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ORF - ORF1/1042: Woche vom 26.05. bis 01.06.2018


Radioprogramm ORF1 – 22. Woche vom 26.05. bis 01.06.2018


Samstag, 26. Mai 2018


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"Jenseits von Raum und Zeit". Johannes Huber, Mediziner und katholischer Theologe, prüft vor einem wissenschaftlichen Hintergrund mit Blick auf Transzendentales die Zeit nach dem Tod. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

"In ruhigen Stunden stellen sich mitunter dem Naturwissenschaftler zwei Fragen", erzählt der Arzt und Theologe Johannes Huber", von denen die erste medizinischen Hintergrund hat: Erlischt mit dem Tod eines Menschen endgültig seine Identität oder wäre es möglich, dass – unabhängig von der Erinnerung – aus seiner Existenz etwas erhalten bleibt?"

Darauf gibt es laut Huber unterschiedliche Antworten; der religiös Musikalische sieht im Tod eine "Gütertrennung" – ein Teil zerfällt, der andere bleibt jenseits von Raum und Zeit. Und dies führt zur zweiten Frage: Ist es intellektuell redlich, an Transzendentales zu glauben? Die Naturwissenschaft kann und darf darauf keine Antworten geben, ist Huber überzeugt. Weil es allerdings nicht unvernünftig sein soll, an einen Weltenbaumeister zu glauben, kann diese Lebensentscheidung vor einem wissenschaftlichen Hintergrund geprüft und kalibriert werden.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 Heimspiel
Die Woche im RadioKulturhaus


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
Geschenke aus Baku. Ein Feature über Korruption im Europarat. Von Martin Durm (SWR 2018).

Alles ist käuflich. Nach dieser Devise versucht Aserbaidschan seit Jahren, den Straßburger Europarat zu korrumpieren. Abgeordnete werden mit Geld, Reisen und kostspieligen Geschenken geködert, um später als "Wahlbeobachter" in Aserbaidschan das diktatorische Alijew-Regime zu legitimieren.

Baku erwartet als Gegenleistung für seine Gefälligkeiten geschönte Berichte und positive Bilanzen. Die wurde in den vergangenen Jahren auch prompt aus Straßburg geliefert. Egal ob Parlamentswahl, Präsidentschaftswahl oder Verfassungsreferendum: Jedes Mal hat der Europarat dem Regime demokratische Persilscheine ausgestellt.

Dabei versteht sich der vor bald 70 Jahren in Straßburg gegründete Europarat als "Wahrer der europäischen Menschenrechtskonvention". Doch wenn die "Kaviar-Diplomatie" Aserbaidschans nicht gestoppt wird, verspielt er seine Existenzberechtigung und seine Glaubwürdigkeit.


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem RadioCafe in Wien. Gast: Wolf Wondratschek.
Präsentation: Helmut Jasbar

Seine Gedichtbände zählen zu den Klassikern der Gegenwart und er hat als Lyriker Popularität erreicht: Der 1943 in Thüringen geborene und seit vielen Jahren hauptsächlich in Wien lebende Autor Wolf Wondratschek ist Gast im "Ö1 Klassik-Treffpunkt" bei Gestalter Helmut Jasbar.

Sein Erfolg begann 1968 mit der Verleihung des ersten "Leonce-und-Lena-Preises" überhaupt, den die Darmstädter Jury einem Schriftsteller zusprach. 2017 wurde dem Autor der Alternative Büchner Literaturpreis verliehen. Dazwischen liegen unzählige Gedichte, Kurztexte, Liedtexte, Romane.

Die wichtigsten Gedichtbände sind bei "dtv" und im Hanser Verlag erschienen.

Zu Beginn seiner Karriere erzielte Wolf Wondratschek ziemlich hohe Auflagenzahlen mit seinen Gedichtbänden, die er auf dem Versandweg verkaufte, seine Liedtexte machten ihn zu einem der wenigen "Rock-Poeten" im deutschsprachigen Raum und erschienen in Vertonungen auf Tonträgern. Später widmete sich der Autor wieder vermehrt der Prosa, schrieb Filmdrehbücher, Hörspiele und Romane.

Ein "Klassik-Treffpunkt" im Zeichen der Literatur mit Wolf Wondratschek und Helmut Jasbar, wie immer live im und aus dem RadioCafe in der Argentinierstraße!


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib


14:00 Ö1 Hörspiel
"Der Mentor" von Daniel Kehlmann. Mi: Franz Xaver Kroetz, Ilja Richter, Christian Bach, Stephanie Schönfeld, Musik: Martin Zrost, Regie: Götz Fritsch. Prod. MDR/WDR/ORF, 2014

Im Rahmen des sogenannten "Mentor"-Projekts – von der ausrichtenden Stiftung bestens bezahlt – sollen der einst gefeierte Dramatiker Benjamin Rubin und der Nachwuchsautor Martin Wegner eine Woche lang an Wegners neuem Stück arbeiten. Rubin, seine Allüren pflegend und wenig umgänglich, missbehagt die "Literaturförderung", er kann jedoch das Honorar mehr als gebrauchen.

Auch Wegner verspricht sich vom Zutun des "Altmeisters" nicht allzu viel, bestenfalls Protektion. Dafür ist seine Frau Gina umso eher bereit, dem "großen alten Mann" die Bewunderung zu zollen, derer er dringend bedarf. Dass er am Stück ihres Mannes kein gutes Haar lässt, bringt sie in eine Zwickmühle. Martin verlangt den Offenbarungseid: ob sie an ihn als Schriftsteller glaubt oder nicht. Und dann reist er auch noch ab, gekränkt, wie er ist. Rubin könnte triumphieren, hätten die Peinlichkeiten in dieser Komödie nicht einen sehr ernsten Grund: die existentielle Abhängigkeit davon, anerkannt, nein: geliebt zu werden.

Daniel Kehlmann, 1975 in München geboren, zählt seit seinem Roman "Die Vermessung der Welt" (2005) zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern. Zuletzt erschienen: "Tyll", ein Epos aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Klassik
mit Gerhard Krammer.
Leos Janacek: Streichquartett Nr.2, "Intime Briefe" * Jenö Takacs: Tagebuchfragmente für zwei Klaviere op 93 * Joseph Haydn: Sonate für Klavier Es-Dur Hob.XVI/49, "Genzinger Sonate" (Prazak Quartett; Eduard und Johannes Kutrowatz; Roland Batik)

Mit der Veröffentlichung des Konzeptalbums "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" am 26. Mai 1967 haben die Beatles einen Fixstern in die Musikgeschichte eingeschrieben.

Konzeptmusik ist aber keine Erfindung der Popkultur – wir finden solche quer durch die Jahrhunderte. Und immer wieder steht ein "Konzept" im Mittelpunkt: das der Liebe – ob mit gefundenem oder verlorenem Herzen.


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen
Bewegte Jugend, bewegtes Bild. Diagonal über 1968 im Film.
Präsentation: Christine Scheucher

Anschl.: Diagonals Feiner Musiksalon

Dass jeder etwas vom Jubiläumskuchen haben will, ist klar und darauf anzuspielen mindestens so inflationär wie die Flut an Jubiläumstexten, die sich dem jugendkulturellen Großereignis 1968 widmet. Da gibt es zum einen eine von ehemaligen Protagonist/innen verfasste Erinnerungsliteratur: rastlose Lebensläufe zwischen sozialutopischen Aussteigerträumen, Drogenexzessen und sexuellen Abenteuern mit Popstars.

Mediale Aufmacher wie "Sie teilten Männer und Drogen" begleiten diese Bekenntnisse, womit ziemlich durchsichtig wird, worauf eigentlich spekuliert wird: den Voyeurismus des Spießers! Zum anderen gibt es die nostalgisch verbrämte Nabelschau der Veteranen, die ihre eigene Bedeutung im politischen Geschehen der Zeit für die Nachwelt festhalten wollen.

Und es gibt die Provokateure, die wie Götz Aly in "Unser Kampf 1968" mit waghalsigen Thesen punkten. Aly, der – muss man es hinzufügen – 1968 auch dabei gewesen ist, präsentierte 2008 ein von vermeintlich altersweiser Einsicht diktiertes Werk, das die antiautoritäre Bewegung als Spätfolge des Totalitarismus interpretiert. Was man aus diesen Variationen rund um das Thema 1968 ableiten kann: Die Chronisten der Jugendrevolution haben sich von jeher mit Begeisterung der Arbeit am Mythos hingegeben.

Auch auf der großen Leinwand kann sich der Mythos mitunter entfalten. Gemeinsam mit Experten und Expertinnen hat sich "Diagonal" Kinoklassiker noch einmal angeschaut, die im Revolutionsjahr 1968 herausgekommen sind. Eine kleine Vorschau: Jane Fonda begeistert das Publikum 1968 als kecke Actionheldin Barbarella. Im Science-Fiction-Streifen "Planet der Affen" wird der Untergang des Menschengeschlechts imaginiert, und mit "Spiel mir das Lied vom Tod" inszeniert Sergio Leone einen Western als Oper in Cinemascope.

Auch die psychedelischen Vibes der Westcoast-Hippies eroberten 1968 die Leinwand: "Monterey Pop. A concert film" des legendären Musikdokumentaristen D. A. Pennebaker dokumentiert, wie Jimmy Hendrix seine E-Gitarre am Ende des Songs "Wild Thing" zerstört und hält den Moment fest, in dem Janis Joplin zur Ikone einer Ära geworden ist. Bei uns erleben sie das bewegte Jahr 1968 in der ersten Reihe fußfrei!


19:00 Nachrichten


19:05 Logos – Glauben und Zweifeln
"Eine Kraft, die lebendig macht". Was lehren christliche Philosophie und Theologie über den Heiligen Geist? Eine Sendung am Vorabend des sog. Dreifaltigkeitssonntags oder "Trinitatis": ein Fest, das in der Westkirche am ersten Sonntag nach Pfingsten begangen wird. –
Gestaltung: Johannes Kaup

Die Religion spricht vom Heiligen Geist als einer Erfahrungsweise Gottes. Das hebräische Wort für den Geist "Ruah" ist weiblich. Ein Grund, weshalb die evangelische Theologin Dorothee Sölle es demonstrativ mit "Geistin" wiedergegeben hat. "Ruah" kann auch mit "lebensspendender Atem" bzw. "Atmung" übersetzt werden.

In der Bibel wird vom Heiligen Geist wie von einer Person gesprochen: Er besitzt die Merkmale einer Person, er handelt wie eine Person und er wird auch wie eine Person behandelt. Er erforscht Dinge (1. Kor. 2,10.11), er lehrt und spricht (Joh.14,26 u. Apg. 13,2) und man kann ihn z. B. traurig machen (Jes. 63,10). All das deutet darauf hin, dass der Heilige Geist mehr ist als etwa nur eine "Energie". Das Neue Testament legt den Schluss nahe, dass der Geist eine göttliche Person des dreifaltigen Gottes ist.

Was aber lehren christliche Philosophie und Theologie über den Heiligen Geist? Wie sind diese Aussagen zu verstehen? Was könnten sie für das tägliche Leben bedeuten?

Johannes Kaup macht sich in diesem zweiten Teil der Reihe auf die Suche nach Antworten auf diese Fragen.


19:30 Gaetano Donizetti: "Don Pasquale"
Mit Maurizio Muraro (Don Pasquale), Heidi Schober (Norina), Lawrence Brownlee (Ernesto), Lucas Meachem (Malatesta) und Bojan Knezevic (Notar) Chor und Orchester der San Francisco Opera; Dirigent: Giuseppe Finzi (aufgenommen im September und Oktober 2016 im War Memorial Opera House, San Francisco)


22:00 Nachrichten


22:05 Nachtbilder – Poesie und Musik
"landpartiestorno". Von Sonja Harter. Es liest: Stefanie Dvorak.
Gestaltung: Nikolaus Scholz
Redaktion: Edith-Ulla Gasser.

"Mit "landpartiestorno" bestätigt Sonja Harter ihren Rang als eine der wichtigsten Stimmen der jüngeren österreichischen Dichtergeneration", schreibt Helwig Brunner, der Herausgeber des neuen Lyrikbandes der steirischen Autorin, in seinem Nachwort. Der Bogen der Kapitel spannt sich von "burnout hundewiese" bis zu "burnout literaturbetrieb", und was sich dazwischen auftut, so der Herausgeber, sei poetisch verdichteter Alltag in markant sprachgewordenen Wahrnehmungssplittern. Die Strophen sind eingefärbt durch eine Prise scharfer Ironie, wie sie bereits im Buchtitel "landpartiestorno" anklingt. Immer wieder ist zu bemerken, dass die Dinge des Lebens vor ihrer Verwandlung in Poesie den professionellen Blick der Journalistin passiert, oder die alltagserprobte Gelassenheit der jungen Mutter herausgefordert haben.

Sonja Harter wurde 1983 in Graz geboren und lebt in Wien. Seit 2001 veröffentlicht sie in Literaturzeitschriften und Anthologien sowie im ORF Radio. 2005 erschien "barfuß richtung festland", 2008 folgte "einstichspuren, himmel". "landpartiestorno" ist Sonja Harters dritter Lyrikband.

(Erstsendung 9.1.2016)


23:00 Nachrichten


23:03 Die Ö1 Jazznacht
mit Andreas Felber. 5 Millionen Pesos: Verena Göltl im Jazznacht-Studio und als "Veri & die Luxuscombo" am 13. April 2017 im RadioCafe in Wien

Bekannt geworden ist sie mit dem Vokalensemble "Herztöne" wie auch durch ihre Zusammenarbeit mit Willi Resetarits. Kürzlich legte die aus dem Burgenland stammende und in Wien lebende Sängerin und Texterin Verena Göltl unter eigenem Namen ein charmantes Opus vor: "Wal ohne Wossa" heißt die am 13. April im Rahmen der Reihe "5 Millionen Pesos" im Wiener RadioCafe präsentierte CD, aufgenommen von Göltl und ihrer "Luxuscombo", bestehend aus Christian Wegscheider (E-Piano, Akkordeon), Alex Meik (Kontrabass) und Philipp Kopmajer (Schlagzeug).

Der Inhalt: Jazzige Dialekt-Chansons voll Witz und Esprit, mit leichter Hand serviert, und doch von substanzvoller, mitunter nachdenklich stimmender Aussage. Andreas Felber präsentiert das Konzert und spricht mit Verena Göltl über ihre Jazzwurzeln sowie über die Kunst, existenzielle Befindlichkeiten in Liedtexte zu verpacken.
 

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Sonntag, 27. Mai 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
(Fortsetzung) mit Andreas Felber. 5 Millionen Pesos: Verena Göltl im Jazznacht-Studio und als "Veri & die Luxuscombo" am 13. April 2017 im RadioCafe in Wien

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten

Bekannt geworden ist sie mit dem Vokalensemble "Herztöne" wie auch durch ihre Zusammenarbeit mit Willi Resetarits. Kürzlich legte die aus dem Burgenland stammende und in Wien lebende Sängerin und Texterin Verena Göltl unter eigenem Namen ein charmantes Opus vor: "Wal ohne Wossa" heißt die am 13. April im Rahmen der Reihe "5 Millionen Pesos" im Wiener RadioCafe präsentierte CD, aufgenommen von Göltl und ihrer "Luxuscombo", bestehend aus Christian Wegscheider (E-Piano, Akkordeon), Alex Meik (Kontrabass) und Philipp Kopmajer (Schlagzeug).

