Preis 2018 ausgezeichnet.

Aus der Laudatio von Alf Mentzer zum Robert Gernhardt Preis 2018: "Julia Wolf schreibt nicht Ereignisgeschichte; sie schreibt Bewusstseinsgeschichte. ( …) Über spezifische Wahrnehmungskonstellationen erzeugt sie eine poetische Realität, in der Bilder, Kontexte, Wörter und Sätze in Bewegung geraten. Insofern arbeitet sie nicht am Abbild des westdeutschen Nachkriegsmilieus; sie arbeitet am Bewusstsein dieses Milieus und erweitert die Möglichkeiten, sich darüber zu verständigen. Sie erweitert die Wahrnehmungs- und Sprechmöglichkeiten und schafft damit ein Bild des Nachkriegsmilieus, das man so noch nicht gesehen hat, ein Bild, das unsere Möglichkeiten, zu sprechen, neu justiert und mit den Grenzen des Sprechens auch die Grenzen unserer Welt erweitert."

Sprecherin: Melanie Straub
Regie: Marlene Breuer
Technik: Josuel Theegarten
Besetzung: Heike Oehlschlägel
Assistenz: Sara Glahe
Redaktion: Marit Zickermann & Julika Tillmanns
Produktion: hr / 2022

Julia Wolf: Alte Mädchen
Frankfurter Verlagsanstalt
288 Seiten
September 2022
Mehr zu den Lesungen in hr2-kultur finden Sie hier.
Sendung: hr2-kultur, "Lesung", 05.10.2022, 9:05 – 9:30 Uhr.


15:00 Am Nachmittag (180 Min.)
Gut informiert mit dem aktuellen Kulturgespräch und entspannter Musik durch den Nachmittag.


18:00 Der Tag (60 Min.)
Ein Thema, viele Perspektiven
Tagesgeschehen um die Ecke gedacht


19:00 Hörbar (60 Min.)
Musik grenzenlos und global – Chanson, Folk, Jazz, Singer/Songwriter, Klassik oder Filmmusik – hier ist alles möglich


20:00 Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen (60 Min.)
Mehr als nur eine Hymne – Variationen über das "Lied der Deutschen"

Die Melodie der heutigen deutschen Nationalhymne ist allgegenwärtig. Josef Haydn erfand sie als österreichische Kaiserhymne. Hoffmann von Fallersleben machte daraus das "Lied der Deutschen". Als Zitat taucht die politische Erkennungsmelodie in den unterschiedlichsten Musikwerken wieder auf: in Impromptus von Clara Schumann, in Sinfonien von Bedrich Smetana, in Märschen von Johann Strauß oder in Virtuosenstücken von Niccolò Paganini.


21:00 Krimi-Hörspiel | Der Augenzeuge | Von Philip Levene (90 Min.)
Ein Mann zweifelt an seiner eigenen Wahrnehmung

Fred Collins, Besitzer einer Imbissstube, bewirtet gerade seine Gäste, als zwei Schüsse fallen. Er läuft sofort auf die Straße und findet die Leiche des alten Grimes in seinem Juwelierladen. In der Dunkelheit sieht er einen Mann davonlaufen, den er kurz zuvor noch bedient hatte, und kann ihn später bei der Polizei bei einer Gegenüberstellung identifizieren. So sicher Fred jedoch ist, sich nicht getäuscht zu haben, so sehr zweifeln selbst seine nächsten Bekannten seine Beobachtung an, und der von ihm identifizierte Mann beteuert seine Unschuld. Nach und nach beschleichen Fred Zweifel.


22:30 Jazzfacts (30 Min.)
What's going on? – Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt
Lakecia Benjamin
Am Mikrofon: Wolf Kampmann

Die amerikanische Saxofonistin Lakecia Benjamin ist fest verwurzelt in der afroamerikanischen Tradition mit ihrer bluesgetränkten Expressivität und ihrer immer auch körperlichen Dimension der Musik. Als Bandleaderin ihrer eigenen "Soul Squad" entwickelt sie einen tanzbaren Mix aus Soul, Funk, Jazz und Hip- Hop, mit dem sie sich als legitime Nachfolgerin von Maceo Parker empfiehlt und garantiert jedes Publikum ins Schwitzen bringt. Parallel dazu beschäftigt sie sich aber auch mit den afroamerikanischen Innovatoren des Jazz der 60er- Jahre, allen voran John und Alice Coltrane. Auf ihrem stargespickten Album "Pursuance" (2020) setzte sie den beiden ein zeitgemäßes Denkmal. Mit dem gleichnamigen Bühnen-Programm "Pursuance – the Coltranes" hebt Benjamin die oft vernachlässigte Pianistin und Komponistin Alice Coltrane auf eine Stufe mit ihrem berühmteren Ehemann. Gleichzeitig knüpft sie an die spirituelle Dimension von John Coltranes Schaffen an: "Er sprach zu Gott in der Sprache, die er kannte, der Sprache des Klangs." Dazu kann man stehen, wie man will, aber das hymnisch-ekstatische Level, das Lakecia Benjamin mit ihrem Quartett und mit ihren mal zärtlich gehauchten, mal schneidend scharfen Altsaxofon-Tiraden erreicht, lässt niemanden kalt.


23:00 – 24:00 Doppelkopf (60 Min.)
Am Tisch mit Thomas C. Breuer, "Widersinniger"

*

Donnerstag, 6. Oktober 2022


00:00 Nachrichten und Wetter (3 Min.)


00:03 Das ARD-Nachtkonzert (I) (117 Min.)
Präsentiert von BR-KLASSIK

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Antonín Dvorák: "Tschechische Suite", op. 39 (NDR Elbphilharmonie Orchester: John Eliot Gardiner); Felix Mendelssohn Bartholdy: Streichquartett a-Moll, op. 13 (Alban Berg Quartett); Max Bruch: Violinkonzert Nr. 1 g-Moll, op. 26 (Antje Weithaas, Violine; NDR Radiophilharmonie: Hermann Bäumer); Robert Schumann: Variationen Es-Dur über ein eigenes Thema, WoO 24 – "Geistervariationen" (Tzimon Barto, Klavier); Frank Martin: Petite Symphonie concertante (Ludmilla Muster, Harfe; Wilhelm Neuhaus, Cembalo; Jürgen Lamke, Klavier; NDR Elbphilharmonie Orchester: Günter Wand)


02:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


02:03 Das ARD-Nachtkonzert (II) (117 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Jean Sibelius: "Schwanenweiß", Suite, op. 54 (Norwegisches Rundfunk-Sinfonie Orchester: Ari Rasilainen); Ludwig van Beethoven: Streichquartett F-Dur, op. 18, Nr. 1 (Jerusalem Quartet); Alexander Glasunow: "Aus dem Mittelalter", op. 79 (Staatliches Akademisches Symphonieorchester der UdSSR: Jewgenij Swetlanow); Robert Schumann: "Liederkreis", op. 24 (Thomas Hampson, Bariton; Wolfgang Sawallisch, Klavier); Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie F-Dur, KV 75 (The English Concert: Trevor Pinnock)


04:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


04:03 Das ARD-Nachtkonzert (III) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Erik Satie: "Relâche", Ballet (Orchestre du Capitole de Toulouse: Michel Plasson); Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett G-Dur, KV 80 (Hagen Quartett); Bohuslav Martinu: Konzert D-Dur (Deborah Nemtanu, Sarah Nemtanu, Violine; Orchestre Philharmonique de Marseille: Lawrence Foster)


05:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


05:03 Das ARD-Nachtkonzert (IV) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Gabriel Pierné: Scherzo-Caprice D-Dur, op. 25 (Stephen Coombs, Klavier; BBC Scottish Symphony Orchestra: Ronald Corp); Wolfgang Amadeus Mozart: Violinkonzert D-Dur, Allegro, KV 218 (Deutsche Kammerphilharmonie, Violine und Leitung: Christian Tetzlaff); Antonio Vivaldi: Konzert C-Dur, RV 505 (Giuliano Carmignola, Amandine Beyer, Violine; Gli Incogniti); Richard Strauss: "Intermezzo", Träumerei am Kamin (Münchner Rundfunkorchester: Ulf Schirmer); Johann Wenzel Kalliwoda: Introduktion und Rondo, op. 51 (Norbert Hauptmann, Horn; Münchner Rundfunkorchester: Kurt Eichhorn); Wassilij Kalinnikow: Symphonie Nr. 2 A-Dur, Allegro scherzando (Malaysian Philharmonic Orchestra: Kees Bakels)


06:00 Am Morgen (180 Min.)
Inspiriert und entspannt in den Tag mit dem Besten aus der klassischen Musik, mit neuen Buch- und Hörbuchideen und mit einem Überblick über die Kulturthemen des Tages.
6:30 Zuspruch
7:40 Frühkritik
Nachrichten und Wetter jeweils zur vollen Stunde.


