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ORF - ORF1/1139: Woche vom 04.04. bis 10.04.2020


Radioprogramm ORF1 – 15. Woche vom 04.04. bis 10.04.2020


Samstag, 4. April 2020


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"Verantwortung in einer aus den Fugen geratenen Welt". Gedanken des Pastors und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer anlässlich des 75. Jahrestages seiner Ermordung durch die Nationalsozialisten vom katholischen Theologen Gunter Prüller-Jagenteufel

Am 9. April jährt sich zum 75. Mal der Todestag Dietrich Bonhoeffers, der als evangelischer Pfarrer und Theologe im Widerstand gegen das nationalsozialistische Terrorregime aktiv war. Er gehörte dem Kreis um Admiral Canaris und Oberst Stauffenberg an, die mit der Tötung Hitlers die Macht der Nazis brechen und den Zweiten Weltkrieg beenden wollten. Einen Monat vor Kriegsende wurde er gemeinsam mit einigen noch lebenden Mitverschwörern auf direkten Befehl Hitlers im KZ Flossenbürg gehängt.

Der Theologe Gunter Prüller-Jagenteufel will in seinen "Gedanken für den Tag" zu Dietrich Bonhoeffer dessen Sicht des christlichen Glaubens beleuchten; eines Glaubens, der sich "heute und hier" verwirklicht und in der bewussten Übernahme von Verantwortung – bis hin zum Martyrium - bewährt. Je tiefer der Glaube, so Bonhoeffer, desto konkreter und engagierter der Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden.

Gunter Prüller-Jagenteufel ist außerordentlicher Professor für Theologische Ethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Seit über 20 Jahren faszinieren ihn die Person und Theologie Dietrich Bonhoeffers, über den er seine Habilitationsschrift und zahlreiche Artikel verfasst hat. Prüller-Jagenteufel sieht in Bonhoeffer nicht nur das Vorbild im christlichen Leben, sondern auch die intellektuelle Herausforderung, sich den konkreten Problemen der Zeit aktiv und mutig zu stellen.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio
mit Colin Mason.


08:55 Heimspiel


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
Das Salz der Erde
Bei Kleinbauern, Landlosen und Umweltflüchtlingen in Brasilien
Feature von Johann Kneihs

Am 25. Jänner 2019 ereignet sich in der Kleinstadt Brumadinho der bis dahin größte Unfall in einem brasilianischen Bergwerk. Eine Schlammlawine begräbt Häuser und Dutzende Menschen unter sich, ähnlich wie erst drei Jahre zuvor im nahegelegenen Ort Mariana. Es ist der tragische Höhepunkt einer langen Reihe von Schäden an Natur und Menschen, die für Brasilien kennzeichnend geworden sind.

Der gebürtige Österreicher Thomas Bauer lebt seit über 20 Jahren als Sozialarbeiter, Fotograf und Filmemacher im Bundesstaat Bahia im Nordosten von Brasilien. Er unterstützt Kleinbauern, Landarbeiter und Landlose, die ihre Existenz verteidigen – gegen die Vertreibung durch Bergwerke und Plantagen, gegen Sklavenarbeit oder die Vergiftung des Viehs durch Pestizide beim Anbau von Exportfrüchten.

Bewässerungsprojekte, Kraftwerke, aber auch Intrigen lokaler Unternehmer bewirken, dass im Laufe der Jahre hunderttausende Familien ihre Existenz verloren haben.

Häufig werden Besitztitel gefälscht, häufig wird auch Gewalt angewendet: Rund 1.500 Menschen wurden in zwei Jahrzehnten in Landkonflikten ermordet, hat die kirchliche Pastoralkommission für das Land der brasilianischen Bischofskonferenz erhoben. 71 Morde waren es im Jahr 2017, die weltweit höchste Zahl.

Jeden Juli kommen tausende Landarbeiter und Landlose zur Wallfahrt ins Städtchen Bom Jesus da Lapa am Rio São Francisco, zu Prozessionen und Gottesdiensten, aber auch zum Erfahrungsaustausch und zur gegenseitigen Bestärkung im Kampf gegen die Ungerechtigkeit, mit der sie konfrontiert sind.

Redaktion: Elisabeth Stratka
Ton: Fridolin Stolz


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem RadioCafe in Wien. Gast: Helen Malkowsky.
Präsentation: Renate Burtscher

Die Regisseurin Helen Malkowsky hat ihre Regiearbeit an "Schoenberg in Hollywood" von Tod Machover eben erst abgeschlossen und erwartet mit Spannung die heute stattfindende europäische Erstaufführung dieser Kammeroper im Kasino am Schwarzenbergplatz. Die Wartezeit verkürzt ein "Ö1 Klassik-Treffpunkt", zu dem Gastgeberin Renate Burtscher die aus Dresden stammende Regisseurin und Universitätsprofessorin Malkowsky ins RadioCafe eingeladen hat.

Arnold Schönberg und Filmmusik? Ja, da gibt es eine Verbindung: Nach Schönbergs Emigration 1933 in die USA und aufgrund seiner Professur an der University of California, kam der Komponist mit dem Genre Filmmusik in Kontakt und lernte den Filmproduzenten Irving Thalberg kennen. Tod Machover erzählt in Rückblenden aus dem Leben Schönbergs und verbindet Orchesterklang mit Live-Electronics. Außergewöhnliche Klänge also aus dem Orchestergraben, am Dirigentenpult steht Gerrit Prießnitz.

Helen Malkowsky schloss zunächst in ihrer Heimatstadt ein Studium als Diplom- und Orchestermusikerin (Querflöte) ab, sammelte jedoch gleichzeitig erste Erfahrungen als Regieassistentin in der Opernklasse der Hochschule für Musik Dresden, ehe sie die Laufbahn der szenischen Arbeit weiterverfolgte und als Regieassistentin und Abendspielleiterin in Sachsen, Saarbrücken, Basel und Bayreuth wirkte. Zahlreiche eigene Musiktheaterproduktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz folgten, von 2010 bis 2013 war sie Operndirektorin des Theaters Bielefeld und danach Hausregisseurin/Beraterin für Musiktheaterproduktionen am Theater Chemnitz.

Helen Malkowskys besonderes Interesse gilt der Ausbildung und Förderung junger Sänger/innen, die sie auf dem Weg von der Lehre in die Praxis mithilfe Inszenierungen an den Universitäten/Hochschulen u.a. in Berlin, Dresden und Essen, unterstützt. Seit 2018/2019 lehrt Helen Malkowksy an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien die Fächer Musikdramatische Darstellung und szenische Interpretation.

Stimmen Sie sich live im RadioCafe oder in ihrem Kultursender Ö1 gemeinsam mit Renate Burtscher und Helen Malkowsky auf diese europaweit erste Produktion von "Schoenberg in Hollywood" ein!


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Ö1 Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib


14:00 Ö1 Hörspiel "Ein Mitternachtsspiel". Von Marlen Haushofer (100. GT am 11.4.). Mit Gerhard Balluch, Lotte Marquardt, Norman Hacker und Ute Radkohl. Ton: Edgar Gruber. Regie: Heinz Hartwig (ORF-Steiermark 1990)

Als "zu beschränkt auf Frauenschicksale" wurden ihre Texte zu ihren Lebzeiten oft abgetan, oder sie wurden ganz übersehen. Die Schriftstellerin Marlen Haushofer, Jahrgang 1920, erlebte bis zu ihrem verfrühten Tod 1970 nur wenig literarischen Erfolg. Erst die Frauenbewegung der 1980er Jahre würdigte Marlen Haushofer als "präfeministische" Autorin.

Marlen Haushofer lebt, von einigen Studienjahren während der Nazizeit in Wien und Graz abgesehen, im oberösterreichischen Steyr, und in ihrem Werk setzt sie der Scheinidylle des Lebens in einer Kleinstadt die Kälte und Beziehungslosigkeit der Menschen entgegen. "Gerade diese Mischung von Dämonie und Idylle, auf die ich unentwegt stoße", schrieb Haushofer, "bereitet mir das größte Unbehagen und fasziniert mich zugleich".

Haushofers Lebensgeschichte allerdings legt den Schluss nahe, dass Kälte und Beziehungslosigkeit auch Haushofers Innenwelt prägten. "Durch die Brille der eigenen Kälte und Beziehungslosigkeit gesehen, kann sich die Welt nur in ihrer Kälte und Beziehungslosigkeit offenbaren" (zit. Karin Fleischanderl). In "Ein Mitternachtsspiel" lässt uns Marlen Haushofer im Österreich der 1950er Jahre einen Abend mit zwei schon lange befreundeten Ehepaaren miterleben.

Auf ihrer Verlobungsfeier im Kriegsjahr 1942 waren Robert und Eva noch voller Zuversicht, dass ihnen ein erfolgreiches Leben bevorstehe. Und auch Lorenz und Tilly, ihre Freunde, hatten ideale Vorstellungen von Liebe und Ehe. Jetzt, zehn Jahre später, sehen sie ihr Leben und ihre Zukunft anders. Auf einer gemeinsamen Party wird ihnen die Diskrepanz zwischen den früheren Träumen und der heutigen Wirklichkeit bewusst.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Klassik
mit Gerhard Krammer
Der Cape Town Opera Chorus beim Festival Musica Sacra
Mit Werken von Anton Bruckner, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Willam Byrd, Knut Nystedt, Arvo Pärt u.a. sowie afrikanischen Traditionals

Ein Opernchorensemble, das aus dem südafrikanischen Capetown kommt, hat sich das afrikanische Sprichwort "Wenn wir singen, dann feiern wir" zum Programm gemacht. Dass das auch mit europäischer Musik vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart funktioniert, hat das Ensemble im Rahmen eines Auftrittes beim niederösterreichischen Festival "Musica sacra" eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Im Wechselgesang mit Afrikanischen Traditionals der Zulu oder Sotho zeigt sich, dass die Unterschiede der Kontinente und Kulturen eigentlich die musikalische Vielfalt ausmachen. Und welches Instrument kann das besser transportieren, als die menschliche Stimme?

Ergänzt wird das Konzert mit einem Ö1-Mitschnitt bei den Salzburger Festspielen 2007 und Anton Bruckners Quintett in F-Dur für zwei Violinen, zwei Violen und Violoncello WAB 112, entstanden 1878/79 auf Anregung von Hofkapellmeister Josef Hellmesberger.


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal stellt vor
Das Magazin zum Monatsanfang
Präsentation: Christine Scheucher


19:00 Nachrichten


19:05 Logos – Glauben und Zweifeln
"Was glauben Sie?" Zum Auftakt der Karwoche erzählt der Wiener Erzbischof von Leben, Tod und Glauben

Für Gott und die Menschen Zeit zu haben, bleibt für ihn Lebenssinn, ob im "Ruhestand" oder nicht. Das bekannte der Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, wenige Wochen vor seinem 75. Geburtstag. Laut Kirchenrecht müssen katholische Diözesanbischöfe dem Papst mit Vollendung des 75. Lebensjahres ihren Rücktritt anbieten, bei Kardinal Schönborn hat Franziskus das Rücktrittsgesuch vorerst nicht angenommen.

Vor 75 Jahren also, am 22. Jänner 1945, wurde Christoph Schönborn im böhmischen Leitmeritz/Litomerice geboren. Seine adelige Familie wurde - wie viele andere Sudetendeutsche auch – aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben. Schönborns Vater, der Maler Hugo-Damian Schönborn, war zuvor schon, im Oktober 1944, als Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten in Belgien zu den Briten gewechselt. Seine Mutter Eleonore Schönborn, geb. Doblhoff, brachte die Familie als Chefsekretärin bei einer Vorarlberger Textilfirma durch, weshalb Christoph Schönborn und seine Geschwister in Schruns im Montafon aufwuchsen.