Der Inhalt: Jazzige Dialekt-Chansons voll Witz und Esprit, mit leichter Hand serviert, und doch von substanzvoller, mitunter nachdenklich stimmender Aussage. Andreas Felber präsentiert das Konzert und spricht mit Verena Göltl über ihre Jazzwurzeln sowie über die Kunst, existenzielle Befindlichkeiten in Liedtexte zu verpacken.


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf
von Superintendent Olivier Dantine (Innsbruck)


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
Unter anderem mit dem Beitrag: Von koscher und halal bis zum veganen Festmenü – Religiöse Speisevorschriften und neue Trends

Während sich viele religiöse Menschen noch nach Vorschriften ernähren und Essensbräuche einhalten, orientieren sich andere an neuen Trends, die oft mit Ethik zu tun haben. Judith Fürst hat sich für den ORF-Schwerpunkt "MUTTER ERDE – Schau wo dein Essen herkommt" umgehört, umgesehen und durchgekostet.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Anders sein und anders scheinen". Es spricht Wolfgang Gasser.
Gestaltung: Edith Vukan und Elfi Lindner, Bearbeitung: Gudrun Hamböck

Wer wäre man gerne? Wer könnte man sein? Warum ist man aber nur der, der man ist? Der Mensch und das Vielschichtige, Widersprüchliche, Verdrehte und Wandlungsfähige seines Selbstbildes. Von der ewig aktuellen Opportunismus-Kritik des schlesischen Barockdichters Friedrich von Logau bis zum komischen Selbstbetrug des Spätromantikers Adelbert von Chamisso, vom in seinen Widersprüchen verfangenen lyrischen Ich des Conrad Ferdinand Meyer bis zum skrupulösen Ästheten Palmström des Christian Morgenstern.

Die Musik dazu stammt von Jean-Philippe Rameau, Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Anton Eberl und Johann Nepomuk Hummel.


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
"gut, sauber, fair" – die Journalistin und Slow-Food-Botschafterin Barbara van Melle über Genuss mit Verantwortung.
Gestaltung: Ursula Burkert

Seit vielen Jahren engagiert sich die Journalistin Barbara van Melle für die Förderung des Rechtes auf Esskultur, Genuss und der regionalen Vielfalt der Lebensmittel. Es geht ihr um Lebensmittel, die herausragend schmecken, nachhaltig hergestellt werden und den Kleinproduzent/innen einen fairen Preis einbringen. Als leidenschaftliche Köchin und engagierte, kritische Konsumentin war ihr immer bewusst, dass gesundes Essen ein wesentlicher Bestandteil unserer Lebensqualität ist.

Sie hat sich auf der Suche nach dem guten Geschmack und nach wirklich gutem Brot in die Backstuben der besten österreichischen Bäcker/innen begeben, die nach dem Grundsatz "gut, sauber, fair" arbeiten. Aus dieser Recherche von Vorarlberg bis Burgenland ist das Buch "Der Duft von frischem Brot" entstanden, eine Sammlung aus sehr persönlichen Reportagen und traditionellen Brotrezepten, die alle auf Alltagstauglichkeit überprüft wurden. Und an der Entwicklung eines neues Projektes ist die engagierte Journalistin auch beteiligt:

Slow Food Travel Regionen werden etabliert, in welche traditionelle Lebensmittelproduzent/innen bereit sind, ihr überliefertes Wissen und altes Handwerk weiterzugeben. Aktive Teilnahme und Wissensvermittlung sind ausdrücklich gewünscht. Über Kochkurse, Betriebsführungen und die Mitarbeit bei der Lebensmittel- und Getränkeproduktion wird eine Brücke zwischen Gast und Region gebaut und Verständnis für das Erhaltenswerte geschaffen. Es geht um die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen. Die erste Slow Food Travel Region Österreichs befindet sich in Kärnten: im Gail-und Lesachtal.


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Reisemagazin, u.a. mit: Freiheit üben. Ein Tag im Bärenwald Arbesbach. Von Eva Roither; Unberührte Natur: Urwälder in Rumänien. Von Brigitte Voykowitsch. Redaktion: Ursula Burkert Freiheit üben. Ein Tag im Bärenwald Arbesbach.

Vor 20 Jahren wurde die Auffangstation für Bären von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" gegründet. Auf 14.000 Quadratmetern in Arbesbach in Niederösterreich können die Tiere wieder ein artgerechtes, naturnahes Zuhause finden. Diese Bären haben im Zirkus Kunststücke vorgeführt, wurden im Zoo bestaunt oder privat in kleinen Verschlägen gehalten – bis man keine Verwendung mehr für sie hatte. "Vier Pfoten" hat mit den Besitzerinnen und Besitzern verhandelt und die Bären ins Waldviertler Areal überführt.

Aktuell können sieben Tiere, davon vier Europäische und drei Syrische Braunbären im Freigehege baden, graben, umherstreifen, klettern, Winterruhe halten – und vor allem langsam ihre Instinkte und ihr natürliches Verhalten wiederentdecken. Durch die schlechten Haltungsbedingungen haben die Tiere Verhaltensstörungen ausgebildet, die sie unter den neuen Lebensbedingungen erst nach und nach ablegen. Um natürliches Verhalten zu fördern, wird zum Beispiel von den Tierpfleger/innen die Nahrung täglich versteckt, so dass die Bären einen Großteil ihrer Zeit mit Nahrungssuche beschäftigt sind, wie in freier Wildbahn. Die Tiere bleiben im Gehege bis zu ihrem Tod – ausgewildert werden könnten sie nicht mehr, da sie sich zu sehr an den Menschen gewöhnt haben. Auch wird keine Nachzucht von Wildtieren in Gefangenschaft betrieben.

Im Frühjahr erwachen die pelzigen Gesellen langsam aus ihrem Winterschlaf. Ab diesem Zeitpunkt werden Besucher/innen durch das Areal geführt, behutsam. Denn auch hier gilt: Die Bären werden nicht zur Schau gestellt und der Kontakt zum Menschen soll auf ein notwendiges Minimum reduziert werden.

Unberührte Natur: Urwälder in Rumänien.

Noch vor nicht allzu langer Zeit waren weite Teile Rumäniens von dichten Urwäldern bedeckt. Der Raubbau der vergangenen Jahrzehnte mit brutalen Kahlschlägerungen bedroht inzwischen dieses reiche Erbe. Zumindest einige Urwälder aber stehen unter Schutz der UNESCO und werden auch von lokalen Gemeinden und Forstbehörden gut betreut. Dazu gehört der Wald bei Sinca Veche in den Karpaten nördlich der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Hier können Besucher/innen noch erleben, was Urwald heißt. Am besten im Frühjahr, wenn eine Vielzahl von Vogelstimmen erklingt, oder im Herbst, wenn das Laub der Bäume sich in einer unglaublichen Farbenpracht zeigt.


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee live (Dolby Surround)
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Christoph Eschenbach. Wolfgang Rihm: Spiegel und Fluss für Orchester * Anton Bruckner: Symphonie Nr. 1 c-Moll (Übertragung aus dem Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee live (Dolby Surround)
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Christoph Eschenbach (Übertragung aus dem Großen Musikvereinssaal in Wien in Dolby Digital 5.1)


13:15 Ö1 Sonntagsjournal


13:25 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Doris Glaser raffinierte Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen Klassiker aus der Kabarett-Edition, erlesene Hörbücher, Raritäten aus der Edition "Alte Musik", Aufnahmen des Radiosymphonieorchesters u.v.m.

Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen in einer öffentlichen Superchampions-Runde am 24. Juni im Casino Graz um eine Ö1 Kulturreise für zwei Personen nach Israel. Von Tel Aviv aus führt sie zu den heiligen Stätten dreier Weltreligionen in Jerusalem, nach Bethlehem, an den See Genezareth und ans Tote Meer. Wenn Sie selber mitspielen wollen, senden Sie ein mail an gehoert.gewusst@orf.at.


14:15 Menschenbilder
"Der Flug der Zugvögel" – Die Sängerin und Harfenistin Arianna Savall Arianna Savall ist eine ungewöhnliche Musikerin.

Sie begeistert als Sängerin ebenso wie als Harfenistin. Aufgewachsen in einer katalanischen Musikfamilie – ihre Mutter war die 2011 verstorbene Sängerin Montserrat Figueras, ihr Vater ist Jordi Savall – begann sie früh ein Studium der klassischen Harfe. Später kam eine Ausbildung als Sängerin dazu. Sie absolvierte ein Studium der historischen Aufführungspraxis und besuchte Meisterkurse bei bekannten Musikern wie Hopkinson Smith.

Im Jahr 2000 war Arianna Savall erstmals als Sängerin in einer Barockoper zu hören. In Europa, Skandinavien, den USA, Südamerika, Australien, Japan, Neuseeland und Israel ist sie seither als Sängerin und Harfenistin auf vielen Bühnen zu erleben. Ihre Leidenschaft für die alte Musik und für die Improvisation führte Arianna Savall auch zur zeitgenössischen Musik. So hat sie gemeinsam mit dem Schweizer Komponisten Conrad Steinmann alte griechische Musik und Gedichte neu rekonstruiert.

2009 gründete sie mit ihrem Partner, dem Musiker Petter Udland Johansen, das Ensemble "Hirundo Maris", das auf alte Musik und eigene Kompositionen spezialisiert ist. Im Mittelpunkt stehen mediterrane und nordische Musik. Musikalisch folgen sie jenen Wegen, auf denen sich Zugvögel einst hoch über dem Meer trafen …

Gestaltung: Heinz Janisch


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
Das Wiener Staatsopernmagazin. Ausschnitte aus aktuellen Aufführungen der Wiener Staatsoper.
Gestaltung: Michael Blees


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen Verwicklungen

Angelika Reitzer: Obwohl es kalt ist draußen, Roman, Jung & Jung Verlag

Tanja Paar: Die Unversehrten, Roman, Haimon Verlag

Najem Wali: Saras Stunde, Roman, Hanser Verlag

Dasa Drndic: Belladonna, Roman, Hoffmann & Campe Verlag (Übersetzung: Brigitte Döbert, Blanka Stipetic)

Gespräch mit dem Autor Andreas Guski: Dostojewskij. Eine Biographie, C.H. Beck Verlag

Jugendbuch des Monats


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Sex and Drums and Rock'n Roll.
Gestaltung: Klaus Wienerroither

Am 31. Mai hätte John Henry "Bonzo" Bonham seinen 70. Geburtstag gefeiert. Der Schlagzeuger der britischen Band Led Zeppelin gilt als der Inbegriff des virtuosen Powerdrummers in der Rockmusik, der trotz aller Lautstärker auch sehr subtile und mitreißende, stark von afroamerikanischer Musik beeinflusste Rhythmen spielen konnte. Auch wenn im Titel dieser Sendung "drugs" durch "drums" ersetzt worden sind. Die Drogen, genauer gesagt die Volksdroge Alkohol waren die Achillesferse von "Bonzo". Am 25. September 1980 stirbt er, stark alkoholisiert, durch Ersticken am eigenen Erbrochenen im Haus des Led Zeppelin Gitarristen Jimmy Page.


17:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
Selbst Gezogenes auf kleinstem Raum.

Die Spielarten und Orte des urbanen Gärtnerns. In städtischen Blumenkisten gedeihen immer öfter nicht nur Stiefmütterchen und Pelargonien, sondern selbstgezogenes Gemüse, Beeren und frische Kräuter. "Urban Gardening" nennt sich der Trend, der – von den USA aus – längst auch europäische Metropolen erobert hat. Neben dem finanziellen Aspekt überwiegt für viele Stadtgärtner die Lust am Eigenbau. Der Platz zum Gärtnern ist beschränkt. Deshalb wird – abseits von Kleingartenanlagen - jede freie Fläche genützt: ob Fensterbrett, Terrasse, Dachgärten oder Stadtbrachen. Gegärtnert wird oft in der Gruppe. Und so wächst neben selbst gezogenem Gemüse auch die Gemeinschaft.

Gestaltung: Bea Sommersguter


18:55 Magazin des Glücks
Von und mit Franz Schuh


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
Salzburger Stier 2018: Der Schweizer Preisträger. "Der Richtige für fast alles" – Ein Abend mit Christoph Simon.
Gestaltung: Ursula Burkert

Christoph Simon wurde 1972 im Emmental in der Schweiz geboren. Er wurde 2014 und 2015 gleich zweimal in Folge Schweizer Meister im Poetry Slam. Seit 2015 entdeckt er die Bühne auch als erzählender Satiriker und Kabarettist. Er gewann 2015 die "Sprungfeder" der Oltner Kabarett-Tage, ab 2018 tourt er mit seinem dritten Solo "Der Richtige für fast alles" durch die Schweiz und durch Deutschland.

Simons Bühnentexte tauchen tief ein in den Alltag von Studenten-WGs, in beispielhafte Eheszenen und allzu menschliche Freundeskreise. Mittlerweile ein Markenzeichen geworden ist auch Christoph Simons leise Zurückhaltung auf der Bühne, zumal Selbstentlarvungen und Sticheleien gegen Konventionen dadurch umso kräftiger nachwirken.


19:30 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


19:33 Ö1 Kunstsonntag: Radiosession
mit Helmut Jasbar. chuffDRONE, neu aufgestellt

Die Gewinner des "Bawag P.S.K. Next Generation Jazz Award" 2013 präsentieren sich nach der Umbesetzung mit neuem Programm in der Ö1 Radiosession. chuffDRONE zeichnet sich durch unbefangenen Umgang mit musikalischen Materialien aus vielen Richtungen aus. Ein besonders interessanter Aspekt ist der Zugang zu den Ideen des Free Jazz, der das Aufeinander-Hören zur Kunstform erhoben hat. Die sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten der Bandmitglieder bereichern den Sound des Ensembles auch kompositorisch und stehen für erfrischend individuelle Zugangsweisen zum Jazz.

Neben den drei Mitbegründerinnen Lisa Hofmaninger (Sopransaxofon, Bassklarinette), Judith Ferstl (Kontrabass) und Judith Schwarz (Schlagzeug) sind nun die Neuzugänge Robert Schröck (Altsaxofon, Baritonsaxofon, Klarinette) und Jul Dillier (Klavier) bei chuffDRONE mit an Bord.