09:00 Lesung | "Alte Mädchen" von Julia Wolf (Folge 18 | 21) (30 Min.)

Drei Damen sitzen im Seniorenheim vor dem Fernseher und schauen Germanys Next Topmodel, eine Tante versucht ihre Nichte in Kambodscha zu erreichen und drei Freundinnen sehen sich nach langer Zeit wieder. Eine ist schwanger, die andere macht Karriere, die Dritte nicht. In drei Teilen zeichnet Julia Wolf ein poetisches Panorama von drei Frauengenerationen, die auf unterschiedlichste Weise im Leben stehen. Wie ein Schatten liegt über ihnen allen der Krieg, der unter die Teppiche der kleinbürgerlichen westdeutschen Haushalte gekehrt wurde.

Marjellchen | Wir begegnen Hannelore, Else und Anni die noch um die schönsten Zähne konkurrieren und ihren persönlichen Prinzen im Pfleger der Nachschicht finden. Obwohl sie sicher im Sessel vor dem Fernseher sitzen, verfolgt sie noch immer die eigene Flucht. Neue Heimat, Altes Haus | Wir hören Tante Gudrun und Mutter Gerlinde bei einer Sprachnachricht an ihre Nichte und Tochter zu, die sich schon vor Jahren nach Kambodscha aus dem Staub gemacht hat. Die Großmutter, Mutti, ist gerade gestorben, das Erbe muss geregelt werden. Tante Gudrun kommt ins Erzählen – von ihrer Kindheit in den fünfziger Jahren, von Ehemännern, von Krebs und von Scheidungen. Ob ihre Nichte, Tini, sich bei ihr meldet?

MILF | Und wir wohnen dem Reunion-Wochenende von Jenny, Undine und Thao bei, Mitdreißiger und ehemals beste Freundinnen, deren Lebenswege in sehr verschiedene Richtungen führen. Thao hat sich ein Pferd gekauft und steht mit beiden Beinen im Job, Jenny hört jeden Morgen die Herztöne ihres ungeborenen Kindes ab und Undine hat noch eine Miete auf dem Konto und schwimmt durchs Leben. Dann platzt die Fruchtblase. Die Autorin, Julia Wolf, wurde 1980 in Groß-Gerau geboren und lebt heute in Berlin und Leipzig. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie vielfach ausgezeichnet. Beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb 2016 bekam sie so etwa für den Ausschnitt aus ihrem Roman "Walter Nowak bleibt liegen" den 3sat Preis. "Walter Nowak bleibt liegen" wurde außerdem mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet und war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für ihren aktuellen Roman "Alte Mädchen" wurde Julia Wolf mit dem Robert Gernhardt Preis 2018 ausgezeichnet.

Aus der Laudatio von Alf Mentzer zum Robert Gernhardt Preis 2018: "Julia Wolf schreibt nicht Ereignisgeschichte; sie schreibt Bewusstseinsgeschichte. ( …) Über spezifische Wahrnehmungskonstellationen erzeugt sie eine poetische Realität, in der Bilder, Kontexte, Wörter und Sätze in Bewegung geraten. Insofern arbeitet sie nicht am Abbild des westdeutschen Nachkriegsmilieus; sie arbeitet am Bewusstsein dieses Milieus und erweitert die Möglichkeiten, sich darüber zu verständigen. Sie erweitert die Wahrnehmungs- und Sprechmöglichkeiten und schafft damit ein Bild des Nachkriegsmilieus, das man so noch nicht gesehen hat, ein Bild, das unsere Möglichkeiten, zu sprechen, neu justiert und mit den Grenzen des Sprechens auch die Grenzen unserer Welt erweitert."

Sprecherin: Melanie Straub
Regie: Marlene Breuer
Technik: Josuel Theegarten
Besetzung: Heike Oehlschlägel
Assistenz: Sara Glahe
Redaktion: Marit Zickermann & Julika Tillmanns
Produktion: hr / 2022

Julia Wolf: Alte Mädchen
Frankfurter Verlagsanstalt
288 Seiten
September 2022
Mehr zu den Lesungen in hr2-kultur finden Sie hier.
Sendung: hr2-kultur, "Lesung", 06.10.2022, 9:05 – 9:30 Uhr.


09:30 Am Vormittag (150 Min.)
Musik aus Barock, Klassik und Romantik – zum Genießen und Entspannen.
Außerdem: Tipps und Aktuelles aus der Welt der Kultur.

Unser Musikprogramm:
(eine Auswahl)
•Mozart: Hornkonzert Es-Dur KV 417 (Johannes Hinterholzer / Mozarteumorchester / Ivor Bolton)
•Zelenka: "Laetatus sum" für Sopran, Alt und Orchester (Fatma Said / Jakub Józef Orlinski / Il Pomo d'Oro / Francesco Corti)
•Tschaikowsky: 4. Sinfonie f-Moll op. 36 (Tonhalle-Orchester / Paavo Järvi)
•Boccherini: Flötenquintett G-Dur op. 17 Nr. 5 (Beatrice Jaermann-Degex / Quatuor Sine Nomine)
•Händel: 3. Klaviersuite d-Moll HWV 428 (Ragna Schirmer)
•Suppé: Ouvertüre zur Operette "Dichter und Bauer" (Wiener Philharmoniker / Zubin Mehta)


12:00 Doppelkopf (60 Min.)
Am Tisch mit Selma Scheele, "Geschichten-Fischerin"


13:00 Am Mittag (90 Min.)
Musik aus Barock, Klassik und Romantik – zum Genießen und Entspannen.
Außerdem: Tipps und Aktuelles aus der Welt der Kultur.

Unser Musikprogramm:
(eine Auswahl)
•Bach: Cembalokonzert A-Dur BWV 1055 (Céline Frisch / Café Zimmermann)
•Trad. / Canteloube: "Baïlèro" aus "Chants d'Auvergne" (Kate Royal, Sopran / Academy of St. Martin-in-the-Fields / Edward Gardner)
•Haydn: Streichquartett Es-Dur op.1 Nr. 5 (Petersen-Quartett)
•Gershwin: Ein Amerikaner in Paris (Niederländisches Philharmonisches Orchester / Mario Venzago)
•Telemann: Oboensonate a-Moll (Bart Schneemann / Pieter Wispelwey, Violoncello / Menno van Delft, Cembalo)


14:30 Lesung | "Alte Mädchen" von Julia Wolf (Folge 18 | 21) (30 Min.)

Drei Damen sitzen im Seniorenheim vor dem Fernseher und schauen Germanys Next Topmodel, eine Tante versucht ihre Nichte in Kambodscha zu erreichen und drei Freundinnen sehen sich nach langer Zeit wieder. Eine ist schwanger, die andere macht Karriere, die Dritte nicht. In drei Teilen zeichnet Julia Wolf ein poetisches Panorama von drei Frauengenerationen, die auf unterschiedlichste Weise im Leben stehen. Wie ein Schatten liegt über ihnen allen der Krieg, der unter die Teppiche der kleinbürgerlichen westdeutschen Haushalte gekehrt wurde.

Marjellchen | Wir begegnen Hannelore, Else und Anni die noch um die schönsten Zähne konkurrieren und ihren persönlichen Prinzen im Pfleger der Nachschicht finden. Obwohl sie sicher im Sessel vor dem Fernseher sitzen, verfolgt sie noch immer die eigene Flucht. Neue Heimat, Altes Haus | Wir hören Tante Gudrun und Mutter Gerlinde bei einer Sprachnachricht an ihre Nichte und Tochter zu, die sich schon vor Jahren nach Kambodscha aus dem Staub gemacht hat. Die Großmutter, Mutti, ist gerade gestorben, das Erbe muss geregelt werden. Tante Gudrun kommt ins Erzählen – von ihrer Kindheit in den fünfziger Jahren, von Ehemännern, von Krebs und von Scheidungen. Ob ihre Nichte, Tini, sich bei ihr meldet?

