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ORF - ORF1/1046: Woche vom 23.06. bis 29.06.2018


Radioprogramm ORF1 – 26. Woche vom 23.06. bis 29.06.2018


Samstag, 23. Juni 2018


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"Der göttliche Zweifel". Der Literatur- und Kulturwissenschaftler Wolfgang Müller-Funk tritt in einen Dialog mit göttlichen Zweiflern wie Blaise Pascal, Sören Kierkegaard, Muguel de Unamuno oder Hans Blumenberg. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Wir sind Christen im gleichen Sinne, wie wir Schwaben oder Perigordiner sind, notiert der französische Philosoph Michel de Montaigne 1580 in seinen berühmten "Essais". Der scheinbar harmlose Satz meint, dass es keinen absoluten und hinreichenden Grund gibt, Christ zu sein, erklärt der Literatur- und Kulturwissenschaftler Wolfgang Müller-Funk in seinen "Gedanken für den Tag".

Religion liege – nach Montaigne – ein menschliches Grundbedürfnis zugrunde, das alle Religionen befriedigen. Keine Religion oder Konfession sei indes in einem absoluten Sinne wahr oder objektiv. Das menschliche Erkenntnisvermögen sei zu schwach, um die Existenz Gottes zu bekräftigen. "Montaigne verwirft den Glauben keineswegs, denn der Atheismus ist in diesem Sinne genauso verwegen wie jene Frömmigkeit, die Montaigne zufolge "unseren Leidenschaften schmeichelt".

Es ist der Absolutismus des Glaubens, der Krieg und Grausamkeit entfacht. Von daher ist Skepsis gegen religiöse Wahrheiten ein Gebot der Bescheidenheit", so Müller-Funk. In seinen "Gedanken für den Tag" tritt der Literatur- und Kulturwissenschaftler in einen Dialog mit göttlichen Zweiflern wie Blaise Pascal, Sören Kierkegaard, Miguel de Unamuno oder Hans Blumenberg.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 Heimspiel
Die Woche im RadioKulturhaus


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
Es gibt den gerechten Zorn. In memoriam Irenäus Eibl-Eibesfeldt. Der Verhaltensforscher und Humanethologe im Porträt.
Feature von Stefan Weber

Kurz vor seinem 90. Geburtstag ist Irenäus Eibl-Eibesfeldt am 2. Juni 2018 gestorben. Aus diesem Anlass wiederholen wir eine Sendung aus dem Jahr 2013.

Schon während seiner "glücklichen und idyllischen Kindheit in Kierling" bei Wien steht für Eibl-Eibesfeldt fest, dass er Forscher werden will. Nach dem Studium der Zoologie und Botanik unternimmt er zusammen mit dem Tauchpionier Hans Hass zahlreiche Expeditionen auf die Galàpagos-Inseln und wird mit seiner vergleichenden Verhaltensforschung einer breiten Öffentlichkeit bekannt. In den 1970er Jahren beginnt Eibl-Eibesfeldt, seine aus der Tierwelt gewonnenen Verhaltensmuster auf den Menschen zu übertragen.

Während zahlreicher Forschungsaufenthalte in Afrika, Südamerika und Ostasien untersucht er Mimik, Gestik und Sozialverhalten verschiedener Volksgruppen.

1984 begründet der Konrad-Lorenz-Schüler mit seinem Buch "Die Biologie des menschlichen Verhaltens" die Humanethologie als eigenständige wissenschaftliche Disziplin – und spaltet die Öffentlichkeit.

Seine Studien zur Aggression im menschlichen Verhalten und die These, dass die "Fremdenfurcht" dem Menschen angeboren sei, finden zahlreiche Kritiker. Die Warnungen des Wissenschafters vor dem unkontrollierten Vermischen von Kulturen werden teils von rechten Gruppierungen missbraucht und finden, wie Eibl-Eibesfeldt selbst sagt, "oft Beifall von der falschen Seite".

Im Feature kommt der streitbare und vielfach ausgezeichnete Forscher ebenso zu Wort wie Zeitgenossen, Freunde und Kontrahenten. "Ich bin Pazifist", erklärt Eibl-Eibesfeldt. "Meine Eltern wollten, dass ich dem Frieden diene, und vielleicht tue ich das auch in einer etwas kämpferischen Art und Weise. Irenäus kommt vom griechischen Eirene und meint Frieden".

Produktion: Stefan Weber
Redaktion: Eva Roither


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem Salzhof in Freistadt, Oberösterreich. Gäste: Peter Androsch, Bernd Preinfalk, Anja Schröder.
Präsentation: Albert Hosp

An diesem Wochenende findet in und um Freistadt das Festival "Landgänge" statt, ins Leben gerufen und zusammengestellt von Peter Androsch und Bernd Preinfalk. Die Landgänge werden 2018 zum 6. Mal abgehalten. Als Thema steht heuer ein Wort im Raum: "UND".

So werden bei einem der Konzerte Werke der Renaissance und des Barock neuer Musik gegenüber gestellt, und so werden in einem weiteren Konzert Solo-Werke für Violoncello mit Kompositionen für Kirchenorgel erklingen.

Was bei diesen "Tagen avancierter Musik" am Programm steht, wird auch im "Klassik-Treffpunkt" mittels ausgiebiger Live-Musik zu erleben sein: Die Sopranistinnen Monika Mauch und Kie Kanazawa, der Cembalist Bernhard Prammer, die Pianistin Mariko Onishi und die Cellistin Anja Schröder musizieren in der Sendung.


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib. Zwei historische LPs des UNHCR in einer le week-end Doppelfolge (2)

"International Piano Festival" heißt eine der beiden historischen Vinyl-Platten, die in einer le week-end Doppelfolge im Juni im Mittepunkt stehen: An diesem "imaginären Festival" waren Pianisten wie Claudio Arrau, Wilhelm Kempff und Wilhelm Backhaus beteiligt.

Herausgegeben wurde diese LP im Jahr 1964 vom Flüchtlingshochkommissariat UNHCR, es war ein Schallplatten-Benefiz-Projekt, dessen Thema der notwendigen Unterstützung von Flüchtlingen leider nicht an Aktualität verloren hat. Musik als Fundraising für die von den Vereinten Nationen betreuten Flüchtlinge der Welt. Und diese Platte ist ein Leckerbissen für Klavieraficionados: Der bemerkenswerte und beinahe in Vergessenheit geratene Pianist Byron Janis beispielsweise beteiligte sich mit einer wahrlich zupackenden Ungarischen Rhapsodie von Franz Liszt, eine heimliche Mozartsternstunde des Pianisten Robert Casadesus ist zu entdecken, Wilhelm Backhaus gibt eine delikate und wilde, jedenfalls grandiose "Mondscheinsonate".

Schon ein Jahr davor hatte das UN Flüchtlingshochkommissariat mit Größen aus den damaligen Jazz-, Pop- und Chanson-Genres viel Charity-Geld lukriert, die LP "All Star Festival" brachte dem UNHCR fast eineinhalb Millionen Dollar ein.

Die künstlerische Schirmherrschaft hatte Ernest Ansermet übernommen, Schauspieler Yul Brunner trat auf als "Special Consultant to the High Commisioner, Chairman of the Honorary Selection Panel".

Es war keine wirklich neue Idee, dass Musiker ihre Kunst in den Dienst einer guten Sache stellen. Aber – so schrieb Yul Brynner am Plattencover - es war außergewöhnlich, eine Versammlung so prominenter Namen für die Sache gewinnen zu können: Ella Fitzgerald war einer der klingenden Namen, Edith Piaf ein anderer. Piaf, die im belagerten Paris der 1940er Jahre für Kriegsgefangene gesungen und gefälschte Arbeitserlaubnisse in Gefangenenlager geschmuggelt hatte, um einigen Soldaten die Flucht zu ermöglichen. Die beiden le week-end Ausgaben rund um die erwähnten, historischen Benefiz-LPs widmen sich aber auch Künstler/innen, die selbst ihre Heimat verlassen mussten, beispielweise dem Cellisten Mstislav Rostropowitsch. Nachdem Rostropowitsch den in der Sowjetunion verfemten Künstlerkollegen Alexander Solschenyzin unterstützt hatte, ging ein Kampf zwischen ihm und dem sowjetischen Regime los, inklusive Ausreiseverbot 1971 und schlussendlich amerikanischem Exil. Als 1989 die Mauer fällt, reist Mstislav Rostropowitsch augenblicklich nach Berlin, setzt sich mit seinem Violoncello zum Checkpoint Charlie und spielt vor lauter Freude ein unangekündigtes Spontankonzert. György Ligeti hatte unter den Repressalien des kommunistischen Regimes Ungarns zu leiden und kam 1956 als Flüchtling nach Wien. Auf seiner Flucht komponierte er sein erstes Streichquartett. Damals war das Flüchtlingshochkommissariat noch eine sehr junge Institution. Am 14. Dezember 1950 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York gegründet, um den Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg Hilfe zu leisten. Die aktuellen Zahlen und Statistiken auf der Website des UNHCR zeigen, dass die Arbeit dieser Organisation wohl noch lange gebraucht werden wird.


14:00 Ö1 Hörspiel
"Ich sage es hier auf Tonband, damit alle mich hören können", Erzählungen von Frauen. Hörspiel nach Protokollen von Nadine Kegele.
Inszeniert von Franziska Dorau und Stefan Weber.
Mit Anja Herden, Claudia Kottal, Silvia Meisterle, Caroline Peters, Ursula Strauss und Ana Stefanovic Bilic; Ton: Martin Leitner, Sound und Mischung: Stefan Weber, Bearbeitung und Regie: Franziska Dorau (ORF 2018).

1977 veröffentlichte die österreichische, in der DDR lebende Schriftstellerin Maxie Wander das Buch "Guten Morgen, du Schöne. Protokolle nach Tonband", in welchem sie Frauen zu ihrem Alltag, ihren Ansichten und ihrem Intimleben befragte. Inspiriert von Wanders Interviewsammlung hat die 1980 in Bludenz geborene Autorin Nadine Kegele 40 Jahre später eine Befragung von Frauen durchgeführt und als Buch mit dem Titel "Lieben muss man unfrisiert. Protokolle nach Tonband" veröffentlicht. Welches Selbstverständnis haben Frauen heute, mit welchem Rollenbild werden sie erwachsen und was wollen sie verändern? Frauen zwischen 16 und 92 Jahren erzählten ungeschönt aus ihrem Leben, von ihren Ängsten und Sorgen, von falschen, richtigen und notwendigen Entscheidungen und davon, was es braucht, um glücklich zu sein.

Nadine Kegele hat in ihrem Buch höchst heterogene und spannende Lebenswelten vereint. Die Berichte der interviewten Frauen machen deutlich, dass sexuelle Übergriffe und Diskriminierung, Krieg und Flucht, Rassismus und soziale Ungleichheit auch heute noch große Lebensthemen sind. Die Featureautorin Franziska Dorau hat einige der literarisierten Porträts ausgewählt und zu einer facettenreichen Hörspielcollage über Frauenleben und -lieben zusammengefügt.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Klassik
mit Gerhard Krammer. Der dänische Komponist Carl Nielsen.

Am 9. Juni 1865 wurde der dänische Komponist und Dirigent Carl Nielsen geboren. Er zählt zu den wichtigsten Symponikern nordischen Ursprungs.

Weniger bekannt ist seine Kammermusik, in seinen späten Klavierwerken etwa entwickelt er eine Tonsprache, die auf der Höhe ihrer Zeit in punkto Modernität durchaus bestehen kann. Eine dänisch anmutende Klangreise von den vier Temperamenten in der zweiten Symphonie bis zum "Unauslöschlichen" der vierten Symphonie, die unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges entstanden ist.


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen
Diagonal-Stadtporträt Favoriten.
Präsentation: Christian Scheib

Es ist ein widersprüchliches Bild, das sich zur Zeit im Wiener Bezirk Favoriten abzeichnet: Seit letztem Jahr gibt es das "Parkpickerl", die U1 fährt inzwischen bis zur Therme Oberlaa und am Viktor-Adler-Markt kann man inzwischen in einem mit einer Falstaff-Gabel ausgezeichneten Restaurant Fisch essen. Da bewegt sich was. Gleichzeitig aber sind wohl manche hochtrabenden Pläne der Aufwertung weiter Teile des Bezirks – nicht zuletzt im Umfeld des neuen Hauptbahnhofes – bisher ein wenig hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Favoriten liegt mit seinen circa 200.000 Einwohner/innen diesbezüglich mehr oder weniger gleichauf mit Linz, bewegt sich also in der Gegend des dritten Platzes im Ranking der "größten Städte" Österreichs. Welch radikale, explosionsartige Umwälzungen der Bezirk schon früher durchlebte macht die Zahl 22.340 deutlich: So viele – oder so wenige - Einwohner/innen wurden 1869 konstatiert. Dann erfolgte ein massiver Zuzug von Arbeiter/innen und deren Familien und schon 1910 zählte man 159.241 Einwohner/innen. Heute wohnen circa 10 Prozent aller Wienerinnen und Wiener in Favoriten.

Wir suchen in diesem "Stadtporträt" einige jener ikonenhaften Orte auf, mit denen sich Favoriten im 20. Jahrhundert selbst auszeichnete und hinterfragen deren Gegenwart und Zukunft: Das großartige Amalienbad im Art-Deco-Stil; der dem industriellen Historismus zuzurechnende Wasserturm aus dem späten 19. Jahrhundert und seine jetzige kulturelle Nutzung; das denkmalgeschützte Philips-Haus des Architekten Karl Schwanzer aus 1962/63, der kurz danach auch das "20er Haus" entwarf; der riesige George-Washington-Hof mit seinen gigantischen Innenhöfen. Selbstverständlich sehen und hören wir uns auch in den zurzeit tatsächlich gerade neu entstehenden Gegenden wie dem Sonnwendviertel um. Wir reflektieren aber auch nutzungstechnische Trauerspiele wie das "Domenig-Haus", die ehemalige "Z"-Bankfiliale in der Favoritner Fußgängerzone.