20:15 Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren
Horváths Gebeine oder Endlich zu Hause! Spurensuche einer Heimholung.
Feature von Nikolaus Scholz

Schon die Umstände seines frühen Todes am 1. Juni 1938 waren tragisch-absurd. Ödön von Horváth, am 9. Dezember 1901 in Fiume als Sohn eines österreichisch-ungarischen Diplomaten geboren, wurde auf dem Heimweg auf dem Pariser Boulevard Champs-Élysées von einem herabstürzenden Ast erschlagen. So weit, so bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, schreibt Peter Turrini in einem Artikel in der Tageszeitung "Die Presse", dass sich in seiner Sakkotasche Pornohefte befanden und Joseph Roth nach der Totenrede auf Horváth sturzbetrunken in die offene Grube fiel.

Geradezu skurril muten jedoch die Umstände der Exhumierung von Horváths Gebeinen im Jahr 1988 an, sowie deren anschließender Überführung und Wiederbestattung am Wiener Heiligenstädter Friedhof.

Damals wurde ein in Paris lebender Übersetzer Horváth'scher Texte von der österreichischen Botschaft mit dieser heiklen Angelegenheit betraut, und dafür mit drei Kisten "Grüner Veltliner" entlohnt. Dass dieser schließlich höchstpersönlich die Exhumierung von Horváths Gebeinen überwachte und sie in einem schwarzen Kindersarg im Handgepäck nach Wien brachte, ist allerdings noch nicht der Clou der Geschichte, die genügend Stoff für ein Drama bietet, das von Horváth selbst stammen könnte.

Zu Ödön von Horváths 80. Todestag reist der Autor nach Paris, um jenen in Klagenfurt geborenen Schauspieler und Übersetzer zu treffen, der nicht nur unmittelbarer Zeuge dieser Ereignisse vor 30 Jahren gewesen ist, sondern auch das Gesamtwerk Ödön von Horváths ins Französische übersetzt hat.


21:00 Ö1 Kunstsonntag: Milestones
mit Klaus Wienerroither. Eine echte Fusion auf Augenhöhe

Der Gitarrist John McLaughlin hat einmal gesagt: "Die Fusion von Musikstilen muss in deinem Kopf passieren, oder sie passiert überhaupt nicht". McLaughlin hat dieses Prinzip in seiner Karriere jedenfalls beherzigt. Als er Mitte der 1970er Jahre von der an Rockbands erinnernden Lautstärke seines "Mahavishnu Orchestra" genug hat, gründet er mit indischen Musikern das akustische Ensemble "Shakti".

Und McLaughlin setzt sich tatsächlich ernsthaft mit der klassischen indischen Musik auseinander, bringt im Rahmen des 1976 veröffentlichten LP-Debüts "Shakti with John McLaughlin" zudem Musiker aus den stilistisch sehr unterschiedlichen nordindischen und südindischen Traditionen zusammen und kreiert so ein wundersames Amalgam diverser Musikstile, welches in seiner Frische und Einzigartigkeit bis zum heutigen Tag singulär geblieben ist.


21:40 Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte
"Die Schiffe des Kolumbus". Von Wolfgang Wenger.
Gestaltung: Karin Buttenhauser


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Jet Lag All Stars Radio Show
Gedankensprünge aus dem Musterbuch des Jetlags

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags.


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
Manifest 53 / Hymnen wider die Mittellage
Hörspiel von FALKNER.
Mit Merlin Sandmeyer, Fabian Krüger, Sabine Haupt und Max Bauer.
Musik: Manfred Engelmayr, Regie: FALKNER

Eine Welt, in der die Menschen offenbar in großer Angst vor "DER DRACHE" leben, einem riesigen fauchenden Drachen, der die Menschen seltsame Rituale der Unterwerfung vollführen lässt. Der Drache nährt sich von der Angst der Menschen, was aber nur Ivan klar zu sein scheint. Ivan hat keine Angst vor dem Drachen. Er weiß, dass der Drache nur "der" Drache ist, nur die Ablenkung, das Schauspiel, das von den Machenschaften dahinter ablenken soll, der Drache soll sie nur ablenken, ist genau hierfür installiert.

Ivan bezichtigt seine Gefährten Georg und Ida an ihrer Unterjochung mitverantwortlich zu sein und kritisiert ihren ausbleibenden Widerstand. Ein weiterer Vorwurf: keine Ahnung haben zu wollen.

Ivan gehörte früher zum engeren Kreis von "DER DRACHE". Den einen Schritt, um wirklich dazuzugehören (einen Menschen, ein Kind zu töten), diesen letzten Schritt schaffte Ivan nicht. Er hat in seinen und in des Drachen Augen versagt. Ivan will aussteigen. Der Ausstieg geht aber nur über den eigenen Tod, niemand verlässt den Kreis lebend. Ivan hat mit "DER DRACHE" einen Pakt geschlossen: er darf aussteigen, wenn er ihm dafür zehn Menschen bringt. Zehn Menschen für seine Freiheit! Ivans Suche brutalisiert sich zunehmend, der Druck diese zehn Menschen zu finden wird immer größer, verzweifelter.

Ivan, Georg und Ida sind Protagonisten, deren Reinheit, Einsamkeit und Tapferkeit rührt. Ida will sich aus dem Spiel ausklinken und zu "Der Mensch" überlaufen. Georg will im Blut des Drachen waten. Als der Schwächste von den dreien, ergeht er sich erst recht in Drachentöterfantasien. Die Rolle des vermeintlichen "Drachentöters" erzeugt auf ihn unglaublichen Druck, dem er überhaupt nicht gewachsen ist. Vom Drachen wird Georg verhöhnt. Georg ist groß und berührend in seiner Verzweiflung, er ringt aufrichtig um Mut.

Der Drache braucht Gruppenbildung und Gegnerschaft um optimal agieren zu können. "Manifest 53 / Hymnen wider die Mittellage" ist eine Parabel auf gegenwärtige Konstellationen. Das Stück verhandelt das Prinzip: solidarische Gruppenbildungen verhindern und die Gegnerschaft zwischen den Menschen zu fördern. Der Drache ist die Ordnung, das System, die Strategie, und er ist völlig verrottet. Er beherrscht und tyrannisiert die Gegend, macht aus den Menschen in die Enge getriebene Tiere. Er ist aber auch ein Verführer, energiegeladen, ein elegantes irrsinnig schönes Viech! Des Drachen Spiel: uns, "Der Mensch" (als identitätslose Masse im Bemühen gesehen zu werden) in sinnlosen Kämpfen ergehen zu lassen. Rituale der Unterwerfung, um dazu zu gehören zum Kreis, im Kreis bleiben zu können, bleiben zu dürfen, letztlich aufgenommen zu werden.

Eine brutale, brutalisierte Erwachsenenwelt, Erwachsenenendzeit. Eine Anklage! Der Appell an den Hörer: Sich der Nähe der Angst zur Utopie stellen! Eine große humanistische Hymne. Ein Manifest.
 

*


Montag, 28. Mai 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Haltbar.Achtsam.Gerecht" – Wie heute religiös sprechen? Religiös Sprechende sollten bei den Dichtern in die Schule gehen, da religiöse Rede und Poesie mehr gemein haben, als es den Anschein hat, meint Otto Friedrich, Religionsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche". -
Gestaltung: Alexandra Mantler

Die einen pressen das, was zu sagen ist, in 140 Zeichen lange Botschaften. Die andern posaunen privateste Äußerungen in den hintersten Erdenwinkel hinaus. Es ist schwer, einen Satz "haltbar zu machen" (© Ingeborg Bachmann). Aber genau das muss religiöse Sprache können, meint Otto Friedrich, Religionsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche".

"Und ebenso muss es ihr um Achtsamkeit gehen, um das heilende Wort - Sprache, die nicht verletzt. Oder um Gerechtigkeit – gerade im Reden, in dem Religion daherkommt". Nicht gemeint sei da die technokratische Sprache der Dogmen-Bewahrer, die Religion wie einen juristischen Fall verstehen.

"Aber ebenso geht es nicht um eine religiöse Biedermeier-Moderne: Wellness-Religion lacht uns aus den Titeln der spirituellen Ratgeber entgegen, und ein Gutteil der Sonntagspredigten ist gleichfalls nicht dagegen gefeit. Religiös Sprechende sollten vielmehr bei den Dichtern in die Schule gehen. Religiöse Rede und Poesie haben viel mehr gemein, als es zunächst den Anschein hat".


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Zur Wiederholung verdammt
Zwänge, Tics und Obsessionen (1).
Gestaltung: Daphne Hruby

Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigt, sie sollte eigentlich schon längst im Büro sein. Trotzdem, sie kann einfach nicht anders. Sie hastet die Stiegen hinauf, sperrt mit zittrigen Fingern die Wohnungstür auf und kontrolliert nochmals, ob der Herd auch wirklich ausgeschaltet ist – zum fünften Mal. Anderer Schauplatz, selbe Zeit: Ein Mann zählt auf dem Weg zur Arbeit jeden einzelnen Pflasterstein, auf den er tritt. Das verschafft ihm irgendwie ein Gefühl der Sicherheit.

Am Schreibtisch angekommen, ordnet er dann als erstes die Post - alphabetisch nach Datum und Name des Absenders. Zwei Stockwerke über ihm sitzt sein Vorgesetzter. Er schlürft wie jeden Morgen seinen Kaffee, wie jeden Morgen aus der blauen Tasse, der mit dem goldenen Schriftzug "Chef des Jahrhunderts". Und wie jeden Morgen überfliegt er dabei die Zeitung und kratzt sich auf der Nase, obwohl es ihn eigentlich gar nicht juckt.

Wir alle haben unsere Marotten, Alltagsrituale und Tics. Pathologisch werden diese erst, wenn sie beginnen unser Leben zu kontrollieren beziehungsweise zu belasten und wir den Alltag nach ihnen ausrichten. Zwangsstörungen können sich in Form von Obsessionen – also unerwünschten Gedanken – und/oder Handlungen äußern. Dabei ist das Spektrum schier unendlich groß.

Die meisten Zwangshandlungen beziehen sich laut dem Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation für medizinische Diagnosen "ICD-10" auf Reinlichkeit, etwa Händewaschen, und wiederholtes Kontrollieren von Dingen. Oft werden diese Tätigkeiten ausgeführt, weil der oder die Betroffen denkt, damit ein Unheil abwenden zu können. Unterdessen kehren die Gedanken immer wieder zum befürchteten Ereignis zurück. Die Spirale aus Grübeleien und Zwangshandlungen beginnt sich immer weiter zu drehen.

Von Tics spricht man, wenn Menschen unwillkürlich und ohne erkennbaren Grund Bewegungen ausführen oder Laute von sich geben. Das kann von Grimassen über Räuspern bis hin zu ausgestoßenen Schimpfwörtern reichen. Auch hier ist die Grenze zwischen gewöhnlich und pathologisch für den Laien oft schwer zu ziehen. Wenn die Tics äußerst komplexen Mustern folgen und in Kombination auftreten, kann es sich auch um das Tourette-Syndrom handeln.

Die Ursachen für derlei Verhaltensmuster oder Erkrankungsbilder sind vielfältig und führen manchmal erst in der Kombination zur Herausbildung eines Zwangs. Bei einigen Betroffenen spielen etwa genetische Faktoren eine Rolle, man hat familiäre Häufungen beobachtet. Allerdings wird der Habitus auch oft über die Erziehung weitergegeben.

Auch dem Stoffwechsel in unserem Gehirn kommt bei gewissen Formen eine Relevanz zu. Und nicht zuletzt können Erlebnisse und Traumata eine Zwangsstörung auslösen.

Indessen entwickelt auch so manches Tier Tics oder Zwänge. Bei Pferden etwa nennt man das "Weben", wenn sie ihren Kopf vor den Boxgitterstäben unentwegt hin und her bewegen.


09:30 Radiokolleg – An der Wurzel gepackt
Mathematik kreativ vermittelt (1).
Gestaltung: Ilse Huber

Schnell und einfach lassen sich Zahlen in die Maschinen tippen. Ob im Restaurant, beim Fachmarkt oder bei der Kinokassa. Wer rechnet noch die Summen im Kopf aus? Derweil helfen Daumen mal Pi Überschlagsrechnungen ungemein im Alltag. Zum Beispiel auf Reisen, bei Vorratskalkulationen oder bei der Bedienung smarter Haushaltsgeräte. "Fremdrechnen" geht leicht, aber will man sich immer mit Punkt und Dezimalstelle auf die Anzeigen verlassen? Ohne Kontrolle, Überprüfung und Eigenleistung?

Mathematik hat viele Gesichter. Die Disziplin formt Schneckenhäuser, Bienenwaben, erzeugt Symmetrien, Kurven und Funktionen. Ihr haftet aber ein Spezialistentum an, wer sich für Mathematik, Softwarecodes und Programmieren interessiert, wird gerne als Nerd oder Geek bezeichnet. Abseits grauer Theorie gewinnen unkonventionelle mathematische Zugänge zunehmend an Bedeutung.

Bücher, Experimente mit Häusern oder unterhaltsame Programmiersprachen sollen die Lust aufs Rechnen und Coden steigern. Kreative mathematische Vermittlungsformen sind sehr gefragt. Und es gibt auch eigene "mathemagische" Orte, die man besuchen kann, sowie Interessensgruppen und Fans, die sich ganz der Förderung dieser naturwissenschaftlichen Disziplin widmen.


09:45 Radiokolleg – An Schuberts Seite
Der Komponist Anselm Hüttenbrenner (1).
Gestaltung: Gerhard Hafner

Vor 150 Jahren, am 5. Juni 1868, starb Anselm Hüttenbrenner in seiner Heimatstadt Graz. Während sein Name heutzutage meist nur mit seinem engen Freund Franz Schubert in Verbindung gebracht wird, war der Komponist und Musikkritiker Anselm Hüttenbrenner zu seinen Lebzeiten eine Größe der heimischen Kulturszene. Er komponierte 27 geistliche Werke – darunter sechs Messen und drei Requien -, acht Opern, über 250 Lieder für eine Singstimme mit Klavierbegleitung sowie 280 Werke für Männerchor.

Als der Grazer Anselm Hüttenbrenner 1815 zum Jurastudium nach Wien ging, lernte er nebenbei auch Gesang und Komposition beim k. k. Hofkapellmeister Antonio Salieri, wo er auch mit dem damals 18-jährigen Franz Schubert bekannt wurde, woraus sich eine lebenslange Freundschaft entwickeln sollte. Gemeinsam mit seinen Brüdern Heinrich, Josef und Andreas war Anselm Hüttenbrenner einer der ersten "Schubertianern", wie man damals die Fans des jungen Komponisten nannte.

Der Tod seines Vaters zwang Anselm Hüttenbrenner 1821 zur Rückkehr nach Graz, wo er als Komponist und Musikkritiker tätig war. Zweimal war er auch Direktor des Steiermärkischen Musikvereins. Als Hüttenbrenner vom kritischen Zustand Ludwig van Beethovens hörte, reiste er eilig nach Wien, wo er am Totenbett Beethovens aus dessen Haar eine Locke als Andenken nahm, die noch heute im Universalmuseum Joanneum in Graz aufbewahrt wird.