MILF | Und wir wohnen dem Reunion-Wochenende von Jenny, Undine und Thao bei, Mitdreißiger und ehemals beste Freundinnen, deren Lebenswege in sehr verschiedene Richtungen führen. Thao hat sich ein Pferd gekauft und steht mit beiden Beinen im Job, Jenny hört jeden Morgen die Herztöne ihres ungeborenen Kindes ab und Undine hat noch eine Miete auf dem Konto und schwimmt durchs Leben. Dann platzt die Fruchtblase. Die Autorin, Julia Wolf, wurde 1980 in Groß-Gerau geboren und lebt heute in Berlin und Leipzig. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie vielfach ausgezeichnet. Beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb 2016 bekam sie so etwa für den Ausschnitt aus ihrem Roman "Walter Nowak bleibt liegen" den 3sat Preis. "Walter Nowak bleibt liegen" wurde außerdem mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet und war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für ihren aktuellen Roman "Alte Mädchen" wurde Julia Wolf mit dem Robert Gernhardt Preis 2018 ausgezeichnet.

Aus der Laudatio von Alf Mentzer zum Robert Gernhardt Preis 2018: "Julia Wolf schreibt nicht Ereignisgeschichte; sie schreibt Bewusstseinsgeschichte. ( …) Über spezifische Wahrnehmungskonstellationen erzeugt sie eine poetische Realität, in der Bilder, Kontexte, Wörter und Sätze in Bewegung geraten. Insofern arbeitet sie nicht am Abbild des westdeutschen Nachkriegsmilieus; sie arbeitet am Bewusstsein dieses Milieus und erweitert die Möglichkeiten, sich darüber zu verständigen. Sie erweitert die Wahrnehmungs- und Sprechmöglichkeiten und schafft damit ein Bild des Nachkriegsmilieus, das man so noch nicht gesehen hat, ein Bild, das unsere Möglichkeiten, zu sprechen, neu justiert und mit den Grenzen des Sprechens auch die Grenzen unserer Welt erweitert."

Sprecherin: Melanie Straub
Regie: Marlene Breuer
Technik: Josuel Theegarten
Besetzung: Heike Oehlschlägel
Assistenz: Sara Glahe
Redaktion: Marit Zickermann & Julika Tillmanns
Produktion: hr / 2022

Julia Wolf: Alte Mädchen
Frankfurter Verlagsanstalt
288 Seiten
September 2022
Mehr zu den Lesungen in hr2-kultur finden Sie hier.
Sendung: hr2-kultur, "Lesung", 06.10.2022, 9:05 – 9:30 Uhr.


15:00 Am Nachmittag (180 Min.)
Gut informiert mit dem aktuellen Kulturgespräch und entspannter Musik durch den Nachmittag.


18:00 Der Tag (60 Min.)
Ein Thema, viele Perspektiven
Tagesgeschehen um die Ecke gedacht


19:00 Hörbar (60 Min.)
Musik grenzenlos und global – Chanson, Folk, Jazz, Singer/Songwriter, Klassik oder Filmmusik – hier ist alles möglich


20:00 Hörbar in concert (90 Min.)


21:30 Neue Musik | Musik – staatenlos (60 Min.)
Der Komponist Hans Winterberg (1901-1991)
Die abenteuerliche Odyssee des Theresienstadt-Überlebenden Hans Winterberg und die späte Wiederentdeckung seines Schaffens.
Eine Sendung von Frank Harders-Wuthenow

Hans Winterberg, ein Schüler Alexander Zemlinskys und Alois Hábas im Prag der 1920er Jahre, überlebte wie durch ein Wunder den Holocaust. 1947 siedelte er in Folge der Beneš-Dekrete in die Bundesrepublik über. Neben seiner Tätigkeit beim Bayerischen Rundfunk schuf er abseits der Avantgarde-Szene ein umfangreiches musikalisches Oeuvre. Nach seinem Tod übergab es sein Rechtsnachfolger einem deutschen Archiv unter der Bedingung, dass es auf Jahrzehnte unter Verschluss zu bleiben habe und die jüdische Abstammung des Komponisten unter allen Umständen zu verschweigen sei. Erst vor kurzem wurde dieser Vertrag annulliert und damit der Weg geöffnet zur Wiederentdeckung eines faszinierenden Komponisten, der die Traditionslinie der tschechischen Musik in der Nachfolge von Leoš Janácek fortsetzte und in der Auseinandersetzung mit Arnold Schönberg zu einem außergewöhnlichen Personalstil fand.


22:30 Jazz Now (30 Min.)
Aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen
Am Mikrofon: Daniella Baumeister
Heute mit: Michael Wollny Trio: Ghosts
Sarah Bernstein: VEER Quartet
Jasper Hoiby
Planet B: What it means to human


23:00 – 24:00 Doppelkopf (60 Min.)
Am Tisch mit Selma Scheele, "Geschichten-Fischerin"

*

Freitag, 7. Oktober 2022


00:00 Nachrichten und Wetter (3 Min.)


00:03 Das ARD-Nachtkonzert (I) (117 Min.)
Präsentiert von BR-KLASSIK

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Joseph Haydn: Symphonie Nr. 6 D-Dur – "Der Morgen" (Münchner Rundfunkorchester: Christoph Poppen); Franz Liszt: "Rhapsodie espagnole", S 254 (Bernd Glemser, Klavier); Maurice Ravel: "Rhapsodie espagnole" (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Lorin Maazel); Johann Sebastian Bach: Sonate a-Moll, BWV 1003 (Lisa Batiashvili, Violine); Maurice Duruflé: Requiem, op. 9 (Okka von der Damerau, Mezzosopran; Ljubomir Puškaric, Bariton; Uladzimir Sinkevich, Violoncello; Max Hanft, Orgel; Chor des Bayerischen Rundfunks; Münchner Rundfunkorchester: Ivan Repušic)


02:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


02:03 Das ARD-Nachtkonzert (II) (117 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Camille Saint-Saëns: Violinkonzert Nr. 3 h-Moll, op. 61 (Ruggiero Ricci, Violine; Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester: Günter Wand); Frank Martin: Trio sur des mélodies populaires irlandaises (Trio Fontenay); Mieczyslaw Weinberg: Klarinettenkonzert, op. 104 (Urban Claesson, Klarinette; Göteborger Sinfoniker: Thord Svedlung); Michail Glinka: Sextett Es-Dur (Ulrike Payer, Klavier; fabergé-quintett); Pietro Locatelli: Concerto grosso Es-Dur, op. 7, Nr. 6 - "Il pianto d'Arianna" (Andrea Keller, Violine; Concerto Köln)


04:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


04:03 Das ARD-Nachtkonzert (III) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Michael Haydn: Symphonie Nr. 2 C-Dur, MH 37 (Slowakisches Kammerorchester Bratislava: Bohdan Warchal); Georgij Catoire: Quatre morceaux, op. 12 (Anna Zassimova, Klavier); Matthew Locke: "The tempest", Bühnenmusik (Il Giardino Armonico: Giovanni Antonini)


05:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


05:03 Das ARD-Nachtkonzert (IV) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Franz von Suppé: "Die schöne Galathée", Ouvertüre (Wiener Philharmoniker: Zubin Mehta); Georg Philipp Telemann: Sonate D-Dur (Gábor Boldoczki, Trompete; Franz Liszt Kammerorchester: János Rolla); Ignacy Feliks Dobrzynski: Klavierkonzert As-Dur, Rondo, op. 2 (Sinfonia Varsovia, Klavier und Leitung: Howard Shelley); Johann Friedrich Fasch: Sinfonia g-Moll, FWV M:g1 (Akademie für Alte Musik Berlin: Amandine Beyer); Frédéric Chopin: Bolero C-Dur, op. 19 (Artur Rubinstein, Klavier); Emilie Mayer: Symphonie Nr. 6 E-Dur, Finale (Philharmonisches Orchester Bremerhaven: Marc Niemann)


06:00 Am Morgen (180 Min.)
Inspiriert und entspannt in den Tag mit dem Besten aus der klassischen Musik, mit neuen Buch- und Hörbuchideen und mit einem Überblick über die Kulturthemen des Tages.
6:30 Zuspruch
7:40 Frühkritik
Nachrichten und Wetter jeweils zur vollen Stunde.