Diese Fußgängerzone, die Achse vom Hauptbahnhof und dem Südtirolerplatz über den Columbusplatz, den Keplerplatz, den Viktor-Adler-Markt zum Reumannplatz ist tatsächlich zu einer sozialen Hauptschlagader Favoritens geworden. Vielleicht sollte man die Wurzeln dessen, was an heutigen Transformationen des Bezirks beobachtbar ist, tatsächlich dort suchen: Als in den 1970er Jahren die erste U-Bahn Linie Wiens den Karlsplatz ausgerechnet mit dem 10. Bezirk, eben mit unter anderem dem Keplerplatz und dem Reumannplatz verband, war Favoriten plötzlich auf eine bis dahin undenkbare Weise mit dem Zentrum der Stadt verbunden.

Und mit der damit einhergehenden Errichtung der Fußgängerzone im Favoritner Teil der Favoritenstraße verwandelte sich dieser Bezirksteil sogar selbst in ein Zentrum. Wir beobachten im "Stadtporträt Favoriten", wie die Ausstrahlung der neuen Viertel beim neuen Hauptbahnhof in der Fußgängerzone und im ganzen Bezirk widerhallen.


19:00 Nachrichten


19:05 Live aus dem Ö1 Kulturzelt auf der Donauinsel
"Wer nichts weiß, muss alles glauben", belehren die Science Busters live aus dem Ö1 Kulturzelt auf der Donauinsel, Martina Schwarzmann erzählt und singt "Genau richtig" vom Wahnsinn ihres ganz normalen Lebens. Ernst Molden & Band versprechen mit "Hurra", einmalige Übertragungen von Klassikern der amerikanischen Blues & Folkgeschichte ins Wienerische und die Jewish Monkeys rocken mit fröhlich-frivolen Klezmer-Punk das Ö1-Zelt.


23:30 Nachrichten


23:33 Die Ö1 Jazznacht
Die Ö1 Jazznacht mit Andreas Felber. 5 Millionen Pesos: Jakob Zimmermann im Jazznacht-Studio und im Juni 2018 im Wiener RadioCafe

Er ist 18 Jahre jung und wird im Westen Österreichs als eines der größten Jazztalente der letzten Jahre gefeiert. Zu Recht, denn der in Bludenz, Vorarlberg, geborene und in Schwaz, Tirol, lebende Pianist Jakob Zimmermann wartet mit technisch wie musikalisch erstaunlich reifen und elaborierten Tönen auf.

Mit seinem 2014 gegründeten Trio mit Clemens Rofner (Bass) und Simon Springer (Schlagzeug) bringt er ausschließlich Stücke aus eigener Feder zu Gehör. Einflüsse u. a. von Chick Corea und The Bad Plus verarbeitend, erweist sich Zimmermann dabei als überaus versierter Tastenmeister wie auch als vor allem rhythmisch ideenreicher Komponist.

Andreas Felber stellt Jakob Zimmermann Fragen zu seinem musikalischen Tun und Denken und präsentiert das Konzert seines Trios, das am 15. Juni in der Reihe "5 Millionen Pesos" im Wiener RadioCafe aufgenommen wurde.
 

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Sonntag, 24. Juni 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
(Fortsetzung) Die Ö1 Jazznacht mit Andreas Felber. 5 Millionen Pesos: Jakob Zimmermann im Jazznacht-Studio und im Juni 2018 im Wiener RadioCafe

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten

Er ist 18 Jahre jung und wird im Westen Österreichs als eines der größten Jazztalente der letzten Jahre gefeiert. Zu Recht, denn der in Bludenz, Vorarlberg, geborene und in Schwaz, Tirol, lebende Pianist Jakob Zimmermann wartet mit technisch wie musikalisch erstaunlich reifen und elaborierten Tönen auf.

Mit seinem 2014 gegründeten Trio mit Clemens Rofner (Bass) und Simon Springer (Schlagzeug) bringt er ausschließlich Stücke aus eigener Feder zu Gehör. Einflüsse u. a. von Chick Corea und The Bad Plus verarbeitend, erweist sich Zimmermann dabei als überaus versierter Tastenmeister wie auch als vor allem rhythmisch ideenreicher Komponist.

Andreas Felber stellt Jakob Zimmermann Fragen zu seinem musikalischen Tun und Denken und präsentiert das Konzert seines Trios, das am 15. Juni in der Reihe "5 Millionen Pesos" im Wiener RadioCafe aufgenommen wurde.


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf
von Ulrich Körtner (Wien)


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
Lebensweisen – Glaubenswelten. Ein Panorama am Sonntagmorgen mit Reportagen und Berichten aus der Welt der Religion und Religionen


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Und vor sich, den Sommer". Gedichte von Rainer Maria Rilke. Es spricht Michael Heltau.
Gestaltung: Edith Vukan und Beate Linke-Fischer Bearbeitung: Gudrun Hamböck

"Der Sommer war ja nie und nirgends meine Hoch-Zeit. Immer und überall galt es, ihn zu überstehen", schrieb Rainer Maria Rilke im Juli 1904 an seine Frau Clara. Aber nicht nur überstanden hat der Dichter die Sommer, in seiner Dichtung transzendierte er diese Jahreszeit entlang jener Erscheinungen, die sich in ihrer Undurchdringlichkeit der menschlichen Vereinnahmung entziehen. Zwischen den Gedichten Rilkes ist Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, Frédéric Chopin, Camille Saint-Saëns, Johannes Brahms, Cécile Chaminade, Clara Schumann und Gioachino Rossini zu hören.


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
"Ästhetische Qualität" als Begriff im Denkmalschutz. Die Kunsthistorikerin Elena Holzhausen über das Gestalten, Verändern und Bewahren in der Architektur.
Gestaltung: Jakob Fessler

Elena Holzhausen macht sich Gedanken über das Verhältnis von bestehender zu neuer Architektur. Für die Kunsthistorikerin braucht es einen Dialog zwischen Bewahren und Erneuern, Altem und Neuem. Dabei stellen sich wichtige Fragen; was macht bestehende Gebäude erhaltenswert, wie soll mit altem Bestand umgegangen werden, welchen praktischen Nutzen hat Architektur zu erfüllen und wie lässt sich architektonische "Qualität" definieren.

Elena Holzhausen lotet das Verständnis von "historischem", schutzwürdigen Bestand aus. Wie heftig dabei Debatten geführt werden und wie folgenreich architektonische Vorhaben sein können, zeigen derzeit auch das Bauprojekt am Wiener Heumarkt und der drohende Verlust des Status "UNESCO-Weltkulturerbe" für das historische Zentrum Wiens. Eine Entscheidung über den Weltkulturerbe-Status Wiens könnte übrigens bei der nächste Komitee-Sitzung (24.6.-4.7. in Bahrain) fallen.

In ihrer Tätigkeit als Diözesankonservatorin der Erzdiözese Wien ist Elena Holzhausen für den Erhalt und die Restaurierung von Innenräumen in rund 1.400 Kapellen und Kirchen sowie für das Inventar von rund 300.000 Einzelobjekten, von Wandmalereien und Bänken über Kelchen bis hin zu Messgewändern, zuständig. Neben der Erfassung und Dokumentation kirchlicher Kunst, fallen auch die Frage der Denkmalpflege und die erforderlichen Adaptionen an den Bedarf der Pfarrgemeinden und Gläubigen in ihren Zuständigkeitsbereich.

Elena Holzhausen wurde 1965 in Jülich-Barmen in der Nähe von Aachen geboren. Sie studierte Kunstgeschichte, Germanistik, ostasiatische Kunstgeschichte und Japanologie an den Universitäten in Würzburg, Heidelberg und Wien. In ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit dem Wiener Porzellankabinett des Reichsvizekanzlers Graf Friedrich Karl von Schönborn. Sie arbeitete für das Wiener Hofmobiliendepot und das Auktionshaus Dorotheum. Seit 2009 ist sie Leiterin des Referates für kirchliche Kunst und Denkmalpflege in der Erzdiözese Wien.


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Reisemagazin, u.a. mit: Wald. Bauern. Bub. Waldheimat revisited zum 100. Todestag von Peter Rosegger. Eine Spurensuche von Winfried Schneider; Kulturpalast & Co. Ein Spaziergang auf "Kommunistischen Spuren" durch Warschau. Von Matthias Haydn; Römer, Minen und ein Stück Fußballgeschichte – Das kulturelle Dreieck Cartagena, La Unión und Águilas. Von Edgar Schütz.
Redaktion: Ursula Burkert

Wald. Bauern. Bub. Waldheimat revisited zum 100. Todestag von Peter Rosegger.

Seine Bücher erreichten Auflagen in zweistelliger Millionenhöhe. Weltweit wurden seine Werke in viele Sprachen übersetzt. Selbst für den Nobelpreis war Peter Rosegger nominiert.

Heute sehen die einen in ihm einen Kritiker seiner Zeit. Quasi einen sympathischen Querkopf und frühen Grünen, der sich für die Erhaltung von Natur und Umwelt einsetzte. Und nicht zuletzt einen Sozialkritiker, der sich persönlich für das Recht auf Bildung engagierte.

Andere dagegen verweisen auf nationalistische und antisemitische Textpassagen und halten es für nicht überraschend, dass Leben und Werk des steirischen Schriftstellers und Poeten von der NS-Propaganda vereinnahmt werden konnten.

Der kontroverse Diskurs zu Person und Werk des Peter Rosegger ist ein Grund mehr, sich in der Waldheimat vor Ort ein Bild zu machen. Der 100. Todestag Peter Roseggers am 26. Juni und die zahlreichen Veranstaltungen im Roseggerjahr 2018 sind gute Anlässe dazu.

Kulturpalast & Co. Ein Spaziergang auf "kommunistischen Spuren" durch Warschau.

Der "Kultur- und Wissenschaftspalast" ist bis heute das Wahrzeichen der polnischen Hauptstadt Warschau – ein Bauwerk, das viele Polen am liebsten abgerissen sähen. Im Volksmund wird der 237 Meter hohe Sandstein-Turm auch "Stalinstachel" oder "Stalins Rache" genannt. Er gilt vielen als Symbol totalitärer Unterdrückung. Ungeachtet dessen steht das Gebäude seit 2007 unter Denkmalschutz, es ist eines von nur zwei komplett erhaltenen Baudenkmälern im Stil des sogenannten "Sozialistischen Realismus" in Warschau. Bis heute beherbergt das Gebäude Theatersäle, Kinos, Museen und Rundfunkanstalten. In Warschau kann man sich auch im Viertel "Praga" auf kommunistische Spurensuche begeben. Die Fassaden des Viertels am rechten Weichselufer dienen bis heute als "authentische" Drehorte für Filme, die in der Sowjet-Zeit spielen. Und im "Museum des Lebens im Kommunismus" sind Alltagsgegenstände aus der Zeit von 1950 bis 1990 ausgestellt.

Römer, Minen und ein Stück Fußballgeschichte – das kulturelle Dreieck Cartagena, La Unión und Águilas

Bis vor einigen Jahren galt Cartagena als schäbige Hafenstadt mit eher zweifelhaftem Matrosen-Charme. Das hat sich geändert. Die Stadt entdeckte ihr kulturelles Potenzial und 1988 durch Zufall ein römisches Theater. Seither wurde es mit weiteren römischen Ruinen sukzessive freigelegt und zu einem neuen Wahrzeichen. Neben alten Luftschutzkellern aus der Zeit des Spanischen Bürgerkriegs gibt es auch elegante Stadthäuser im Stil des Modernismo, aus jener Zeit, als das Bürgertum dank der umliegenden Bergwerke zu einem gewissen Reichtum kam. Eine ehemalige Mine kann im nahen La Unión besichtigt werden. Verschifft wurden die Erze und Mineralien dann u.a. von Águilas aus. Der dortige Hafen war jahrzehntelang fest in britischer Hand. Dadurch war der kleine Ort an der Mittelmeerküste einer der ersten in Spanien, wo Fußball gespielt wude. Hier steht mit dem Estadio El Rubial das älteste Fußballstadion Spaniens.


11:00 Nachrichten


11:03 Musikverein Festival Wien 2018 – Matinee (Dolby Surround)
Wiener Symphoniker, Dirigent: Philippe Jordan; Julia Fischer, Violine. Gottfried von Einem: Tanz-Rondo op. 27 * Robert Schumann: Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. posth. * Antonin Dvorak: Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88 (aufgenommen am 3. Juni im Großen Musikvereinssaal Wien in Dolby Digital 5.1)

Seit der Saison 2014-15 küren die Wiener Symphoniker jährlich einen Artist in Residence. Nach den Brüdern Capuçon zum Auftakt und den beiden Pianisten Pierre-Laurent Aimard und Jean-Yves Thibaudet hat das Orchester mit Julia Fischer nun erstmals eine Dame eingeladen.