Nach der Matura trat Christoph Schönborn 1963 in den Dominikanerorden im westfälischen Warburg ein. Er studierte Theologie und Philosophie in Bornheim-Walberberg, Paris und Wien. 1970 weihte ihn Kardinal Franz König zum Priester. Am Institut Catholique in Paris promovierte Schönborn und wurde ab 1975 Professor für katholische Dogmatik an der Universität Freiburg (Schweiz). 1980 wurde Schönborn Mitglied der internationalen Theologenkommission des Heiligen Stuhls und von 1987 bis 1992 war er Redaktionssekretär des Weltkatechismus. 1991 wurde Schönborn Weihbischof in Wien und 1995 folgte er Hans Hermann Groer als Erzbischof von Wien nach, eine seiner wahrscheinlich größten Herausforderungen, weil das Ansehen der katholischen Kirche in Österreich schwer erschüttert war. 1996 wurde Christoph Schönborn zum Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz gewählt und 1998 zum Kardinal ernannt. Nach überstandener Krebsoperation 2019 schwächte ihn zuletzt ein Lungeninfarkt. Johannes Kaup hat den Kardinal, der immer auch Seelsorger war, besucht und ihn zum Auftakt der Karwoche zu Leben, Tod und Glauben gefragt.

Gestaltung: Johannes Kaup


19:30 Vincenzo Bellini: "I Capuleti e I Montecchi"
Mit Vasilisa Berzhanskaya (Romeo), Mariangela Sicilia (Giulietta), Iván Ayón Rivas (Tebaldo), Nicola Ulivieri (Lorenzo), Alessio Cacciamani (Capellio) u.a.
Chor und Orchester der Opera di Roma; Dirigent: Daniele Gatti (aufgenommen am 23. Jänner 2020 in der Opera di Roma)


22:00 Nachrichten


22:05 Nachtbilder – Poesie und Musik
"Il carso. La bora". Von Mike Markart und Martin Wanko. Es liest Michael Dangl.
Gestaltung: Nikolaus Scholz
Redaktion: Edith-Ulla Gasser

"Il carso", das ist der Karst, und die Bora ist ein Fallwind an der östlichen Adriaküste. Dieser Wind fällt vom Karstgebirge herab zum Meer und kann wütende Ausmaße annehmen. Die beiden Grazer Autoren Mike Markart und Martin G. Wanko wurden für ihr literarisches Reiseprojekt "il carso. la bora." mit einem Stipendium des Landes Steiermark ausgezeichnet. Die Texte in diesem Band sind während ihrer Fahrten in den italienischen und slowenischen Karst und nach Triest, Duino und Venedig entstanden. Für das Buch steuerte Mike Markart die Gedichte bei und Martin Wanko eine längere Erzählung über Triest und das Hinterland.

"Triest ist eine Art geografischer Hexenkessel", schreibt Martin Wanko, "in den Karst gebaut, denke ich mir immer wieder, in den Karst gebaut. Und auf das Meer hinaus. Zwar nicht so gewagt wie in Venedig, aber der Platz der italienischen Einheit musste auch erst einmal trockengelegt werden". Und Mike Markart antwortet in dem Gedicht "gorizia: via trieste": "habe ich den blick aufs meer, / dann bin ich zu allem bereit".


23:00 Nachrichten


23:03 Die Ö1 Jazznacht
Harald Peterstorfer im Studio, Julien Desprez & Rob Mazurek Ensemble beim Jazzfestival Saalfelden 2019

Zu Gast im Studio ist der 1969 in Wels geborene Harald Peterstorfer, der sich als Gitarrist gerne in den Welten des lyrischen Jazz sowie im Feld von klassisch und keltisch inspirierter Musik aufhält. Im Gespräch mit Christian Bakonyi lässt Petersdorfer seine Karriere Revue passieren und erzählt von seinen Begegnungen mit Musikerinnen und Musikern aus aller Welt.

Der Konzertmitschnitt stammt vom Jazzfestival Saalfelden 2019, dort fand am 24. August letzten Jahres das Konzert von "T (r)opic" statt, einem neunköpfigen Ensemble unter der Leitung des Gitarristen Julien Desprez und des Kornettisten Rob Mazurek. In diesen multikulturellen Projekt, bestehend aus Musikerinnen und Musikern aus den USA, Frankreich, Norwegen, Dänemark, Schweden und Portugal, wirkten u. a. noch die Saxofonistin Lotte Anker, der Bassist Ingebrigt Håker Flaten und der Schlagzeuger Gerald Cleaver mit.

Gestaltung: Christian Bakoyni

*

Sonntag, 5. April 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
(Fortsetzung) Harald Peterstorfer im Studio, Julien Desprez & Rob Mazurek Ensemble beim Jazzfestival Saalfelden 201

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten

Zu Gast im Studio ist der 1969 in Wels geborene Harald Peterstorfer, der sich als Gitarrist gerne in den Welten des lyrischen Jazz sowie im Feld von klassisch und keltisch inspirierter Musik aufhält. Im Gespräch mit Christian Bakonyi lässt Petersdorfer seine Karriere Revue passieren und erzählt von seinen Begegnungen mit Musikerinnen und Musikern aus aller Welt.

Der Konzertmitschnitt stammt vom Jazzfestival Saalfelden 2019, dort fand am 24. August letzten Jahres das Konzert von "T (r)opic" statt, einem neunköpfigen Ensemble unter der Leitung des Gitarristen Julien Desprez und des Kornettisten Rob Mazurek. In diesem multikulturellen Projekt, bestehend aus Musikerinnen und Musikern aus den USA, Frankreich, Norwegen, Dänemark, Schweden und Portugal, wirkten u. a. noch die Saxofonistin Lotte Anker, der Bassist Ingebrigt Håker Flaten und der Schlagzeuger Gerald Cleaver mit.

Gestaltung: Christian Bakonyi


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
U. a. mit den Beiträgen: "Kreuzige ihn!" – Die Matthäus-Passion und ihre Folgen +++ Filmische Privataudienz – Wim Wenders' Film über Papst Franziskus

1. "Kreuzige ihn!" – Die Matthäus-Passion und ihre Folgen

Die 1727 in der Leipziger Thomaskirche uraufgeführte Matthäus-Passion ist unstrittig ein Höhepunkt im Schaffen Johann Sebastian Bachs, ja der gesamten abendländischen Sakralmusik. Das Rückgrat des Librettos bildet der vom Evangelisten Matthäus erzählte Bericht vom Leiden und Sterben Jesu Christi, Passionschoräle und erbauliche Dichtungen von Picander ergänzen die Passion.

In den vergangenen Jahren ist Bachs monumentales Werk – und damit sein Komponist – unter den Verdacht des Antisemitismus geraten. Einige Textzeilen aus dem Matthäus-Evangelium insinuieren eine Kollektivschuld der Juden am Tod Jesu und haben immer wieder als Legitimation für Unterdrückung und Verfolgung des Judentums gedient. Der aus dem Judentum kommende Autor des Matthäus-Evangeliums stellt seine Herkunftsreligion, das "jüdische Volk", als blutgierige Meute dar, das von Pontius Pilatus vergeblich beschwichtigt wird und von ihm die Folterung und Kreuzigung Jesu fordert: "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder" und "Kreuzige ihn!" toben da die sogenannten Turba-Chöre, in der Passion identifiziert mit den jüdischen Bürgern von Jerusalem. Und tatsächlich hat Bach diese Chöre als einen blutrünstigen Mob vertont, der an musikalischer Eindeutigkeit nicht zu wünschen übrig lässt. Bach war von seiner theologischen Prägung ein überzeugter Jünger Martin Luthers und stimmte (daher) auch mit dessen eindeutig antijüdischer Haltung überein. Doch ist die Passionserzählung im Matthäusevangelium tatsächlich antijüdisch? Welche Fakten und Umstände muss man kennen, um sie richtig einordnen zu können?

In der Lebenskunst am 5. April sind Ausschnitte aus dem am Karsamstag in Ö1 ausgestrahlten Hörspiel mit dem Text der Bachschen Matthäuspassion sowie bibeltheologische Einordnungen des Evangelientextes zu hören.
(Martin Gross)

2. Filmische Privataudienz – Wim Wenders' Film über Papst Franziskus

Filme, in denen Päpste auftauchen, gibt es viele. Am 14. Juni 2018 ist aber ein ganz besonderer in die Kinos gekommen. Denn Regisseur Wim Wenders hat keinen Film über, sondern mit Papst Franziskus gemacht. Der Papst hatte über einen seiner Mitarbeiter den deutschen Star-Regisseur persönlich anfragen lassen, ob er einen Film mit ihm produzieren würde. Herausgekommen ist, wie ein Filmkritiker meinte, "eine cineastische Heiligsprechung mit Hang zum Kitsch", oder wie der "Spiegel" titelte, eine "Privataudienz fürs Publikum". Nichts desto weniger dürfte der Streifen vielen Menschen gefallen. Oliver Mahn berichtet, wie dieser besondere Film entstanden ist.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Frage nicht, ob Liebe lohnet". Sylvester Groth liest Liebesgedichte von Peter Hacks

Der DDR-Schriftsteller Peter Hacks (1928-2003) gehörte zu den meistgespielten deutschen Dramatikern in Ost und West; mit seinem Stück "Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe" landete er einen Welterfolg. Als er 1976 in einem polemischen Artikel die Ausbürgerung Wolf Biermanns verteidigte, wurde es still um ihn. Bis zum Schluss glaubte Hacks an das Staatssystem der DDR, obwohl er mit dessen Kulturpolitik in den frühen 1960ern selbst in Konflikt geraten war. In seinen Theatertexten verarbeitete der überzeugte Marxist, der sowohl die Romantik als auch die Moderne ablehnte, vor allem antike und klassische Stoffe, mit dem Ziel eine "sozialistische Klassik" zu erschaffen. Auch als Lyriker wich Hacks mit auf Goethe rückgreifendem Formbewusstsein von der Ästhetik des sozialistischen Realismus ab.

Acht seiner innigen Liebesgedichte sind in der Sendung zu hören – zwischen den "Liedern ohne Worte" von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Gestaltung: Klaus Gmeiner


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
"Ich bin mir sicher, dass Kunst und Kultur zum Frieden beitragen können". Die Tiroler Kulturmanagerin Hannah Crepaz spricht über Frieden, das Generalmotto des Tiroler Osterfestivals 2020.

In seiner 32. Ausgabe steht das von 27.03. -12.04.2020 dauernde Osterfestival Tirol unter dem Motto "Friede?". "Friede ist kein natürlicher Zustand und daher äußerst zerbrechlich", sagt Hannah Crepaz, die Festivalleiterin "er erfordert wirtschaftliche und soziale Anstrengung, ebenso wie entsprechende Bewusstseinsbildung. Friede ist möglich durch Bildung und die Bereitschaft an sich selbst zu arbeiten und noch sehr viel mehr: die Bereitschaft mitzufühlen, das eigene Streben nach Erfolg, Macht, das eigene Ego und die Gier zurückzunehmen zum Wohle der Allgemeinheit." Das mit vielfältigen Deutungen behaftete Thema "Friede?" bietet beim Osterfestival Tirol noch bis 12.4.2020, ein facettenreiches Tanz-, Performance- und Musikprogramm mit Anklängen aus unterschiedlichen Kulturen.

Die Leiterin des Osterfestivals Tirol, Hannah Crepaz, kam 1974 zur Welt, studierte Musikwissenschaft in Innsbruck und in Paris und rundete ihre Ausbildung mit einem Abschluss in Kulturmanagement in Salzburg ab. Hannah Crepaz ist Obfrau der "Tiroler Kulturinitiative" und zeichnet zudem für die Veranstaltungsreihe "musik+" in Innsbruck und Hall verantwortlich. "Die Kultur gehört zurück ins Zentrum des gesellschaftlichen Diskurses, denn ohne Kultur würde das Leben um einiges trister aussehen und außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass Kultur auch ein friedensstiftendes Element in sich trägt. Kunst ist ein Motor, der neue Sichtweisen eröffnet und Perspektivenwechsel ermöglicht. Jeder Mensch sollte daran arbeiten, zuerst sein eigenes Inneres, sein Leben, das Leben seiner Nachbarn und in immer weiterreichenden Kreisen das Leben der Gesellschaft nach bestem Wissen und Gewissen zum Positiven zu wenden und das gelingt durch gegenseitigen Respekt auf Augenhöhe".

Gestaltung: Gerhard Hafner


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Wasserreiches Naturparadies – Der Müritz-Nationalpark auf der Mecklenburgischen Seenplatte.
Renaissance des Althergebrachten: Oliven in Tramuntana & Wein in Biningual – Eine Reise nach Mallorca zu naturnahen Produzenten.