09:00 Lesung | "Alte Mädchen" von Julia Wolf (Folge 19 | 21) (30 Min.)

Drei Damen sitzen im Seniorenheim vor dem Fernseher und schauen Germanys Next Topmodel, eine Tante versucht ihre Nichte in Kambodscha zu erreichen und drei Freundinnen sehen sich nach langer Zeit wieder. Eine ist schwanger, die andere macht Karriere, die Dritte nicht. In drei Teilen zeichnet Julia Wolf ein poetisches Panorama von drei Frauengenerationen, die auf unterschiedlichste Weise im Leben stehen. Wie ein Schatten liegt über ihnen allen der Krieg, der unter die Teppiche der kleinbürgerlichen westdeutschen Haushalte gekehrt wurde.

Marjellchen | Wir begegnen Hannelore, Else und Anni die noch um die schönsten Zähne konkurrieren und ihren persönlichen Prinzen im Pfleger der Nachschicht finden. Obwohl sie sicher im Sessel vor dem Fernseher sitzen, verfolgt sie noch immer die eigene Flucht. Neue Heimat, Altes Haus | Wir hören Tante Gudrun und Mutter Gerlinde bei einer Sprachnachricht an ihre Nichte und Tochter zu, die sich schon vor Jahren nach Kambodscha aus dem Staub gemacht hat. Die Großmutter, Mutti, ist gerade gestorben, das Erbe muss geregelt werden. Tante Gudrun kommt ins Erzählen – von ihrer Kindheit in den fünfziger Jahren, von Ehemännern, von Krebs und von Scheidungen. Ob ihre Nichte, Tini, sich bei ihr meldet?

MILF | Und wir wohnen dem Reunion-Wochenende von Jenny, Undine und Thao bei, Mitdreißiger und ehemals beste Freundinnen, deren Lebenswege in sehr verschiedene Richtungen führen. Thao hat sich ein Pferd gekauft und steht mit beiden Beinen im Job, Jenny hört jeden Morgen die Herztöne ihres ungeborenen Kindes ab und Undine hat noch eine Miete auf dem Konto und schwimmt durchs Leben. Dann platzt die Fruchtblase. Die Autorin, Julia Wolf, wurde 1980 in Groß-Gerau geboren und lebt heute in Berlin und Leipzig. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie vielfach ausgezeichnet. Beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb 2016 bekam sie so etwa für den Ausschnitt aus ihrem Roman "Walter Nowak bleibt liegen" den 3sat Preis. "Walter Nowak bleibt liegen" wurde außerdem mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet und war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für ihren aktuellen Roman "Alte Mädchen" wurde Julia Wolf mit dem Robert Gernhardt Preis 2018 ausgezeichnet.

Aus der Laudatio von Alf Mentzer zum Robert Gernhardt Preis 2018: "Julia Wolf schreibt nicht Ereignisgeschichte; sie schreibt Bewusstseinsgeschichte. ( …) Über spezifische Wahrnehmungskonstellationen erzeugt sie eine poetische Realität, in der Bilder, Kontexte, Wörter und Sätze in Bewegung geraten. Insofern arbeitet sie nicht am Abbild des westdeutschen Nachkriegsmilieus; sie arbeitet am Bewusstsein dieses Milieus und erweitert die Möglichkeiten, sich darüber zu verständigen. Sie erweitert die Wahrnehmungs- und Sprechmöglichkeiten und schafft damit ein Bild des Nachkriegsmilieus, das man so noch nicht gesehen hat, ein Bild, das unsere Möglichkeiten, zu sprechen, neu justiert und mit den Grenzen des Sprechens auch die Grenzen unserer Welt erweitert."

Sprecherin: Melanie Straub
Regie: Marlene Breuer
Technik: Josuel Theegarten
Besetzung: Heike Oehlschlägel
Assistenz: Sara Glahe
Redaktion: Marit Zickermann & Julika Tillmanns
Produktion: hr / 2022

Julia Wolf: Alte Mädchen
Frankfurter Verlagsanstalt
288 Seiten
September 2022


09:30 Am Vormittag (150 Min.)
Musik aus Barock, Klassik und Romantik – zum Genießen und Entspannen.
Außerdem: Tipps und Aktuelles aus der Welt der Kultur.

Unser Musikprogramm:
(eine Auswahl)
•Vivaldi: Violinkonzert F-Dur "Der Herbst" (Alexandra Conunova und Barockensemble)
•Brahms: 2. Klaviersonate fis-Moll op. 2 (Gerhard Oppitz)Beethoven: Variationen über "La ci darem la mano" (Les Vents Français)
•Ravel: Alborada del gracioso (hr-Sinfonieorchester / Lionel Bringuier)
•Haydn: Sinfonie Nr. 48 C-Dur (Concentus musicus Wien / Paul Angerer)
•Saint-Saëns: 1. Cellokonzert a-Moll op. 33 (Daniel Müller-Schott / Deutsches Symphonie-Orchester Berlin / Alexandre Bloch)
•Wagner: "Einzug der Gäste" aus der Oper "Tannhäuser" (Rundfunkchor Leipzig / Staatskapelle Dresden / Silvio Varviso)
•Telemann: Ouvertüre B-Dur TWV 55:B 2 (La Stagione Frankfurt / Michael Schneider)


12:00 Doppelkopf (60 Min.)
Am Tisch mit Ruth Lapide, "Glaubensstreiterin"


13:00 Am Mittag (90 Min.)
Musik aus Barock, Klassik und Romantik – zum Genießen und Entspannen.
14:00 Jüdische Welt
Außerdem: Tipps und Aktuelles aus der Welt der Kultur.

Unser Musikprogramm:
(eine Auswahl)
•Chasins: Fledermaus-Fantasie (Piano Duo Chipak-Kushnir)
•Muffat: Violinsonate D-Dur (Chouchanne Siranossian / Máté Balázs, Violoncello / Leonardo García Alarcó, Cembalo)
•Mozart: Eine kleine Nachtmusik G-Dur KV 525 (Archi di Santa Cecilia / Luigi Piovano)
•Schubert: Der Winterabend D 938 (Markus Schäfer, Tenor / Tobias Koch, Klavier)


14:30 Lesung | "Alte Mädchen" von Julia Wolf (Folge 19 | 21) (30 Min.)

Drei Damen sitzen im Seniorenheim vor dem Fernseher und schauen Germanys Next Topmodel, eine Tante versucht ihre Nichte in Kambodscha zu erreichen und drei Freundinnen sehen sich nach langer Zeit wieder. Eine ist schwanger, die andere macht Karriere, die Dritte nicht. In drei Teilen zeichnet Julia Wolf ein poetisches Panorama von drei Frauengenerationen, die auf unterschiedlichste Weise im Leben stehen. Wie ein Schatten liegt über ihnen allen der Krieg, der unter die Teppiche der kleinbürgerlichen westdeutschen Haushalte gekehrt wurde.

Marjellchen | Wir begegnen Hannelore, Else und Anni die noch um die schönsten Zähne konkurrieren und ihren persönlichen Prinzen im Pfleger der Nachschicht finden. Obwohl sie sicher im Sessel vor dem Fernseher sitzen, verfolgt sie noch immer die eigene Flucht. Neue Heimat, Altes Haus | Wir hören Tante Gudrun und Mutter Gerlinde bei einer Sprachnachricht an ihre Nichte und Tochter zu, die sich schon vor Jahren nach Kambodscha aus dem Staub gemacht hat. Die Großmutter, Mutti, ist gerade gestorben, das Erbe muss geregelt werden. Tante Gudrun kommt ins Erzählen – von ihrer Kindheit in den fünfziger Jahren, von Ehemännern, von Krebs und von Scheidungen. Ob ihre Nichte, Tini, sich bei ihr meldet?