Anselm Hüttenbrenner setzte sich stark für die Ernennung Franz Schuberts zum Ehrenmitglied des Steirischen Musikvereins ein, was schließlich auch gelang. Schubert war darüber so erfreut, dass er daraufhin seine h-Moll-Symphonie, die sogenannte "Unvollendete" dem Steiermärkischen Musikverein widmete und nach Graz sandte. Lange Zeit galt das Werk jedoch als verschollen, weil Anselm Hüttenbrenner die Originalpartitur bis wenige Jahre vor seinem Tod unter Verschluss hielt.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Johannes Leopold Mayer. Etwas Kleines? – Miniaturen und Bagatellen.

Sind musikalische Kleinigkeiten halt "eh nur Kleinigkeiten?" Wie kommt die Würze in die Kürze. Allenthalben sind ja Meister wie Beethoven, Schubert und Chopin nicht nur in den großen Formen zu Hause.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Ex libris-Nachlese. "Ein kleiner Held" von Fjodor Dostojewskij. Es liest Peter Simonischek.
Gestaltung: Peter Zimmermann


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Nadja Kayali.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Virtuos – Bach & Händel.
Gestaltung: Gustav Danzinger

Zum ersten Mal gastiert das österreichische Originalklang-Ensemble "dolce risonanza" beim Festival "Klangfrühling" auf Burg Schlaining im Südburgenland, das sich seit kurzem vermehrt der Barockmusik zugewendet hat und einen thematischen Bogen in die zeitgenössische Musik schlägt.

Gemäß dem Festivalmotto "Genuss und Klang" hat sich das Ensemble den jungen österreichischen Tenor Daniel Johannsen eingeladen, der seine Wurzeln im Südburgenland hat – also quasi ein Heimspiel. Auf dem Programm stehen virtuose Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel. Aufgenommen beim Eröffnungskonzert am 6. Mai 2018 im Granarium der Burg Schlaining.

Programm:

Georg Friedrich Händel (1685-1759) aus dem Oratorium Jephtha HWV 70

Johann Sebastian Bach (1685-1750) Ouverture BWV 1067

Georg Friedrich Händel: "Look down, harmonious saint", Kantate für Tenor, Streicher und Basso continuo HWV 124

Johann Sebastian Bach: Sinfonia zur Kantate Non sa che sia dolore BWV 209

Johann Sebastian Bach: "Jede Woge meiner Wellen", Arie für Tenor, Violine und Basso continuo aus der Kantate Schleicht, spielende Wellen BWV 206/5

Johann Sebastian Bach: Concerto V. BWV 1050


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
Literatur ist der Rede wert: Die Literarische Soiree
Drei literarische Neuerscheinungen, von einer journalistischen Kritikerrunde unter die Lupe genommen. (aufgenommen am 18. April 2018 im RadioCafe in Wien)
Bearbeitung: Robert Weichinger
Unter der Leitung von Günter

Kaindlstorfer diskutieren Julia Danielczyk (Salzburger Nachrichten), Evelyne Polt-Heinzl (Die Presse) und Peter Klein (Ö1 Programmchef)
Die Buchauswahl:
T. C. Boyle "Good Homes", Hanser
Milena Michiko Flasar "Herr Kato spielt Familie", Wagenbach
Andreas Maier "Die Universität", Suhrkamp


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
Die Republik Österreich im Spiegel ihrer Architektur: 2000 – Hauptbücherei.
Gestaltung: Sonja Bettel


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Johann Kneihs.


17:55 Betrifft: Geschichte
Panoptikum der Stadtgeschichte. Mit Peter Autengruber, Zeit- und Lokalhistoriker, Univ. Lektor und DÖW.
Gestaltung: Martin Adel

Zur Zeit der rasant wachsenden Großstadt Wien, an der Jahrhundertwende zum 20. Jh., begann jene Kleingartenbewegung, die noch heute das Stadtbild der Außenbezirke maßgeblich mitbestimmt: besser bekannt unter der teils mit selbstverständlicher Sympathie geäußerten, teils abwertenden Bezeichnung "Schrebergärten".

Vorformen dazu gab es in weiten Teilen Europas im Rahmen von Lebensreformbewegungen, die sich schon parallel zur Industrialisierung entwickelten: zum Wohl und nicht zuletzt zur Selbstversorgung der Arbeiterschaft. (Mit dem Leipziger Orthopäden und tief "schwarzen" Pädagogen D. G. M. Schreber hat der erste nach ihm benannte "Schreberverein" (Leipzig 1864) nur namentlich zu tun. Dessen Gründer, ein Schuldirektor, setzte Schreber damit nur ein unverdientes wie posthumes Andenken).

In Wien standen die Anfänge im Zeichen der "Natur" und ihrer "heilenden Kräfte", d.h. als Ausgleich zu "De-Naturierung" und "Naturentfremdung" durch das Stadtleben. Was also zunächst begann, um auch Minderbemittelten Urlaubs- und Naturgefühle am Rand der Stadt zu ermöglichen, wurde spätestens mit dem 1. Weltkrieg zu einer wichtigen Nahrungsmittelressource.

Kein Wunder, dass daher die Kleingartenbewegung geradezu "explodierte". Noch heute, nachdem viele Kleingärten dem Straßen- oder Wohnungsbau gewichen sind, gibt es allein in Wien 247 Vereine mit weit mehr als 25.000 Kleingärten! (- zwei Drittel aller in österreichischen Städten). Seit 1992 ist in Wien ganzjähriges Wohnen in diesen Siedlungen gesetzlich erlaubt und sehr beliebt. Begonnen haben sie aber als Naherholungsmöglichkeit und als Ort v.a. sozialdemokratischer Vereinstätigkeit.

Dann in den Zeiten der Not wandelten sie sich zu lebensnotwendigen Nutzgärten, in denen auch Kleintiere zum Verzehr gezüchtet wurden (1919 waren es 2.500 Waggons allein an Gemüse und Erdäpfeln). Erst in den 1950er Jahren wurden sie langsam zu Ziergärten. Und schließlich änderte ganzjähriges Wohnen in Verbindung mit der Möglichkeit zum Eigentumserwerb der Flächen nicht nur die gebaute Struktur, sondern auch die soziale Zusammensetzung. So spiegelt sich in dieser Entwicklung die Stadt- und Zeitgeschichte Wiens der vergangenen 125 Jahre wie in einem Mikrokosmos wider.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Die Erforschung der Einsamkeit
Von Hanna Ronzheimer

Die bekannteste Definition von Einsamkeit stammt von zwei US-Psychologen aus dem Jahr 1982, Letitia Anne Peplau und Daniel Perlmann: Sie sei ein subjektiv erfahrener Zustand, bei dem ein Mensch sich mehr Sozialkontakte wünscht, als er oder sie in der Realität hat. Mit ernsthaften gesundheitliche Konsequenzen, die so schädlich wie 15 Zigaretten pro Tag seien, ergänzten Wissenschafter im Jahr 2010.

Und schädlicher, als keinen Sport zu treiben oder fettleibig zu sein. - Von Einsamkeit sind nicht nur ältere Menschen betroffen, wie eine aktuelle Studie belegt, sondern besonders auch 18- bis 35-Jährige. Die Frage ist: Trotz oder wegen sozialer Medien? In Großbritannien kümmert sich seit einiger Zeit eine "Einsamkeitsministerin" um Menschen, die sich einsam fühlen. Denn es werden immer mehr. Könnte dieser Trend, wie manche Wissenschafter/innen behauptet, die Demokratie gefährden?


19:30 On stage live
mit Marlene Schnedl. Klingende Bild-Folgen: Das Klaus Paier/Asja Valcic Quartett live im ORF RadioKulturhaus in Wien.

"Cinema Scenes" heißt die bei ACT Music erschienene, heute live präsentierte CD, für die der aus Kärnten stammende Akkordeonist Klaus Paier zwei Ensembles zu einem Quartett vereint hat: das Duo mit der auch aus dem Radio.String.Quartet.Vienna bekannten Cellistin Asja Valcic einerseits, das Trio mit Stefan Gfrerrer (Kontrabass) und Roman Werni (Schlagzeug) andererseits.

Als dynamischer Vierer rücken die drei Musiker und die eine Musikerin den Farb- und Bilderreichtum ihrer Kompositionen nun bewusst in den Vordergrund. Spritzigen Kammer-Jazz mit Verweisen in vielerlei Richtungen, von Tango bis Orient, vernimmt man da. Und zuweilen entzündet sich die Phantasie an konkreten filmischen Inspirationsvorlagen, etwa am Clint-Eastwood-Drama "Die Brücken am Fluß". Wehmut, Trauer, Nostalgie, Euphorie: Die ganze breite Palette existenzieller Befindlichkeiten an einem Abend. Großes Kino für die Ohren!


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Zur Wiederholung verdammt. Zwänge, Tics und Obsessionen (1).
Gestaltung: Daphne Hruby

An der Wurzel gepackt. Mathematik kreativ vermittelt (1).
Gestaltung: Ilse Huber

An Schuberts Seite. Der Komponist Anselm Hüttenbrenner (1).
Gestaltung: Gerhard Hafner


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Das Klangforum Wien unter Peter Rundel im Wiener Konzerthaus.
Gestaltung: Reinhard Kager

Drei Kontinente verbinden sich, zumindest musikalisch, im letzten Zykluskonzert des Klangforum Wien im Wiener Konzerthaus: Amerika (in Gestalt der Komponistin Ashley Fure), Europa (vertreten durch den slowenischen Komponisten Vito Zuraj) und Australien (präsent durch die Komponistin Liza Lim).

Zu dem im Titel dieses Konzertabends angeführten Kontinentaldrift dürfte es allerdings eher nicht kommen, denn die Kompositionen der drei Künstler/innen besitzen durchaus Anknüpfungspunkte. Weit eher könnte sich also eine Vision Alfred Wegeners einlösen: eine Art Superkontinent, den der deutsche Geowissenschafter "Panagea" ("Alles Land") nannte und der alle bekannten Kontinentalmassen umfasst. Die unter Wasser liegenden Küstenlinien der Kontinente erweisen sich nicht als Trennlinien, sondern als Nahtstellen.

Geeint werden alle drei Stücke dieses Abends – Ashley Fures "A Library on Lightning", Vito Zurajs "Tension" und Liza Lims "Extinction Events and Dawn Chorus" – jedenfalls durch den Umstand, dass sie zum ersten Mal in Österreich zu hören sind. Ausschnitte aus allen drei Werken sind in der heutigen "Zeit Ton"-Sendung zu hören.
 

*


Dienstag, 29. Mai 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Haltbar.Achtsam.Gerecht" – Wie heute religiös sprechen? Religiös Sprechende sollten bei den Dichtern in die Schule gehen, da religiöse Rede und Poesie mehr gemein haben, als es den Anschein hat, meint Otto Friedrich, Religionsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche". -
Gestaltung: Alexandra Mantler

Die einen pressen das, was zu sagen ist, in 140 Zeichen lange Botschaften. Die andern posaunen privateste Äußerungen in den hintersten Erdenwinkel hinaus. Es ist schwer, einen Satz "haltbar zu machen" (© Ingeborg Bachmann). Aber genau das muss religiöse Sprache können, meint Otto Friedrich, Religionsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche".

"Und ebenso muss es ihr um Achtsamkeit gehen, um das heilende Wort - Sprache, die nicht verletzt. Oder um Gerechtigkeit – gerade im Reden, in dem Religion daherkommt". Nicht gemeint sei da die technokratische Sprache der Dogmen-Bewahrer, die Religion wie einen juristischen Fall verstehen.

"Aber ebenso geht es nicht um eine religiöse Biedermeier-Moderne: Wellness-Religion lacht uns aus den Titeln der spirituellen Ratgeber entgegen, und ein Gutteil der Sonntagspredigten ist gleichfalls nicht dagegen gefeit. Religiös Sprechende sollten vielmehr bei den Dichtern in die Schule gehen. Religiöse Rede und Poesie haben viel mehr gemein, als es zunächst den Anschein hat".


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Zur Wiederholung verdammt
Zwänge, Tics und Obsessionen (2).
Gestaltung: Daphne Hruby

Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigt, sie sollte eigentlich schon längst im Büro sein. Trotzdem, sie kann einfach nicht anders. Sie hastet die Stiegen hinauf, sperrt mit zittrigen Fingern die Wohnungstür auf und kontrolliert nochmals, ob der Herd auch wirklich ausgeschaltet ist – zum fünften Mal. Anderer Schauplatz, selbe Zeit: ein Mann zählt auf dem Weg zur Arbeit jeden einzelnen Pflasterstein, auf den er tritt. Das verschafft ihm irgendwie ein Gefühl der Sicherheit.

Am Schreibtisch angekommen, ordnet er dann als erstes die Post - alphabetisch nach Datum und Name des Absenders. Zwei Stockwerke über ihm sitzt sein Vorgesetzter. Er schlürft wie jeden Morgen seinen Kaffee, wie jeden Morgen aus der blauen Tasse, der mit dem goldenen Schriftzug "Chef des Jahrhunderts". Und wie jeden Morgen überfliegt er dabei die Zeitung und kratzt sich auf der Nase, obwohl es ihn eigentlich gar nicht juckt.

Wir alle haben unsere Marotten, Alltagsrituale und Tics. Pathologisch werden diese erst, wenn sie beginnen unser Leben zu kontrollieren beziehungsweise zu belasten und wir den Alltag nach ihnen ausrichten. Zwangsstörungen können sich in Form von Obsessionen – also unerwünschten Gedanken – und/oder Handlungen äußern. Dabei ist das Spektrum schier unendlich groß.

Die meisten Zwangshandlungen beziehen sich laut dem Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation für medizinische Diagnosen "ICD-10" auf Reinlichkeit, etwa Händewaschen, und wiederholtes Kontrollieren von Dingen. Oft werden diese Tätigkeiten ausgeführt, weil der oder die Betroffen denkt, damit ein Unheil abwenden zu können. Unterdessen kehren die Gedanken immer wieder zum befürchteten Ereignis zurück. Die Spirale aus Grübeleien und Zwangshandlungen beginnt sich immer weiter zu drehen.

Von Tics spricht man, wenn Menschen unwillkürlich und ohne erkennbaren Grund Bewegungen ausführen oder Laute von sich geben. Das kann von Grimassen über Räuspern bis hin zu ausgestoßenen Schimpfwörtern reichen. Auch hier ist die Grenze zwischen gewöhnlich und pathologisch für den Laien oft schwer zu ziehen. Wenn die Tics äußerst komplexen Mustern folgen und in Kombination auftreten, kann es sich auch um das Tourette-Syndrom handeln.

Die Ursachen für derlei Verhaltensmuster oder Erkrankungsbilder sind vielfältig und führen manchmal erst in der Kombination zur Herausbildung eines Zwangs. Bei einigen Betroffenen spielen etwa genetische Faktoren eine Rolle, man hat familiäre Häufungen beobachtet. Allerdings wird der Habitus auch oft über die Erziehung weitergegeben.

Auch dem Stoffwechsel in unserem Gehirn kommt bei gewissen Formen eine Relevanz zu. Und nicht zuletzt können Erlebnisse und Traumata eine Zwangsstörung auslösen.