"Damit die Begegnung mit der Natur, anderer Kulturen und mit sich selbst gelingt." Ein Ambiente Gespräch mit Christian Hlade, Gründer von Weltweitwandern. Wasserreiches Naturparadies – Der Müritz-Nationalpark auf der Mecklenburgischen Seenplatte

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern im Norden Deutschlands ist reich an Seen, Mooren und Hügeln. Hier befindet sich – westlich der Stadt Neustrelitz – außerdem die Müritz, der größte See innerhalb Deutschlands. Entstanden sind viele der Gewässer nach der letzten Eiszeit vor rund 12.000 Jahren. Manche Gebiete am Ostufer der Müritz dienten zu DDR-Zeiten noch der Jagd und militärischen Übungen. Seit 1990 befindet sich hier der Müritz-Nationalpark mit viel Waldgebiet und über 100 Seen. Einige der Gewässer sind über kleine Kanäle miteinander verbunden und können mit dem Kanu erkundet werden. Wasservögel wie Seeadler, Kraniche und Eisvögel sind hier anzutreffen. Im Ostteil des Schutzgebietes befinden sich außerdem noch alte Buchenwälder, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Gestaltung: Jakob Fessler

Renaissance des Althergebrachten: Oliven in Tramuntana & Wein in Biningual - Eine Reise nach Mallorca zu naturnahen Produzenten

Einst wurde in den Bergen von Mallorca mühevoll Landwirtschaft betrieben. Da sich dies in der profitorientierten Gegenwart nicht mehr rentiert, wurden viele der terrassenartig angelegten Oilvenhaine in der Serra de Tramuntana ihrem Schicksal und der Verwilderung überlassen. Ein paar Idealisten machen sich aber neuerdings wieder die Mühe, hier oben in mühevoller Kleinarbeit hochqualitatives Olivenöl zu produzieren. Etwas leichter haben es da die Olivenbauern in den in Meeresnähe gelegenen Ebenen der Mittelmeerinsel. Aber auch sie tun sich schwer, mit den Großproduzenten auf dem spanischen Festland zu konkurrieren. Daher wollen auch sie vor allem mit Bio-Qualität punkten. Edler Wein wiederum wird in der kleinen Einsiedelei Biniagual produziert. Dabei war auch dieser kleine Flecken in den Ländereien bei Binissalem bereits verfallen und verödet, nachdem ihn die früheren Bewohner Anfang es 20. Jahrhunderts verlassen hatten. In den 1960er Jahren wurde das kleine Dorf aber von einer deutschen Aussteiger-Familie gekauft und über ein halbes Jahrhundert lang liebevoll und fast originalgetreu restauriert.

Gestaltung: Edgar Schütz

Damit die Begegnung mit der Natur, anderer Kulturen und mit sich selbst gelingt.
Ein Ambiente Gespräch mit Christian Hlade, Gründer von Weltweitwandern von Petra Erdmann


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee
Berliner Philharmoniker, Dirigent: Sir Simon Rattle; Rundfunkchor Berlin; Jonathan Kelly, Oboe; Iwona Sobotka, Sopran; Benjamin Bruns, Tenor; David Soar, Bass. Richard Strauss: Konzert für Oboe und kleines Orchester D-Dur WoO 144 * Ludwig van Beethoven: Christus am Ölberge, Oratorium op. 85 (aufgenommen am 5. März in der Berliner Philharmonie)

In seinem Oboenkonzert gelang es Richard Strauss auf geradezu magische Weise, im Geiste Mozarts und Schuberts zu komponieren, ohne die eigene künstlerische Identität zu verleugnen. Simon Rattle interpretierte das Werk mit dem philharmonischen Solooboisten Jonathan Kelly.
Danach präsentierte er Beethovens Oratorium Christus am Ölberge, das weniger geistliche Andacht als opernhafte Expressivität vermittelt, beispielsweise in einer sich dramatisch zuspitzenden Szene, die die Verhaftung Jesu schildert.
(Berliner Philharmoniker)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee
Berliner Philharmoniker, Dirigent: Sir Simon Rattle (aufgenommen am 5. März in der Berliner Philharmonie)


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Sonntagsjournal


13:10 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Doris Glaser Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des Radiosymphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m.

Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen Ende Juni in einer öffentlichen Superchampions-Runde um eine Ö1 Kulturreise für zwei Personen, konkret um eine Nilkreuzfahrt ins alte Ägypten.

Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter:
oe1.orf.at/quiz/anmeldung


14:00 Nachrichten


14:05 Menschenbilder
Der Busfahrer und Bergführer Josef "Joe" Schwaiger

Josef "Joe" Schwaiger, 1947 geboren in Gaflenz in Oberösterreich in der russischen Besatzungszone direkt an der Demarkationslinie. Er wächst mit 6 Geschwistern und den Eltern auf einem Bauernhof auf, beschreibt Vater und Mutter als fortschrittlich in der Milchwirtschaft und der Imkerei, der Vater schleudert jedes Jahr 1000 Kilo Honig. Die Eltern nehmen Josef Schwaiger früh mit in die Berge, vor allem ins Gesäuse in der Steiermark. Er klettert oft, gut und gern, auch mit einem der damals besten Bergsteiger, Sepp Larch.
Kindheit und Jugend waren toll, sagt er, mit viel Arbeit und vielen Freiheiten – die Schule im Nachbarhaus, viele Freunde zum (Schwarz-)Fischen, Ski- und Radfahren. Als Erwachsener übernimmt er den Hof, wird dann auch Schulbusfahrer, die Landwirtschaft und das kleine Schulbusunternehmen gibt es noch immer.


14:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
Mit Michael Blees. Zu Gast in der Lettischen National-Oper von Riga: Ausschnitte aus einem Opernkonzert mit Werken von Gaetano Donizetti, Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini, Vincenzo Bellini, Francesco Cilea, Charles Gounod u.a. – gesungen und interpretiert von Inga Kalna, Ramona Zaharia, Evija Martisone, Bogdan Baciu, Egils Silins, Perrine Madoeuf u.a., begleitet vom Orchester der Lettischen Nationaloper Riga unter der Leitung der Dirigenten Janis Liepins und Martins Ozolins (aufgenommen am 16. Juni 2019 im Rahmen des "Riga Opera Festivals").


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen Unter Liebenden

Leif Randt: Allegro Pastell, Roman, Kiepenheuer & Witsch Verlag
Lutz Seiler: Stern 111, Roman, Suhrkamp Verlag
Xaver Bayer: Geschichten mit Marianne, Jung & Jung Verlag
Maxim Biller: Sieben Versuche zu lieben, Familiengeschichten, Kiepenheuer & Witsch Verlag
Walter Schübler: "Komteß Mizzi" – Eine Chronik aus dem Wien um 1900, Wallstein Verlag.
Gespräch mit dem Autor
Moderation: Nicole Dietrich


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Zum 70. Todestag und 120. Geburtstag von Kurt Weill

Am 3. April 2020 jährt sich der Todestag von Kurt Julian Weill zum 70. Mal. Der am 2. März 1900 in Dessau, Deutschland geborene Komponist starb 1950 mit 50 Jahren in New York. Seinen Durchbruch schaffte er mit der Dreigroschenoper 1928, die er gemeinsam mit Bertolt Brecht verfasste. Nach seiner Emigration in die USA im Jahr 1935 komponierte Weill mehrere erfolgreiche Broadway-Musicals.

Die weltweit bekannte "Moritat des Mackie Messer" aus der Dreigroschenoper avancierte zu einem oft und gern arrangierten und interpretieren Jazzstandard, im Englischen wurde der Song unter dem Titel "Mack the Knife" in der Textfassung von Marc Blitzstein bekannt. Unzählige Musiker/innen und Sänger/innen haben das Lied auf ihre Art immer wieder neu interpretiert, von Louis Armstrong und Ella Fitzgerald über Wayner Shorter bis hin zu Robbie Williams. Dass "Mack the Knife" auch mit Johann Strauß oder Salsa Schnittmenge besitzt und auf Portugiesisch gesungen ebenso swingt, ist in den Spielräumen anlässlich des 70. Todestages des Komponisten Kurt Weill zu hören.

Gestaltung: Lukas Handle


17:55 Ö1 intro


18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
Das große Putzen.
Versuch eines Befreiungsschlages

Zieht der Frühling ins Land, erwachen die Putzgeister. In vielen Haushalten werden Kübel, Fetzen und Staubsauger hervorgeholt, die Bundesländer rufen zum gemeinsamen Wald-und Wiesenreinigen auf, das junge Gewerbe der Aufräum-Coaches hat sowieso Hochkonjunktur. Woher kommt die Lust des Großreinemachens besonders im Frühjahr und vor Ostern? Wie putzt man richtig und umweltfreundlich? Warum dauert es meist ein Jahr, bis man sich aufrafft, obwohl es angeblich so froh macht, wie die zahlreich erscheinenden Ordnungsbücher suggerieren?


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
Eva Maria Marold: "Vielseitig desinteressiert"
Gestaltung: Natasa Konopitzky

"Dorfer hat frei" Ausgabe 3 Eva Maria Marold ist Schauspielerin, Hausfrau, Kabarettistin, Sängerin, Mutter, Autorin, Moderatorin, Mediatorin und Tänzerin – jedenfalls ist sie vielseitig und neuerdings auch vielseitig desinteressiert! Ist es wirklich verwerflich, für Unhöflichkeit, Fußpilz, warmes Bier, Elternvereinsversammlungen, Kindergeburtstagspartys, Eisstockschießen, Rassismus und politischem Fanatismus kein Interesse aufbringen zu können? Muss es denn tatsächlich für alle Lösungen auch die passenden Probleme geben? Eva Maria Marold schildert einen Abend lang kritisch, aber liebevoll ihren Alltag als alleinerziehende Mutter im Spagat zwischen Toleranz und Verteidigung der eigenen Werte und Maßstäbe.

Angesichts der derzeit verordneten "Bühnenabstinenz" macht sich Alfred Dorfer Gedanken über das Leben des Kabarettisten abseits des Bühnenalltags. Was machen Kabarettisten jetzt mit jenen Ideen, die sie bislang spontan in ihren Programm verarbeitet haben? "Satire ist nichts für Stümper" meint Alfred Dorfer und nützt die Auszeit dafür, über sein Genres, dessen Protagonisten die Welt nachzudenken


19:30 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


19:33 Ö1 Kunstsonntag: Radiosession
Lucia Leena: "Are you afraid of intimacy?"

Gitarristin und Songschreiberin Lucia Leena hat trotz ihrer jungen Jahre schon unterschiedlichste kreative Phasen durchlebt. Der Auftritt ihrer Band "Listen To Leena" hat 2016 beim Popfest Wien für Freude und Begeisterung gesorgt und ihr viele Fans verschafft – was in der Folge zu üppigeren Sound-Konzepten geführt hat, die die große Bühne im Auge (oder besser: im Ohr) hatten.

Nun hat eine gereifte Lucia Leena einen großen Schritt zurück gemacht, als ob sie sich das Ganze noch einmal aus der Distanz ansehen wollte. Sie präsentiert ihre ganz persönliche Vorstellung von den flüchtigen Berauschungen des Pop in einem Soloprogramm. Dessen Titel gibt die Richtung vor: "Are you afraid of intimacy?"

Gestaltung: Helmut Jasbar


20:15 Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren
Die Welt, die ich mir als Kind versprochen habe
Begegnungen mit Norbert Gstrein
Feature von Thomas David
(Produktion WDR)

Wenn Norbert Gstrein Romane schreibt, ist das auch der Versuch, den Zuschreibungen seiner Tiroler Herkunft zu entkommen. Der Journalist Thomas David hat den Schriftsteller deshalb in sein Heimatdorf begleitet. Geboren wurde Gstrein 1961 im österreichischen Tirol als Sohn eines Hoteliers. Aber schon in seinen beiden wichtigen Romanen "Die englischen Jahre" (1999) und "Das Handwerk des Tötens" (2003) hat sich der Schriftsteller erzählerisch weit von seiner Heimat entfernt.