MILF | Und wir wohnen dem Reunion-Wochenende von Jenny, Undine und Thao bei, Mitdreißiger und ehemals beste Freundinnen, deren Lebenswege in sehr verschiedene Richtungen führen. Thao hat sich ein Pferd gekauft und steht mit beiden Beinen im Job, Jenny hört jeden Morgen die Herztöne ihres ungeborenen Kindes ab und Undine hat noch eine Miete auf dem Konto und schwimmt durchs Leben. Dann platzt die Fruchtblase. Die Autorin, Julia Wolf, wurde 1980 in Groß-Gerau geboren und lebt heute in Berlin und Leipzig. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie vielfach ausgezeichnet. Beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb 2016 bekam sie so etwa für den Ausschnitt aus ihrem Roman "Walter Nowak bleibt liegen" den 3sat Preis. "Walter Nowak bleibt liegen" wurde außerdem mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet und war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für ihren aktuellen Roman "Alte Mädchen" wurde Julia Wolf mit dem Robert Gernhardt Preis 2018 ausgezeichnet.

Aus der Laudatio von Alf Mentzer zum Robert Gernhardt Preis 2018: "Julia Wolf schreibt nicht Ereignisgeschichte; sie schreibt Bewusstseinsgeschichte. ( …) Über spezifische Wahrnehmungskonstellationen erzeugt sie eine poetische Realität, in der Bilder, Kontexte, Wörter und Sätze in Bewegung geraten. Insofern arbeitet sie nicht am Abbild des westdeutschen Nachkriegsmilieus; sie arbeitet am Bewusstsein dieses Milieus und erweitert die Möglichkeiten, sich darüber zu verständigen. Sie erweitert die Wahrnehmungs- und Sprechmöglichkeiten und schafft damit ein Bild des Nachkriegsmilieus, das man so noch nicht gesehen hat, ein Bild, das unsere Möglichkeiten, zu sprechen, neu justiert und mit den Grenzen des Sprechens auch die Grenzen unserer Welt erweitert."

Sprecherin: Melanie Straub
Regie: Marlene Breuer
Technik: Josuel Theegarten
Besetzung: Heike Oehlschlägel
Assistenz: Sara Glahe
Redaktion: Marit Zickermann & Julika Tillmanns
Produktion: hr / 2022

Julia Wolf: Alte Mädchen
Frankfurter Verlagsanstalt
288 Seiten
September 2022


15:00 Am Nachmittag (180 Min.)
Gut informiert mit dem aktuellen Kulturgespräch und entspannter Musik durch den Nachmittag.


18:00 Studio Komplex (60 Min.)
Ein Thema, viele Perspektiven

"Studio Komplex" ist Show gewordener Journalismus. Anne-Katrin Eutin und David Ahlf präsentieren jede Woche eine relevante und manchmal sogar aktuelle Geschichte im Podcast. "Studio Komplex" ist bunt, grell, laut und manchmal das Gegenteil davon. Wir ergründen die schmerzhaften Graubereiche des Lebens, aber wiegen uns genauso gern in der Sicherheit dümmlicher Popkultur. Alles muss, nichts kann. Oder so.


19:00 Hörbar (60 Min.)
Musik grenzenlos und global – Chanson, Folk, Jazz, Singer/Songwriter, Klassik oder Filmmusik – hier ist alles möglich


20:00 LIVE – Barock plus: Maurice Steger und das hr-Sinfonieorchester in Frankfurt (150 Min.)

Er ist der führende Virtuose auf seinem besonderen Instrument und ein mitreißender Ensembleleiter: Der Schweizer Blockflötist und Dirigent Maurice Steger – ihn als charismatischen und funkenschlagenden Großmeister der barocken Klangrede und ihrer plastischen Effekte zu erleben, ist immer wieder ein Ereignis.

Maurice Steger, Blockflöte und Leitung Veracini: Orchesterouvertüre VI g-Moll Vivaldi: Concerto "La Notte" g-Moll RV 439 Hosokawa: Nachspiel Nacht – Schlaf (aus: Singing Garden in Venice) Vivaldi: Concerto per molti strumenti F-Dur RV 569 Bach: 4. Brandenburgisches Konzert G-Dur BWV 1049 Vivaldi: Concerto "Il Gardellino" D-Dur RV 428 Vivaldi: Concerto per molti strumenti C-Dur RV 558 (Übertragung aus dem hr-Sendesaal)

Dabei wird es eine gar nicht barocke Insel geben im Programm aus Konzerten und Suiten von Vivaldi, Bach und Veracini: Der japanische Komponist Toshio Hosokawa hat 2011 mit "Singing Garden in Venice" Reflexe geschaffen auf Concerti des Venezianers Antonio Vivaldi - Maurice Steger nennt sie "Dialoggedanken". Er wird dem berühmten Flötenkonzert "La Notte" jenes an der Grenze zur Lautlosigkeit sich bewegende "Nachspiel Nacht" zur Seite stellen, auf das sich Hosokawa hier bezogen hat. "Das Stück spielt mit der Stille", sagt Steger, "es enthält Variationen über den Gedanken des Schlafes und spiegelt so Vivaldis Panoptikum in unserer Zeit."


22:30 Blues'n'Roots (30 Min.)
Blue Notes in vielen Farben
Am Mikrofon: Dagmar Fulle
Auf den Spuren von Janis – Dana Fuchs


23:00 – 24:00 Doppelkopf (60 Min.)
Am Tisch mit Ruth Lapide, "Glaubensstreiterin"

*

Samstag, 8. Oktober 2022


00:00 Nachrichten und Wetter (3 Min.)


00:03 Das ARD-Nachtkonzert (I) (117 Min.)
Präsentiert von BR-KLASSIK

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Georg Christoph Wagenseil: Sinfonie g-Moll, WV 418 (L'Orfeo Barockorchester: Michi Gaigg); Ernst von Dohnanyi: Vier Rhapsodien, op. 11 (Daniel Röhm, Klavier); Gustav Mahler: "Kindertotenlieder" (Cornelia Kallisch, Mezzosopran; SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg: Michael Gielen); Joseph Martin Kraus: Streichquartett g-Moll, op. 1, Nr. 3 (Salagon Quartett); Richard Strauss: "Also sprach Zarathustra", op. 30 (Jermolaj Albiker, Violine; SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg: François-Xavier Roth)


02:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


02:03 Das ARD-Nachtkonzert (II) (117 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Frédéric Chopin: "Les Sylphides", Ballettsuite (National Philharmonic Orchestra London: Richard Bonynge); Franz Krommer: Oktett F-Dur, op. 57 (Bläserensemble Sabine Meyer); Leoš Janácek: Suite (Julia Debruslais, Violoncello; Jupiter Orchestra: Gregory Rose); Joseph Haydn: Sonate D-Dur, Hob. XVI/42 (Ekaterina Derzhavina, Klavier); Alberic Magnard: Symphonie Nr. 1 c-Moll, op. 4 (BBC Scottish Symphony Orchestra: Jean-Yves Ossonce)


04:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


04:03 Das ARD-Nachtkonzert (III) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Carl Maria von Weber: Klarinettenkonzert Nr. 2 Es-Dur, op. 74 (Eduard Brunner, Klarinette; Bamberger Symphoniker: Oleg Caetani); Nikolaj Medtner: Sonate-Idylle G-Dur, op. 56 (Marc-André Hamelin, Klavier); Ottorino Respighi: "Rossiniana" (BBC Philharmonic Manchester: Gianandrea Noseda)


05:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


05:03 Das ARD-Nachtkonzert (IV) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Wolfgang Amadeus Mozart: Oboenkonzert C-Dur, Allegro aperto, KV 314 (Burkhard Glaetzner, Oboe; Kammerorchester Carl Philipp Emanuel Bach: Hartmut Haenchen); Pancho Vladigerov: "Sieben bulgarische sinfonische Tänze", Großer Reigen, op. 23, Nr. 7 (Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin: Horia Andreescu); Charles Burney: Sonate Nr. 1 F-Dur (Anna Clemente, Susanna Piolanti, Klavier); William Herschel: Sinfonie Nr. 12 D-Dur (London Mozart Players: Matthias Bamert); Johann Evangelist Brandl: Quintett F-Dur, Allegro, op. 13 (Calamus-Ensemble); Ottorino Respighi: "La boutique fantasque", Galopp (Orchestre Philharmonique Royal de Liège: John Neschling)