Etwas Besonderes erwartet das Publikum bei ihren Konzerten zum Abschluss ihrer Residenz und der Konzerte 2017-18 der Wiener Symphoniker im Wiener Musikverein: Robert Schumanns selten gespieltes Violinkonzert. "Ich liebe Schumanns Violinkonzert. Es wird total unterschätzt", erklärt Fischer. "Schumann hat pianistisch gedacht. Man muss sich die Mühe machen, vom Klavier aus zu denken, dann versteht man auch, was Schumann wollte." Die Liebe zu dem Werk hat früh begonnen. "Ich habe es das erste Mal mit 17 studiert. Damals habe ich das Original eins zu eins gespielt. Später habe ich mich mit der Fassung von Paul Hindemith beschäftigt." In Wien wird Fischer aber eine eigene Fassung präsentieren: "Man muss mit einer anderen Geigentechnik arbeiten, auf der Geige einen Celloklang entwickeln können. Man könnte meinen, dass ich es mir damit schwerer mache. Aber dadurch wird das Stück 'geigerischer' und leichter."
(Wiener Symphoniker)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Musikverein Festival Wien 2018 – Matinee (Dolby Surround)
Wiener Symphonier, Dirigent: Philippe Jordan (aufgenommen am 3. Juni im Großen Musikvereinssaal Wien in Dolby Digital 5.1)


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Sonntagsjournal


13:10 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
mit Doris Glaser. Superchampions-Runde live aus dem Casino Graz

Das Ö1 Quiz gehört.gewusst feiert sein 15-jähriges Bestehen mit einer Superchampions-Runde live aus Graz, also aus jener Stadt, in der diese traditionsreiche Unterhaltungssendung im Kulturhauptstadt-Jahr 2003 aus der Taufe gehoben wurde. Fünfundfünfzig spannende Quiz-Minuten sind garantiert, wenn Moderatorin Doris Glaser den vier Champions im Casino Graz Fragen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft, Politik, Sport und Wirtschaft zu knacken gibt.

Wochenlang lieferten einander Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich via Telefon spannende und unterhaltsame Wissens-Gefechte. Zwei Mal pro Quiz-Saison spielen die Punktestärksten in einer öffentlichen Runde vor Publikum um den Superchampions-Preis. Diesmal um eine Ö1 Kulturreise für zwei Personen nach Israel.

Gewinnbringend kann der 24.Juni aber auch für die Besucher der Live-Sendung sein. Alle Gäste kommen in den Genuss eines Sektempfangs und haben die Möglichkeit – durch die richtige Beantwortung einer Publikums-Frage – Dinner & Casino Gutscheine zu gewinnen.

Der Eintritt ist frei, Anmeldung per mail an graz@casinos.at
Einlass ab 12:00 Uhr.

Bitte beachten Sie, dass der Zutritt nur volljährigen Personen unter Vorweis eines amtlichen Lichtbildausweises gestattet ist.


14:05 Nachrichten


14:10 Menschenbilder
Der Schriftsteller und Journalist Paolo Rumiz

Paolo Rumiz ist Schriftsteller, Journalist, Reisender und Weltenbummler. Auf Deutsch erschien soeben sein Buch über Italiens "König der Flüsse und seine Umgebung", den Po. Davor vielgelobt sein Roman "Der Leuchtturm", ein Buch über die Einsamkeit auf einer kleinen Insel, auf der man sich der Natur aussetzt aber auch politischen Veränderungen, und auch damit, dass es Orte gibt, die bewohnt werden müssen, um die Zivilisation für andere aufrecht zu erhalten.

Rumiz fuhr schon 1998 gemeinsam mit seinem Sohn mit dem Fahrrad von seiner Heimatstadt Triest nach Wien, drei Jahre danach mit dem Karikaturisten Altan von Triest nach Istanbul und untersuchte als Balkan- und Donauraumspezialist in seinem Buch "Masken für ein Massaker" den Genozid in Srebrenica. 2008 reiste er 7.000 km entlang der Ostgrenze der EU von der Arktis zum Mittelmeer.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt seiner Reporter-Reisen, seiner Recherchen aus der Nähe über Gegenden und Menschen.

Im Dezember wurde Rumiz 70 Jahre alt, zuletzt erschien bei Feltrinelli sein Buch über die Via Appia, die er gemeinsam mit seinen Freunden zu Fuß erwanderte und dabei den Verlust eines so gut wie verlorenen Kulturgutes mit einer mehr als 2.000-jährigen Geschichte bedauern musste.

Gestaltung: Petra Herczeg und Rainer Rosenberg


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Musik
Das Wiener Staatsopernmagazin. Ausschnitte aus aktuellen Aufführungen der Wiener Staatsoper.
Gestaltung: Michael Blees


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen Krimis der Saison
Roberto Saviano: Der Clan der Kinder, Roman, Hanser Verlag (Übersetzung: Annette Kopetzki)

Nicholas Searle: Verrat, Thriller, Kindler Verlag (Übersetzung: Jan Schönherr)

Jordan Harper: Die Rache der Polly McClusky, Roman, Ullstein Verlag (Übersetzung: Conny Lösch)

Hideo Yokoyama: 64, Thriller, Atrium Verlag (Übersetzung: Sabine Roth, Nikolaus Stingl)

Ungute Geschichten
Christof Weigold: Der Mann, der nicht mitspielt. Hollywood 1921: Hardy Engels erster Fall, Roman, Kiepenheuer & Witsch Verlag

J.L. Carr: Ein Tag im Sommer, Roman, DuMont Verlag (Übersetzung: Monika Köpfer)

Jon McGregor: Speicher 13, Roman, Liebeskind Verlag (Übersetzung: Anke Caroline Burger)

Isabel Kreitz präsentiert: Die Unheimlichen
Elfriede Jelinek, Nicolas Mahler: der fremde! störenfried der ruhe eines sommerabends der rube eines friedhofs, Carlsen Verlag

Edgar Allan Poe, Lukas Jüliger: Berenice, Carlsen Verlag

Sarah Khan, Isabel Kreitz: Den Nachfolgern im Nachtleben, Carlsen Verlag


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Western Swing und das unglückliche W in C&W.
Gestaltung: Michael Neuhauser

Eigentlich waren es mehr Oberflächlichkeiten und nicht die Eigenart der Musik selbst, welche die Schallplattenindustrie dazu veranlasste, ab den 40er-Jahren das etwas dubiose W (für "Western") zum C (für "Country") zu gesellen und so das ziemlich heterogene Pseudogenre "C&W" zu schaffen.

Zwar spielten die Musiker des (erst später so bezeichneten) "Western Swing" in Texas ab den frühen 30er-Jahren Tanzmusik für ein weißes, ländliches Publikum, und sie präsentierten sich dabei auch bevorzugt in Cowboy-Outfits.

Rein musikalisch aber waren Milton Brown, Bob Wills oder Smokey Wood und ihre talentierten Mitmusiker im Grunde Jazzer, die sich trotz ihrer Herkunft und ihres äußeren Images weniger an der Hillbilly-Musik oder an Countrystars wie Jimmie Rodgers orientierten, sondern vielmehr am Jazz und an Swingstars wie Benny Goodman oder Tommy Dorsey. Allerdings räumten sie dabei den Saiteninstrumenten wie Geige und Gitarre zunächst den Vorzug ein.

Und damit rücken sie gelegentlich auch verblüffend nah heran an den europäischen Manouche-Jazz von Django Reinhardt und Stéphane Grappelli. Die steigende Popularität ihrer Musik aber und die Tatsache, dass sie von Anfang an in die selbe Schublade gesperrt wurden, hat auch die eigentliche Hillbilly-Musik enorm beeinflusst. Die Texaner haben den Swing in die Countrymusik gebracht.


17:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Live aus dem Ö1 Kulturzelt auf der Donauinsel
"Sommer, Sonne, Knef" von der Donauinsel verspricht Irmgard Knef, Landstreich plus den "Auftakt 2018" und die Gewürztraminer eine Mischung aus Jazz, Pop, Gypsy, Rock, Balkan und Reggae.


21:30 Ö1 Kunstsonntag


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Jet Lag All Stars Radio Show
Gedankensprünge aus dem Musterbuch des Jetlags, gesendet aus dem Ö1 Bügelzimmer im Wiener Funkhaus.

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags.


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
Hörperspektiven – neue Radioarbeiten aus den MDW
Medienkompositionsklassen von Iris ter Schiphorst und Reinhard Karger

Die Studierenden der beiden Medienkompositionsklassen an der mdw haben im sich im Studienjahr 2017/18 analytisch und kreativ mit dem Thema "Radio" beschäftigt – in den Seminaren wurde die Geschichte des Hörspiels und verwandter Formen akustischer Kunst behandelt und diskutiert und im Einzelunterricht die neu entstehenden akustischen Kompositionen begleitet.

Wir haben folgende drei Textquellen vorgegeben, die dann den sprachlichen Ausgangspunkt für die Studierenden bildeten:

1) eine Liste von Worten, die vom Stammwort "hören" abgeleitet sind

2) einige kurze Fragmente aus dem Kapitel "Zur Theorie der Musik" in "Geist der Utopie" von Ernst Bloch zum Thema "inneres Hören"

3) einen Abschnitt aus dem Text "Zikaden" von Ingeborg Bachmann

 

*


Montag, 25. Juni 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Der Schatz im Mistkübel". P. Gustav Schörghofer SJ, Theologe, Philosoph und Kunstwissenschafter stellt Überlegungen an, ob Abfall wirklich wertlos ist. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Die Kehrseite des Konsums sind immer größer werdende Müllberge. Neben der Fülle dessen, was wir gebrauchen, wird der Berg dessen, was wir verbraucht haben, immer größer. Ist der Abfall tatsächlich wertlos? Im Abfall sind Schätze zu entdecken, nicht nur im materiellen Abfall, sondern auch in all dem, was oft als wertlos und unbrauchbar verworfen wird. Das Verachtete verdient höchste Achtung.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Gehirn und Körper
Eine Wechselbeziehung (1).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek

Mit dem Wissen um die Neuroplastizität des Gehirns wurde zu Beginn des Jahrtausends in der Medizin ein Paradigmenwechsel eingeleitet. Dieser beruht auf der Erkenntnis, dass Körper und Gehirn in einer Wechselbeziehung stehen. Das menschliche Gehirn wird nicht länger als oberste Kontrollinstanz gesehen sondern ist Teil eines Systems. Damit wird der Körper zum Verbündeten.

Der US-Amerikanische Psychiater Norman Doidge von der Columbia University in New York spricht von einem möglichen Selbstheilungsprozess. Er hat zahlreiche Patientengeschichten untersucht, darunter Parkinson, Schlaganfall und chronische Schmerzpatient/innen. Und er hat beobachtet, wie Betroffene durch sanfte, nicht invasive Methoden ihren Gesundheitszustand langfristig verbessern konnten.

Mit mentalem Training, Körpertraining, Licht-, Musik – und Psychotherapie konnten sie selbstregulierende Prozesse unterstützen. Die Wissenschaft kann heute mit bildgebenden Verfahren diese Prozesse dokumentieren. Neurobiolog/innen zeichnen nach, wie sich die Stoffwechselprozesse im Gehirn den körperlichen Veränderungen anpassen. Durch nicht-invasive, sanfte Therapien lassen sich selbstregulierende Impulse setzen.

Neurolog/innen sprechen hier von den neuroplastischen Veränderungen im Gehirn. Diese wirken sich auf das körperliche und das psychische Wohlbefinden eines Menschen aus. Leidende bekommen damit ein Werkzeug in die Hand, ihren Genesungsprozess zu beeinflussen.


09:30 Radiokolleg – Container
Transportbox der Globalisierung (1).
Gestaltung: Anna Masoner

Waren rund um die Globus zu transportieren, war über Jahrhunderte hinweg äußerst mühsam. Sie mussten Stück für Stück, Sack für Sack, Kiste für Kiste von Kutschen auf Schiffe oder Züge verladen werden.

Das änderte sich als in den 1950er Jahren ein findiger US-amerikanischer Unternehmer gemeinsam mit der US-amerikanischen Marine nach besseren, schnelleren Möglichkeiten suchte.

Am 26. April 1956 schipperte Malcolm Purcell McLean mit einem umgebauten Tanker von Port Newark im Bundesstaat New Jersey Richtung Houston in Texas. An Bord hatte er 56 Container. Das Maß, das er für seine Transportboxen gewählt hatte, wurde zum Standard. Es sind die gewellten 40-Fuß-Container, die heute täglich unterwegs sind. Es gibt Millionen von ihnen und sie sind beliebig austauschbar. Der Container reduzierte die Transportkosten von Gütern auf einen Bruchteil und brachte die weltweiten Warenströme zwischen Europa, Amerika und Asien zum Fließen.

Rund 90% Prozent der Güter, die heute über die Meere verschifft werden, reisen in Containern. Wir sehen uns an Häfen und wichtigen Transportknoten in Europa und China um und fragen nach, ob der Containerboom auch die nächsten 60 Jahre so weitergehen wird.


09:45 Radiokolleg – Medienkomposition
Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz (1).
Gestaltung: Hans Groiss & Studierende der mdw

Ein Wiegenlied, Hochzeitsmusik, Sounddesigns von Smartphones und das, was ertönt, wenn Sie eine Geburtstagskarte öffnen: Medienkomposition ist allgegenwärtig. Ennio Morricone, Hans Zimmer, John Williams, Iris ter Schiphorst, Gustav Holst, aber auch Suzanne Ciani, Kurt Weil, Anton Karas und Modest Mussorgski schrieben Musik für unterschiedlichste Medien.

Frei nach Victor Hugo: Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und trotzdem ausgedrückt werden sollte und Musik bedeutet immer ein Ausbruch aus dem Alltag – sie ist Ablenkung, Stimmung erzeugend und jegliche Gefühlslage färbend. Musik kann tiefgreifend, erkenntnisreich, oberflächlich oder herzzerreißend sein. Professionistinnen und Professionisten am Theater, im Film und bei der Werbung wissen über die emotionale Wirkung von Tönen, Klängen und Schall. Sounddesigner/innen machen, dass selbst das Auto oder das Chipssackerl gut klingen. Digitale Medien eröffneten neue Anwendungsbereiche.