So spielt das erste großartig konstruierte Buch größtenteils 1940 in einem englischen Gefangenenlager, das zweite erzählt von einem Kriegsberichterstatter, der im Kosovo umgekommen ist. 2016 hat der Journalist und Literaturkritiker Thomas David den Schriftsteller in dessen Kindheitsort begleitet. Der wird auch in Gstreins gerade erschienenem Roman "Als ich jung war" zum Ausgangspunkt einer besonderen Form der "Entheimatung". Darin führt sie den Erzähler bis nach Amerika.


21:00 Ö1 Kunstsonntag: Milestones
Gregory Porters Debütalbum "Water" (2010)

Mittlerweile ist der 1971 in Sacramento, Kalifornien, geborene Sänger Gregory Porter auch in den musikalischen Gewässern von Soul und Rhythm & Blues angekommen. Aber im Rahmen des exzellenten Debütalbums "Water", das Porter, der ehemalige American-Football-Spieler, der nach einer Knieverletzung den Sport aufgeben musste, relativ spät im Jahr 2010 veröffentlicht hat, ist der Jazzanteil hoch. Unter anderem gibt es eine gelungene Version des Wayne-Shorter-Klassikers "Black Nile" zu hören. Prompt brachte Porter dieses Album eine Grammy-Nominierung für das "Best Jazz Vocal Album" ein.

Gestaltung: Klaus Wienerroither


21:40 Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte
"Ö1 Kunstgeschichten": "Einzug Christi in Brüssel". Ruth Aspöck über ein Monumentalbild von James Ensor. Redaktion: Edith-Ulla Gasser


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended
François Bonnet empfiehlt

Der Direktor der GRM, der Groupe de Recherches Musicales (INA-GRM) in Paris, gibt Einblick in Musik, die ihn geprägt und begleitet hat. François Bonnet hat das Acousmonium-Programm beim Elevate Festival in Graz kuratiert, das wir bereits in zwei Zeit-Ton Sendungen (am 27.3. und 2.4.) präsentiert haben. Er hat dort auch eine seiner neuen Kompositionen vorgestellt.

Seine Arbeit wird als feinsinnig und poetisch beschrieben. Zudem veröffentlicht er unter dem Pseudonym Kassel Jaeger, hat sich mit Kollaborationen mit Musikern wie Jim O'Rourke oder Oren Ambarchi einen Namen gemacht und veröffentlicht Bücher als Musiktheoretiker. Zum Abschluss dieses "GRM Specials" gibt es einen Zeit-Ton extended mit Musik, die François Bonnet den Hörerinnen und Hörern ans Herz legt.

Gestaltung: Astrid Schwarz


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
"A100 – Der Klang der Berliner Stadtautobahn" von tamtam (Sam Auinger und Hannes Strobl)

Die Berliner Stadtautobahn A100 ist ein raumgreifendes Infrastruktursystem, eine stadtbildende Kraft großer physischer, medialer und politischer Präsenz. Sie generiert einen Puls für das städtische Leben und prägt die Berliner Identität als Symbol von Fortschritt, Selbstinszenierung und Repräsentation, aber auch als Hassobjekt, Störfaktor – und Kunstraum.

"Das Sound-Environment wird zum Instrument und das Instrument wird zum Sound-Environment". Audioaufnahmen, die entlang ihrer klanglichen, dynamischen und rhythmischen Strukturen entstanden sind, bilden die Basis für die Komposition von tamtam.

*

Montag, 6. April 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Aus Asche erstanden" – Gedanken in der Karwoch von Anton Faber, Dompfarrer, Dechant und Domkapitular zu St. Stephan

Der Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame im April 2019 hat erlebbar gemacht, wie es den Österreicher/innen beim Brand des Stephansdoms am 12. April 1945 ergangen sein muss. Die Zerstörung war gewaltig – was daraus geworden ist, auch: Trotz der eigenen Not zu Kriegsende, folgte die Bevölkerung ganz Österreichs dem Aufruf von Kardinal Theodor Innitzer, am Wiederaufbau des Stephansdoms mitzuhelfen. Was an finanziellen Mitteln und an Arbeitskraft gespendet wurde, hat das Wiener Gotteshaus zum Stephansdom aller Österreicher/innen gemacht.

Dem Großbrand am 12. April 1945 fielen auch die Riesenorgel und die Pummerin zum Opfer. Schon 1952 konnte die neugegossene große Glocke, "die Pummerin" geweiht werden. Mit der Riesenorgel hat es länger gedauert: Am heurigen Ostersonntag, dem 12. April 2020 – also exakt 75 Jahre nach dem Brand – wird die erneuerte Riesenorgel beim feierlichen Hochamt geweiht.

Aus der zerstörenden Katastrophe wurden gemeinsame Neuaufbrüche und Erfolge. Die Ölbergstunde und der Kreuzweg werden zu Erlebnissen der Auferstehung und des Sieges über den Tod. Auch heute.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio
mit Wolfgang Schlag.


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Wer ist Opfer?
Macht und Ohnmacht eines Rollenbildes (1).
Gestaltung: Johannes Gelich

In Zeiten von Populismus, Klimakrise, Geschlechter- und Generationenkampf geistert ein Begriff durch die einschlägigen gesellschaftspolitischen Debatten: das Opfer. In den letzten Jahren ist, so scheint es, ein regelrechter Opfermarkt entstanden: das Volk ist Opfer einer von außen gesteuerten Migrationspolitik, sagen rechte Populisten. Der Arbeitnehmer von heute ist Opfer der Profit-Interessen von Kapital, Konzernen und politischen Eliten auf dem Schlachtfeld des Neoliberalismus, sagen linke Populisten.

Frauen sind Opfer von sexistischen Übergriffen in Beruf und Medien, sagen Frauenrechtlerinnen. Männer sind Opfer von blindwütigen Feministinnen, sagen Männerverbände. Dritte-Welt-Länder sind Opfer neokolonialistischer Politik des reichen Westens, sagen Globalisierungskritiker. Wachstumsideologie, Umweltzerstörung und die Ausbeutung von Ressourcen geschehen auf dem Rücken der Kinder, sagen Ökologen. Eltern werden von ihren Kindern in Altersheime abgeschoben und vernachlässigt, sagen Pensionisten-Verbände.

Das Opfer, so viel steht fest, ist der wahre Held unserer Zeit. Opfer zu sein, verspricht höchste Anerkennung, erzeugt machtvolle Ansprüche und ist über jede Kritik erhaben. Doch warum und seit wann hat der Opfer-Status einen derartigen Stellenwert in der westlichen Kultur und ihren gesellschaftlichen Debatten gewonnen? Die Darbringung von Opfern gegenüber Göttern ist ein wesentlicher Bestandteil der meisten Religionen der Welt. Doch im Christentum hat sich Gott durch seine Menschwerdung bis zu seinem Tod am Kreuz selbst geopfert. Hier zeigt sich religionsgeschichtlich insofern eine Wende, als sich Jesus für die Sünden der Menschen selbst opfert und damit weitere Opfer überflüssig macht.

Die Anbetung des Opfers hat im Medienzeitalter jedoch eine neue, quasi-religiöse Dimension erfahren: Das Fernsehen und eine adäquate Medien-Inszenierung leben geradezu von der Dauerpräsenz des Opfers. Von der Allgegenwärtigkeit des Opfers von Verbrechen in Kriminalfilmen bis hin zur Akkumulation von politischem Kapital durch Fernsehbilder wie 9/11: in den Medien ist längst eine Konkurrenz um die Präsenz der Opfer-Identitäten entstanden. Und auch die österreichische Identität war noch lange nach dem 2. Weltkrieg von dem Mythos geprägt, das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen zu sein. Doch was sind die Auswege aus diesem schädlichen, medial transportierten Opfer-Täter-Schema? Gefragt sind die Stärkung demokratischer Kräfte und die Verantwortung jedes Einzelnen, Fakten zu studieren, Lösungsansätze zu diskutieren und sich in demokratische Entscheidungsprozesse einzubringen. Nur so lässt sich dieser Regress ins Primitive unterbinden.


09:30 Radiokolleg – Ernst Jünger – Chronist von Krieg, Drogen und Technisierung
Sein Werk als Spiegel des 20. Jahrhunderts (1).
Gestaltung: Richard Brem

Die Lebensgeschichte des deutschen Schriftstellers Ernst Jünger liest sich, als wäre sie von einem Romanautor erdacht worden. Einer literarischen Figur ähnlich, tauchte er stets an den Brennpunkten des 20. Jahrhunderts auf: 1914 zog er als Freiwilliger begeistert in den Krieg, kämpfte in den großen Materialschlachten an der Westfront, wurde mehrfach verwundet und kurz vor Kriegsende mit dem höchsten preußischen Tapferkeitsorden, dem "Pour le Mérite", ausgezeichnet.

Nachdem er den Krieg als eine Art Rausch durchlebt und in Büchern auch als solchen beschrieben hatte, begann Jünger sich in den 1920er Jahren an Technik und Nation zu berauschen. Er wurde zum Wortführer eines elitären Nationalismus und entwarf 1932 mit "Der Arbeiter" seine eigene Vision einer Techno-Diktatur, die Elemente aus italienischem Faschismus und sowjetischem Bolschewismus miteinander verschmolz.

Zum Nationalsozialismus hielt Jünger Abstand und veröffentlichte mit "Auf den Marmorklippen" 1939 einen Roman, der von Heinrich Böll, den Geschwistern Scholl und vielen anderen als Widerstandsparabel verstanden wurde. Auch verbrachte er den Großteil des 2. Weltkriegs im Stab des deutschen Militärbefehlshabers in Paris, wo er in engem Kontakt zu den Verschwörern des 20. Juli stand, aber auch Künstlern wie Picasso, Braque und Cocteau begegnete.

In den 1950er Jahren war Jünger einer der ersten, die mit LSD experimentierten – in gemeinsamen Drogen-Séancen mit dem LSD-Entdecker Albert Hofmann. Die nachfolgenden Jahrzehnte verbrachte er mit zahlreichen Reisen rund um den Erdball und als scharfsichtiger Chronist einer sich rasant globalisierenden und technologisierenden Welt.

Als Ernst Jünger 1998 im Alter von 102 Jahren starb, hinterließ er ein über 20-bändiges Gesamtwerk aus Essays, Romanen, Kriegsbüchern, Reisenotizen und Tagebüchern, in denen sich das 20. Jahrhundert mit allen seinen Umwälzungen und Verheerungen widerspiegelt. Das "Radiokolleg" zeichnet ein Porträt dieses vielschichtigen, widersprüchlichen und nach wie vor umstrittenen Autors.


09:45 Radiokolleg – Abenteuer Neue Musik
Neugier wecken für zeitgenössische
Kompositionen (1).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

Ungewöhnliche Instrumente, Klänge, die man so noch nicht erlebt hat, oder überraschende Wendungen und Strukturen: Neue Musik kann ihr Publikum zum Staunen bringen, vorausgesetzt es hört neugierig und vorurteilsfrei zu. Warum aktuelle Kompositionen in den Konzertprogrammen nach wie vor auf klassische Musikliebhaber mehr abschreckend als animierend wirken, ist oft auf vorgefertigte Erwartungshaltungen zurückzuführen. Diese entstehen, weil das vielfältige Repertoire nach 1930 im schulischen Musikunterricht nach wie vor wenig Platz findet und in der Instrumentalausbildung häufig ebenso. Zusätzlich kommt oft das weitverbreitete Vorurteil zum Tragen, dass man Musik verstehen müsse.

Die Musikvermittlung nähert sich neuen Werken weniger auf intellektueller, denn auf sinnlicher, emotionaler und erlebbarer Ebene. Vielfältige Zugänge sind von Musikvermittler/innen entwickelt worden, um Musik mit verschiedenen Sinnen zu spüren, Verbindungen zum eigenen Leben zu entdecken und sich selbst kreativ auszudrücken: In Projekten und Workshops nähert man sich analog und digital den Kompositionen, gestaltet gemeinsam, versucht sich in grafischer Notation, oder macht Musik auf unterschiedlichste Arten sichtbar, um ihre Struktur kennenzulernen.

Ensembles, Musiker/innen, Veranstalter, Komponist/innen und Vermittler/innen haben in den letzten Jahrzehnten Methoden entwickelt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene an das bewusste Hören heranzuführen, um ihnen den anregenden und stilistisch breit gefächerten Klangkosmos der zeitgenössischen Musik zu offenbaren. Nicht nur, dass die Welt um uns herum immer lauter wird und von Bildern dominiert ist, auch das einander zuhören können, die Basis des sozialen Miteinanders, scheint mehr und mehr in den Hintergrund zu treten. Der Hörsinn und damit die Wahrnehmung können sensibilisiert werden, ja spielerisch trainiert werden.