06:00 Musik am Morgen (210 Min.)
Musik aus Barock, Klassik und Romantik – zum Genießen und Entspannen.
06:30 Zuspruch
08:00 Nachrichten

Unser Musikprogramm:
(eine Auswahl)
•Chopin: Walzer op. 64 (Nikita Magaloff, Klavier)
•Mozart: Ouvertüre zur Oper "La finta semplice" (La Cetra Barockorchester / Andrea Marcon)
•Graun: Konzert für Blockflöte, Violine, Streicher und Basso continuo C-Dur (Sébastien Marq / Claire Sottovia / Les Accents / Thibault Noally)

- Zuspruch -

•Albéniz: España, bearbeitet für zwei Gitarren (Katona Twins)
•Loewe: Die Uhr (Roman Trekel, Bariton / Daniel Heide, Klavier)
•Händel: 2. Suite aus der "Wassermusik" (Akademie für Alte Musik Berlin)
•Svendsen: Romeo und Julia (Sinfonieorchester Trondheim / Ole Kristian Ruud)
•Beethoven: Rondo a capriccio G-Dur op. 129 "Die Wut über den verlorenen Groschen" (Yukio Yokoyama, Klavier)
•Schubert: Konzertstück für Violine und Orchester D-Dur D 345 (Gidon Kremer / Chamber Orchestra of Europe)
•Gabrieli: Drei Canzoni aus den "Sacrae Symphoniae" (hr-brass / Edward Tarr)
•Tschaikowsky: Adagio aus dem Pas de deux des "Nussknacker" (Radio-Sinfonie-Orchester

- Nachrichten -

•Bach: Konzert a-Moll BWV 1065 für vier Cembali (Anna Fontana / Dirk Boerner / Constanze
•Berlioz: Konzertouvertüre "Rob Roy" (hr-Sinfonieorchester / Hugh Wolff)
•Catalani: "La Wally" – Arie der Wally "Ebben, ne andrò lontana" (Mirella Freni, Sopran / Orchestra La Fenice / Claudio Abbado)
•Scarlatti: Klaviersonate D-Dur K 96 (Angela Hewitt)
•Baguer: 13. Sinfonie Es-Dur (London Mozart Players / Matthias Bamert)
•Dvorák: Polka aus der Böhmischen Suite D-Dur op. 39, bearbeitet für Kammerensemble (Ensemble acht)
•Locatelli: Concerto grosso D-Dur op. 1 Nr. 9 (Freiburger Barockorchester / Gottfried von der Goltz)
•Tarrega: Recuerdos de la Alhambra (Sharon Isbin, Gitarre)
•Mussorgskij: Eine Nacht auf dem Kahlen Berge (Russisches Nationalorchester / Carlo Ponti jr.)


09:30 hr2-kultur – kompakt (30 Min.)
Aktuelle Kulturthemen und Hintergründe aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.


10:00 Treffpunkt hr-Sinfonieorchester (120 Min.)
Moderation: Christoph Werkhausen
Mit aktuellen und historischen Aufnahmen des hr-Sinfonieorchesters.


12:00 Hörbuchzeit (60 Min.)
In der Hörbuchzeit stellen wir Ihnen jede Woche Neuerscheinungen und Klassiker des Hörbuchmarkts im Gespräch vor.


13:00 Hörbar (60 Min.)
Musik grenzenlos und global – Chanson, Folk, Jazz, Singer/Songwriter, Klassik oder Filmmusik – hier ist alles möglich


14:00 Archivschätze (60 Min.)
Kalte Welt? | Eine Reportage aus dem Jahr 1966 zum Energiesparen


15:00 Musikland Hessen (180 Min.)
Aktuelle Berichte, Konzertmitschnitte und Hintergründe aus dem hessischen Musikleben.


17:00 Nachrichten


18:00 Literaturland Hessen (60 Min.)
Wir sind da, wo etwas los ist: Diskussionen, Gespräche, öffentliche Veranstaltungen.


19:00 Live Jazz (60 Min.)
Tampere Jazz Happening, Finnland, November 2021
Am Mikrofon: Daniella Baumeister
John Scofield & Dave Holland
Tampere Jazz Happening, Tullikamarin Pakkahuone (Old Customs House)


20:00 Rossinis Oper "Le Comte Ory" vom Opernfestival in Pesaro (180 Min.)

Zum Auftakt des diesjährigen Rossini-Festivals in Pesaro setzte dessen neuer künstlerischer Leiter Juan Diego Flórez mit dem "Comte Ory" die einzige französischsprachige Musikkomödie des Komponisten aufs Programm und konnte dabei inmitten einer exquisiten Sängerriege als intrigenreicher, wollüstiger Graf ein weiteres Mal in einer seiner Paraderollen glänzen.

Comte Ory – Juan Diego Flórez
Comtesse Adèle – Julie Fuchs
Isolier – Maria Kataeva
Raimbaud – Andrzej Filonczyk
Erzieher – Nahuel Di Pierro
Ragonde – Monica Bacelli
Alice – Anna-Doris Capitelli
Ventidio Basso Opernchor
Orchestra Sinfonica della RAI
Leitung: Diego Matheuz
(Aufnahme vom 9. August 2022 aus der Vitrifrigo Arena)

Aus Alt mach Neu! Nach diesem Prinzip hatte Rossini, der sich 1825 endgültig in Paris niederließ, schon einige seiner italienischen Opern für die Theater der französischen Hauptstadt umgearbeitet. Auch der "Comte Ory" beruht etwa zur Hälfte auf einem älteren Werk: der Opera buffa "Il Viaggio a Reims". Wenn man sich zudem klarmacht, dass auch die Librettisten – darunter der bekannteste französische Textdichter Eugène Scribe – die Handlung aus älteren Versatzstücken zusammenbastelten, kann man sich nur wundern, was für ein grandioses Stück dabei herausgekommen ist. Die Premiere an der Pariser "Opéra" 1828 war ein voller Erfolg. Zurecht, denn wie der Graf in dieser Mittelalter-Parodie in zwei aktfüllenden Anläufen und immer wieder behindert von seinem Pagen versucht, in allerlei albernen Maskeraden seine Gräfin zu bekommen, strotzt nur so vor Situationskomik. Und die Raffinesse der Vertonung zeigt Rossini auf der Höhe seiner Unterhaltungskunst: "Le Comte Ory" ist nicht nur die letzte komische Oper des Komponisten, sondern in Bezug auf die Flexibilität und passgenaue Charakteristik der Musiksprache – gewürzt mit einer feinen Portion Selbstironie – vermutlich auch seine beste. "Rossinis Meisterwerk" – wie Hector Berlioz denn auch schlicht urteilte. In Pesaro überzeugten in der durchweg lobenswerten Besetzung neben Juan Diego Flórez in den weiteren Hauptrollen Julie Fuchs als mal reservierte, mal nachgiebige Gräfin und Maria Kataeva als Page und gewitzter Konkurrent des Grafen um die Gunst der Dame. Ein gelungener Start ins Festival in Rossinis italienischem "Bayreuth".


23:00 – 24:00 The Artist's Corner (60 Min.)
Fluxus 60 – Die Wiege steht in Wiesbaden
Teil 2 von 4
Am Mikrofon: Stefan Fricke

Zu Fluxus führen viele Wege, aber keiner an Wiesbaden vorbei. Im dortigen Städtischen Museum finden an den Wochenenden zwischen dem 1. und 23. September 1962 Internationale Festspiele Neuester Musik statt. Eine Mammutveranstaltung, die erstmals auch die Vokabel "Fluxus" in die Öffentlichkeit trägt.

14 Konzerte mit Aufführungen von über 100 Werken programmiert Festival-Organisator und "Fluxus"-Wort- (Er-)Finder George Maciunas, damals in Wiesbaden als Grafiker bei den US-Streitkräften tätig. Vor allem sind das jüngere Kompositionen aus dem weiten Feld der Neuen Musik, wie sie bei den Darmstädter Ferienkursen oder bei Pariser Konzerten elektronischer Musik präsentiert werden. Aber eigentlich schwebt Maciunas, der vor Wiesbaden schon in New York ein paar Konzerte mit avancierter Kunstmusik organisiert hat, etwas anderes vor: "very new music", neueste Musik, die frischer sein soll als die von John Cage und als die von Karlheinz Stockhausen, den einige Fluxisten bald mithin wüst attackieren, allemal. Doch im Wiesbadener September '62 geht es recht gesittet zu. Allerdings kommen viele der programmierten Stücke gar nicht zur Aufführung, dafür manch andere, etwa eine heftige Klavierzerstörung. Ein musikalischer Rückblick auf die Wiesbadener Fluxus-Pläne und -Wirklichkeiten.