Ein Medium ist ein Mittel zum Zweck. Marshall McLuhan meinte, dass ein Medium selbst die Botschaft ist. Ist ein Medium aber eine Leerstelle oder eine Schnittstelle? Ist Medienkomposition eine eigenständige Kunstform und ist diese Gattung mit dem Aufkommen der Filmkultur in den 1920er Jahren überhaupt erst entstanden?

Studierende des Radioproduktionsseminars der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien untersuchen gemeinsam mit Hans Groiss die Verbindung von Musik und Medien im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Stefan Höfel. "Großstadthefe" – Das Wienerlied im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert.

"Die jungen Leut' die tanzen,
Mir Alten mir schaun zua,
Mir ham halt unser Freud an dö:
Der "Laut Schan" dudelt "Duliäh",
Die Schrammeln rebelns owa, der Bratfisch singt dazua,
Und unser Ball, der ist erst aus,
Wenn d'Sunn scheint in der Fruah".

So dichtet Volkssänger Carl Schmitter anlässlich des Wiener Fiakerballs im Jahr 1886, zu einer Zeit in der das Wienerlied bereits in aller Munde ist.

Wenige Jahrzehnte zuvor, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, entsteht in Wien eine Musikgattung, die sich noch heute großer Popularität erfreut: Das Wienerlied – Diesem Musikphänomen eigen war stets die Vermischung von Stilen und Kulturen. Anfänglich waren es beispielsweise Zuwanderer aus den Bundesländern, die das "Alpenländische Idiom" einbrachten. In den Heurigen und Etablissements Wiens hat diese Musik ihren Ursprung - Sie war dadurch allen gesellschaftlichen Schichten zugänglich und entwickelte sich von der Tanzmusik zu einem Konzertgenre.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Ex libris-Nachlese. "Der Mann, der nicht mitspielt. Hollywood 1921: Hardy Engels erster Fall" von Christof Weigold.
Gestaltung: Peter Zimmermann


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Gerhard Krammer.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
L'univers français. Zum 350. Geburtstag von François Couperin. Hiro Kurosaki, Barockvioline und Moderation; Clément Geoffroy, Cembalo und Freunde aus dem Ensemble Les Arts Florissants.
Gestaltung: Jörg Duit

Das barocke Frankreich König Ludwig XIV, des Sonnenkönigs – ein Universum für sich -wird in diesem Konzert dem Publikum hörbar gemacht.

Der langjährige Konzertmeister des Ensembles Les Arts Florissants, Hiro Kurosaki, hat dafür eine Gruppe von Interpreten versammelt, die die Musik dieser Zeit gleichermaßen mit der Muttermilch aufgesogen und zu neuem Leben erweckt hat: zum Teil Künstler, die von Les Arts Florissants-Gründer William Christie entdeckt wurden und Musiker, die über Jahrzehnte bei diesem renommierten Klangkörper mitgewirkt haben, allesamt Persönlichkeiten, deren Beschäftigung mit der europäischen Musik des 17. und 18. Jahrhunderts sich nicht auf das Musizieren beschränkt, sondern darüber hinaus auch Musikvermittlung und wissenschaftliche Auseinandersetzung zum Selbstverständnis hat.

Lieben und Leben in der Grande Nation, inszeniert in Werken von François Couperin, Michel Lambert und Louis-Nicolas Clérambault.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
Im Zeit-Raum: Das Alte Testament in Bildern
Johannes Kaup im Gespräch mit dem Maler Arik Brauer. Bearbeitung: Robert Weichinger
(aufgenommen am 14. Juni 2018 im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses)

"Du sollst dir kein Bild machen", heißt es in den Zehn Geboten. Aber was macht man als Großvater, wenn die zehnjährige Enkelin wissen will: "Was war vor dem Urknall?" Weil Arik Brauer diese Frage berührt hat, hat er zum Bleistift gegriffen und sechzig beeindruckende Zeichnungen angefertigt. Sie sind nun in dem Buch "Das Alte Testament. Erzählt von Arik Brauer" erschienen. Mit Johannes Kaup spricht der bekannte Künstler über seinen Zugang zur Bibel, sein davon inspiriertes Werk sowie die daraus abgeleiteten Lebensüberzeugungen.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
Die Republik Österreich im Spiegel ihrer Architektur. 1953 – Ringturm.
Gestaltung: Natasa Konopitzky


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Johann Kneihs.


17:55 Betrifft: Geschichte
Peter Rosegger und seine Zeit. Mit Gerald Schöpfer, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Graz.
Gestaltung: Isabelle Engels

eter Rosegger wurde am 31. Juli 1843 im steirischen Alpl/Krieglach als erstes von sieben Kindern eines Bergbauernpaares geboren. Da er für eine Hofübernahme körperlich zu schwach war, begann er eine Lehre bei einem Wanderschneider. Dabei lernte er viele Leute, Höfe und Bräuche kennen – Stoff für seine ersten Texte.

Peter Rosegger hatte das Glück, dass sein Talent erkannt und gefördert wurde. So erhielt er die Möglichkeit, bei der Grazer Tagespost seine Schriften zu publizieren und eine Handelsakademie zu besuchen. Danach war er als freier Schriftsteller tätig. Bekannt wurde Peter Rosegger als Heimatdichter, vor allem durch Romane wie " Die Schriften des Waldschulmeisters" und sein Erinnerungswerk "Die Waldheimat" (1877).

Mit seinen Büchern brachte er einer großen Leserschaft das bäuerliche Leben näher. Weniger bekannt ist Roseggers Wirken als kritischer Journalist. Als Chefredakteur der Monatsschrift "Heimgarten" kommentierte er zahlreiche gesellschaftspolitische Probleme seiner Zeit, wie Landflucht und Industrialisierung, und er war ein Vordenker in den Bereichen Naturschutz und Bildung.

In anderer Hinsicht wiederum war Peter Rosegger ein Kind seiner Zeit. Er hielt wenig von abstrakter Kunst und pflegte ein sehr konservatives Frauenbild. Doch insgesamt bemühte er sich um eine humanistische Grundhaltung und lehnte Formen des Extremismus ab.

Peter Rosegger starb am 26. Juni 1918 in seinem Krieglacher Landhaus. Seine Werke sind auch heute sozialgeschichtlich relevant, dokumentieren sie doch die rasanten Veränderungen einer Epoche, die von der Revolution 1848, über die Gründerzeit und den Imperialismus bis zum Ende der Monarchie reicht.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Wenn Wälder brennen
Von Lena Hallwirth

Jedes Jahr verwüsten Walbrände in Europa tausende Hektar Land. In Österreich brennt im Durchschnitt 200 Mal pro Jahr ein Wald. 85 Prozent der Fälle werden direkt oder indirekt durch Menschen verursacht, meist durch achtlos weggeworfene Zigaretten. Ist der Sommer besonders trocken, können auch Blitzschläge zu Bränden führen, wenn auf sie kein Regen folgt. Im steilen Gelände der Alpen sind die Brände besonders schwer zu löschen. Weil die Wälder vor Lawinen und Steinschlag schützen, ist der Schaden hier besonders groß.

Und er könnte zukünftig noch größer werden, da durch vermehrte Hitze-und Trockenperioden in Folge des Klimawandels die Gefahr von Waldbränden in Österreich zunimmt. – Die Wiener Universität für Bodenkultur arbeitet daher gemeinsam mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik an einem Frühwarnsystem, das klimatische und sozioökonomische Faktoren miteinbezieht. Wie sich Wälder nach einem Brand erholen können, ist eine weitere Forschungsfrage.


19:30 On stage
On stage mit Maria Reininger. Ein Highlight des Vienna Blues Spring 2018

Geradliniger Blues und viel Spielfreude: Bernard Allison kostete beim Auftritt im Wiener Reigen nahezu jeden Ton seiner Gitarrenläufe aus - hörbar und sichtbar. Der E-Gitarrist aus Chicago, trotz seiner 52 Lebensjahre für viele immer noch vor allem der Sohn des legendären Bluesgitarristen Luther Allison, scheute sich auch nicht, die Songs seines Vaters zu präsentieren und an gemeinsame Auftritte in Wien zu erinnern.

Den Bluesabend in Richtung Rock erweiterten die Newcomerin Vanja Sky, die erst vor ein paar Jahren beim Beislkonzert daheim in Kroatien zum Gitarrespielen gekommen ist, und Mike Zito, der schon vor Jahrzehnten, im zarten Alter von 5, in St. Louis seine Blues-Karriere begonnen hat - zunächst als Sänger, später als Gitarrist. Zudem brachte Roger Inniss, Bassist mit karibischen Wurzeln und schon in den vergangenen Jahren immer wieder Teil der "Blues Caravan"-Rhythm Section, mit seinem Spiel Leichtigkeit in die Musik. Maria Reininger präsentiert die Höhepunkte des Konzerts.


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Gehirn und Körper. Eine Wechselbeziehung (1).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Transportbox der Globalisierung (1).
Gestaltung: Anna Masoner

Medienkomposition. Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz (1).
Gestaltung: Hans Groiss & Studierende der mdw


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Rückschau auf die Wittener Tage für neue Kammermusik 2018.
Gestaltung: Reinhard Kager

Die österreichische Präsenz bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik hätte kaum größer sein können als Ende April dieses Jahres. Gleich am Eröffnungsabend stand eine poetisch anmutende "Blumenwiese 1-3" von Georg Friedrich Haas auf dem Programm. Tags darauf folgt mit dem Klavier-Duo "Im Lichte II" von Johannes Maria Staud ein weiteres Werk eines Österreichers.

Gleich drei Mal spielte das Klangforum Wien an den drei Tagen des WDR-Festivals an der Ruhr, und der Kontrabassist des Ensembles, Uli Fussenegger, schuf mit "Synthetic Skin" ein improvisatorisches Stück mit verzerrt und übereinander geschichtet ertönender Tonbandmusik. Das Zentrum dieser Wittener Tage bildete aber der elsässische Komponist Mark Andre, der als diesjähriger Composer in Residence gleich mit fünf Stücken präsent war.

Mit Nachdruck verweisen seine sensiblen Werke, dass Intensität keine Frage der Lautstärke ist, auch wenn die Töne beinahe verlöschen. Weitere interessante Uraufführungen stammen u.a. auch von Franck Bedrossian, Ricardo Eizirik, Liza Lim, Elena Mendoza, Agata Zubel und Karola Bauckholt.
 

*


Dienstag, 26. Juni 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Der Schatz im Mistkübel". P. Gustav Schörghofer SJ, Theologe, Philosoph und Kunstwissenschafter stellt Überlegungen an, ob Abfall wirklich wertlos ist. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Die Kehrseite des Konsums sind immer größer werdende Müllberge. Neben der Fülle dessen, was wir gebrauchen, wird der Berg dessen, was wir verbraucht haben, immer größer. Ist der Abfall tatsächlich wertlos? Im Abfall sind Schätze zu entdecken, nicht nur im materiellen Abfall, sondern auch in all dem, was oft als wertlos und unbrauchbar verworfen wird. Das Verachtete verdient höchste Achtung.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Gehirn und Körper
Eine Wechselbeziehung (2).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Mit dem Wissen um die Neuroplastizität des Gehirns wurde zu Beginn des Jahrtausends in der Medizin ein Paradigmenwechsel eingeleitet. Dieser beruht auf der Erkenntnis, dass Körper und Gehirn in einer Wechselbeziehung stehen. Das menschliche Gehirn wird nicht länger als oberste Kontrollinstanz gesehen sondern ist Teil eines Systems. Damit wird der Körper zum Verbündeten.

Der US-Amerikanische Psychiater Norman Doidge von der Columbia University in New York spricht von einem möglichen Selbstheilungsprozess. Er hat zahlreiche Patientengeschichten untersucht, darunter Parkinson, Schlaganfall und chronische Schmerzpatient/innen. Und er hat beobachtet, wie Betroffene durch sanfte, nicht invasive Methoden ihren Gesundheitszustand langfristig verbessern konnten.

Mit mentalem Training, Körpertraining, Licht-, Musik – und Psychotherapie konnten sie selbstregulierende Prozesse unterstützen. Die Wissenschaft kann heute mit bildgebenden Verfahren diese Prozesse dokumentieren. Neurobiolog/innen zeichnen nach, wie sich die Stoffwechselprozesse im Gehirn den körperlichen Veränderungen anpassen. Durch nicht-invasive, sanfte Therapien lassen sich selbstregulierende Impulse setzen.

Neurolog/innen sprechen hier von den neuroplastischen Veränderungen im Gehirn. Diese wirken sich auf das körperliche und das psychische Wohlbefinden eines Menschen aus. Leidende bekommen damit ein Werkzeug in die Hand, ihren Genesungsprozess zu beeinflussen.


09:30 Radiokolleg – Container
Transportbox der Globalisierung (2).
Gestaltung: Anna Masoner

Waren rund um die Globus zu transportieren, war über Jahrhunderte hinweg äußerst mühsam. Sie mussten Stück für Stück, Sack für Sack, Kiste für Kiste von Kutschen auf Schiffe oder Züge verladen werden. Das änderte sich als in den 1950er Jahren ein findiger US-amerikanischer Unternehmer gemeinsam mit der US-amerikanischen Marine nach besseren, schnelleren Möglichkeiten suchte.

Am 26. April 1956 schipperte Malcolm Purcell McLean mit einem umgebauten Tanker von Port Newark im Bundesstaat New Jersey Richtung Houston in Texas. An Bord hatte er 56 Container. Das Maß, das er für seine Transportboxen gewählt hatte, wurde zum Standard. Es sind die gewellten 40-Fuß-Container, die heute täglich unterwegs sind. Es gibt Millionen von ihnen und sie sind beliebig austauschbar. Der Container reduzierte die Transportkosten von Gütern auf einen Bruchteil und brachte die weltweiten Warenströme zwischen Europa, Amerika und Asien zum Fließen.