Die Sendung gibt Eindrücke von Workshops wieder und zeigt in Interviews mit Teilnehmer/innen, Komponist/innen, Vermittler/innen und Wissenschafter/innen die vielfältigen Möglichkeiten der Vermittlungsarbeit im Bereich zeitgenössischer Musik auf.

Für den amerikanischen Komponisten John Cage war jeder Klang, jedes Geräusch Musik. In den 1950er Jahren ein revolutionärer Gedanke, der immer noch als Leitmotiv der Haltung für offene Ohren gelten kann. In diesem Sinne sei auch John Cages Aussage verstanden, wenn er meinte, er brauche kein Radio mehr, denn er müsse nur ein Fenster seiner New Yorker Wohnung öffnen.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Eva Theimel
Damenkapellen in Wien

Sie stellten eine musikalische, aber auch eine optische Attraktion im Wien der Ringstraßenzeit dar: Damenkapellen standen im 19. Jahrhundert in der kaiserlichen Residenzstadt hoch im Kurs. Anzufinden waren sie vor allem im Wiener Prater, dessen zahlreiche legendäre Lokale die Möglichkeit zum Aufspielen gaben.

Vor allem das 1872 vom Gastwirten Ignaz Prohaska im Prater neueröffnete Restaurant (an dessen Ort sich heute das Grand Autodrom befindet) wurde zu einer bedeutenden Spielstätte für die Frauenorchester, die meist in Salonmusik-Besetzung auftraten. Prohaskas "Weiße Maderln" erhielten ihren Namen durch ihr Erscheinungsbild – mit ihren langen weißen Rüschenkleidern, die mit farbigen Schleifen geschmückt waren, zogen sie auch optisch Aufmerksamkeit auf sich. Kontakt zu Gästen war allerdings strikt untersagt – über Moral und Tugend der Damen wachte schließlich die Kapellmeisterin.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Ex libris Nachlese. "Komteß Mizzi" – Eine Chronik aus dem alten Wien.
Von Walter Schübler
Gestaltung: Peter Zimmermann


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Gerhard Krammer.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Alte Musik im Konzert. Münchener Kammerorchester; Mathis Stier, Fagott; Friedrich Thiele, Violoncello; Carlos Alexandre Brito Ferreira, Klarinette. Johann Nepomuk Hummel: Konzert für Fagott und Orchester F-Dur * Joseph Haydn: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 D-Dur Hob. VIIb/2 * Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur KV 622 (aufgenommen am 19. September 2019 im Prinzregententheater, Müchen).
Präsentation: Gerhard Hafner

Alljährlich im September treten beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD junge talentierte Musiker/innen in verschiedenen Kategorien an. Bei der letztjährigen, 68. Wettbewerbs-Ausgabe, konkurrierten Nachwuchstalente der Instrumente Klarinette, Fagott, Violoncello und Schlagzeug um die Auszeichnungen. 590 Musiker/innen aus 50 Ländern hatten sich beworben, um beim ARD-Wettbewerb in München teilzunehmen, 212 wurden eingeladen ins Rennen zu gehen und 12 von ihnen, kamen ins Finale.

Darunter der Fagottist Mathis Stier, der Cellist Friedrich Thiele und der Klarinettist Carlos Alexandre Brito Ferreira. Begleitet vom Münchener Kammerorchester begeisterten die drei Herren beim zweiten Preisträgerkonzert, am 19. September 2019, das Publikum im Prinzregententheater München. Werke von Johann Nepomuk Hummel, Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart standen dabei auf dem Programm.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
Literatur ist der Rede wert – Die Literarische Soiree
Aufgenommen am 10.3.2020 im Literaturhaus Graz
Moderation und Bearbeitung: Robert Weichinger

Drei literarische Neuerscheinungen, von einer Kritikerrunde unter die Lupe genommen. Unter der Leitung von Robert Weichinger diskutieren Johanna Öttl (Programmkoordinatorin im Literarischen Quartier Alte Schmiede), Daniel Wisser (Schriftsteller) und Klaus Kastberger (Leiter des Literaturhauses Graz) über

Valerie Fritsch: Herzklappen von Johnson & Johnson (Suhrkamp),
Andre Heller: Zum Weinen schön, zum Lachen bitter (Zsolnay) und
Jean-Philippe Toussaint: Der USB-Stick (Frankfurter V.)


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Rainer Elstner.


17:55 Betrifft: Geschichte
Spionage-Geschichten. Mit Christian Rapp, wissenschaftlicher Leiter des Hauses der Geschichte im Museum Niederösterreich.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Die Geschichte der Spionage ist eine einfallsreiche. Bereits aus der Antike kennt man Spionagetechniken, doch Geheimdienste gibt es, in Europa zumindest, erst seit der Römerzeit. Ein berühmtes Beispiel aus Österreich wäre der Nachrichtendienst von Staatskanzler Metternich, der ein System aus Polizei, Spitzeln und Zensur einsetze, um die Revolution zu verhindern. Im Jahrhundert darauf entwickelte die Wehrmacht eine mobile Chiffriermaschine namens Enigma, die als unknackbar galt.

Während des Zweiten Weltkriegs gelang es den Engländern dennoch, das System zu knacken – manche mutmaßen, dieser Erfolg habe den Krieg um zwei Jahre verkürzt. Noch während des Zweiten Weltkriegs erfanden die Briten eine neue Art von Spionage – sie schickten morsetechnisch ausgebildete Fallschirmspione, die sich auf dem Feindesgebiet abwerfen ließen und Informationen per Funkgeräte ans Heimatland weitergaben. Das wahre Zeitalter der Spionage begann aber nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Ost-Westkonflikt wurden Menschen mit und ohne ihr Wissen für Spionagetätigkeiten eingesetzt, von der ideologisch überzeugten Spionage-Tänzerin bis zum Regierungsbeamten, der mit perfiden Methoden in die Agentenrolle gedrängt wurde.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Die Erschließung Sibiriens
Von Brigitte Voykowitsch

"Kraft und Zauber der Taiga liegen nicht in gigantischen Bäumen und nicht in einer Grabesstille, sondern darin, dass vielleicht nur die Zugvögel wissen, wo sie zu Ende ist", schrieb der russische Schriftsteller Anton Tschechow 1890 während seiner Reise durch Sibirien. 9.000 Kilometer erstreckt sich Russland von West nach Ost, dabei entfallen 23 Prozent der Landfläche auf den europäischen Teil, der große Rest auf den asiatischen – also auf Sibirien und den Fernen Osten.

Dieser Raum teilt sich in elf Zeitzonen. Mit Schiffen, zu Pferd, mit Schlitten und Kutschen, später per Bahn und Flugzeug haben die Bewohner Russlands ihr Land erschlossen. In jüngster Zeit wird wieder der Ausbau der Baikal-Amur-Magistrale in Angriff genommen, einer Bahnstrecke nördlich der Transsibirischen Eisenbahn. Manche Regionen werden indes schwer erreichbar bleiben. Es gibt auch Gruppen, die das schätzen, weshalb Wissenschafter das "Recht auf Abgelegenheit" erforschen.


19:30 On stage
US-Trompeter Theo Croker bei Jazz & The City in Salzburg Trompeter

Theo Croker wurde u. a. als Mitglied der Band von Sängerin DeeDee Bridgewater bekannt, inzwischen ist der 34-Jährige aus Florida längst auch mit eigenen Projekten hervorgetreten, in denen er die Jazztradition mit den Rhythmen und Sounds des Hier und Heute kurzschließt: Im Rahmen des Auftritts beim Festival "Jazz & The City" am 18. Oktober 2019 in der Szene Salzburg bot Croker die Musik seines 2019 veröffentlichten, durch den Einsatz von Gastmusikern sowie elektronischen Sounds und Samples vielfärbig geratenen Albums "Star People Nation" in schlanker, großteils akustischer und energetischer Weise dar. In Michael King (Keyboards), Eric Wheeler (Kontrabass) und Michael Ode (Schlagzeug) konnte er sich auf bewährte Sidemen stützen.

Gestaltung: Marlene Schnedl


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Wer ist Opfer? Macht und Ohnmacht eines Rollenbildes (1).
Gestaltung: Johannes Gelich

Ernst Jünger – Chronist von Krieg, Drogen und Technisierung. Das Werk Ernst Jüngers als Spiegel des 20. Jahrhunderts (1).
Gestaltung: Richard Brem

Abenteuer Neue Musik. Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (1).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Porträt. Helmut Schmidinger

Als Albert Einstein einmal in die Pedale trat, kam er auf die Relativitätstheorie und so löst auch der Komponist Helmut Schmidinger am Rennrad gern komplexe kompositorische Knoten. Dabei hat der 1969 geborene Welser ursprünglich mit seiner Berufswahl gezögert, denn Komponieren ist für Schmidinger mehr als ein Brot-Job – es ist eine Werthaltung, welche das Verbindende über das Trennende stellt.

Die Leidenschaft zum Zusammenführen wird in seinen Werken hörbar: Musiktraditionen der Vergangenheit verbinden sich mit dem Jetzt, Genregrenzen verschwimmen. Meist beginnen die Kompositionen schon im Programmheft mit prosaischen Titeln wie "Das ist alles Windhauch" (UA 2019). Zwischen den Zeilen muss daher auch Schmidingers Musik gelesen werden. Für und nicht gegen das Instrument zu schreiben, dazu praktikabel und dennoch mit Tiefgang, das ist Schmidingers selbstauferlegtes Ziel. Und ist ihm das zu wenig, schwingt er sich einfach wieder aufs Rennrad und fährt u.a. von Wels nach Venedig.

Gestaltung: Andreas Maurer

*

Dienstag, 7. April 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Aus Asche erstanden" – Gedanken in der Karwoch von Anton Faber, Dompfarrer, Dechant und Domkapitular zu St. Stephan

Der Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame im April 2019 hat erlebbar gemacht, wie es den Österreicher/innen beim Brand des Stephansdoms am 12. April 1945 ergangen sein muss. Die Zerstörung war gewaltig – was daraus geworden ist, auch: Trotz der eigenen Not zu Kriegsende, folgte die Bevölkerung ganz Österreichs dem Aufruf von Kardinal Theodor Innitzer, am Wiederaufbau des Stephansdoms mitzuhelfen. Was an finanziellen Mitteln und an Arbeitskraft gespendet wurde, hat das Wiener Gotteshaus zum Stephansdom aller Österreicher/innen gemacht.

Dem Großbrand am 12. April 1945 fielen auch die Riesenorgel und die Pummerin zum Opfer. Schon 1952 konnte die neugegossene große Glocke, "die Pummerin" geweiht werden. Mit der Riesenorgel hat es länger gedauert: Am heurigen Ostersonntag, dem 12. April 2020 – also exakt 75 Jahre nach dem Brand – wird die erneuerte Riesenorgel beim feierlichen Hochamt geweiht.

Aus der zerstörenden Katastrophe wurden gemeinsame Neuaufbrüche und Erfolge. Die Ölbergstunde und der Kreuzweg werden zu Erlebnissen der Auferstehung und des Sieges über den Tod. Auch heute.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio
mit Hans Georg Nicklaus.


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Wer ist Opfer?
Macht und Ohnmacht eines Rollenbildes (2).
Gestaltung: Johannes Gelich

In Zeiten von Populismus, Klimakrise, Geschlechter- und Generationenkampf geistert ein Begriff durch die einschlägigen gesellschaftspolitischen Debatten: das Opfer. In den letzten Jahren ist, so scheint es, ein regelrechter Opfermarkt entstanden: das Volk ist Opfer einer von außen gesteuerten Migrationspolitik, sagen rechte Populisten. Der Arbeitnehmer von heute ist Opfer der Profit-Interessen von Kapital, Konzernen und politischen Eliten auf dem Schlachtfeld des Neoliberalismus, sagen linke Populisten.