Indessen entwickelt auch so manches Tier Tics oder Zwänge. Bei Pferden etwa nennt man das "Weben", wenn sie ihren Kopf vor den Boxgitterstäben unentwegt hin und her bewegen.


09:30 Radiokolleg – An der Wurzel gepackt
Mathematik kreativ vermittelt (2).
Gestaltung: Ilse Huber

Schnell und einfach lassen sich Zahlen in die Maschinen tippen. Ob im Restaurant, beim Fachmarkt oder bei der Kinokassa. Wer rechnet noch die Summen im Kopf aus? Derweil helfen Daumen mal Pi Überschlagsrechnungen ungemein im Alltag. Zum Beispiel auf Reisen, bei Vorratskalkulationen oder bei der Bedienung smarter Haushaltsgeräte. "Fremdrechnen" geht leicht, aber will man sich immer mit Punkt und Dezimalstelle auf die Anzeigen verlassen? Ohne Kontrolle, Überprüfung und Eigenleistung?

Mathematik hat viele Gesichter. Die Disziplin formt Schneckenhäuser, Bienenwaben, erzeugt Symmetrien, Kurven und Funktionen. Ihr haftet aber ein Spezialistentum an, wer sich für Mathematik, Softwarecodes und Programmieren interessiert, wird gerne als Nerd oder Geek bezeichnet. Abseits grauer Theorie gewinnen unkonventionelle mathematische Zugänge zunehmend an Bedeutung.

Bücher, Experimente mit Häusern oder unterhaltsame Programmiersprachen sollen die Lust aufs Rechnen und Coden steigern. Kreative mathematische Vermittlungsformen sind sehr gefragt. Und es gibt auch eigene "mathemagische" Orte, die man besuchen kann, sowie Interessensgruppen und Fans, die sich ganz der Förderung dieser naturwissenschaftlichen Disziplin widmen.


09:45 Radiokolleg – An Schuberts Seite
Der Komponist Anselm Hüttenbrenner (2).
Gestaltung: Gerhard Hafner

Vor 150 Jahren, am 5. Juni 1868, starb Anselm Hüttenbrenner in seiner Heimatstadt Graz. Während sein Name heutzutage meist nur mit seinem engen Freund Franz Schubert in Verbindung gebracht wird, war der Komponist und Musikkritiker Anselm Hüttenbrenner zu seinen Lebzeiten eine Größe der heimischen Kulturszene. Er komponierte 27 geistliche Werke – darunter sechs Messen und drei Requien -, acht Opern, über 250 Lieder für eine Singstimme mit Klavierbegleitung sowie 280 Werke für Männerchor.

Als der Grazer Anselm Hüttenbrenner 1815 zum Jurastudium nach Wien ging, lernte er nebenbei auch Gesang und Komposition beim k. k. Hofkapellmeister Antonio Salieri, wo er auch mit dem damals 18-jährigen Franz Schubert bekannt wurde, woraus sich eine lebenslange Freundschaft entwickeln sollte. Gemeinsam mit seinen Brüdern Heinrich, Josef und Andreas war Anselm Hüttenbrenner einer der ersten "Schubertianern", wie man damals die Fans des jungen Komponisten nannte.

Der Tod seines Vaters zwang Anselm Hüttenbrenner 1821 zur Rückkehr nach Graz, wo er als Komponist und Musikkritiker tätig war. Zweimal war er auch Direktor des Steiermärkischen Musikvereins. Als Hüttenbrenner vom kritischen Zustand Ludwig van Beethovens hörte, reiste er eilig nach Wien, wo er am Totenbett Beethovens aus dessen Haar eine Locke als Andenken nahm, die noch heute im Universalmuseum Joanneum in Graz aufbewahrt wird.

Anselm Hüttenbrenner setzte sich stark für die Ernennung Franz Schuberts zum Ehrenmitglied des Steirischen Musikvereins ein, was schließlich auch gelang. Schubert war darüber so erfreut, dass er daraufhin seine h-Moll-Symphonie, die sogenannte "Unvollendete" dem Steiermärkischen Musikverein widmete und nach Graz sandte. Lange Zeit galt das Werk jedoch als verschollen, weil Anselm Hüttenbrenner die Originalpartitur bis wenige Jahre vor seinem Tod unter Verschluss hielt.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Ein Kapellmeister par excellence – Erinnerungen an den Dirigenten Jesús López Cobos. Ausschnitte aus Opern von Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti, Jules Massenet, Giacomo Puccini, u.a.
Gestaltung: Christoph Wagner

Trenkwitz Vielleicht war er nicht immer der "mitreißendste" Dirigent, Sängerinnen und Sänger haben an dem aus Spanien stammenden Jesús López Cobos aber stets seine Musikalität, seine stilistische Bandbreite und Kenntnis – und vor allem die besondere Gabe, begleiten zu können, geschätzt. Vor allem im italienischen Opernfach hat der unter anderem in Wien ausgebildete Maestro in aller Welt Erfolge gefeiert, sein enorm großes Repertoire aus Opern und Konzertwerken war aber wesentlich weitgespannter. Nach einer Wiener "Tosca"-Aufführung im Jänner dieses Jahres hat Jesús López Cobos krankheitsbedingt alle weiteren Auftritte absagen müssen, am 2. März ist er im Alter von 78 Jahren in Berlin verstorben.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Wie John kein Millionär wurde". Von Arno Surminski. Es liest Detlev Eckstein.
Gestaltung: Bernhard Herrman
Präsentation: Nicole Dietrich Kellner

Pedro führt John zu einem besonderen Spielautomaten. Der spucke alle drei Monate eine Million Dollar aus. Heute wäre es bestimmt wieder so weit. John verspielt alles. Zum Trost spendiert ihm ein Texaner ein Bier. Während John das Casino enttäuscht verlässt, gibt der Texaner den Vierteldollar aus dem Restgeld seiner Tochter. Solle sie doch ihr Glück bei dem Automaten versuchen …


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Peter Kislinger.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Die Österreichischen Bläsersolisten, Dirigent: Milan Turkovic; Eva Simic-Nemeth, Violoncello. Giovanni Gabrieli: Drei Canzonen für drei Bläsergruppen * Friedrich Gulda: Konzert für Violoncello und Blasorchester * Leonard Bernstein: Symphonic Dances aus "West Side Story" (aufgenommen am 7. Mai im Congress Center Villach).
Präsentation: Anglika Benke

Die Österreichischen Bläsersolisten sind ein Klangkörper, der herausragende Musikerinnen und Musiker aus unterschiedlichen Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, der Camerata Salzburg oder dem RSO Wien zu einem großen Ganzen vereint. Anfang Mai hat das Orchester unter der Leitung von Milan Turkovic im Congress Center in Villach das Publikum begeistert.

Giovanni Gabrieli ist der Komponist von drei Canzonen, interpretiert von drei Bläsergruppen, die im Saal verteilt wurden.

Am 5.10.1981 fand die Uraufführung von Friedrich Guldas Konzert für Violoncello und Blasorchester mit Heinrich Schiff und dem Wiener Bläserensemble unter der Leitung des Komponisten im Congress Center Villach statt. Ebendort übernahm fast 37 Jahre später die Cellistin der Kärntner Sinfonieorchesters, Eva Simic-Nemeth, den Solopart.

Anlässlich des 60. Jahrestages der Erstaufführung der "West Side Story" von Leonard Bernstein im Jahr 2017 hat man sich auch der "Symphonic Dances" angenommen, die in authentischer Form auf für Blasorchester geeignet sind.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
Horváths Gebeine oder Endlich zu Hause! Spurensuche einer Heimholung.
Feature von Nikolaus Scholz

Schon die Umstände seines frühen Todes am 1. Juni 1938 waren tragisch-absurd. Ödön von Horváth, am 9. Dezember 1901 in Fiume als Sohn eines österreichisch-ungarischen Diplomaten geboren, wurde auf dem Heimweg auf dem Pariser Boulevard Champs-Élysées von einem herabstürzenden Ast erschlagen. So weit, so bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, schreibt Peter Turrini in einem Artikel in der Tageszeitung "Die Presse", dass sich in seiner Sakkotasche Pornohefte befanden und Joseph Roth nach der Totenrede auf Horváth sturzbetrunken in die offene Grube fiel.

Geradezu skurril muten jedoch die Umstände der Exhumierung von Horváths Gebeinen im Jahr 1988 an, sowie deren anschließender Überführung und Wiederbestattung am Wiener Heiligenstädter Friedhof.

Damals wurde ein in Paris lebender Übersetzer Horváth'scher Texte von der österreichischen Botschaft mit dieser heiklen Angelegenheit betraut, und dafür mit drei Kisten "Grüner Veltliner" entlohnt. Dass dieser schließlich höchstpersönlich die Exhumierung von Horváths Gebeinen überwachte und sie in einem schwarzen Kindersarg im Handgepäck nach Wien brachte, ist allerdings noch nicht der Clou der Geschichte, die genügend Stoff für ein Drama bietet, das von Horváth selbst stammen könnte.

Zu Ödön von Horváths 80. Todestag reist der Autor nach Paris, um jenen in Klagenfurt geborenen Schauspieler und Übersetzer zu treffen, der nicht nur unmittelbarer Zeuge dieser Ereignisse vor 30 Jahren gewesen ist, sondern auch das Gesamtwerk Ödön von Horváths ins Französische übersetzt hat.


16:45 Heimspiel
Die Woche im RadioKulturhaus


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
Die Republik Österreich im Spiegel ihrer Architektur: 1921 – Landesmuseum Burgenland.
Gestaltung: Anna Soucek


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Panoptikum der Stadtgeschichte. Mit Peter Autengruber, Zeit- und Lokalhistoriker, Univ. Lektor und DÖW.
Gestaltung: Martin Adel

Zur Zeit der rasant wachsenden Großstadt Wien, an der Jahrhundertwende zum 20. Jh., begann jene Kleingartenbewegung, die noch heute das Stadtbild der Außenbezirke maßgeblich mitbestimmt: besser bekannt unter der teils mit selbstverständlicher Sympathie geäußerten, teils abwertenden Bezeichnung "Schrebergärten".

Vorformen dazu gab es in weiten Teilen Europas im Rahmen von Lebensreformbewegungen, die sich schon parallel zur Industrialisierung entwickelten: zum Wohl und nicht zuletzt zur Selbstversorgung der Arbeiterschaft. (Mit dem Leipziger Orthopäden und tief "schwarzen" Pädagogen D. G. M. Schreber hat der erste nach ihm benannte "Schreberverein" (Leipzig 1864) nur namentlich zu tun. Dessen Gründer, ein Schuldirektor, setzte Schreber damit nur ein unverdientes wie posthumes Andenken).

In Wien standen die Anfänge im Zeichen der "Natur" und ihrer "heilenden Kräfte", d.h. als Ausgleich zu "De-Naturierung" und "Naturentfremdung" durch das Stadtleben. Was also zunächst begann, um auch Minderbemittelten Urlaubs- und Naturgefühle am Rand der Stadt zu ermöglichen, wurde spätestens mit dem 1. Weltkrieg zu einer wichtigen Nahrungsmittelressource.

Kein Wunder, dass daher die Kleingartenbewegung geradezu "explodierte". Noch heute, nachdem viele Kleingärten dem Straßen- oder Wohnungsbau gewichen sind, gibt es allein in Wien 247 Vereine mit weit mehr als 25.000 Kleingärten! (- zwei Drittel aller in österreichischen Städten). Seit 1992 ist in Wien ganzjähriges Wohnen in diesen Siedlungen gesetzlich erlaubt und sehr beliebt. Begonnen haben sie aber als Naherholungsmöglichkeit und als Ort v.a. sozialdemokratischer Vereinstätigkeit.

Dann in den Zeiten der Not wandelten sie sich zu lebensnotwendigen Nutzgärten, in denen auch Kleintiere zum Verzehr gezüchtet wurden (1919 waren es 2.500 Waggons allein an Gemüse und Erdäpfeln). Erst in den 1950er Jahren wurden sie langsam zu Ziergärten. Und schließlich änderte ganzjähriges Wohnen in Verbindung mit der Möglichkeit zum Eigentumserwerb der Flächen nicht nur die gebaute Struktur, sondern auch die soziale Zusammensetzung. So spiegelt sich in dieser Entwicklung die Stadt- und Zeitgeschichte Wiens der vergangenen 125 Jahre wie in einem Mikrokosmos wider.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Potenzial und Risiken von Gene Drive
Von Birgit Dalheimer

Die Anopheles-Mücke ausrotten, um die Malaria zu bekämpfen – an diesem Projekt wird mithilfe eines Prinzips gearbeitet, das Gene-Drive oder Genantrieb heißt. Es sorgt für schnellere genetische Veränderungen in einer ganzen Population, indem die Genveränderung sich selbst verdoppelt und so mit viel höherer Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen vererbt wird als bei klassischen Genmanipulationen.

Bei der Malariabekämpfung wird so den Mücken ein Gen eingebaut, das sie in wenigen Generationen unfruchtbar machen soll. Die Überträger der Malaria würden damit ausgerottet. Weitere Anwendungen sind in anderen medizinischen Bereichen, in der Landwirtschaft und im Naturschutz denkbar. – Bedeutet Gene Drive das "Ende der Natur", wie Umweltschutzorganisationen in einem 2016 veröffentlichten Manifest befürchteten? Kann Gene Drive ganze Ökosysteme verändern oder eine Art binnen kürzester Zeit ausrotten? Die Chancen und Gefahren von Genveränderungen, die wie Kettenreaktionen ablaufen, werden derzeit kontrovers diskutiert.


19:30 Das Ö1 Konzert
"Ö1 Musiksalon 2018". Kirill Maximov, Violine; Tamara Atschba, Klavier; Mirjam Jessa, Moderation. Wolfgang Amadeus Mozart: Sonate für Klavier und Violine B-Dur KV 454 * Johannes Brahms: Sonate für Klavier und Violine A-Dur op. 100 * Sergej Prokofjew: Sonate für Violine und Klavier f-Moll op. 80 * Karol Szymanowski: "Notturno und Tarantella" op. 28 (aufgenommen am 25. April im Brucknerhaus in Linz)

Jedes der Musikstücke dieses Abends ist von den Komponisten einer besonderen Person gewidmet oder in Gedanken an sie geschrieben worden: Wolfgang Amadeus Mozart schrieb seine Sonate für die Geigerin Regina Strinasacchi, Johannes Brahms komponierte in Gedanken an die Sängerin Hermine Spies, Sergej Prokofjew widmete sein Werk dem Geiger David Oistrach und Karol Szymanowski seinem Freund August Iwanski.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Zur Wiederholung verdammt. Zwänge, Tics und Obsessionen (2).
Gestaltung: Daphne Hruby

An der Wurzel gepackt. Mathematik kreativ vermittelt (2).
Gestaltung: Ilse Huber

An Schuberts Seite. Der Komponist Anselm Hüttenbrenner (2).
Gestaltung: Gerhard Hafner


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Aus dem Musikverein-Zyklus des Ensemble Kontrapunkte.
Gestaltung: Stefan Höfel

Im Gläsernen Saal des Wiener Musikvereins präsentierte das Ensemble Kontrapunkte am Montag, 16. April 2018 Werke von Fritz Keil, Manuela Kerer, Dimitris Mousouras, Frederick Neyrink, Ming Wang und Christoph Renhart. Dirigiert wurde das Konzert wie gewohnt vom Ensemble-Leiter Peter Keuschnig.