Rund 90% Prozent der Güter, die heute über die Meere verschifft werden, reisen in Containern. Wir sehen uns an Häfen und wichtigen Transportknoten in Europa und China um und fragen nach, ob der Containerboom auch die nächsten 60 Jahre so weitergehen wird.


09:45 Radiokolleg – Medienkomposition
Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz (2).
Gestaltung: Hans Groiss & Studierende der mdw

Ein Wiegenlied, Hochzeitsmusik, Sounddesigns von Smartphones und das, was ertönt, wenn Sie eine Geburtstagskarte öffnen: Medienkomposition ist allgegenwärtig. Ennio Morricone, Hans Zimmer, John Williams, Iris ter Schiphorst, Gustav Holst, aber auch Suzanne Ciani, Kurt Weil, Anton Karas und Modest Mussorgski schrieben Musik für unterschiedlichste Medien.

Frei nach Victor Hugo: Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und trotzdem ausgedrückt werden sollte und Musik bedeutet immer ein Ausbruch aus dem Alltag – sie ist Ablenkung, Stimmung erzeugend und jegliche Gefühlslage färbend. Musik kann tiefgreifend, erkenntnisreich, oberflächlich oder herzzerreißend sein. Professionistinnen und Professionisten am Theater, im Film und bei der Werbung wissen über die emotionale Wirkung von Tönen, Klängen und Schall. Sounddesigner/innen machen, dass selbst das Auto oder das Chipssackerl gut klingen. Digitale Medien eröffneten neue Anwendungsbereiche.

Ein Medium ist ein Mittel zum Zweck. Marshall McLuhan meinte, dass ein Medium selbst die Botschaft ist. Ist ein Medium aber eine Leerstelle oder eine Schnittstelle? Ist Medienkomposition eine eigenständige Kunstform und ist diese Gattung mit dem Aufkommen der Filmkultur in den 1920er Jahren überhaupt erst entstanden?

Studierende des Radioproduktionsseminars der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien untersuchen gemeinsam mit Hans Groiss die Verbindung von Musik und Medien im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Der Schöpfer der ungarischen Nationaloper: Ferenc Erkel
Gestaltung: Michael Blees

Wenn die ungarische Musik eine Zukunft hat, wenn in der Musikkunst irgendwann einmal von der ungarischen Schule die Rede sein kann, dann wird unsere Nation die Begründung dem Komponisten des "Hunyadi László" zu verdanken haben – so hieß es in einer Kritik nach der Uraufführung des Werkes 1844.

Dabei war Ferenc Erkel nicht der erste ungarische Opernkomponist, sehr wohl aber derjenige, dem als erstem eine glückliche Synthese von italienischen und französischen Opernelementen mit der typisch ungarischen Musik geglückt ist. Er, 1810 geboren und 1893, vor 125 Jahren, verstorben, war Kapellmeister und Musikdirektor der Budapester Oper – und Komponist der in Ungarn berühmten Opern "Hunyadi László" und "Bánk bán" sowie einer ganzen Reihe weiterer Werke für die Bühne.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Guten Tag, schön heute, nicht wahr?" von Joyce Carol Oates. Aus dem Amerikanischen von Helga Pfetsch. Es liest Dorothee Hartinger.
Gestaltung: Julia Zarbach
Präsentation: Gudrun Hamböck

Die Amerikanerin Renée versucht mit ihrem Mann in einer friedlichen kanadischen Kleinstadt einen Neuanfang. Das Leben in ihrem Häuschen am Fluss könnte auch idyllisch sein, würde sich dort nicht der mental beeinträchtigte James herumtreiben, der die Nachbarn mit seinem immer gleichen "Guten Tag, schön heute, nicht wahr?" anspricht. Dieses freundliche Kind im Körper eines Mannes, erscheint harmlos, dennoch wächst Renées Angst …

Joyce Carol Oates, geboren 1938 in Lockport/New York, gilt mit ihrem umfangreichen literarischen Werk, das Erzählungen und Romane, Lyrik und Dramen sowie Jugend- und Kinderbücher umfasst, seit Jahren als Anwärterin für den Literaturnobelpreis.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Peter Kislinger.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Styriarte 2018 (Dolby Surround)
Ludwig Mittelhammer, Bariton; Philharmonic Five; Silvia Careddu, Flöte; Ulf Rodenhäuser, Klarinette; Benedict Ziervogel, Kontrabass; Christopher Hinterhuber, Leitung und Klavier.
Musik aus dem "Verein für musikalische Privataufführungen".
Gustav Mahler/ Arnold Schönberg: Lieder eines fahrenden Gesellen * Kammermusik von Ferruccio Busoni, Erich Wolfgang Korngold, Julius Bittner, Josef Labor, Anton Webern und Alban Berg * Johann Strauß: Kaiserwalzer op. 437 (aufgenommen am 24. Juni im Stefaniensaal Graz in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Gerhard Hafner

1918 gründete Arnold Schönberg in Wien den "Verein für musikalische Privataufführungen" als ein Podium für alles, was in der Zeitgenössischen Musik seiner Zeit Rang und Namen hatte, von Ravel über Reger bis Busoni.

Aus dessen Repertoire der Vereinskonzerte stellt Christopher Hinterhuber einen grandiosen Abend zusammen, ganz nahe am Puls des Jahres 1918. Im Zentrum stehen Mahlers "Lieder eines fahrenden Gesellen" in Schönbergs Bearbeitung. Drumherum: eine Blütenlese der schönsten Wiener Musiken von Korngold bis Labor, von Busoni bis zur Hommage der Wiener Schule an die Strauß-Dynastie mit dem "Kaiserwalzer".
(styriarte)


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
Die ständige Neuerfindung des Radios. Alfred Koch, ausgezeichnet für sein Lebenswerk. Ein Porträt von Philip Scheiner

Er hat mit Raymond Carvers Witwe Tess Galagher Lachs gegessen und ist mit Pulitzer-Preisträger Richard Ford Ruderboot gefahren. Eingefangen hat Alfred Koch diese besonderen Momente in preisgekrönten Features. Zuletzt hat ihm das den Axel-Eggebrecht-Preis für sein Lebenswerk eingetragen. In ihrer Begründung hob die Jury das "inhaltliche Gewicht" und die "akustische Kreativität" von Kochs Sendungen hervor – Sendungen, die im Radio als Features bezeichnet werden: mit allen akustischen Mitteln gestaltbare journalistische Sendungen, weit abseits der täglich und rasch zu produzierenden Beitragslandschaft.

Koch ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Producer der Sendereihe "Tonspuren" in Österreich 1. Als solcher "betreut" er Kolleg/innen beim Erarbeiten und Gestalten ihrer Literatur-Features, lektoriert, verfeinert, hilft, als professioneller "Ersthörer".

Den Interviewpartnern das Wesentliche entlocken, in Atmosphären denken und aus Klängen Räume bauen: Das sind die drei Säulen von Kochs Arbeit, wie er sie nicht nur selbst praktiziert, sondern auch von den Gestalter/innen fordert. Wie es ihm immer wieder aufs Neue gelingt, "magische Hörmomente" zu erzeugen, und welche Tricks man braucht, damit ein gehörter Raum auch betretbar wird, verrät er in einem Porträt von Philip Scheiner.


16:45 Notabene 45: Ein Tagebuch
Von Erich Kästner.
Gestaltung: Matthias Däuble, Philip Scheiner.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
Die Republik Österreich im Spiegel ihrer Architektur. 2010 – Sendestation Bisamberg.
Gestaltung: Ilse Huber


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Peter Rosegger und seine Zeit. Mit Gerald Schöpfer, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Graz.
Gestaltung: Isabelle Engels

Peter Rosegger wurde am 31. Juli 1843 im steirischen Alpl/Krieglach als erstes von sieben Kindern eines Bergbauernpaares geboren. Da er für eine Hofübernahme körperlich zu schwach war, begann er eine Lehre bei einem Wanderschneider. Dabei lernte er viele Leute, Höfe und Bräuche kennen – Stoff für seine ersten Texte.

Peter Rosegger hatte das Glück, dass sein Talent erkannt und gefördert wurde. So erhielt er die Möglichkeit, bei der Grazer Tagespost seine Schriften zu publizieren und eine Handelsakademie zu besuchen. Danach war er als freier Schriftsteller tätig. Bekannt wurde Peter Rosegger als Heimatdichter, vor allem durch Romane wie " Die Schriften des Waldschulmeisters" und sein Erinnerungswerk "Die Waldheimat" (1877). Mit seinen Büchern brachte er einer großen Leserschaft das bäuerliche Leben näher. Weniger bekannt ist Roseggers Wirken als kritischer Journalist. Als Chefredakteur der Monatsschrift "Heimgarten" kommentierte er zahlreiche gesellschaftspolitische Probleme seiner Zeit, wie Landflucht und Industrialisierung, und er war ein Vordenker in den Bereichen Naturschutz und Bildung.

In anderer Hinsicht wiederum war Peter Rosegger ein Kind seiner Zeit. Er hielt wenig von abstrakter Kunst und pflegte ein sehr konservatives Frauenbild. Doch insgesamt bemühte er sich um eine humanistische Grundhaltung und lehnte Formen des Extremismus ab.

Peter Rosegger starb am 26. Juni 1918 in seinem Krieglacher Landhaus. Seine Werke sind auch heute sozialgeschichtlich relevant, dokumentieren sie doch die rasanten Veränderungen einer Epoche, die von der Revolution 1848, über die Gründerzeit und den Imperialismus bis zum Ende der Monarchie reicht.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Wie Verbitterung das Leben vergiften kann
Von Sabine Adlbrecht

Konflikte in der Arbeit, eine Kündigung, das Ende einer Beziehung, ein Vertrauensbruch – das Leben ist voll von Kränkungen, größeren und kleineren. Einige davon werden in der Psyche unter "Erfahrungen" abgelegt und können uns sogar stärker machen; andere werfen uns völlig aus der Bahn.

Meist gelingt es, gröbste seelische Verletzungen und die damit einhergehende Verbitterung zu überwinden.

Doch manche Menschen scheitern daran, negative und kränkende Erlebnisse emotional zu verarbeiten. Wenn Verbitterung chronisch wird und das ganze Leben vergiftet, liegt eine ernste psychische Erkrankung vor.

Zu Verbitterungsstörungen kommt es vor allem dann, wenn Werte erschüttert werden, die Menschen besonders wichtig sind: Verlässlichkeit, Solidarität oder Gerechtigkeit. Und sie können ganze Gesellschaften erfassen und betreffen längst nicht nur sozial Benachteiligte.


19:30 Liszt Festival Raiding 2018
Boris Giltburg, Klavier. Franz Liszt: Études d'exécution transcendante, Zyklus von 12 Etüden * Sergej Rachmaninow: Études-Tableaux op. 39
(aufgenommen am 16. Juni im Konzertsaal Raiding).
Präsentation: Gerhard Krammer


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Gehirn und Körper. Eine Wechselbeziehung (2).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Transportbox der Globalisierung (2).
Gestaltung: Anna Masoner

Medienkomposition. Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz (2).
Gestaltung: Hans Groiss & Studierende der mdw


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Rostrum of Composers – der Songcontest der Neuen Musik (Teil 1).
Gestaltung: Rainer Elstner

Es ist der Song-Contest der Neuen Musik: Einmal im Jahr kommen Musikredakteur/innen aus aller Welt zusammen, um die besten Radioaufnahmen zeitgenössischer Musik zu hören und zu bewerten. Das jährlich stattfindende "Rostrum of Composers" hat eine möglichst umfangreiche Verbreitung von Aufnahmen zeitgenössischer Musik zum Ziel. Die zuletzt eingereichten Aufnahmen wurden weltweit 800-mal auf das Programm eines Radiosenders gesetzt.

Ö1 sendet in drei "Zeit-Ton"-Sendungen die interessantesten Werke des 65. Rostrums, das Mitte Mai in Budapest stattgefunden hat. Das Rostrum ist ein Programm des "International Music Council" der UNESCO unter Mitwirkung der European Broadcasting Union (EBU).
 

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Mittwoch, 27. Juni 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Der Schatz im Mistkübel". P. Gustav Schörghofer SJ, Theologe, Philosoph und Kunstwissenschafter stellt Überlegungen an, ob Abfall wirklich wertlos ist. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Die Kehrseite des Konsums sind immer größer werdende Müllberge. Neben der Fülle dessen, was wir gebrauchen, wird der Berg dessen, was wir verbraucht haben, immer größer. Ist der Abfall tatsächlich wertlos? Im Abfall sind Schätze zu entdecken, nicht nur im materiellen Abfall, sondern auch in all dem, was oft als wertlos und unbrauchbar verworfen wird. Das Verachtete verdient höchste Achtung.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Gehirn und Körper
Eine Wechselbeziehung (3).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Mit dem Wissen um die Neuroplastizität des Gehirns wurde zu Beginn des Jahrtausends in der Medizin ein Paradigmenwechsel eingeleitet. Dieser beruht auf der Erkenntnis, dass Körper und Gehirn in einer Wechselbeziehung stehen. Das menschliche Gehirn wird nicht länger als oberste Kontrollinstanz gesehen sondern ist Teil eines Systems. Damit wird der Körper zum Verbündeten.

Der US-Amerikanische Psychiater Norman Doidge von der Columbia University in New York spricht von einem möglichen Selbstheilungsprozess. Er hat zahlreiche Patientengeschichten untersucht, darunter Parkinson, Schlaganfall und chronische Schmerzpatient/innen. Und er hat beobachtet, wie Betroffene durch sanfte, nicht invasive Methoden ihren Gesundheitszustand langfristig verbessern konnten.