Frauen sind Opfer von sexistischen Übergriffen in Beruf und Medien, sagen Frauenrechtlerinnen. Männer sind Opfer von blindwütigen Feministinnen, sagen Männerverbände. Dritte-Welt-Länder sind Opfer neokolonialistischer Politik des reichen Westens, sagen Globalisierungskritiker. Wachstumsideologie, Umweltzerstörung und die Ausbeutung von Ressourcen geschehen auf dem Rücken der Kinder, sagen Ökologen. Eltern werden von ihren Kindern in Altersheime abgeschoben und vernachlässigt, sagen Pensionisten-Verbände.

Das Opfer, so viel steht fest, ist der wahre Held unserer Zeit. Opfer zu sein, verspricht höchste Anerkennung, erzeugt machtvolle Ansprüche und ist über jede Kritik erhaben. Doch warum und seit wann hat der Opfer-Status einen derartigen Stellenwert in der westlichen Kultur und ihren gesellschaftlichen Debatten gewonnen? Die Darbringung von Opfern gegenüber Göttern ist ein wesentlicher Bestandteil der meisten Religionen der Welt. Doch im Christentum hat sich Gott durch seine Menschwerdung bis zu seinem Tod am Kreuz selbst geopfert. Hier zeigt sich religionsgeschichtlich insofern eine Wende, als sich Jesus für die Sünden der Menschen selbst opfert und damit weitere Opfer überflüssig macht.

Die Anbetung des Opfers hat im Medienzeitalter jedoch eine neue, quasi-religiöse Dimension erfahren: Das Fernsehen und eine adäquate Medien-Inszenierung leben geradezu von der Dauerpräsenz des Opfers. Von der Allgegenwärtigkeit des Opfers von Verbrechen in Kriminalfilmen bis hin zur Akkumulation von politischem Kapital durch Fernsehbilder wie 9/11: in den Medien ist längst eine Konkurrenz um die Präsenz der Opfer-Identitäten entstanden. Und auch die österreichische Identität war noch lange nach dem 2. Weltkrieg von dem Mythos geprägt, das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen zu sein. Doch was sind die Auswege aus diesem schädlichen, medial transportierten Opfer-Täter-Schema? Gefragt sind die Stärkung demokratischer Kräfte und die Verantwortung jedes Einzelnen, Fakten zu studieren, Lösungsansätze zu diskutieren und sich in demokratische Entscheidungsprozesse einzubringen. Nur so lässt sich dieser Regress ins Primitive unterbinden.


09:30 Radiokolleg – Ernst Jünger – Chronist von Krieg, Drogen und Technisierung
Sein Werk als Spiegel des 20. Jahrhunderts (2).
Gestaltung: Richard Brem

Die Lebensgeschichte des deutschen Schriftstellers Ernst Jünger liest sich, als wäre sie von einem Romanautor erdacht worden. Einer literarischen Figur ähnlich, tauchte er stets an den Brennpunkten des 20. Jahrhunderts auf: 1914 zog er als Freiwilliger begeistert in den Krieg, kämpfte in den großen Materialschlachten an der Westfront, wurde mehrfach verwundet und kurz vor Kriegsende mit dem höchsten preußischen Tapferkeitsorden, dem "Pour le Mérite", ausgezeichnet.

Nachdem er den Krieg als eine Art Rausch durchlebt und in Büchern auch als solchen beschrieben hatte, begann Jünger sich in den 1920er Jahren an Technik und Nation zu berauschen. Er wurde zum Wortführer eines elitären Nationalismus und entwarf 1932 mit "Der Arbeiter" seine eigene Vision einer Techno-Diktatur, die Elemente aus italienischem Faschismus und sowjetischem Bolschewismus miteinander verschmolz.

Zum Nationalsozialismus hielt Jünger Abstand und veröffentlichte mit "Auf den Marmorklippen" 1939 einen Roman, der von Heinrich Böll, den Geschwistern Scholl und vielen anderen als Widerstandsparabel verstanden wurde. Auch verbrachte er den Großteil des 2. Weltkriegs im Stab des deutschen Militärbefehlshabers in Paris, wo er in engem Kontakt zu den Verschwörern des 20. Juli stand, aber auch Künstlern wie Picasso, Braque und Cocteau begegnete.

In den 1950er Jahren war Jünger einer der ersten, die mit LSD experimentierten – in gemeinsamen Drogen-Séancen mit dem LSD-Entdecker Albert Hofmann. Die nachfolgenden Jahrzehnte verbrachte er mit zahlreichen Reisen rund um den Erdball und als scharfsichtiger Chronist einer sich rasant globalisierenden und technologisierenden Welt.

Als Ernst Jünger 1998 im Alter von 102 Jahren starb, hinterließ er ein über 20-bändiges Gesamtwerk aus Essays, Romanen, Kriegsbüchern, Reisenotizen und Tagebüchern, in denen sich das 20. Jahrhundert mit allen seinen Umwälzungen und Verheerungen widerspiegelt.

Das "Radiokolleg" zeichnet ein Porträt dieses vielschichtigen, widersprüchlichen und nach wie vor umstrittenen Autors.


09:45 Radiokolleg – Abenteuer Neue Musik
Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (2).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

Ungewöhnliche Instrumente, Klänge, die man so noch nicht erlebt hat, oder überraschende Wendungen und Strukturen: Neue Musik kann ihr Publikum zum Staunen bringen, vorausgesetzt es hört neugierig und vorurteilsfrei zu. Warum aktuelle Kompositionen in den Konzertprogrammen nach wie vor auf klassische Musikliebhaber mehr abschreckend als animierend wirken, ist oft auf vorgefertigte Erwartungshaltungen zurückzuführen. Diese entstehen, weil das vielfältige Repertoire nach 1930 im schulischen Musikunterricht nach wie vor wenig Platz findet und in der Instrumentalausbildung häufig ebenso. Zusätzlich kommt oft das weitverbreitete Vorurteil zum Tragen, dass man Musik verstehen müsse.

Die Musikvermittlung nähert sich neuen Werken weniger auf intellektueller, denn auf sinnlicher, emotionaler und erlebbarer Ebene. Vielfältige Zugänge sind von Musikvermittler/innen entwickelt worden, um Musik mit verschiedenen Sinnen zu spüren, Verbindungen zum eigenen Leben zu entdecken und sich selbst kreativ auszudrücken: In Projekten und Workshops nähert man sich analog und digital den Kompositionen, gestaltet gemeinsam, versucht sich in grafischer Notation, oder macht Musik auf unterschiedlichste Arten sichtbar, um ihre Struktur kennenzulernen.

Ensembles, Musiker/innen, Veranstalter, Komponist/innen und Vermittler/innen haben in den letzten Jahrzehnten Methoden entwickelt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene an das bewusste Hören heranzuführen, um ihnen den anregenden und stilistisch breit gefächerten Klangkosmos der zeitgenössischen Musik zu offenbaren. Nicht nur, dass die Welt um uns herum immer lauter wird und von Bildern dominiert ist, auch das einander zuhören können, die Basis des sozialen Miteinanders, scheint mehr und mehr in den Hintergrund zu treten. Der Hörsinn und damit die Wahrnehmung können sensibilisiert werden, ja spielerisch trainiert werden.

Die Sendung gibt Eindrücke von Workshops wieder und zeigt in Interviews mit Teilnehmer/innen, Komponist/innen, Vermittler/innen und Wissenschafter/innen die vielfältigen Möglichkeiten der Vermittlungsarbeit im Bereich zeitgenössischer Musik auf.

Für den amerikanischen Komponisten John Cage war jeder Klang, jedes Geräusch Musik. In den 1950er Jahren ein revolutionärer Gedanke, der immer noch als Leitmotiv der Haltung für offene Ohren gelten kann. In diesem Sinne sei auch John Cages Aussage verstanden, wenn er meinte, er brauche kein Radio mehr, denn er müsse nur ein Fenster seiner New Yorker Wohnung öffnen.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Mit Michael Blees. "Schwanensang, Schwanenklang" – "Undine" von Albert Lortzing. Mit Anneliese Rothenberger, Nicolai Gedda, Lisa Otto, Fritz Wunderlich, Gottlob Frick, Rudolf Schock u.a.

Als der Meister der deutschen Spieloper ist er in die Musikgeschichte eingegangen – der in Berlin geborene und verstorbene, kurzzeitig auch in Wien tätige Albert Lortzing. Aber er verstand es nicht nur, in der Regel als Komponist und Librettist in Personalunion, volkstümlich leichte Buffo-Opern zu schreiben, sondern auch romantisch ernste Werke.

Bekanntestes Beispiel dafür ist seine romantische Zauberoper "Undine" nach einer Erzählung von Friedrich de la Motte Fouqué. Vor 175 Jahren ist dieses einst vielgespielte Werk um die Geschichte einer Wassernixe, die sich danach sehnt, ein beseeltes Wesen zu werden, in Magdeburg zur Uraufführung gekommen.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Der wunde Punkt". Von Saki. Aus dem Englischen von Claus Sprick. "Die Suppe". Von Slawomir Mrozek. Aus dem Polnischen von Christa Vogel. Es liest Toni Slama.

Eine klare Suppe ist im Leben wichtiger als klare Verhältnisse! Sir Lulworth möchte beim Essen weder über Adelaides Beerdigung noch über Geschäftliches sprechen, doch sein Neffe lässt nicht locker. Beim Kaffee schließlich berichtet der Neffe, was er als Großtante Adelaides Testamentsvollstrecker über einen nie ganz aufgeklärten tragischen Unfall herausgefunden hat. Ein Brief könnte ein Motiv für ein Verbrechen liefern …

Auch die zweite Geschichte, die sich in einem Restaurant ereignet, lässt ein Rätsel zurück. Völlig ungewiss, ob es die Kriminologie je lösen wird.

Der englische Schriftsteller und Satiriker Hector Hugh Munro, 1870 in Burma geboren, wuchs in England auf. Der "Meister der Kurzgeschichte", der mit O. Henry und Dorothy Parker verglichen wird, schrieb unter dem Pseudonym Saki. In seinen scharfsinnigen Geschichten karikierte er die "bessere" Gesellschaft Englands vor dem Ersten Weltkrieg. Der Autor unserer zweiten Geschichte, der polnische Dramatiker Slawomir Mrozek, ist bekannt für seine abwechslungsreichen und humorvollen Satiren, stets brillant formuliert.

Gestaltung: Stefanie Zussner
Präsentation: Antonia Löffler


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Marie-Theres Himmler.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Vahid Khadem-Missagh, Violine; Dorothy Khadem-Missag, Klavier. Ludwig van Beethoven: a) Sonate F-Dur op. 24, "Frühlingssonate"; b) Romanze Nr. 1 G-Dur op. 40 * Franz Liszt: ausgewählte Werke für Violine und Klavier u. a. (aufgenommen am 20. März im Franz Liszt Konzertsaal des Lisztzentrum Raiding im Rahmen des "Liszt Festival Raiding 2020").
Präsentation: Gerhard Krammer


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
Die Welt, die ich mir als Kind versprochen habe
Begegnungen mit Norbert Gstrein
Feature von Thomas David
(Produktion WDR)

Wenn Norbert Gstrein Romane schreibt, ist das auch der Versuch, den Zuschreibungen seiner Tiroler Herkunft zu entkommen. Der Journalist Thomas David hat den Schriftsteller deshalb in sein Heimatdorf begleitet. Geboren wurde Gstrein 1961 im österreichischen Tirol als Sohn eines Hoteliers. Aber schon in seinen beiden wichtigen Romanen "Die englischen Jahre" (1999) und "Das Handwerk des Tötens" (2003) hat sich der Schriftsteller erzählerisch weit von seiner Heimat entfernt.

So spielt das erste großartig konstruierte Buch größtenteils 1940 in einem englischen Gefangenenlager, das zweite erzählt von einem Kriegsberichterstatter, der im Kosovo umgekommen ist. 2016 hat der Journalist und Literaturkritiker Thomas David den Schriftsteller in dessen Kindheitsort begleitet. Der wird auch in Gstreins gerade erschienenem Roman "Als ich jung war" zum Ausgangspunkt einer besonderen Form der "Entheimatung". Darin führt sie den Erzähler bis nach Amerika.