Das Ensemble Kontrapunkte wurde 1965 gegründet und setzt sich aus Solisten und Solistinnen renommierter Wiener Orchester wie der Wiener Philharmoniker, des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien, der Wiener Symphoniker und des Orchesters der Wiener Volksoper zusammen. Seit der Saison 1974/75 gestaltet das Ensemble Kontrapunkte kontinuierlich einen eigenen Abonnementzyklus der Gesellschaft der Musikfreunde im Wiener Musikverein.
 

*


Mittwoch, 30. Mai 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Haltbar.Achtsam.Gerecht" – Wie heute religiös sprechen? Religiös Sprechende sollten bei den Dichtern in die Schule gehen, da religiöse Rede und Poesie mehr gemein haben, als es den Anschein hat, meint Otto Friedrich, Religionsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche". -

Gestaltung: Alexandra Mantler

Die einen pressen das, was zu sagen ist, in 140 Zeichen lange Botschaften. Die andern posaunen privateste Äußerungen in den hintersten Erdenwinkel hinaus. Es ist schwer, einen Satz "haltbar zu machen" (© Ingeborg Bachmann). Aber genau das muss religiöse Sprache können, meint Otto Friedrich, Religionsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche".

"Und ebenso muss es ihr um Achtsamkeit gehen, um das heilende Wort - Sprache, die nicht verletzt. Oder um Gerechtigkeit – gerade im Reden, in dem Religion daherkommt". Nicht gemeint sei da die technokratische Sprache der Dogmen-Bewahrer, die Religion wie einen juristischen Fall verstehen.

"Aber ebenso geht es nicht um eine religiöse Biedermeier-Moderne: Wellness-Religion lacht uns aus den Titeln der spirituellen Ratgeber entgegen, und ein Gutteil der Sonntagspredigten ist gleichfalls nicht dagegen gefeit. Religiös Sprechende sollten vielmehr bei den Dichtern in die Schule gehen. Religiöse Rede und Poesie haben viel mehr gemein, als es zunächst den Anschein hat".


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Zur Wiederholung verdammt
Zwänge, Tics und Obsessionen (3).
Gestaltung: Daphne Hruby

Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigt, sie sollte eigentlich schon längst im Büro sein. Trotzdem, sie kann einfach nicht anders. Sie hastet die Stiegen hinauf, sperrt mit zittrigen Fingern die Wohnungstür auf und kontrolliert nochmals, ob der Herd auch wirklich ausgeschaltet ist – zum fünften Mal. Anderer Schauplatz, selbe Zeit: ein Mann zählt auf dem Weg zur Arbeit jeden einzelnen Pflasterstein, auf den er tritt. Das verschafft ihm irgendwie ein Gefühl der Sicherheit.

Am Schreibtisch angekommen, ordnet er dann als erstes die Post - alphabetisch nach Datum und Name des Absenders. Zwei Stockwerke über ihm sitzt sein Vorgesetzter. Er schlürft wie jeden Morgen seinen Kaffee, wie jeden Morgen aus der blauen Tasse, der mit dem goldenen Schriftzug "Chef des Jahrhunderts". Und wie jeden Morgen überfliegt er dabei die Zeitung und kratzt sich auf der Nase, obwohl es ihn eigentlich gar nicht juckt.

Wir alle haben unsere Marotten, Alltagsrituale und Tics. Pathologisch werden diese erst, wenn sie beginnen unser Leben zu kontrollieren beziehungsweise zu belasten und wir den Alltag nach ihnen ausrichten. Zwangsstörungen können sich in Form von Obsessionen – also unerwünschten Gedanken – und/oder Handlungen äußern. Dabei ist das Spektrum schier unendlich groß.

Die meisten Zwangshandlungen beziehen sich laut dem Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation für medizinische Diagnosen "ICD-10" auf Reinlichkeit, etwa Händewaschen, und wiederholtes Kontrollieren von Dingen. Oft werden diese Tätigkeiten ausgeführt, weil der oder die Betroffen denkt, damit ein Unheil abwenden zu können. Unterdessen kehren die Gedanken immer wieder zum befürchteten Ereignis zurück. Die Spirale aus Grübeleien und Zwangshandlungen beginnt sich immer weiter zu drehen.

Von Tics spricht man, wenn Menschen unwillkürlich und ohne erkennbaren Grund Bewegungen ausführen oder Laute von sich geben. Das kann von Grimassen über Räuspern bis hin zu ausgestoßenen Schimpfwörtern reichen. Auch hier ist die Grenze zwischen gewöhnlich und pathologisch für den Laien oft schwer zu ziehen. Wenn die Tics äußerst komplexen Mustern folgen und in Kombination auftreten, kann es sich auch um das Tourette-Syndrom handeln.

Die Ursachen für derlei Verhaltensmuster oder Erkrankungsbilder sind vielfältig und führen manchmal erst in der Kombination zur Herausbildung eines Zwangs. Bei einigen Betroffenen spielen etwa genetische Faktoren eine Rolle, man hat familiäre Häufungen beobachtet. Allerdings wird der Habitus auch oft über die Erziehung weitergegeben.

Auch dem Stoffwechsel in unserem Gehirn kommt bei gewissen Formen eine Relevanz zu. Und nicht zuletzt können Erlebnisse und Traumata eine Zwangsstörung auslösen.

Indessen entwickelt auch so manches Tier Tics oder Zwänge. Bei Pferden etwa nennt man das "Weben", wenn sie ihren Kopf vor den Boxgitterstäben unentwegt hin und her bewegen.


09:30 Radiokolleg – An der Wurzel gepackt
Mathematik kreativ vermittelt (3).
Gestaltung: Ilse Huber

Schnell und einfach lassen sich Zahlen in die Maschinen tippen. Ob im Restaurant, beim Fachmarkt oder bei der Kinokassa. Wer rechnet noch die Summen im Kopf aus? Derweil helfen Daumen mal Pi Überschlagsrechnungen ungemein im Alltag. Zum Beispiel auf Reisen, bei Vorratskalkulationen oder bei der Bedienung smarter Haushaltsgeräte. "Fremdrechnen" geht leicht, aber will man sich immer mit Punkt und Dezimalstelle auf die Anzeigen verlassen? Ohne Kontrolle, Überprüfung und Eigenleistung?

Mathematik hat viele Gesichter. Die Disziplin formt Schneckenhäuser, Bienenwaben, erzeugt Symmetrien, Kurven und Funktionen. Ihr haftet aber ein Spezialistentum an, wer sich für Mathematik, Softwarecodes und Programmieren interessiert, wird gerne als Nerd oder Geek bezeichnet. Abseits grauer Theorie gewinnen unkonventionelle mathematische Zugänge zunehmend an Bedeutung.

Bücher, Experimente mit Häusern oder unterhaltsame Programmiersprachen sollen die Lust aufs Rechnen und Coden steigern. Kreative mathematische Vermittlungsformen sind sehr gefragt. Und es gibt auch eigene "mathemagische" Orte, die man besuchen kann, sowie Interessensgruppen und Fans, die sich ganz der Förderung dieser naturwissenschaftlichen Disziplin widmen.


09:45 Radiokolleg – An Schuberts Seite
Der Komponist Anselm Hüttenbrenner (3).
Gestaltung: Gerhard Hafner

Vor 150 Jahren, am 5. Juni 1868, starb Anselm Hüttenbrenner in seiner Heimatstadt Graz. Während sein Name heutzutage meist nur mit seinem engen Freund Franz Schubert in Verbindung gebracht wird, war der Komponist und Musikkritiker Anselm Hüttenbrenner zu seinen Lebzeiten eine Größe der heimischen Kulturszene. Er komponierte 27 geistliche Werke – darunter sechs Messen und drei Requien -, acht Opern, über 250 Lieder für eine Singstimme mit Klavierbegleitung sowie 280 Werke für Männerchor.

Als der Grazer Anselm Hüttenbrenner 1815 zum Jurastudium nach Wien ging, lernte er nebenbei auch Gesang und Komposition beim k. k. Hofkapellmeister Antonio Salieri, wo er auch mit dem damals 18-jährigen Franz Schubert bekannt wurde, woraus sich eine lebenslange Freundschaft entwickeln sollte. Gemeinsam mit seinen Brüdern Heinrich, Josef und Andreas war Anselm Hüttenbrenner einer der ersten "Schubertianern", wie man damals die Fans des jungen Komponisten nannte.

Der Tod seines Vaters zwang Anselm Hüttenbrenner 1821 zur Rückkehr nach Graz, wo er als Komponist und Musikkritiker tätig war. Zweimal war er auch Direktor des Steiermärkischen Musikvereins. Als Hüttenbrenner vom kritischen Zustand Ludwig van Beethovens hörte, reiste er eilig nach Wien, wo er am Totenbett Beethovens aus dessen Haar eine Locke als Andenken nahm, die noch heute im Universalmuseum Joanneum in Graz aufbewahrt wird.

Anselm Hüttenbrenner setzte sich stark für die Ernennung Franz Schuberts zum Ehrenmitglied des Steirischen Musikvereins ein, was schließlich auch gelang. Schubert war darüber so erfreut, dass er daraufhin seine h-Moll-Symphonie, die sogenannte "Unvollendete" dem Steiermärkischen Musikverein widmete und nach Graz sandte. Lange Zeit galt das Werk jedoch als verschollen, weil Anselm Hüttenbrenner die Originalpartitur bis wenige Jahre vor seinem Tod unter Verschluss hielt.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Johannes Leopold Mayer. Die tiefe Not des Romantikers.
Robert Schumann: Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 d-Moll op. 121 (Volkhard Steude, Roland Batik).

Was ist vorgegangen im "späten" Schumann? Völlige Verinnerlichung? Zurücknahme? Und möchte man manchmal nicht auch zu hören meinen: völlige Ruhe? Und doch: Warum dann ein so deutliches Zitat in dieser Sonate: der Lutherchoral "Aus tiefer Not schrei ich zu Dir"?


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Piemonte" von Christoph Meckel. Es liest Martin Horn.
Gestaltung: Gudrun Hamböck

Ein Drehbuchautor wendet sich an einen Schriftsteller und gibt bei diesem das literarische Porträt einer Frau in Auftrag, die sich vor kurzem das Leben genommen hat. Nele, so ihr Name, soll weniger verewigt, als beschworen werden, und das verlangt eine Prosa, die zu verfassen sich der Drehbuchautor nicht zutraut. Denn es gilt "sie um ihrer selbst willen erscheinen zu lassen, ohne Plot und Dekor". Um den Beauftragten mit Stoff zu versorgen, beginnt der Auftraggeber über Nele zu erzählen …

Christoph Meckel, 1935 geboren, Schriftsteller und Grafiker, lebt im süddeutschen Freiburg. Seine Gedichte gehören zum Kanon deutscher Nachkriegslyrik – gesammelt in dem Band "Tarnkappe". Als Erzähler ist Meckel vor allem durch seine Novelle "Licht", eine viel gelesene Liebesgeschichte, und durch seinen Roman "Suchbild. Über meinen Vater" bekannt. Das Porträt seines mit dem NS-Regime verstrickten Vaters erlangte exemplarische Bedeutung für die Nachkriegsgeneration.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Helmut Jasbar.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert (Dolby Surround)
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Sakari Oramo; Sol Gabetta, Violoncello. Jean Sibelius: Pohjolan tytär "Pohjolas Tochter", Symphonische Fantasie op. 49 * Rued Langgaard: Symphonie Nr. 6, "Det Himmelrivende" * Edward Elgar: Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85 (aufgenommen am 15. April im Großen Konzerthaussaal Wien in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
Die Republik Österreich im Spiegel ihrer Architektur: 1952 – Westbahnhof.
Gestaltung: Ilse Huber


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17:55 Betrifft: Geschichte
Panoptikum der Stadtgeschichte. Mit Peter Autengruber, Zeit- und Lokalhistoriker, Univ. Lektor und DÖW.
Gestaltung: Martin Adel

Zur Zeit der rasant wachsenden Großstadt Wien, an der Jahrhundertwende zum 20. Jh., begann jene Kleingartenbewegung, die noch heute das Stadtbild der Außenbezirke maßgeblich mitbestimmt: besser bekannt unter der teils mit selbstverständlicher Sympathie geäußerten, teils abwertenden Bezeichnung "Schrebergärten".

Vorformen dazu gab es in weiten Teilen Europas im Rahmen von Lebensreformbewegungen, die sich schon parallel zur Industrialisierung entwickelten: zum Wohl und nicht zuletzt zur Selbstversorgung der Arbeiterschaft. (Mit dem Leipziger Orthopäden und tief "schwarzen" Pädagogen D. G. M. Schreber hat der erste nach ihm benannte "Schreberverein" (Leipzig 1864) nur namentlich zu tun. Dessen Gründer, ein Schuldirektor, setzte Schreber damit nur ein unverdientes wie posthumes Andenken).

In Wien standen die Anfänge im Zeichen der "Natur" und ihrer "heilenden Kräfte", d.h. als Ausgleich zu "De-Naturierung" und "Naturentfremdung" durch das Stadtleben. Was also zunächst begann, um auch Minderbemittelten Urlaubs- und Naturgefühle am Rand der Stadt zu ermöglichen, wurde spätestens mit dem 1. Weltkrieg zu einer wichtigen Nahrungsmittelressource.

Kein Wunder, dass daher die Kleingartenbewegung geradezu "explodierte". Noch heute, nachdem viele Kleingärten dem Straßen- oder Wohnungsbau gewichen sind, gibt es allein in Wien 247 Vereine mit weit mehr als 25.000 Kleingärten! (- zwei Drittel aller in österreichischen Städten). Seit 1992 ist in Wien ganzjähriges Wohnen in diesen Siedlungen gesetzlich erlaubt und sehr beliebt. Begonnen haben sie aber als Naherholungsmöglichkeit und als Ort v.a. sozialdemokratischer Vereinstätigkeit.

Dann in den Zeiten der Not wandelten sie sich zu lebensnotwendigen Nutzgärten, in denen auch Kleintiere zum Verzehr gezüchtet wurden (1919 waren es 2.500 Waggons allein an Gemüse und Erdäpfeln). Erst in den 1950er Jahren wurden sie langsam zu Ziergärten. Und schließlich änderte ganzjähriges Wohnen in Verbindung mit der Möglichkeit zum Eigentumserwerb der Flächen nicht nur die gebaute Struktur, sondern auch die soziale Zusammensetzung. So spiegelt sich in dieser Entwicklung die Stadt- und Zeitgeschichte Wiens der vergangenen 125 Jahre wie in einem Mikrokosmos wider.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:30 Klartext
mit Klaus Webhofer


19:30 Alte Musik – neu interpretiert
präsentiert von Johannes Leopold Mayer.