Mit mentalem Training, Körpertraining, Licht-, Musik – und Psychotherapie konnten sie selbstregulierende Prozesse unterstützen. Die Wissenschaft kann heute mit bildgebenden Verfahren diese Prozesse dokumentieren. Neurobiolog/innen zeichnen nach, wie sich die Stoffwechselprozesse im Gehirn den körperlichen Veränderungen anpassen. Durch nicht-invasive, sanfte Therapien lassen sich selbstregulierende Impulse setzen.

Neurolog/innen sprechen hier von den neuroplastischen Veränderungen im Gehirn. Diese wirken sich auf das körperliche und das psychische Wohlbefinden eines Menschen aus. Leidende bekommen damit ein Werkzeug in die Hand, ihren Genesungsprozess zu beeinflussen.


09:30 Radiokolleg – Container
Transportbox der Globalisierung (3).
Gestaltung: Anna Masoner

Waren rund um die Globus zu transportieren, war über Jahrhunderte hinweg äußerst mühsam. Sie mussten Stück für Stück, Sack für Sack, Kiste für Kiste von Kutschen auf Schiffe oder Züge verladen werden. Das änderte sich als in den 1950er Jahren ein findiger US-amerikanischer Unternehmer gemeinsam mit der US-amerikanischen Marine nach besseren, schnelleren Möglichkeiten suchte.

Am 26. April 1956 schipperte Malcolm Purcell McLean mit einem umgebauten Tanker von Port Newark im Bundesstaat New Jersey Richtung Houston in Texas. An Bord hatte er 56 Container. Das Maß, das er für seine Transportboxen gewählt hatte, wurde zum Standard. Es sind die gewellten 40-Fuß-Container, die heute täglich unterwegs sind. Es gibt Millionen von ihnen und sie sind beliebig austauschbar. Der Container reduzierte die Transportkosten von Gütern auf einen Bruchteil und brachte die weltweiten Warenströme zwischen Europa, Amerika und Asien zum Fließen.

Rund 90% Prozent der Güter, die heute über die Meere verschifft werden, reisen in Containern. Wir sehen uns an Häfen und wichtigen Transportknoten in Europa und China um und fragen nach, ob der Containerboom auch die nächsten 60 Jahre so weitergehen wird.


09:45 Radiokolleg – Medienkomposition
Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz (3).
Gestaltung: Hans Groiss & Studierende der mdw

Ein Wiegenlied, Hochzeitsmusik, Sounddesigns von Smartphones und das, was ertönt, wenn Sie eine Geburtstagskarte öffnen: Medienkomposition ist allgegenwärtig. Ennio Morricone, Hans Zimmer, John Williams, Iris ter Schiphorst, Gustav Holst, aber auch Suzanne Ciani, Kurt Weil, Anton Karas und Modest Mussorgski schrieben Musik für unterschiedlichste Medien.

Frei nach Victor Hugo: Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und trotzdem ausgedrückt werden sollte und Musik bedeutet immer ein Ausbruch aus dem Alltag – sie ist Ablenkung, Stimmung erzeugend und jegliche Gefühlslage färbend. Musik kann tiefgreifend, erkenntnisreich, oberflächlich oder herzzerreißend sein. Professionistinnen und Professionisten am Theater, im Film und bei der Werbung wissen über die emotionale Wirkung von Tönen, Klängen und Schall. Sounddesigner/innen machen, dass selbst das Auto oder das Chipssackerl gut klingen. Digitale Medien eröffneten neue Anwendungsbereiche.

Ein Medium ist ein Mittel zum Zweck. Marshall McLuhan meinte, dass ein Medium selbst die Botschaft ist. Ist ein Medium aber eine Leerstelle oder eine Schnittstelle? Ist Medienkomposition eine eigenständige Kunstform und ist diese Gattung mit dem Aufkommen der Filmkultur in den 1920er Jahren überhaupt erst entstanden?

Studierende des Radioproduktionsseminars der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien untersuchen gemeinsam mit Hans Groiss die Verbindung von Musik und Medien im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Johannes Leopold Mayer. "Sei mir gegrüßt"
Franz Schubert: Fantasie für Violine und Klavier C-Dur DV 934 (Karin und Doris Adam)

Eine Liedweise als Variationsthema – das ist auch bei Schubert nichts Ungewöhnliches. Dass eine eigene Liedkomposition bei ihm zum Baustein eines zyklischen Werkes wird, dies zeigt die "Wanderer-Phantasie".

Ist das Stück für Violine und Klavier also bloß ein anderes besetztes Schwesterwerk zu letzterer – zudem in derselben Tonart? Dagegen steht allein schon der Klang, den Schubert hier sich entwickeln lässt und der zu frappierenden Höhen – und Tiefen – sich auszuweiten vermag.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"99/99/9999". Von Valeria Parrella. Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki.
Gestaltung: Stefanie Zussner

Ein ehemaliger Häftling, der Glück gehabt hat und nur kurz inhaftiert war, reflektiert über einen zu lebenslanger Haft verurteilten Mitgefangenen. Als er zum ersten Mal mit dem Gefangenen sprechen konnte, hat dieser ihm von einem Experiment erzählt. Er hat den Fluchttunnel in die einzig erlaubte Richtung gegraben: in sein Inneres.

Valeria Parrella, 1974 in Torre del Greco geboren, ist promovierte Sprachwissenschafterin und Dolmetscherin für Gebärdensprache und lebt in Neapel. Sie arbeitete als Buchhändlerin und Schauspielerin und hat bisher Romane, ein Theaterstück und drei Erzählbände veröffentlicht. Für ihre erste Kurzgeschichtensammlung, "Die Signora, die ich werden wollte", wurde Valeria Parrella mit dem Premio Campiello für das beste Debüt ausgezeichnet. 2018 erschien der Roman "Enzyklopädie der Frau: Update" im Folio Verlag.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Nadja Kayali.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Orchestre National de France, Dirigent: Marek Janowski; Xavier Philips, Violoncello.
Sergej Prokofjew: Sinfonia concertante e-Moll op. 125 * Paul Hindemith: Symphonische Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber * Richard Strauss: Metamorphosen, Studie für 23 Solostreicher (aufgenommen am 19. Oktober 2017 im Maison de la Radio, Paris).
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
Die Republik Österreich im Spiegel ihrer Architektur. 1957 – Hotel Europa Salzburg.
Gestaltung: Roman Tschiedl


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17:55 Betrifft: Geschichte
Peter Rosegger und seine Zeit. Mit Gerald Schöpfer, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Graz.
Gestaltung: Isabelle Engels

Peter Rosegger wurde am 31. Juli 1843 im steirischen Alpl/Krieglach als erstes von sieben Kindern eines Bergbauernpaares geboren. Da er für eine Hofübernahme körperlich zu schwach war, begann er eine Lehre bei einem Wanderschneider. Dabei lernte er viele Leute, Höfe und Bräuche kennen – Stoff für seine ersten Texte.

Peter Rosegger hatte das Glück, dass sein Talent erkannt und gefördert wurde. So erhielt er die Möglichkeit, bei der Grazer Tagespost seine Schriften zu publizieren und eine Handelsakademie zu besuchen. Danach war er als freier Schriftsteller tätig. Bekannt wurde Peter Rosegger als Heimatdichter, vor allem durch Romane wie " Die Schriften des Waldschulmeisters" und sein Erinnerungswerk "Die Waldheimat" (1877).

Mit seinen Büchern brachte er einer großen Leserschaft das bäuerliche Leben näher. Weniger bekannt ist Roseggers Wirken als kritischer Journalist. Als Chefredakteur der Monatsschrift "Heimgarten" kommentierte er zahlreiche gesellschaftspolitische Probleme seiner Zeit, wie Landflucht und Industrialisierung, und er war ein Vordenker in den Bereichen Naturschutz und Bildung.

In anderer Hinsicht wiederum war Peter Rosegger ein Kind seiner Zeit. Er hielt wenig von abstrakter Kunst und pflegte ein sehr konservatives Frauenbild. Doch insgesamt bemühte er sich um eine humanistische Grundhaltung und lehnte Formen des Extremismus ab.

Peter Rosegger starb am 26. Juni 1918 in seinem Krieglacher Landhaus. Seine Werke sind auch heute sozialgeschichtlich relevant, dokumentieren sie doch die rasanten Veränderungen einer Epoche, die von der Revolution 1848, über die Gründerzeit und den Imperialismus bis zum Ende der Monarchie reicht.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:30 Klartext
mit Klaus Webhofer


19:30 Alte Musik – neu interpretiert
präsentiert von Gerhard Hafner. Jordi Savall im großen Interview über seine aktuellsten Projekte

Jordi Savall, 1941 in der katalanischen Stadt Igualada geboren, gilt als einer der führenden Vertreter der historischen Aufführungspraxis. Ausgebildet in Barcelona und der Schweiz, machten ihn seine Interpretationen Alter Musik wie auch seine Arbeit als Dozent und Forscher zu einem der wichtigsten Künstler der Szene.

1987, gründete Jordi Savall seine Capella, mit der er seither ein historisches Projekt nach dem anderen realisiert. Dabei sind es nicht immer die überlieferten Kompositionen mehr oder minder bekannter Musiker - ihn interessieren die kulturellen Bedingungen, unter denen die Musik entstand. Seit Jahren kann man sich nicht sicher sein, wohin ihn sein kreativer Drang führt.

Über 170 Veröffentlichungen umfasst bisher sein Oeuvre, das auch die Erforschung der klassischen Musik Armeniens, der Türkei, keltischer Traditionen, aber auch neue Interpretationen bekannter Barockmusik wie Bachs "Kunst der Fuge" umfasst. Vor 20 Jahren, 1998 gründete er dazu sein eigenes Label Alia Vox, auf dem er vor allem seine ambitionierten Themen-Hörbücher mit Texten und Musik herausbringt.

Vor kurzem hat Jordi Savall sein jüngstes CD-Buch veröffentlicht: es trägt den Titel "Venezia Millenaria" und widmet sich der 1000-jährigen Geschichte der Republik Venedig. Im ausführlichen Interview erzählt Jordi Savall u.a. über "Venezia Millenaria" und seine bevorstehenden Auftritte bei der "styriarte" und den "Salzburger Festspielen".


21:00 Salzburger Nachtstudio
Der Schilling-Prälat
Ignaz Seipel. Kanzler zwischen Sanierung und Bürgerkrieg
Gestaltung: Martin Haidinger

Er war eine der prägenden Figuren der Ersten Republik, und trotzdem kennt man ihn in Österreich heute fast nur mehr unter dem abwertenden Propagandaslogan "Prälat ohne Milde". Der christlichsoziale Bundeskanzler Ignaz Seipel hat das Land nicht nur durch eine Völkerbundanleihe vor dem Bankrott gerettet, sondern in seiner ersten Zeit als Kanzler danach getrachtet, den politischen Katholizismus mit der parlamentarischen Demokratie vereinbar zu machen. Das ist letztlich misslungen, Seipels Versuche ertrinken im autoritären Fahrwasser der mit ihm verbündeten Heimwehren.

Ignaz Seipel (1876-1932), Sohn eines Wiener Fiakers, Priester und Theologieprofessor, hilft als christlichsozialer Parteichef dabei, die erste Koalition mit den Sozialdemokraten aufzulösen, und steht als Bundeskanzler ab 1922 einer Mitte-Rechtsregierung vor. Man müsse den "revolutionären Schutt" wegräumen, sagt er einmal. Im Herzen ist er Monarchist, befindet aber trotzdem, dass die katholische Lehre auch mit der demokratisch-republikanischen Staats- und Regierungsform zusammenpassen kann.

Gegen die galoppierende Inflation erwirkt Seipel in Genf beim "Völkerbund", der UNO der damaligen Zeit, einen Kredit. Der saniert die Wirtschaft des bitterarmen Landes, aber der Preis dafür ist hoch.

Denn Österreich unterliegt einer strengen Sparkurs-Kontrolle durch den Völkerbund, und verpfändet seine Einnahmen aus dem Zoll und dem Tabakmonopol. Binnen zwei Jahren muss das Budget ausgeglichen sein.1924 wird eine neue Währung eingeführt. Für 10.000 Kronen erhält man einen Schilling oder 100 Groschen. Parallel dazu werden Sozialleistungen heruntergefahren, obwohl die Arbeitslosigkeit durch die Weltwirtschaftskrise weiter steigt. Unter dem Eindruck drohenden Bürgerkriegs und des Justizpalastbrands wird Seipel immer autoritärer, setzt auf die Hilfe der Heimwehr, und trägt so dazu bei, den Boden kommenden Unheils zu bereiten …

Hundert Jahre nach Gründung der ersten Republik zeichnet Martin Haidinger das Porträt einer ihrer bedeutendsten wie umstrittensten Persönlichkeiten.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Gehirn und Körper. Eine Wechselbeziehung (3).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Transportbox der Globalisierung (3).
Gestaltung: Anna Masoner

Medienkomposition. Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz (3).
Gestaltung: Hans Groiss & Studierende der mdw


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin.
Gestaltung: Astrid Schwarz

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.
 

*


Donnerstag, 28. Juni 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Der Schatz im Mistkübel". P. Gustav Schörghofer SJ, Theologe, Philosoph und Kunstwissenschafter stellt Überlegungen an, ob Abfall wirklich wertlos ist. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Die Kehrseite des Konsums sind immer größer werdende Müllberge. Neben der Fülle dessen, was wir gebrauchen, wird der Berg dessen, was wir verbraucht haben, immer größer. Ist der Abfall tatsächlich wertlos? Im Abfall sind Schätze zu entdecken, nicht nur im materiellen Abfall, sondern auch in all dem, was oft als wertlos und unbrauchbar verworfen wird. Das Verachtete verdient höchste Achtung.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Gehirn und Körper
Eine Wechselbeziehung (4).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Mit dem Wissen um die Neuroplastizität des Gehirns wurde zu Beginn des Jahrtausends in der Medizin ein Paradigmenwechsel eingeleitet. Dieser beruht auf der Erkenntnis, dass Körper und Gehirn in einer Wechselbeziehung stehen. Das menschliche Gehirn wird nicht länger als oberste Kontrollinstanz gesehen sondern ist Teil eines Systems. Damit wird der Körper zum Verbündeten.