16:45 Heimspiel


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Spionage-Geschichten. Mit Christian Rapp, wissenschaftlicher Leiter des Hauses der Geschichte im Museum Niederösterreich.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Die Geschichte der Spionage ist eine einfallsreiche. Bereits aus der Antike kennt man Spionagetechniken, doch Geheimdienste gibt es, in Europa zumindest, erst seit der Römerzeit. Ein berühmtes Beispiel aus Österreich wäre der Nachrichtendienst von Staatskanzler Metternich, der ein System aus Polizei, Spitzeln und Zensur einsetze, um die Revolution zu verhindern. Im Jahrhundert darauf entwickelte die Wehrmacht eine mobile Chiffriermaschine namens Enigma, die als unknackbar galt.

Während des Zweiten Weltkriegs gelang es den Engländern dennoch, das System zu knacken – manche mutmaßen, dieser Erfolg habe den Krieg um zwei Jahre verkürzt. Noch während des Zweiten Weltkriegs erfanden die Briten eine neue Art von Spionage – sie schickten morsetechnisch ausgebildete Fallschirmspione, die sich auf dem Feindesgebiet abwerfen ließen und Informationen per Funkgeräte ans Heimatland weitergaben. Das wahre Zeitalter der Spionage begann aber nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Ost-Westkonflikt wurden Menschen mit und ohne ihr Wissen für Spionagetätigkeiten eingesetzt, von der ideologisch überzeugten Spionage-Tänzerin bis zum Regierungsbeamten, der mit perfiden Methoden in die Agentenrolle gedrängt wurde.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Wie viel wir verbrauchen dürften, um klimagerecht zu leben
Von Juliane Nagiller

"Climate Justice! Now!" Diese Parole rufen tausende Schülerinnen und Schüler bei ihren Protesten. Sie fordern radikale und schnelle Maßnahmen gegen die Klimakrise. Sie wirft nicht nur drängende ökologische Fragen auf, sondern auch Fragen nach einem moralisch verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Dabei geht es um Gerechtigkeit zwischen den Generationen, also um die zukünftige Absicherung der natürlichen Lebensgrundlage, und um Verteilungsfragen zwischen armen und reichen Ländern.

Um die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen, bräuchte es einen klimaverträglichen Konsum und Lebensstil, vor allem im Westen. Für einen Bürger hierzulande würde das beispielsweise bedeuten: Pro Jahr höchstens eineinhalb Tonnen Kohlendioxid zu verbrauchen. Tatsächlich sind es derzeit 10 Mal so viel.


19:30 Das Ö1 Konzert
Royal Concertgebouw Orchestra, Dirigent: Herbert Blomstedt; Felix Mendelssohn Bartholdy: Symphonie Nr. 3 a-Moll op. 56, "Schottische" * Wilhelm Stenhammar: Intermezzo aus der symphonischen Kantate "Sangen" op. 44 * Johannes Brahms: Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 68 (aufgneommen am 11. Jänner 2019 im Palais des Beaux-Arts in Brüssel).
Präsentation: Andreas Maurer


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Wer ist Opfer? Macht und Ohnmacht eines Rollenbildes (2).
Gestaltung: Johannes Gelich

Ernst Jünger – Chronist von Krieg, Drogen und Technisierung. Sein Werk als Spiegel des 20. Jahrhunderts (2).
Gestaltung: Richard Brem

Abenteuer Neue Musik. Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (2).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Von Adams bis Zipp. Komponieren mit Beethoven (2)

Das Beethoven-Haus Bonn hat sich die Aufgabe gestellt, Kompositionen aus der Zeit von Beethovens 100. Geburtstag 1870 bis heute zusammenzutragen, für welche Beethoven eine maßgebliche Rolle spielt. Entstehen soll eine Materialsammlung, die Anregungen zur Programmkonzeption liefert und als Grundlage für eine ab 2020 geplante wissenschaftliche Auswertung dient. Eine online gestellte Liste wird im Beethoven-Haus weiter bearbeitet, soll jedoch bereits jetzt als "Work in Progress" dazu anregen, ergänzende Informationen bzw. weitere Kompositionen zu melden. Schon mit den bisher gesammelten Kompositionen der vergangenen 50 Jahre, die sich mit Beethoven auseinandersetzen, könnten 2020 alle "Zeit-Ton"-Sendungen programmiert werden.

Gestaltung: Peter Kislinger

*

Mittwoch, 8. April 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Aus Asche erstanden" – Gedanken in der Karwoch von Anton Faber, Dompfarrer, Dechant und Domkapitular zu St. Stephan

Der Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame im April 2019 hat erlebbar gemacht, wie es den Österreicher/innen beim Brand des Stephansdoms am 12. April 1945 ergangen sein muss. Die Zerstörung war gewaltig – was daraus geworden ist, auch: Trotz der eigenen Not zu Kriegsende, folgte die Bevölkerung ganz Österreichs dem Aufruf von Kardinal Theodor Innitzer, am Wiederaufbau des Stephansdoms mitzuhelfen. Was an finanziellen Mitteln und an Arbeitskraft gespendet wurde, hat das Wiener Gotteshaus zum Stephansdom aller Österreicher/innen gemacht.

Dem Großbrand am 12. April 1945 fielen auch die Riesenorgel und die Pummerin zum Opfer. Schon 1952 konnte die neugegossene große Glocke, "die Pummerin" geweiht werden. Mit der Riesenorgel hat es länger gedauert: Am heurigen Ostersonntag, dem 12. April 2020 – also exakt 75 Jahre nach dem Brand – wird die erneuerte Riesenorgel beim feierlichen Hochamt geweiht.

Aus der zerstörenden Katastrophe wurden gemeinsame Neuaufbrüche und Erfolge. Die Ölbergstunde und der Kreuzweg werden zu Erlebnissen der Auferstehung und des Sieges über den Tod. Auch heute.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio
mit Renate Burtscher.


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Wer ist Opfer?
Macht und Ohnmacht eines Rollenbildes (3).
Gestaltung: Johannes Gelich

In Zeiten von Populismus, Klimakrise, Geschlechter- und Generationenkampf geistert ein Begriff durch die einschlägigen gesellschaftspolitischen Debatten: das Opfer. In den letzten Jahren ist, so scheint es, ein regelrechter Opfermarkt entstanden: das Volk ist Opfer einer von außen gesteuerten Migrationspolitik, sagen rechte Populisten. Der Arbeitnehmer von heute ist Opfer der Profit-Interessen von Kapital, Konzernen und politischen Eliten auf dem Schlachtfeld des Neoliberalismus, sagen linke Populisten.

Frauen sind Opfer von sexistischen Übergriffen in Beruf und Medien, sagen Frauenrechtlerinnen. Männer sind Opfer von blindwütigen Feministinnen, sagen Männerverbände. Dritte-Welt-Länder sind Opfer neokolonialistischer Politik des reichen Westens, sagen Globalisierungskritiker. Wachstumsideologie, Umweltzerstörung und die Ausbeutung von Ressourcen geschehen auf dem Rücken der Kinder, sagen Ökologen. Eltern werden von ihren Kindern in Altersheime abgeschoben und vernachlässigt, sagen Pensionisten-Verbände.

Das Opfer, so viel steht fest, ist der wahre Held unserer Zeit. Opfer zu sein, verspricht höchste Anerkennung, erzeugt machtvolle Ansprüche und ist über jede Kritik erhaben. Doch warum und seit wann hat der Opfer-Status einen derartigen Stellenwert in der westlichen Kultur und ihren gesellschaftlichen Debatten gewonnen? Die Darbringung von Opfern gegenüber Göttern ist ein wesentlicher Bestandteil der meisten Religionen der Welt. Doch im Christentum hat sich Gott durch seine Menschwerdung bis zu seinem Tod am Kreuz selbst geopfert. Hier zeigt sich religionsgeschichtlich insofern eine Wende, als sich Jesus für die Sünden der Menschen selbst opfert und damit weitere Opfer überflüssig macht.

Die Anbetung des Opfers hat im Medienzeitalter jedoch eine neue, quasi-religiöse Dimension erfahren: Das Fernsehen und eine adäquate Medien-Inszenierung leben geradezu von der Dauerpräsenz des Opfers. Von der Allgegenwärtigkeit des Opfers von Verbrechen in Kriminalfilmen bis hin zur Akkumulation von politischem Kapital durch Fernsehbilder wie 9/11: in den Medien ist längst eine Konkurrenz um die Präsenz der Opfer-Identitäten entstanden. Und auch die österreichische Identität war noch lange nach dem 2. Weltkrieg von dem Mythos geprägt, das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen zu sein. Doch was sind die Auswege aus diesem schädlichen, medial transportierten Opfer-Täter-Schema? Gefragt sind die Stärkung demokratischer Kräfte und die Verantwortung jedes Einzelnen, Fakten zu studieren, Lösungsansätze zu diskutieren und sich in demokratische Entscheidungsprozesse einzubringen. Nur so lässt sich dieser Regress ins Primitive unterbinden.


09:30 Radiokolleg – Ernst Jünger – Chronist von Krieg, Drogen und Technisierung
Sein Werk als Spiegel des 20. Jahrhunderts (3).
Gestaltung: Richard Brem

Die Lebensgeschichte des deutschen Schriftstellers Ernst Jünger liest sich, als wäre sie von einem Romanautor erdacht worden. Einer literarischen Figur ähnlich, tauchte er stets an den Brennpunkten des 20. Jahrhunderts auf: 1914 zog er als Freiwilliger begeistert in den Krieg, kämpfte in den großen Materialschlachten an der Westfront, wurde mehrfach verwundet und kurz vor Kriegsende mit dem höchsten preußischen Tapferkeitsorden, dem "Pour le Mérite", ausgezeichnet.

Nachdem er den Krieg als eine Art Rausch durchlebt und in Büchern auch als solchen beschrieben hatte, begann Jünger sich in den 1920er Jahren an Technik und Nation zu berauschen. Er wurde zum Wortführer eines elitären Nationalismus und entwarf 1932 mit "Der Arbeiter" seine eigene Vision einer Techno-Diktatur, die Elemente aus italienischem Faschismus und sowjetischem Bolschewismus miteinander verschmolz.

Zum Nationalsozialismus hielt Jünger Abstand und veröffentlichte mit "Auf den Marmorklippen" 1939 einen Roman, der von Heinrich Böll, den Geschwistern Scholl und vielen anderen als Widerstandsparabel verstanden wurde. Auch verbrachte er den Großteil des 2. Weltkriegs im Stab des deutschen Militärbefehlshabers in Paris, wo er in engem Kontakt zu den Verschwörern des 20. Juli stand, aber auch Künstlern wie Picasso, Braque und Cocteau begegnete.

In den 1950er Jahren war Jünger einer der ersten, die mit LSD experimentierten – in gemeinsamen Drogen-Séancen mit dem LSD-Entdecker Albert Hofmann. Die nachfolgenden Jahrzehnte verbrachte er mit zahlreichen Reisen rund um den Erdball und als scharfsichtiger Chronist einer sich rasant globalisierenden und technologisierenden Welt.

Als Ernst Jünger 1998 im Alter von 102 Jahren starb, hinterließ er ein über 20-bändiges Gesamtwerk aus Essays, Romanen, Kriegsbüchern, Reisenotizen und Tagebüchern, in denen sich das 20. Jahrhundert mit allen seinen Umwälzungen und Verheerungen widerspiegelt.

Das "Radiokolleg" zeichnet ein Porträt dieses vielschichtigen, widersprüchlichen und nach wie vor umstrittenen Autors.


09:45 Radiokolleg – Abenteuer Neue Musik
Neugier wecken für zeitgenössische
Kompositionen (3).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

Ungewöhnliche Instrumente, Klänge, die man so noch nicht erlebt hat, oder überraschende Wendungen und Strukturen: Neue Musik kann ihr Publikum zum Staunen bringen, vorausgesetzt es hört neugierig und vorurteilsfrei zu. Warum aktuelle Kompositionen in den Konzertprogrammen nach wie vor auf klassische Musikliebhaber mehr abschreckend als animierend wirken, ist oft auf vorgefertigte Erwartungshaltungen zurückzuführen. Diese entstehen, weil das vielfältige Repertoire nach 1930 im schulischen Musikunterricht nach wie vor wenig Platz findet und in der Instrumentalausbildung häufig ebenso. Zusätzlich kommt oft das weitverbreitete Vorurteil zum Tragen, dass man Musik verstehen müsse.