Schmelzer à la francaise Musik von J. H. Schmelzer mit einem französischen Ensemble? "Le concert brisé" spielt ihn höchst virtuos und mit viel Wissen um die österreichischen Besonderheiten und "Schmankerln" in den Werken des Hofkapellmeisters Kaiser Leopolds I.. Ensembleleiter William Dongois ist selbst Zinkenist - und das war Schmelzer auch und in dieser Hinsicht eher berühmt denn als Geiger. Beiden Instrumenten weistr er jedenfalls gleichermaßen melodische wie hoichexpressiv-virtuose Passagen zu.

Zu Gast: William Dongois


21:00 Salzburger Nachtstudio
Die Tagebücher von Emile Zuckerkandl
Gestaltung: Ulrike Schmitzer

Der junge Emile stammte aus einer der prominentesten jüdischen Familien in Wien. Seine Großmutter war die einflussreiche Journalistin Berta Zuckerkandl, die über dem Cafe Landtmann einen legendären Salon betrieb. Die Prominenz der Wiener Moderne war bei ihr zu Gast: Schriftsteller wie Arthur Schnitzler, Stefan Zweig oder Hugo von Hofmannsthal aber genauso Künstler wie Gustav Klimt, Anton Kolig oder Johann Strauß waren Persönlichkeiten, mit denen Emile aufwuchs.

Sein Großvater war der bekannte Anatom Emil Zuckerkandl. Emile erlebte die Wiener Moderne hautnah mit, seine Großmutter nahm ihn in die Oper, ins Theater und zu Konzerten mit. Schon früh führte er ein Tagebuch und sammelte Autografen berühmter Persönlichkeiten.

Emile Zuckerkandls Tagebücher sind heute ein Zeugnis einer vernichteten und einzigartigen Kultur in Wien bis 1938, meint Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek.

Und sie sind ein Zeugnis eines Jugendlichen, der die NS-Machtergreifung, die Vertreibung und das Exil in seinem Tagebuch dokumentiert. So schreibt er im September 1938. "Denn ich beginne langsam einzusehen, dass es weniger von Bedeutung ist, was ich tue sondern, das vor allem wichtig ist was sich tut". 1938 flüchtete Emile mit seiner Mutter und Großmutter nach Paris und dann nach Algier.

In Casablanca machte er seine Matura. 1946 ging er in die USA, nachdem er über Albert Einstein ein Stipendium erhalten hatte. Den Doktortitel erwarb er in Paris. Emile Zuckerkandl gilt als einer der Begründer der molekularen Evolution.

2012 kaufte die Österreichische Nationalbibliothek das persönliche Archiv von Emile Zuckerkandl, dem das Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek die Ausstellung "Berg. Wittgenstein. Zuckerkandl. Zentralfiguren der Wiener Moderne" widmet, die bis Februar 2019 zu sehen ist.

Eine Annäherung an eine Zentralfigur der Wiener Moderne über die Aufzeichnungen ihres Enkels von Ulrike Schmitzer.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Zur Wiederholung verdammt. Zwänge, Tics und Obsessionen (3).
Gestaltung: Daphne Hruby

An der Wurzel gepackt. Mathematik kreativ vermittelt (3).
Gestaltung: Ilse Huber

An Schuberts Seite. Der Komponist Anselm Hüttenbrenner (3).
Gestaltung: Gerhard Hafner


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin.
Gestaltung: Heinrich Deisl

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einer Vorschau auf das diesjährige Heart of Noise Festival in Innsbruck.
 

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Donnerstag, 31. Mai 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Feiertag
Lebensweisen – Glaubenswelten. Ein Panorama am Feiertagmorgen mit Reportagen und Berichten aus der Welt der Religion und Religionen


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio
mit Albert Hosp (I)


09:00 Nachrichten


09:05 Pasticcio
mit Albert Hosp (II)


09:55 nach-gehört
Edition Ö1
March Movie. Hörspiel von Michael Köhlmeier & Peter Klein
Gestaltung: Stephan Pokorny

Als 1968 bei einem Musikfest in Hohenems eine Blasmusikkapelle verschwindet, scheint dies weder die Behörden noch die Bevölkerung besonders zu kümmern. Nur der Bahnschrankenwärter Oskar Zambanini, nimmt sich der Sache an. Seine Hartnäckigkeit macht ihn zum Außenseiter.

Nach vierzehn Jahren der Suche aber werden seine Bemühungen belohnt: Unter einem Stein findet er die verschollene Blaskapelle, allerdings in stark verändertem Zustand. Ein ORF-Team macht sich auf, um über den Fall zu berichten ?

"March Movie", ein Stück, das die Mittel und Möglichkeiten des Features und des Hörspiels verschränkt, gilt heute als Klassiker und zählt zu den meistgespielten Hörspielen im deutschsprachigen Raum. Ö1 veröffentlicht die Produktion zum 35-jährigen Jubiläum der Erstausstrahlung.


10:00 Nachrichten


10:05 Hörbilder Spezial
Mailüfterl über Krähwinkel. Die 68er in Wien.
Feature von Helene Maimann

Das Jahr 1968 öffnete in Österreich das Tor zur Welt, zumindest für eine junge Generation, die aufbegehrte: Gegen die alten Ordnungen, durch die der Geruch des nie weggeräumten Nazischutts drang. Gegen die sexuelle Verklemmtheit. Gegen die Autoritäten, die das Zepter schwangen über das, was Kunst, Wissenschaft, Theater, Musik, die Politik und das Leben überhaupt zu sein hatten.

Gegen die hartnäckige Selbstzufriedenheit, die sich nicht um die Hungernden in Biafra, das repressive Regime des Schah von Persien und die Napalm-Bomben auf Vietnam scherte. Alles das wurde in Frage gestellt: Es galt die bürgerlichen Freiheiten, Gleichheiten und Brüderlichkeiten, also die Tradition der 1848er, mit Fantasie an die Macht zu bringen.

Die Revolte spielte sich vor allem in der Kunst, in der Musik und auf den Schulen und Hochschulen ab. Plötzlich genügten einige Flugzettel, um Tausende auf die Straße zu bringen. Eine Reise durch das Jahr 1968 in Österreich, Reisebegleiter sind Menschen, die dabei gewesen sind und sich aufgemacht haben, an einigen verrosteten Schrauben zu drehen: mit Wolf Prix, Robert Schindel, Robert Dornhelm, Edek Bartz, Katja Rainer, Eva Ribariz, Arthur Baier, Wilhelm Dantine, Timo Huber, Elfriede Hammerl, Ekkart Schweiger, Ernst Berger u.a.


11:00 Nachrichten


11:03 Musikverein Festival Wien 2018 – Matinee (Dolby Surround)
Wiener Symphoniker, Dirigent: Manfred Honeck; Igor Levit, Klavier. Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 Es-Dur op. 73 * Dmitri Schostakowitsch: Symphonie Nr. 5 op. 47 (aufgenommen am 17. Mai im Großen Musikvereinssaal Wien in Dolby Digital 5.1)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Musikverein Festival Wien 2018 – Matinee (Dolby Surround)
Wiener Symphoniker, Dirigent: Manfred Honeck (aufgenommen am 17. Mai im Großen Musikvereinssaal Wien in Dolby Digital 5.1)


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Feiertagsjournal


13:10 Das Ö1 Küchenradio


14:00 Nachrichten


14:05 Selten wie ein Feiertag
Diesmal zu Gast ist Wolfgang Fischer, Geschäftsführer der Wiener Stadthalle.
Gestaltung: Nadja Kayali

Was an Werktagen der Arbeitsplatz von Musikredakteur/innen ist, mögen an Feiertagen ausgewählte Gäste auskosten und die ORF-Archive nach Unentdecktem oder selten Gespieltem durchforsten. So wie Gastkurator/innen aus dem Fundus existierender Sammlungen neue Ausstellungen kreieren, lassen geladene Kenner/innen die Schätze des Ö1 Archivs in neuen Zusammenstellungen glänzen.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Operette
André Messager und seine Zeitgenossen: die französische Operette wird "silbern".
Gestaltung: Chris Tina Tengel

Die englische und die italienische Operette haben es außerhalb der Landesgrenzen schwer; mit Ausnahme einiger weniger Titel von Jacques Offenbach gilt das genauso für die französische "leichte Muse". Auch die französische Operette kennt den Übergang von der "goldenen" zur "silbernen" Ära, und dann die Schlager-Operette der 1920er und 30er Jahre. Für diese Entwicklung stehen Komponistennamen wie André Messager, Henri Christiné, Maurice Yvain, aber auch der in vielen Genres aktive Reynaldo Hahn.


16:00 Literatur am Feiertag
"Der heilige Pillendreher" von Jean-Henri Fabre. Mit Gert Heidenreich; Sound: Robert Rehnig, Übersetzung: Friedrich Koch, Redaktion und Regie: David Fischbach (Buchfunk, 2014)

"Die Welt aus einer anderen Sicht", "Der 'Homer der Insekten'", "warmherzig und voller Lebensklugheit" - Jahrzehntelang widmete sich der französische Naturwissenschafter Jean-Henri Fabre (1823-1915) der Beobachtung und Beschreibung der Insekten in ihrem Lebensraum: von der Grabwespe, den Mistkäfer und der Gottesanbeterin über die Spinne bis hin zum Nachtpfauenauge. Diese Gattungsbiografien zählen zu den schönsten und einfühlsamsten, aber auch genauesten Tierbeobachtungen, die je geschrieben wurden.

"Fabre hat die erstaunliche Gabe, uns in diese kleine Welt der Insekten zu versetzen und staunen zu machen, wie groß diese tatsächlich ist und wie mannigfaltig die Verhaltensmuster. Deutlich wird auch, mit welcher Geduld Fabre über Stunden die Tiere beobachtet, ihre Verhaltensmuster studiert, regionale Besonderheiten herausarbeitet und durch vorsichtige Modifikation den Tieren Herausforderungen stellt, um sie und ihre möglichen Reaktionen noch genauer beschreiben zu können. Das so unscheinbare Leben der Käfer vermag Fabre unerhört spannend zu erzählen und macht aus einer Insektenbeschreibung eine Geschichte, der man gerne, bereichert und berührt zugleich, zuhört" (zit: Jargs Blog).


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Porträt des Posaunisten Trombone Shorty.
Gestaltung: Maria Reininger

Trombone Shorty ist New Orleans. Er spielt Posaune, seit er gehen kann - mit sechs Jahren bereits in der Jazzband des "Satchmo of the Ghetto" seines großen Bruders James Andrews. Längst dem Shorty-Alter entwachsen, hat Troy Andrews, wie er bürgerlich heißt, die Musiktradition der Stadt richtiggehend aufgesogen.

Mit dem Funk-Album Backatown hat Trombone Shorty vor mehreren Jahren für internationale Aufmerksamkeit gesorgt. Der legendäre Pianist aus New Orleans, Allen Toussaint und Lenny Kravitz waren damals mit dabei. Voriges Jahr hat er seine Parking Lot Symphony vorgelegt. Mit Marchingband-Traditionen, Voodookönigin und alten 70er Hits – neu aufgefunkt. Höchste Zeit für ein Trombone Shorty Porträt.


17:57 Ö1 heute


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Mit.Schnitt
Musik aus dem RadioKulturhaus. KLIO. Kühl und expressiv.
Gestaltung: Jörg Duit

Schneeweiße Eisblöcke, gestrandet an einer kalten Nordmeerküste: das ist das optische Versprechen des Debüt-CD-Covers von Klio. Und es hält, was es verspricht, und zwar in der ganzen Bandbreite der Interpretationsmöglichkeiten. Die ganze Bandbreite, das ist zum einen ein deutlich als skandinavisch zu bezeichnender Gestus, aber auch ein subtil gestreutes, expressives Feuer der Impulse einerseits, zum anderen eine erfrischend unkalkulierbare Vielschichtigkeit. Man ist aufgefordert und findet auch plötzlich unendlich Zeit, ja Bedürfnis, die einzelnen Schichten der Eisblöcke auf dem Cover wegzuschmelzen. Denn darunter befindet sich musikalischer und geschichtlicher Süden. Schließlich ist Klio ja eine der neun Musen der griechischen Mythologie. Klio, das sind Philipp Harnisch/Altsaxofon, Verena Zeiner/Klavier, Judith Ferstl/Baß und Mathias Koch/Schlagzeug.


19:00 Nachrichten


19:05 Memo – Ideen, Mythen, Feste
"Das allerschändlichste Fest?". Ein Streifzug durch die Geschichte eines katholischen Hochfestes und eine Sendung zum 400. Jahrestag des "Prager Fenstersturzes". –
Gestaltung: Markus Veinfurter

Ein Streifzug durch die Geschichte eines katholischen Hochfestes und eine Sendung zum 400. Jahrestag des "Prager Fenstersturzes" am 23. Mai 1618 – der in der Geschichtsschreibung traditionell als Beginn des 30-jährigen Krieges gilt. 100 Jahre hat es gedauert – und aus einem akademischen Thesenpapier zum Thema Buße ist ein europaweiter Krieg geworden, der den gesamten Kontinent entscheidend verändert hat und in gewisser Weise bis heute prägt.

Und an keinem anderen Festtag sind die Unterschiede zwischen katholischem und protestantischem Christentum bis heute so greifbar wie zu "Fronleichnam", dem "Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi", über das Martin Luther einmal geschrieben hat: "Ich bin keinem Fest mehr feind … als diesem. Denn es ist das allerschändlichste Fest. An keinem Fest wird Gott und sein Christus mehr gelästert, denn an diesem Tage und sonderlich mit der Prozession".


19:30 Musikverein Festival Wien 2018
English Baroque Soloists, Dirigent: Sir John Eliot Gardiner; Monteverdi Choir; Hannah Morrison, Sopran; Reggie Mobley, Countertenor; Matthew Brook, Bassbariton. Johann Sebastian Bach: a) "Weinen, klagen, sorgen, zagen", Kantate BWV 12; b) "Wachet! betet" betet" wachet!", Kantate BWV 70; c) "Jesu der du meine Seele" – 14. Sonntag nach Trinitatis BWV 78; d) "Wachet auf, ruft uns die Stimme", Kantate BWV 140 (aufgenommen am 15. Mai im Großen Musikvereinssaal Wien in Dolby Digital 5.1. Surround Sound).
Präsentation: Gerhard Hafner

"Mit englischen Zungen". Wenn Johann Sebastian Bach im Schlusschoral seiner Kantate "Wachet auf, ruft uns die Stimme" davon singen lässt, sind selbstverständlich die Engel gemeint, die mit den Menschen in den Lobgesang einstimmen. Aber fast scheint es, als könnte Bach auch schon an jene englischen Zungen gedacht haben, die heute seine Musik so trefflich aufführen: den Monteverdi Choir, die English Baroque Soloists und Sir John Eliot Gardiner.