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Sonntag, 9. Oktober 2022


00:00 Nachrichten und Wetter (3 Min.)


00:03 Das ARD-Nachtkonzert (I) (117 Min.)
Präsentiert von BR-KLASSIK

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Hector Berlioz: "Le corsaire", Ouvertüre C-Dur, op. 21 (hr-Sinfonieorchester: Daniel Harding); Johannes Brahms: Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll, op. 15 (Hélène Grimaud, Klavier; hr-Sinfonieorchester: Hugh Wolff); Johann Sebastian Bach: Suite aus instrumentalen Kantatensätzen (hr-Sinfonieorchester: Paul Goodwin); Antonio Sacchini: "Torbida a noi" (Monika Eder, Sopran; L'Orchestre Baroque de Strasbourg: Harald Kraus); Johann Christian Bach: Sinfonie Es-Dur, op. 18, Nr. 1 (hr-Sinfonieorchester: Eliahu Inbal); Dmitrij Schostakowitsch: Jazz-Suite Nr. 1 (hr-Sinfonieorchester: Dmitrij Kitajenko)


02:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


02:03 Das ARD-Nachtkonzert (II) (117 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Igor Strawinsky: Sinfonie in C (SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg: Michael Gielen); Franz Schubert: Klaviertrio Es-Dur, D 897 (Beaux Arts Trio); Ernest Chausson: "Poème de l'amour et de la mer", op. 19 (Stella Doufexis, Mezzosopran; NDR Radiophilharmonie: Eiji Oue); Antonio Rosetti: Hornkonzert d-Moll, M C39 (Christian Binde, Horn; Compagnia di Punto); Jean Cras: "Âmes d'enfants" (Orchestre Philharmonique du Luxembourg: Jean-François Antonioli)


04:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


04:03 Das ARD-Nachtkonzert (III) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Johann Gottlieb Graun: Violinkonzert c-Moll, GraunWV Av:XII:18 (Zefira Valova, Violine; Il pomo d'oro); Joseph Haydn: Divertimento Nr. 2 A-Dur (Lajos Lencsés, Oboe; Auer-Quartett); Johann Nepomuk Hummel: Trompetenkonzert E-Dur, WoO 1 (Alison Balsom, Trompete; Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen)


05:00 Nachrichten, Wetter (3 Min.)


05:03 Das ARD-Nachtkonzert (IV) (57 Min.)

Mit den großen Orchestern der Welt, bedeutenden Dirigenten und Solisten durch die Nacht Mélanie Bonis: Suite en forme de valses (Bukarest Symphonieorchester: Benoît Fromanger); Johann Evangelist Brandl: Quintett F-Dur, Allegro ma non troppo, op. 62 (Calamus-Ensemble); Dora Pejacevic: Klavierkonzert g-Moll, Adagio con estro poetico, op. 33 (Peter Donohoe, Klavier; BBC Symphony Orchestra: Sakari Oramo); Antonio Vivaldi: Fagottkonzert d-Moll, RV 481 (Alberto Grazzi, Fagott; Ensemble Zefiro); George Onslow: Grand Septuor, op. 79 (Marc Marder, Kontrabass; Jean Hubeau, Klavier; Quintette Nielsen); Bernhard Crusell: Klarinettenkonzert B-Dur, Alla polacca, op. 11 (Eric Hoeprich, Klassische Klarinette; Kölner Akademie: Michael Alexander Willens)


06:00 Geistliche Musik (90 Min.)
Moderation: Meinolf Bunsmann

Unter anderem mit der Bachkantate BWV 148 "Bringet dem Herrn Ehre seines Namens"
•Sorge: Sonate F-Dur für Orgel (Felix Friedrich)
•Schütz: Geistliches Konzert "Vater Abraham, erbarme dich mein" SWV 477 (Musica Fiata / Roland Wilson)
•Bach: Partite diverse sopra "O Gott, du frommer Gott" BWV 767 (Jörg Halubek, Orgel)
•Poulenc: "Lobgesänge des heiligen Antonius von Padua" für Männerchor a cappella (The
•Caldara: Sonata da chiesa f-Moll op. 1 Nr. 10 (Parnassi musici)

Etwa ab 7:10 Uhr:

•Bach: Kantate BWV 148 "Bringet dem Herrn Ehre seines Namens" (Paul Esswood, Alt / Kurt Equiluz, Tenor / Tölzer Knabenchor / Concentus musicus Wien / Nicolaus Harnoncourt)


07:30 Morgenfeier (30 Min.)


08:00 Lauschinsel | Instrumentenkarussell (60 Min.)
Die Drehleier – mit Elke Ottenschläger

Ohne sie gäbe es sehr viel weniger zu hören: jedenfalls im Konzertsaal, im Radio und anderswo. Ohne die Musikinstrumente – nicht nur im Orchester oder in einer Big Band oder oder … - müssten wir, auch das wäre schön, alles singen und vielleicht dazu noch klatschen und stampfen. Aber schon vor vielen tausenden Jahren wollten die Menschen auch andere Klänge und erfanden dafür ganz spezielle Werkzeuge, eben Flöte, Geige, Trompete, Saxophon, elektronische Orgel und Gitarre und sehr, sehr viele Perkussionsinstrumente. Die Lauschinsel stellt sie vor. Und natürlich auch, was mit ihnen laut oder leise gemacht werden kann. Elke, Maria und Niels treffen sich dafür extra mit Musikerinnen und Musikern des hr-Sinfonieorchesters und der hr-Big Band.


09:00 Am Sonntagmorgen (150 Min.)
Mit dem Interessantesten der Woche und viel Musik


11:30 Camino | Sendungstitel (30 Min.)


12:00 Literaturland Hessen (60 Min.)
Wir sind da, wo etwas los ist: Diskussionen, Gespräche, öffentliche Veranstaltungen.


13:00 Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen (60 Min.)
Popsongs aus dem Aschram – Indien und die Beatles

1968 reisten die Beatles nach Indien. Die Einflüsse der indischen Musik kann man deutlich in ihren Songs hören. Umgekehrt sind indische Musiker bis auf den heutigen Tag von den Beatles beeinflusst. Sigrid Pfeffer, Globetrotterin in Sachen Musik, berichtet in "Kaisers Klänge" von den Spuren, die die Fab Four in Indien hinterlassen haben: von indischen Coverversionen ihrer Songs bis zu einem aktuellen Film, der aus indischer Perspektive vom Beatles-Besuch im Aschram erzählt.


14:00 Menschen und ihre Musik (120 Min.)

Von Bach bis Beatles, ausgewählt und präsentiert von prominenten Gästen. Die erste vom Taschengeld gekaufte Platte, ein unvergessliches Konzert-Erlebnis oder eine persönliche Begegnung: Wenn unsere Gäste im Studio "ihre" Musik präsentieren, dann dürfen sie ins Plaudern kommen. Jeden Sonntag zum Kaffee.


16:00 Klassikzeit mit dem hr-Sinfonieorchester (120 Min.)