Der US-Amerikanische Psychiater Norman Doidge von der Columbia University in New York spricht von einem möglichen Selbstheilungsprozess. Er hat zahlreiche Patientengeschichten untersucht, darunter Parkinson, Schlaganfall und chronische Schmerzpatient/innen. Und er hat beobachtet, wie Betroffene durch sanfte, nicht invasive Methoden ihren Gesundheitszustand langfristig verbessern konnten.

Mit mentalem Training, Körpertraining, Licht-, Musik – und Psychotherapie konnten sie selbstregulierende Prozesse unterstützen. Die Wissenschaft kann heute mit bildgebenden Verfahren diese Prozesse dokumentieren. Neurobiolog/innen zeichnen nach, wie sich die Stoffwechselprozesse im Gehirn den körperlichen Veränderungen anpassen. Durch nicht-invasive, sanfte Therapien lassen sich selbstregulierende Impulse setzen.

Neurolog/innen sprechen hier von den neuroplastischen Veränderungen im Gehirn. Diese wirken sich auf das körperliche und das psychische Wohlbefinden eines Menschen aus. Leidende bekommen damit ein Werkzeug in die Hand, ihren Genesungsprozess zu beeinflussen.


09:30 Radiokolleg – Container
Transportbox der Globalisierung (4).
Gestaltung: Anna Masoner

Waren rund um die Globus zu transportieren, war über Jahrhunderte hinweg äußerst mühsam. Sie mussten Stück für Stück, Sack für Sack, Kiste für Kiste von Kutschen auf Schiffe oder Züge verladen werden. Das änderte sich als in den 1950er Jahren ein findiger US-amerikanischer Unternehmer gemeinsam mit der US-amerikanischen Marine nach besseren, schnelleren Möglichkeiten suchte.

Am 26. April 1956 schipperte Malcolm Purcell McLean mit einem umgebauten Tanker von Port Newark im Bundesstaat New Jersey Richtung Houston in Texas. An Bord hatte er 56 Container. Das Maß, das er für seine Transportboxen gewählt hatte, wurde zum Standard. Es sind die gewellten 40-Fuß-Container, die heute täglich unterwegs sind. Es gibt Millionen von ihnen und sie sind beliebig austauschbar. Der Container reduzierte die Transportkosten von Gütern auf einen Bruchteil und brachte die weltweiten Warenströme zwischen Europa, Amerika und Asien zum Fließen.

Rund 90% Prozent der Güter, die heute über die Meere verschifft werden, reisen in Containern. Wir sehen uns an Häfen und wichtigen Transportknoten in Europa und China um und fragen nach, ob der Containerboom auch die nächsten 60 Jahre so weitergehen wird.


09:45 Radiokolleg – Medienkomposition
Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz (4).
Gestaltung: Hans Groiss & Studierende der mdw

Ein Wiegenlied, Hochzeitsmusik, Sounddesigns von Smartphones und das, was ertönt, wenn Sie eine Geburtstagskarte öffnen: Medienkomposition ist allgegenwärtig. Ennio Morricone, Hans Zimmer, John Williams, Iris ter Schiphorst, Gustav Holst, aber auch Suzanne Ciani, Kurt Weil, Anton Karas und Modest Mussorgski schrieben Musik für unterschiedlichste Medien.

Frei nach Victor Hugo: Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und trotzdem ausgedrückt werden sollte und Musik bedeutet immer ein Ausbruch aus dem Alltag – sie ist Ablenkung, Stimmung erzeugend und jegliche Gefühlslage färbend. Musik kann tiefgreifend, erkenntnisreich, oberflächlich oder herzzerreißend sein. Professionistinnen und Professionisten am Theater, im Film und bei der Werbung wissen über die emotionale Wirkung von Tönen, Klängen und Schall. Sounddesigner/innen machen, dass selbst das Auto oder das Chipssackerl gut klingen. Digitale Medien eröffneten neue Anwendungsbereiche.

Ein Medium ist ein Mittel zum Zweck. Marshall McLuhan meinte, dass ein Medium selbst die Botschaft ist. Ist ein Medium aber eine Leerstelle oder eine Schnittstelle? Ist Medienkomposition eine eigenständige Kunstform und ist diese Gattung mit dem Aufkommen der Filmkultur in den 1920er Jahren überhaupt erst entstanden?

Studierende des Radioproduktionsseminars der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien untersuchen gemeinsam mit Hans Groiss die Verbindung von Musik und Medien im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Ausgewählt
mit Gustav Danzinger.

Für den jung verstorbenen russischen Maler Viktor Hartmann schuf Modest Mussorgsky seinen bekannten Klavierzyklus "Bilder einer Ausstellung". Doch er ist kein Einzelfall. Umsetzungen von Werken der Bildenden Kunst in Musikstücke sind durchaus zahlreich, man könnte viele Ausstellungen damit füllen. Da sind so bedeutende Gemälde wie der Isenheimer Altar des Meisters Matthias Grünewald, über den Paul Hindemith eine Symphonie schrieb, da ist das "Trittico Botticelliano" das Ottorino Respighi nach drei Werken des Florentiner Renaissancemeisters schuf.

Da gibt es gut ein Dutzend Kompositionen nach Arnold Böcklins Gemälde "Die Toteninsel", da schuf der tschechische Musiker Zdenek Fibich einen ausführlichen Zyklus von "Gemäldestudien" nach Brueghel, Correggio, Watteau und anderen Malern, und Franz Liszt beteiligte sich ton-malerisch mit der Vertonung eines Raffael-Gemäldes und einer Statue von Michelangelo Buonarotti.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Der Schwalbentrainer". Von Creig Cameron. Aus dem Englischen von Thomas Brückner.
Gestaltung: Friederike Raderer

Eine Schwalbe hat auf dem Fußballfeld eigentlich nichts verloren. Und dennoch: Eine Mannschaft, die diese Kunst der Täuschung nicht beherrscht, hat in einer hochrangigen Meisterschaft keine Chance, oder doch?
Aus: Manfred Loimeier (Hg.): Elf. Fußballgeschichten aus Südafrika.
Peter Hammer Verlag


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Nadja Kayali.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.

Die Metropolitan Opera und ihre Musikdirektoren – historisch und aktuell Nur noch wenige Monate trennen die MET vom offiziellen Amtsantritt ihres neuen "Music Director" Yannick Nézet-Séguin. Erst 1973 wurde diese Position geschaffen, just für Rafael Kubelik, der sich in kürzester Zeit von dem Amt wieder zurückziehen sollte. Der Rang des längstdienenden und meistbeschäftigten Music Direktor der MET wird dem 1976 bis 2016 amtierenden James Levine wohl bleiben, aber es finden sich in der Geschichte der Institution auch Maestri, die sich mit Levines Auftrittszahlen messen können, ohne eine Gloriole zu tragen:

Der fast ein Vierteljahrhundert fürs deutsche Repertoire der "Alten" MET zuständige Artur Bodanzky ist darunter und auch der primär in den 1950er/60er Jahren aktive Italo-Amerikaner Fausto Cleva. Überraschungen überall bei diesem Thema: Hat doch zum Beispiel der heute als Erz-Italiener wahrgenommene Tullio Serafin beinahe 700 MET-Aufführungen geleitet, ohne offiziell "Music Director" gewesen zu sein …


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Medizin und Gesundheit


16:40 Die Ö1 Kinderuni
Wie nachhaltiger Fischfang gelingen kann
Gestaltung: Isabelle Engels

Fisch stellt für eine Milliarde Menschen den wichtigsten Eiweißlieferanten dar. Millionen Menschen arbeiten im Fischfang und in der Fischverarbeitung. Fisch wird auch bei uns in Europa als gesundes Nahrungsmittel empfohlen. Doch mehr als die Hälfte des in der EU verzehrten Fisches stammt nicht aus den eigenen Gewässern, sondern wird in großen Fangflotten vor den Küsten der Entwicklungsländer aus dem Meer geholt.

Die Situation in den Ozeanen unseres Planeten ist dramatisch: Wird weiterhin so viel Fisch gefangen wie derzeit, könnten die Meere zur Mitte unseres Jahrhunderts leergefischt sein. Manchen Arten vermehren sich langsam und sind daher besonders von Ausrottung gefährdet. Damit es nicht dazu kommt, müsste man auf nachhaltigen Fischfang umstellen. Das heißt: es darf nur soviel Fisch entnommen werden, dass genügend Tiere übrigbleiben, um sich wieder vermehren zu können. Nur das würde den Bestand erhalten.

Helfen Gesetze, um die Fangmengen zu beschränken? Was bedeuten die Gütesiegel auf manchen Fischdosen? Müssen wir auf Sushi verzichten? Die Ö1 Kinderuni-Reporter/innen Enrique, Yakin, Thawab und Florian sprechen darüber mit Julia Szoncsitz vom Institut für Wirtschaftspädagogik der WU Wien.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
Die Republik Österreich im Spiegel ihrer Architektur. 1993 – Donaucity.
Gestaltung: Martina Frühwirth


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.


17:55 Betrifft: Geschichte
Peter Rosegger und seine Zeit. Mit Gerald Schöpfer, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Graz.
Gestaltung: Isabelle Engels

Peter Rosegger wurde am 31. Juli 1843 im steirischen Alpl/Krieglach als erstes von sieben Kindern eines Bergbauernpaares geboren. Da er für eine Hofübernahme körperlich zu schwach war, begann er eine Lehre bei einem Wanderschneider. Dabei lernte er viele Leute, Höfe und Bräuche kennen – Stoff für seine ersten Texte.

Peter Rosegger hatte das Glück, dass sein Talent erkannt und gefördert wurde. So erhielt er die Möglichkeit, bei der Grazer Tagespost seine Schriften zu publizieren und eine Handelsakademie zu besuchen. Danach war er als freier Schriftsteller tätig. Bekannt wurde Peter Rosegger als Heimatdichter, vor allem durch Romane wie " Die Schriften des Waldschulmeisters" und sein Erinnerungswerk "Die Waldheimat" (1877).

Mit seinen Büchern brachte er einer großen Leserschaft das bäuerliche Leben näher. Weniger bekannt ist Roseggers Wirken als kritischer Journalist. Als Chefredakteur der Monatsschrift "Heimgarten" kommentierte er zahlreiche gesellschaftspolitische Probleme seiner Zeit, wie Landflucht und Industrialisierung, und er war ein Vordenker in den Bereichen Naturschutz und Bildung.

In anderer Hinsicht wiederum war Peter Rosegger ein Kind seiner Zeit. Er hielt wenig von abstrakter Kunst und pflegte ein sehr konservatives Frauenbild. Doch insgesamt bemühte er sich um eine humanistische Grundhaltung und lehnte Formen des Extremismus ab.

Peter Rosegger starb am 26. Juni 1918 in seinem Krieglacher Landhaus. Seine Werke sind auch heute sozialgeschichtlich relevant, dokumentieren sie doch die rasanten Veränderungen einer Epoche, die von der Revolution 1848, über die Gründerzeit und den Imperialismus bis zum Ende der Monarchie reicht.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Wildtiere und der Klimawandel. Teil 2: Sommer
Von Lukas Tremetsberger

Die Sommer der Zukunft werden wärmer und niederschlagsärmer sein, so lautet die Prognose der Klimaforscher/innen. Und das wirkt sich auf die Lebensräume und Lebensbedingungen von Wildtieren aus. Davon betroffen sind zum Beispiel Wildschweine. An der Veterinärmedizinischen Universität Wien wird derzeit untersucht, ob diese Tiere unter der größeren Hitze und Trockenheit leiden.

Da Schweine nur wenige Schweißdrüsen besitzen, können sie ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren.

Also kühlen sie ihre Körper in feuchten Suhlen, die durch den Klimawandel aber immer mehr verschwinden. Wird sich das Wachstum der Populationen also verringern? Wie gut können sich Wildschweine und andere Wildtierarten an die heißeren und trockeneren Sommer, die vorhergesagt werden, anpassen?


19:30 Das Ö1 Konzert
"Ö1 Musiksalon 2018". Benjamin Schmid, Violine; Ariane Haering, Klavier; Antoni Donchev, Klavier; Markus Fellner, Klarinette; Georg Breinschmid, Kontrabass; Moderation: Mirjam Jessa. Antonio Vivaldi-Benjamin Schmid: "Spring" für Violine und Bass * Ludwig van Beethoven: Sonate für Klavier und Violine F-Dur op. 24, "Frühlingssonate" * Fritz Kreisler: Originale und Bearbeitungen – Johann Sebastian Bach: Präludium in E; Antonin Dvorak: Slawische Fantasie, Zigeuner-Capriccio, Rhapsodic Viennese Fantasietta; Manuel de Falla: Danse Espagnole * Georg Breinschmid: "Coincidance" für Violine, Klarinette und Klavier (aufgenommen am 19. Juni im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses)

An diesem Konzertabend ist die pure Lebenslust des Frühlings zu spüren: die Freude am Erwachen der Natur ebenso wie romantische Frühlingsgefühle, fröhliche und wilde Tänze, beliebte Melodien und ganz neue Klänge.