Sir John, der im April seinen 75. Geburtstag feierte, hat sich als Dirigent ein enorm weites Musikspektrum erschlossen. Aber Bach steht - keine Frage – im Zentrum für ihn. Im Bach-Jahr 2000 unternahm Gardiner mit seinen Ensembles eine symbolträchtige Pilgerreise zu Bach ("The Bach Cantata Pilgrimage"), vor kurzem legte er ein Buch vor, das Bekenntnis ist: "Bach – Music in the Castle of Heaven". Von dieser Himmelsburg singen mit englischen Zungen nun Gardiners Ensembles im Musikverein. Bach – what else?
(Wiener Musikverein)


22:00 Nachrichten


22:05 Opus – das Musikkolloquium
"Gleich groß an Kopf und Herz. Ihr Name ist die schönste Grabschrift". Fanny von Arnstein zur 200. Wiederkehr ihres Todestages.
Gestaltung: Irene Suchy

"Nur wenige Jahre hat Frau von Arnstein nach der Glanzepoche ihres Hauses noch auf der Erde geweilt: Am 8. Juni 1818 ist sie zum ewigen Frieden eingegangen. Die Saat, die sie ausgestreut, hat die schönsten Blüten und Früchte gezeitigt".

Auch 100 Jahre nach ihrem Tod waren die Taten und Werke der Saloniere, Netzwerkerin und Gründerin Fanny von Arnstein "in allen Kreisen Wiens" in der Erinnerung lebendig. Ihre Kunst war die geglückte Gratwanderung von Patriotismus und Gläubigkeit, von Intellektualität und Güte, Liebenswürdigkeit und weiblichem Charme zwischen Emanzipation und Mediation.

200 Jahre danach führt die Spurensuche ihres Lebens von den Salons zur Gesellschaft der Musikfreunde, vom Bankhaus Arnstein zur Nationalbank, vom Bethaus in der Seitenstettengasse zum Währinger Friedhof. Ihre Tätigkeit, abseits einer beruflichen Funktion, lässt Privatheit und Öffentlichkeit verschwimmen. Aktuelle Forschungen rekonstruieren Fannys politischen Einfluss abseits jedweder Funktion in politisch bewegten Zeiten des Wiener Kongresses anhand persönlicher Quellen wie Gästebücher und Briefe.
 

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Freitag, 1. Juni 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Selten wie ein Feiertag
(Wiederholung von 14:05 Uhr).

Was an Werktagen der Arbeitsplatz von Musikredakteur/innen ist, mögen an Feiertagen ausgewählte Gäste auskosten und die ORF-Archive nach Unentdecktem oder selten Gespieltem durchforsten. So wie Gastkurator/innen aus dem Fundus existierender Sammlungen neue Ausstellungen kreieren, lassen geladene Kenner/innen die Schätze des Ö1 Archivs in neuen Zusammenstellungen glänzen.


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Haltbar.Achtsam.Gerecht" – Wie heute religiös sprechen? Religiös Sprechende sollten bei den Dichtern in die Schule gehen, da religiöse Rede und Poesie mehr gemein haben, als es den Anschein hat, meint Otto Friedrich, Religionsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche". -
Gestaltung: Alexandra Mantler

Die einen pressen das, was zu sagen ist, in 140 Zeichen lange Botschaften. Die andern posaunen privateste Äußerungen in den hintersten Erdenwinkel hinaus. Es ist schwer, einen Satz "haltbar zu machen" (© Ingeborg Bachmann). Aber genau das muss religiöse Sprache können, meint Otto Friedrich, Religionsjournalist bei der Wochenzeitung "Die Furche".

"Und ebenso muss es ihr um Achtsamkeit gehen, um das heilende Wort - Sprache, die nicht verletzt. Oder um Gerechtigkeit – gerade im Reden, in dem Religion daherkommt". Nicht gemeint sei da die technokratische Sprache der Dogmen-Bewahrer, die Religion wie einen juristischen Fall verstehen.

"Aber ebenso geht es nicht um eine religiöse Biedermeier-Moderne: Wellness-Religion lacht uns aus den Titeln der spirituellen Ratgeber entgegen, und ein Gutteil der Sonntagspredigten ist gleichfalls nicht dagegen gefeit. Religiös Sprechende sollten vielmehr bei den Dichtern in die Schule gehen. Religiöse Rede und Poesie haben viel mehr gemein, als es zunächst den Anschein hat".


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada – Österreichs Musizierende im Porträt
Musikverein für Steiermark – Ein ökonomisches Porträt +++ Susanne Felicitas Wolf: Studiogespräch mit der Librettistin +++ Buchrezension: Clemens Hellsberg über "sein" Orchester bei den Salzburger Festspielen.
Präsentation: Irene Suchy


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich
"Von den Märchen. Eine lebenslange Liebe" von Michael Köhlmeier. Es liest der Autor.
Gestaltung: Ingrid Bertel

Hühnchen und Hähnchen verreisen in einem Wagen, den vier Mäuse ziehen. Unterwegs nehmen sie eine Katze, einen Mühlstein, ein Ei, eine Ente, eine Stecknadel und eine Nähnadel auf. Sie besuchen den Herrn Korbe – und dieser Besuch endet für den unfreiwilligen Gastgeber tödlich. Michael Köhlmeier nimmt den Erzählfaden auf, dreht und wendet die Geschichte, denkt darüber nach, erzählt sie neu und anders – wie das nur einer kann, der dem Rätsel des Geschichtenerzählens ein Leben lang auf der Spur ist.

Michael Köhlmeier hat zuletzt die Romane "Zwei Herren am Strand" und "Die Abenteuer des Joel Spazierer" veröffentlicht. Im Verlag Haymon publiziert er Kurzprosa – etwa eine Sammlung an Charakterporträts unter dem Titel "Der Mensch ist verschieden". Legendär ist Michael Köhlmeiers Erzählstimme!


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Hans Georg Nicklaus.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 In Concert
Sarah Vaughan und Aretha Franklin in concert.
Gestaltung: Klaus Wienerroither

Konzertmitschnitte von zwei Gesangsdiven sind heute bei "In Concert" zu hören: Anfang August 1957 hat die Sängerin Sarah Vaughan ein mehrtägiges Engagement im Jazzclub Mr. Kelly's in Chicago. Begleitet von einem fabulösen Klaviertrio (der Pianist Jimmy Jones, der Kontrabassist Richard Davis sowie der Schlagzeuger Roy Haynes) läuft die Altistin zu einer absoluten Hochform auf und interpretiert souverän Perlen des "Great American Songbook".

Aretha Franklin, die "Queen of Soul", steht Anfang März 1971 auf der Bühne des "Fillmore West Theatre" in San Francisco. Ihr Produzent Jerry Wexler erwartet ein Hippiepublikum und animiert Aretha deshalb, einschlägige Nummern wie "Love the one you're with" zu singen. Mit einer großartigen Liveband liefert Aretha Franklin einen temperamentvollen Auftritt.


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß


16:00 Nachrichten


16:05 Im Gespräch
"Ich war wirklich gerne Bischöfin!" – Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Margot Käßmann, evangelisch Bischöfin

Sie war als Ratsvorsitzende die erste Frau im höchsten kirchlichen Amt der evangelischen Kirche Deutschlands. Mit 1.Juni 2018 geht sie in Pension – und mit ihr geht eine Ära zuende. "Ich kann gut loslassen, denn ich bin immer einfach Margot geblieben", sagt die 1958 in Hessen geborene Margot Käßmann.

Ihr Vater war KFZ-Mechaniker. Margit wuchs in der Werkstatt, zwischen den Autos, auf. Ihre Mutter, nach dem Krieg aus Pommern (heute Polen) nach Hessen geflohen, Krankenschwester. Schon als kleinste von drei Schwestern hatte sie einen starken Willen.

Theologie studierte sie, weil sie an eine bessere, gerechtere Welt glaubte und sich dafür auch einsetzen wollte. Schon mit 22 Jahren war sie Jugendvertreterin im während des "Kalten Krieges" einflussreichen Ökumenischen Rat der Kirchen. Immer nahm sie Herausforderungen an und ließ sich auch als vierfache Mutter zur Bischöfin von Niedersachsen wählen. Für viele Jahre war sie eine der bekanntesten Frauen Deutschlands. Sogar als Bundespräsidentin wollten sie einige sehen. Aber das wollte Käßmann nicht. "Ich bin Pfarrerin", sagt sie.

Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz lässt sie die Jahre ihres hohen Amtes Revue passieren und erklärt, warum sie nie tiefer fallen konnte "als in Gottes Hand".


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag.


17:55 Betrifft: Geschichte
Panoptikum der Stadtgeschichte. Mit Peter Autengruber, Zeit- und Lokalhistoriker, Univ. Lektor und DÖW.
Gestaltung: Martin Adel

Zur Zeit der rasant wachsenden Großstadt Wien, an der Jahrhundertwende zum 20. Jh., begann jene Kleingartenbewegung, die noch heute das Stadtbild der Außenbezirke maßgeblich mitbestimmt: besser bekannt unter der teils mit selbstverständlicher Sympathie geäußerten, teils abwertenden Bezeichnung "Schrebergärten".

Vorformen dazu gab es in weiten Teilen Europas im Rahmen von Lebensreformbewegungen, die sich schon parallel zur Industrialisierung entwickelten: zum Wohl und nicht zuletzt zur Selbstversorgung der Arbeiterschaft. (Mit dem Leipziger Orthopäden und tief "schwarzen" Pädagogen D. G. M. Schreber hat der erste nach ihm benannte "Schreberverein" (Leipzig 1864) nur namentlich zu tun. Dessen Gründer, ein Schuldirektor, setzte Schreber damit nur ein unverdientes wie posthumes Andenken).

In Wien standen die Anfänge im Zeichen der "Natur" und ihrer "heilenden Kräfte", d.h. als Ausgleich zu "De-Naturierung" und "Naturentfremdung" durch das Stadtleben. Was also zunächst begann, um auch Minderbemittelten Urlaubs- und Naturgefühle am Rand der Stadt zu ermöglichen, wurde spätestens mit dem 1. Weltkrieg zu einer wichtigen Nahrungsmittelressource.

Kein Wunder, dass daher die Kleingartenbewegung geradezu "explodierte". Noch heute, nachdem viele Kleingärten dem Straßen- oder Wohnungsbau gewichen sind, gibt es allein in Wien 247 Vereine mit weit mehr als 25.000 Kleingärten! (- zwei Drittel aller in österreichischen Städten). Seit 1992 ist in Wien ganzjähriges Wohnen in diesen Siedlungen gesetzlich erlaubt und sehr beliebt. Begonnen haben sie aber als Naherholungsmöglichkeit und als Ort v.a. sozialdemokratischer Vereinstätigkeit.

Dann in den Zeiten der Not wandelten sie sich zu lebensnotwendigen Nutzgärten, in denen auch Kleintiere zum Verzehr gezüchtet wurden (1919 waren es 2.500 Waggons allein an Gemüse und Erdäpfeln). Erst in den 1950er Jahren wurden sie langsam zu Ziergärten. Und schließlich änderte ganzjähriges Wohnen in Verbindung mit der Möglichkeit zum Eigentumserwerb der Flächen nicht nur die gebaute Struktur, sondern auch die soziale Zusammensetzung. So spiegelt sich in dieser Entwicklung die Stadt- und Zeitgeschichte Wiens der vergangenen 125 Jahre wie in einem Mikrokosmos wider.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 #doublecheck – das Ö1 Medienmagazin


19:30 Das Ö1 Konzert
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Dirigent: Robin Ticciati; Alina Ibragimova, Violine. Jean-Féry Rebel: "Les Éléments", Simphonie nouvelle * Robert Schumann: Konzert für Violine und Klavier d-Moll * César Franck: "Psyché", Symphonische Dichtung * Maurice Ravel: "Daphnis et Chloé", Suite Nr. 2 (aufgenommen am 2. März im Herkulessaal der Münchner Residenz)

Dass der charismatische Pultstar Robin Ticciati, 1983 in London geboren und seit dieser Saison Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, eine Vorliebe für französisches Repertoire hat, zeigt auch sein zweiter Auftritt beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Aus dem Rahmen seiner Frankreich-Hommage fällt nur das späte Violinkonzert von Robert Schumann, mit dem die junge russische Geigerin Alina Ibragimova ihr Debüt beim Symphonieorchester gibt. Ein grüblerisch-introvertierter Solopart und eine Polonaise als Finale? Erst einer heutigen Musikergeneration war es vorbehalten, die zukunftsweisenden Qualitäten von Schumanns Komposition zu entdecken, die von seiner Umgebung als Produkt eines Geisteskranken unter Verschluss gehalten wurde.

Die zweite Suite aus Maurice Ravels epochalem Ballett "Daphnis et Chloé" mit ihrem gleißend auskomponierten Sonnenaufgang ist der populäre Schlusspunkt in Ticciatis Programm, das außerdem mit zwei Raritäten aus Frankreich aufwartet.

Ebenfalls um ein antikes Liebespaar kreist die spätromantische Vokalsymphonie "Psyché" von César Franck, aus der er vier Instrumentalsätze zur gleichnamigen Tondichtung zusammenfasste. Die lyrisch versonnene, farbenprächtig aufrauschende Musik illustriert das erwachende Begehren der personifizierten Seele zum Liebesgott Eros alias Amor.

Und mit einem wahren Urknall eröffnet Ticciati sein spannendes Konzert: Wie eine Kakophonie muss den Zeitgenossen der dissonante Akkord in den Ohren geklungen haben, mit dem der Barockkomponist Jean-Féry Rebel in seiner revolutionären Suite "Les éléments" den chaotischen Urzustand charakterisiert, bevor die vier Elemente ihren vorgesehenen Platz in der natürlichen Weltordnung einnehmen ? frühe Programmmusik, die heute noch wie Avantgarde wirkt.
(Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks)


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


22:23 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Rückblick auf das Ulrichsberger Kaleidophon 2018 (Teil 2).
Gestaltung: Nina Polaschegg

Traditionell um das erste Maiwochenende herum treffen sich Liebhaber/innen freier Musik verschiedenster Ausprägung im Mühlviertler Ulrichsberg. Wie jedes Jahr bot das Programm wieder einen bunten Reigen freier Musik abstrakter wie konkreterer Natur, solche, deren Musiker/innen mehr Jazzbezug bzw. -Background zeigten wie der Pianist Matthew Shipp oder das Sylvie Courvoisier Trio und solche, deren Heimat die zeitgenössische komponierte Musik ist, wie für die Bassistin Joelle Léandre.

Um nur zwei Hauptströmungen zu nennen. Es gab Bands, die völlig frei improvisierten, etwa das Ulrichsberger Duo um den Perkussionisten Fredi Pröll und den Cellisten Uli Winter, und solche, die mit offenen Formen und Spielkonzepten arbeiten wie etwa North of North um den australischen Pianisten und Komponisten Anthony Pateras.


00:00 Nachrichten


00:05 Intrada
Österreichs Musizierende im Porträt.
(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
22. Woche – 26.05. bis 01.06.2018
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 18. Mai 2018

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