Ausgewählte Aufnahmen mit dem hr-Sinfonieorchester
•Mozart: Ballettmusik zur Oper "Idomeneo" KV 367 (Constantinos Carydis)
•R. Strauss: Burleske d-Moll (Jean-Yves Thibaudet, Klavier / Hugh Wolff)
•Händel: Suite aus der Oper "Ariodante" (Sarah Connolly, Mezzosopran / Gottfired von der Goltz)
•Fauré: Pelléas et Mélisande op. 80 (Marek Janowski)
•Schubert: 6. Sinfonie C-Dur D 589 (Andrés Orozco-Estrada)


18:00 ARD-Radiofeature (60 Min.)
Nachhaltige E-Mobilität?
Doku über ein großes Versprechen
Peter Kreysler

Der rasche Umstieg auf Elektromobilität ist alternativlos, um die Klimaerwärmung zumindest zu bremsen. Kaum ein Politiker und inzwischen auch kein Automanager mehr, der sich bei öffentlichen Auftritten nicht dazu bekennt. Auch wenn hinter den Kulissen um eine möglichst lange Gnadenfrist für den Verbrenner gerungen wird, weil sich mit ihm noch immer besser verdienen lässt. Problematischer ist, dass oft der Eindruck erweckt wird, es gehe im Wesentlichen darum, den Auspuff ab und einen Elektromotor einzubauen. Doch 2 Milliarden PKW weltweit – oft 23 Stunden am Tag Stehzeuge – mit tonnenschweren Batterien auszustatten, würde zu neuen ökologischen Katastrophen führen. Schon jetzt sorgt die Gier nach Rohstoffen, um die Batterieproduktion in wenigen Jahren zu verhundertfachen, für Umweltschäden in etlichen Teilen der Welt. Und sie schafft neue Abhängigkeiten. Unter anderem von Russland. Neue Techniken helfen. Öfter Fahrradfahren auch. Doch ohne Kreislaufwirtschaft, verantwortbaren Handel sowie alternative Verkehrskonzepte, bleibt das Versprechen von der nachhaltigen E-Mobilität eine große Illusion.


19:00 hr-Bigband (60 Min.)
Konzerte und Produktionen u.a. mit: hr-Bigband feat. Gretchen Parlato
Am Mikrofon: Jürgen Schwab

Mit Gretchen Parlato war im Mai 2017 eine der führenden Jazzsängerinnen der jüngeren Generation zu Gast bei der hr-Bigband. Jedes ihrer Alben scheint Auszeichnungen geradezu magnetisch anzuziehen. Doch gelobt und bewundert wird Gretchen Parlato nicht nur von Journalisten, Juroren und Hörern, sondern auch von Musikern wie Esperanza Spalding, Herbie Hancock oder Wayne Shorter. Die mühelose wirkende Natürlichkeit, mit der sie selbst schwierige Passagen singt, ihre Fähigkeit zur Interaktion mit den Instrumentalisten, ihr minimalistischer Stil, in dem noch jede Klangschattierung und sogar der Klang des Atemholens zählt: All das und mehr fasziniert an Gretchen Parlato, die eine der erfindungsreichsten und faszinierendsten Sängerinnen ihrer Generation ist. Die Arrangements dieses Konzertes aus dem hr-Sendesaal in Frankfurt stammten von Jim McNeely, der die hr-Bigband auch leitete.


20:00 hr2-Kulturlunch – Blue Notes and Red Roses (120 Min.)

Ein "Blumenstrauß" aus Jazz und Literatur.
Rainer Heute and Friends
Jazzquintett mit Musikern der hr-Bigband und Gästen:
Rainer Heute, Saxofon
Martin Scales, Gitarre
Thomas Heidepriem, Bass
Paul Höchstädter, Drums
Tom Schlüter, Piano & Arrangements
Rezitation: Lotte Schubert
Moderation: Bastian Korff
(Aufnahme vom 18. September aus dem hr-Sendesaal in Frankfurt)

Farbenprächtig leuchten Blumen aller Art auch noch im Herbst. Und so führen zahlreiche blumige Titel bei diesem Kulturlunch.durchs Jazz- Repertoire- von "Honeysuckle Rose" über "Petite Fleure" bis "Für mich soll's rote Rosen regnen". Poetische Blumenreigen haben Dichter von Hafis bis Sappho, von Goethe bis Wilhelm Busch gewunden. Agatha Christie liebte Blumen über alles und hegte eine besondere Leidenschaft für Giftpflanzen. Und Ringelnatz hat gar einen Kaktus besungen.


22:00 Hörspiel-Premiere (60 Min.)
10 Atemzüge – Folge 3 & 4
Mit Victoria von Trautmannsdorff, Sascha Icks, Milena Arne Schedle und Lisa Hrdina

Ein Stadthaus, vier Etagen und vier Frauen, bei denen die Libido und das Bedürfnis nach Sex in ihren ganz unterschiedlichen Lebensphasen mächtig an die Tür klopft. Lauren, Mitte 20 wohnt im Erdgeschoss. Sie wollte eigentlich ihren Ex vergessen und landet unversehens mit dem Nachbarn aus dem zweiten Stock im Bett. Lola, Ende 60 und Schauspielerin, hat schon viele intensive Beziehungen geführt, wobei ihr freizügiges Bedürfnis nach Nähe und Intensität auch im Alter nicht zur Ruhe gekommen ist. Beim gut situierten Ehepaar Ines und Jan ist äußerlich alles prima, nur herrscht zunehmend tote Hose im Schlafzimmer, was ist da zu tun? Sollten sie, wie Ines vorschlägt, die Beziehung öffnen, und wie geht das eigentlich? Und während Nika unterm Dach als alleinerziehende Mutter Mühe hat, neue Bekanntschaften zu machen, kommt ihr ihr Job als Klickworkerin entgegen, bei dem sie sich auf Datingplattformen durch den Bonbonla-den der Möglichkeiten klickt. Dabei findet sie schließlich etwas, von dem sie dachte es nicht gesucht zu haben… Verbunden sind alle Geschichten durch die Perspektive des weiblichen Begehrens, das alles bestimmt und sich mehr und mehr entwickelt. Die Frauen suchen sich Liebhaber*innen und ihren eigenen Weg; sie stellen Fragen an die Welt und die gesellschaftlichen Strukturen, in denen sie und wir alle leben. Kurz: Es geht um Sex und Politik, weil alles, was wir tun, politisch ist, gerade und vor allem die Art, wie wir lieben und leben. Die schönste Nebensache der Welt wird in 10 Atemzüge zur Hauptsache, ist Motor und Inhalt des Geschehens. Nie voyeuristisch dennoch explizit!

Simone Buchholz, geboren 1972 in Hanau, zog 1996 wegen des Wetters nach St. Pauli, wo sie mit ihrer Familie lebt. Sie wurde auf der Henri-Nannen-Schule zur Journalistin ausgebildet und schreibt seit 2008 Kriminalromane. Für ihre Chastity-Riley-Reihe erhielt sie mehrere Preise, darunter den Crime Cologne Award und den Deutschen Krimipreis. Mareike Fallwickl, 1983 nahe Salzburg geboren, arbeitet als freie Autorin und lebt mit ihrer Familie im Salzburger Land. 2018 erschien ihr literarisches Debüt "Dunkelgrün fast schwarz" bei der Frankfurter Verlagsanstalt, das u.a. für den Österreichischen Buchpreis nominiert wurde. 2019 folgte der Roman "Das Licht ist hier viel heller". Sie setzt sich auf Bühnen und Social-Media-Kanälen für Literaturvermittlung ein, mit Fokus auf weiblichen Erzählstimmen.

Berit Glanz, Jahrgang 1982 ist Autorin, Essayistin und Literaturwissenschaftlerin. Sie war Finalistin beim 24. open mike und Teilnehmerin der Textwerkstatt Kölner Schmiede. Für ihr Romandebüt "Pixeltänzer" wurde sie gleich mehrfach ausgezeichnet, darunter der Hebbel-Preis 2020. Ihr zweiter Roman "Automaton" erschien im Frühjahr 2022 im Berlin Verlag. Sie lebt und arbeitet in Reykjavík.

Karen Köhler, geboren 1974 in Hamburg, hat Schauspiel studiert und zwölf Jahre am Theater in ihrem Beruf gearbeitet. Heute lebt sie auf St. Pauli, schreibt Theaterstücke, Drehbücher und Prosa. 2014 erschien ihr viel beachteter Erzählband "Wir haben Raketen geangelt". 2017 erhielt sie für ihren Roman "Miroloi" ein Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung, 2018 das Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds.


23:00 – 24:00 Hörbar (60 Min.)
Musik grenzenlos und global – Chanson, Folk, Jazz, Singer/Songwriter, Klassik oder Filmmusik – hier ist alles möglich  

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
hr2 – Programminformationen
40. Woche – 03.10. bis 09.10.2022
Hessischer Rundfunk
60222 Frankfurt am Main
Tel. 069/155-1, Fax: 069/155-290
Internet: www.hr-online.de

veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 23. September 2022

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