21:00 Im Gespräch
"Zeit von Trump, Brexit und Co ähnelt den 1930-er Jahren" – Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Kari Polanyi-Levitt, Ökonomin

Geboren wurde sie 1923 im "Roten Wien". Ihr Vater war der "Vordenker aus der Vorgartenstrasse", der linke Ökonom und Journalist bei der Tageszeitung "Der Österreichische Volkswirt", Karl Polanyi. Ihre Mutter war die polnisch-ungarisch-kanadische Widerstandskämpferin, Journalistin, Übersetzerin und Historikerin Ilona Duczynska. Dass auch in ihren Genen das Aufbegehren steckt, ist also nicht weiter verwunderlich. Kari Polanyi verließ Wien Richtung London und Kanada, als sie 10 Jahre alt war.

Bis heute beschäftigt sie sich mit dem großen wirtschaftswissenschaftlichen Erbe ihres Vaters. Sein Standardwerk "The Great Transformation" aus dem Jahr 1944 beschreibt, warum Regierungen in Europa als Reaktion auf den zunehmenden Druck des Marktes in den Faschismus marschiert sind. Dazu gibt es Parallelen zur Globalisierung von heute, sagt Kari Polanyi-Levitt im Gespräch mit Renata Schmidtkunz.

Als Professorin für Ökonomie an der McGill-Universität in Montreal, Kanada, war und ist sie spezialisiert auf die Entwicklungen der Ökonomie in der Karibik. Bis heute besteht sie darauf, dass es an der Zeit ist, darauf zu bestehen, dass Länder das Recht haben, ihre wirtschaftliche Entwicklung mitzubestimmen.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Gehirn und Körper. Eine Wechselbeziehung (4).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Transportbox der Globalisierung (4).
Gestaltung: Anna Masoner

Medienkomposition. Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz (4).
Gestaltung: Hans Groiss & Studierende der mdw


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Die trans-traditionelle Ästhetik des Ensemble Extrakte.
Gestaltung: Susanna Niedermayr

Ursprünglich von der Musikkuratorin und Musikwissenschafterin Elke Moltrecht und dem Komponisten und Musikforscher Sandeep Bhagwati gegründet, verkörpert das Ensemble Extrakte ein neuartiges Ensemblekonzept. "Ausgehend von der Einsicht, dass wir in einer post-exotischen Zeit leben, in der musikalische Traditionen sich quer zu allen geographischen, ethnischen und ideologischen Ordnungen der Welt ausgebreitet haben", so Bhagwati, der auch der künstlerische Leiter der Musikformation ist, "wollen die musikalischen Kosmopoliten des Ensemble Extrakte sowohl ihnen vertraute, wie auch ihnen fremde Musiktraditionen auf ihr musikalisches Potential hin befragen".

Derzeit forscht und lehrt Bhagwati an der Concordia Universität Montreal, wo er ebenfalls ein transkulturelles Ensemble ins Leben gerufen hat. Mit dem Berliner Ensemble Extrakte ist im Herbst vergangenen Jahres bei dem Label dreyer gaido die CD "A Curious Dozen of Treatises on Trans-Traditional Aesthetics" erschienen.
 

*


Freitag, 29. Juni 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Der Schatz im Mistkübel". P. Gustav Schörghofer SJ, Theologe, Philosoph und Kunstwissenschafter stellt Überlegungen an, ob Abfall wirklich wertlos ist. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Die Kehrseite des Konsums sind immer größer werdende Müllberge. Neben der Fülle dessen, was wir gebrauchen, wird der Berg dessen, was wir verbraucht haben, immer größer. Ist der Abfall tatsächlich wertlos? Im Abfall sind Schätze zu entdecken, nicht nur im materiellen Abfall, sondern auch in all dem, was oft als wertlos und unbrauchbar verworfen wird. Das Verachtete verdient höchste Achtung.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada – Festivalmagazin
"Felix Austria" – Die Styriarte 2018.
Präsentation: Franz Josef Kerstinger


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich
"Am Himmel". Von Anna-Elisabeth Mayer.
Gestaltung: Karin Buttenhauser

Der Wiener Johann Carl von Sothen (1823 – 1881) war zu Lebzeiten eine sehr öffentlichkeitswirksame Figur. Einerseits hatte sich der neureiche Aufsteiger einen Namen als Wohltäter gemacht, andererseits galt er als Ausbeuter seiner Bediensteten. Am 10. Juni 1881 wurde Sothen von seinem Förster Eduard Hüttler aus Rache erschossen.

Ausgehend von Gerichtsprotokollen erzählt Anna-Elisabeth Mayer die Geschichte dieses Mordes, indem sie die beteiligten Personen plastisch macht. Vor dem Hintergrund der krassen sozialen Unterschiede im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts spitzen sich die Ereignisse zwangsläufig zu. Die Essenz der Geschichte ist heute so aktuell wie damals: Es geht um den Aufstieg eines Mannes, der durch seine Habgier zu Fall gebracht wird. Zugleich entlarvt sie eine Gesellschaft, die alles dem falschen Schein von Geld und Macht unterwirft.

Anna-Elisabeth Mayer wurde 1977 in Salzburg geboren und lebt in Wien. Sie studierte Philosophie und Kunstgeschichte. Ihr Romandebüt "Fliegengewicht" wurde mit dem Literaturpreis Alpha ausgezeichnet. 2014 folgte der historische Roman "Die Hunde von Montpellier". 2015 erhielt sie den Reinhard-Priessnitz-Preis.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Eva Teimel.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 In Concert
Pat Metheny Group-Travels.
Gestaltung: Klaus Wienerroither

Der Gitarrist Pat Metheny lässt im Jahr 1982 während seiner Amerikatournee einige Konzerte seiner Band mit dem brasilianischen Perkussionisten Nana Vasconcelos als Gast mitschneiden.

Die Pat Metheny Group ist damals (nicht nur) in den Vereinigten Staaten sehr populär, mit diesem Live-Album gewinnt die Band im darauffolgenden Jahr einen Grammy. Musikalisch ist das Ganze sehr gefällig, man könnte ein wenig böswillig das Dargebotene als "Stadion-Jazz" bezeichnen. Aber die individuelle Klasse von Metheny und seinen Mitstreitern verhindert künstlerische Untiefen.

Effektvoll und mitreißend ist das makellose Spiel des Gitarristen sowieso. Der perfekte Soundtrack für eine nachmittägliche Autofahrt.


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß


16:00 Nachrichten


16:05 Da capo: Im Gespräch
"Zeit von Trump, Brexit und Co ähnelt den 1930-er Jahren" – Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Kari Polanyi-Levitt, Ökonomin

Geboren wurde sie 1923 im "Roten Wien". Ihr Vater war der "Vordenker aus der Vorgartenstrasse", der linke Ökonom und Journalist bei der Tageszeitung "Der Österreichische Volkswirt", Karl Polanyi. Ihre Mutter war die polnisch-ungarisch-kanadische Widerstandskämpferin, Journalistin, Übersetzerin und Historikerin Ilona Duczynska. Dass auch in ihren Genen das Aufbegehren steckt, ist also nicht weiter verwunderlich. Kari Polanyi verließ Wien Richtung London und Kanada, als sie 10 Jahre alt war.

Bis heute beschäftigt sie sich mit dem großen wirtschaftswissenschaftlichen Erbe ihres Vaters. Sein Standardwerk "The Great Transformation" aus dem Jahr 1944 beschreibt, warum Regierungen in Europa als Reaktion auf den zunehmenden Druck des Marktes in den Faschismus marschiert sind. Dazu gibt es Parallelen zur Globalisierung von heute, sagt Kari Polanyi-Levitt im Gespräch mit Renata Schmidtkunz.

Als Professorin für Ökonomie an der McGill-Universität in Montreal, Kanada, war und ist sie spezialisiert auf die Entwicklungen der Ökonomie in der Karibik. Bis heute besteht sie darauf, dass es an der Zeit ist, darauf zu bestehen, dass Länder das Recht haben, ihre wirtschaftliche Entwicklung mitzubestimmen.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag.


17:55 Betrifft: Geschichte
Peter Rosegger und seine Zeit. Mit Gerald Schöpfer, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Graz.
Gestaltung: Isabelle Engels

Peter Rosegger wurde am 31. Juli 1843 im steirischen Alpl/Krieglach als erstes von sieben Kindern eines Bergbauernpaares geboren. Da er für eine Hofübernahme körperlich zu schwach war, begann er eine Lehre bei einem Wanderschneider. Dabei lernte er viele Leute, Höfe und Bräuche kennen – Stoff für seine ersten Texte.

Peter Rosegger hatte das Glück, dass sein Talent erkannt und gefördert wurde. So erhielt er die Möglichkeit, bei der Grazer Tagespost seine Schriften zu publizieren und eine Handelsakademie zu besuchen. Danach war er als freier Schriftsteller tätig. Bekannt wurde Peter Rosegger als Heimatdichter, vor allem durch Romane wie " Die Schriften des Waldschulmeisters" und sein Erinnerungswerk "Die Waldheimat" (1877).

Mit seinen Büchern brachte er einer großen Leserschaft das bäuerliche Leben näher. Weniger bekannt ist Roseggers Wirken als kritischer Journalist. Als Chefredakteur der Monatsschrift "Heimgarten" kommentierte er zahlreiche gesellschaftspolitische Probleme seiner Zeit, wie Landflucht und Industrialisierung, und er war ein Vordenker in den Bereichen Naturschutz und Bildung.

In anderer Hinsicht wiederum war Peter Rosegger ein Kind seiner Zeit. Er hielt wenig von abstrakter Kunst und pflegte ein sehr konservatives Frauenbild. Doch insgesamt bemühte er sich um eine humanistische Grundhaltung und lehnte Formen des Extremismus ab.

Peter Rosegger starb am 26. Juni 1918 in seinem Krieglacher Landhaus. Seine Werke sind auch heute sozialgeschichtlich relevant, dokumentieren sie doch die rasanten Veränderungen einer Epoche, die von der Revolution 1848, über die Gründerzeit und den Imperialismus bis zum Ende der Monarchie reicht.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 matrix – computer & neue medien
"Digital Savannah"
Technologie als afrikanisches Hoffnungsprojekt
Gestaltung: Irmgard Wutscher und Franz Zeller

Afrika ist vor allem medial ein schwarzer Kontinent. Da wenig berichtet wird, ist unser Afrikabild geprägt von Klischees, auch was die Technologienutzung betrifft. Dabei haben etwa in Kenia schon 90% der Bevölkerung Internetzugang.

Die österreichische Pädagogin Martina Kainz hat für die in London herausgegebene "Global Social Media Impact Study" vorwiegend Westafrika bereist und dokumentiert, wie sehr vor allem das Handy den Kontinent umkrempelt. Und junge Entwickler aus Nigeria und Kenia berichten über ihre Innovationsprojekte und "Digital Savannah". Irmgard Wutscher und Franz Zeller über digitale Technologien als Chance für Afrika.

Moderation und Redaktion: Franz Zeller


19:30 Oberösterreichische Stiftskonzerte 2018
The King's Singers. "Great Music must shine" – Zum 50. Geburtstag der King's Singers. Eine Reise durch die Jahrhunderte (aufgenommen am 15. Juni im Kaisersaal des Stiftes Kremsmünster).
Präsentation: Colin Mason

"In our 40th anniversary season, it is so nice for us to return to some of our favourite places, and St. Florian and its public is one such place!", war Paul Phoenix als ehemaliger King?s Singers begeistert in einem Brief an die OÖ. Stiftskonzerte vor zehn Jahren.

Die Zeit verfliegt und schon dürfen wir just zum Stiftskonzerte-Jubiläum auch das 50-jährige Bestehen des sechsköpfigen A-cappella-Ensembles feiern! Den Namen erhielten The King?s Singers mit Kultfaktor aufgrund des King?s College in Cambridge, als sie 1968 von Chorstipendiaten gegründet wurden. In den vergangenen 50 Jahren haben sie wohl alle Preise gewonnen, die ein Vokalensemble erhalten kann, sind in alle Länder dieser Erde gereist und begeistern mit ihrem magischen Stimmklang.

Zum 50. Geburtstag haben sich die – heute sehr jungen – Sänger aus England ein absolutes Lieblingsprogramm ausgewählt, das sie durch die Geschichte und Geschicke führt, garniert mit eigenen Auftragskompositionen. Congratulations!
(OÖ Stiftskonzerte)


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


22:23 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Highlights vom Festival Artacts 2018 (Teil 2).
Gestaltung: Nina Polaschegg

Artacts – Festival for Jazz and Improvied Music - alljährlich findet dies Anfang März in Tirol statt. In St. Johann, wenn die große Skifahrerflut langsam abebbt. Dennoch zieht es auch so manchen Musikbegeisterten tagsüber in den Schnee, ob auf die Loipe, die Piste oder ins freie Skitourengelände.

Nach nachmittäglichen Kurzkonzerten findet man sich abends in der Alten Gerberei ein, um meist vier verschiedenen Bands und Formationen improvisierter Musik zu lauschen – vom Solo bis zur Großbesetzung. Das Programm ist bunt gemischt – gute Bekannte und Artacts-Neulinge geben sich die imaginäre Bühnenklinke in die Hand. Und der ein oder die andere sind bewusst immer auch in mehreren Ensembles zu hören.

"Zeit-Ton" präsentiert Highlights der Ausgabe 2018, u.a. mit Musik des Quartetts um Elisabeth Flunger und Thomas Berghammer, eines neuen Trios der Pianistin Elisabeth Harnik mit dem Tiroler Zitherspieler Martin Mallaun und dem britisch-Kölner Tubisten Melvin Poore, der Band Life and other Transient Storms der Saxofonistin Lotte Anker und zahlreichen anderen.


00:00 Nachrichten


00:05 Intrada
Österreichs Musizierende im Porträt.
(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
26. Woche – 23.06. bis 29.06.2018
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 15. Juni 2018

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