Die Musikvermittlung nähert sich neuen Werken weniger auf intellektueller, denn auf sinnlicher, emotionaler und erlebbarer Ebene. Vielfältige Zugänge sind von Musikvermittler/innen entwickelt worden, um Musik mit verschiedenen Sinnen zu spüren, Verbindungen zum eigenen Leben zu entdecken und sich selbst kreativ auszudrücken: In Projekten und Workshops nähert man sich analog und digital den Kompositionen, gestaltet gemeinsam, versucht sich in grafischer Notation, oder macht Musik auf unterschiedlichste Arten sichtbar, um ihre Struktur kennenzulernen.

Ensembles, Musiker/innen, Veranstalter, Komponist/innen und Vermittler/innen haben in den letzten Jahrzehnten Methoden entwickelt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene an das bewusste Hören heranzuführen, um ihnen den anregenden und stilistisch breit gefächerten Klangkosmos der zeitgenössischen Musik zu offenbaren. Nicht nur, dass die Welt um uns herum immer lauter wird und von Bildern dominiert ist, auch das einander zuhören können, die Basis des sozialen Miteinanders, scheint mehr und mehr in den Hintergrund zu treten. Der Hörsinn und damit die Wahrnehmung können sensibilisiert werden, ja spielerisch trainiert werden.

Die Sendung gibt Eindrücke von Workshops wieder und zeigt in Interviews mit Teilnehmer/innen, Komponist/innen, Vermittler/innen und Wissenschafter/innen die vielfältigen Möglichkeiten der Vermittlungsarbeit im Bereich zeitgenössischer Musik auf.

Für den amerikanischen Komponisten John Cage war jeder Klang, jedes Geräusch Musik. In den 1950er Jahren ein revolutionärer Gedanke, der immer noch als Leitmotiv der Haltung für offene Ohren gelten kann. In diesem Sinne sei auch John Cages Aussage verstanden, wenn er meinte, er brauche kein Radio mehr, denn er müsse nur ein Fenster seiner New Yorker Wohnung öffnen.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Stephanie Maderthaner
Ludwig van Beethoven: Sonate für Klavier und Violine in F-Dur op. 24
(Martha Argerich/Klavier, Gidon Kremer/Violine)

Was haben der Name
eines bekannten Mineralwassers und die so genannte "Frühlingssonate"
gemeinsam? Das Bankhaus Fries. Zur Zeit Beethovens war der 1777 geborene
Moritz Christian von Fries Oberhaupt der Familie. Man war im Besitz des
Schlosses Vöslau. Moritz von Fries zählte gegen Ende des 18.
Jahrhunderts zu den reichsten Männern der Monarchie.

Unter der Familie Fries begann der Aufstieg von Bad Vöslau. Ihm, diesem eleganten und vor allem geschmackssicheren Kunstsammler, widmete Beethoven unter anderem seine Symphonie Nr.7 in A- Dur und die "Frühlingsonate". Was damals niemand ahnen konnte, war die Tatsache, dass Moritz von Fries bis 1825 in einem gewaltigen Konkurs alles verlieren würde, um letzten Endes mittellos in Paris zu sterben. Was bleibt, sind Beethovens Frühlingsklänge. Gewidmet einem Mann in seiner Glanzzeit.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Erinnerungen an den Dramatiker Martin Babian". Von Lukas Bärfuss.

Auf der Geburtstagsfeier für einen Schauspieler kommt der Ich-Erzähler erstmals mit Martin Babian in Berührung, und er recherchiert alles, was er über den Dichter der Vätergeneration, als "Chronist des Intimen" charakterisiert, findet. Das ist nicht viel. Bei seiner Lesung auf den Solothurner Literaturtagen begegnet der aufstrebende junge Autor dem verbitterten alten Mann wieder …

Der Schweizer Lukas Bärfuss, 1971 in Thun geboren, schreibt Theaterstücke, Romane und Essays. Seine Stücke werden weltweit gespielt, seine Romane sind in etwa zwanzig Sprachen übersetzt. Bärfuss lebt in Zürich.

2019 wurde Lukas Bärfuss mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: "In einer distinkten und dennoch rätselhaften Bildersprache, karg, klar und trennscharf, durchdringen sich nervöses politisches Krisenbewusstsein und die Fähigkeit zur Gesellschaftsanalyse am exemplarischen Einzelfall, psychologische Sensibilität und der Wille zur Wahrhaftigkeit. Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkunden seine Dramen und Romane stets neu und anders existentielle Grundsituationen des modernen Lebens".

Gestaltung: Stefanie Zussner


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Andreas Maurer.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Dirigent: Robin Ticciati; Chor des Bayerischen Rundfunks.
Richard Wagner: "Parsifal", Vorspiel und Auszüge aus dem 3. Aufzug für gemischten Chor und Orchester (zusammengestellt von Claudio Abbado) * Sir George Benjamin: Sudden Time * Jean Sibelius: Symphonie Nr. 7 C-Dur op. 105 (aufgenommen am 10. Jänner im Herkulessaal der Münchner Residenz).
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft
U. a. mit dem Beitrag zum Schwerpunkt Stephansdom: Ein Dom für alle Österreicher/innen Ein Dom für alle Österreicher/innen

Manche bezeichnen ihn als die "Notre Dame" Österreichs, der Stephansdom, der zum Kriegsende vor 75 Jahren gebrannt hat, ist das Wahrzeichen Wiens, wahrscheinlich auch Österreichs, und mit mehr als sechs Millionen Besucher/innen auch die meistbesuchte Sehenswürdigkeit des Landes. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufbau des Doms galt St. Stephan als identitätsstiftendes Symbol Österreichs. Ist das "der Steffl" heute immer noch? Welche Bedeutung hat er für das kollektive Bewusstsein? Welchen Stellenwert für nicht-religiöse Menschen oder Angehörige anderer Konfessionen und Religionen? PRAXIS fragt nach. –
Gestaltung: Kerstin Tretina


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17:55 Betrifft: Geschichte
Spionage-Geschichten. Mit Christian Rapp, wissenschaftlicher Leiter des Hauses der Geschichte im Museum Niederösterreich.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Die Geschichte der Spionage ist eine einfallsreiche. Bereits aus der Antike kennt man Spionagetechniken, doch Geheimdienste gibt es, in Europa zumindest, erst seit der Römerzeit. Ein berühmtes Beispiel aus Österreich wäre der Nachrichtendienst von Staatskanzler Metternich, der ein System aus Polizei, Spitzeln und Zensur einsetze, um die Revolution zu verhindern. Im Jahrhundert darauf entwickelte die Wehrmacht eine mobile Chiffriermaschine namens Enigma, die als unknackbar galt.

Während des Zweiten Weltkriegs gelang es den Engländern dennoch, das System zu knacken – manche mutmaßen, dieser Erfolg habe den Krieg um zwei Jahre verkürzt. Noch während des Zweiten Weltkriegs erfanden die Briten eine neue Art von Spionage – sie schickten morsetechnisch ausgebildete Fallschirmspione, die sich auf dem Feindesgebiet abwerfen ließen und Informationen per Funkgeräte ans Heimatland weitergaben. Das wahre Zeitalter der Spionage begann aber nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Ost-Westkonflikt wurden Menschen mit und ohne ihr Wissen für Spionagetätigkeiten eingesetzt, von der ideologisch überzeugten Spionage-Tänzerin bis zum Regierungsbeamten, der mit perfiden Methoden in die Agentenrolle gedrängt wurde.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Ein Gespräch mit dem Technologie-Futuristen Jamie Metzl
Moderation: Brigit Dalheimer

"Das Aus für den Sex", "Der Raub der Unsterblichkeit von den Göttern", "Das Wettrüsten der menschlichen Spezies": Schon ein Blick auf die Kapitelüberschriften seines Buchs "Der designte Mensch" zeigt, dass Jamie Metzl nicht weniger als eine grundlegende Revolution des Menschseins heraufdämmern sieht. Der vielseitig interessierte US-Amerikaner hat Geschichte studiert, als Südostasien-Experte die Clinton-Administration beraten und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Technologieentwicklung.

Seit gut 20 Jahren ist die Gentechnik eines seiner Kernthemen. Künstliche Befruchtung, Stammzellen, Erbgut-Analysen und genome-editing gepaart mit den dank Big Data-Analysen stetig wachsenden Prognosemöglichkeiten der Informationstechnologie werden die Art und Weise, wie wir Kinder bekommen, in den nächsten Jahrzehnten grundlegend verändern, ist Jamie Metzl überzeugt. Und wir sollten besser heute als morgen darüber zu reden beginnen, wie wir damit umgehen werden.


19:30 Die Opernwerkstatt
Hochdramatische Kraft und starker Ausdruck: KS Linda Watson im Gespräch mit Ö1 Opern-Redakteur Michael Blees (aufgezeichnet am 26. März 2020 im RadioCafé des Wiener RadioKulturhauses).

"Wir haben die beste Ring-Besetzung der Welt. Linda Watson hat den richtigen, dunklen Klang, den ich mir für die Brünnhilde wünsche" – so der Dirigent Christian Thielemann über die US-amerikanische Sopranistin Linda Watson; unter anderem bei den Bayreuther Festspielen und an der Wiener Staatsoper hat die Sängerin mit dem üppigen Ton und großer Bühnenpräsenz unter der Leitung dieses Dirigenten die fordernde Rolle der Brünnhilde – triumphal gefeiert – verkörpert; unter Maestro Thielemann war sie aber auch in Baden-Baden (2010) die Elektra in der Oper von Richard Strauss.

Ihre Laufbahn hatte sie zunächst als Mezzosopranistin begonnen, über Brangäne ("Tristan und Isolde"), Venus ("Tannhäuser") und Kundry ("Parsifal") ist sie ins Sopranfach aufgestiegen – mit Rollen von der Leonore in "Fidelio" über Marschallin und Ariadne bei Richard Strauss bis hin zu Puccinis "Turandot". An der Wiener Staatsoper hat Linda Watson bereits 1986 debütiert; 13 Partien hat sie hier mit starkem Bühnenleben erfüllt. Im Jänner 2020 wurde sie mit dem Ehrentitel "Österreichische Kammersängerin" gewürdigt.


21:00 Salzburger Nachtstudio
12 Fragen an den Evolutionsbiologen Ulrich Technau
Gestaltung: Katrin Mackowski

Wir Menschen sind Verwandte der hirnlosen, gallertartigen, aber unsterblichen Seeanemone, bekannt auch als "Blumentier". Ausgehend von der Annahme, dass alle Lebewesen über einen ähnlichen Genpool verfügen, analysiert der Evolutionsbiologe Ulrich Technau von der Universität Wien die frühe embryonale Entwicklung der Seeanemone und die Funktion von Genen.

Er fragt nach der Entwicklung des Gehirns, aber auch danach, wie Darm, Haut und Muskulatur während der Evolution entstanden sind. Der Forscher nimmt dabei immer wieder die allerersten Stadien der Embryonalentwicklung, die "Keimblatt-Theorie", ins Visier und fand heraus, dass Darm bildende Drüsenzellen anders entstanden sind als bisher angenommen. Das wirft ein grundlegend neues Licht auf die Evolution von Darm und Muskelgewebe.

Aber warum sind wir Menschen nicht unsterblich wie die Seeanemone? Warum sehen wir nicht aus wie dieses Nesseltier, das so extrem robust ist, keine Krebszellen entwickelt und ihre Leben wie auf dem Kopf stehend verbringt? Basierend auf der Entdeckung der "Kopf-Gene" im "Fuß" der Seeanemone, wurde ein neues Detail zur Evolutionsgeschichte komplexer Gehirne bekannt: Offenbar konnte sich vor rund 600 Millionen Jahren erstmals ein Sinneszentrum in einem noch hirnlosen, aber gemeinsamen Vorfahren entwickeln.

Ein Salzburger Nachtstudio von Katrin Mackowski


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Wer ist Opfer? Macht und Ohnmacht eines Rollenbildes (3).
Gestaltung: Johannes Gelich

Ernst Jünger – Chronist von Krieg, Drogen und Technisierung. Sein Werk als Spiegel des 20. Jahrhunderts (3).
Gestaltung: Richard Brem

Abenteuer Neue Musik. Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (3).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen die spannendsten Neuveröffentlichungen aus allen Bereichen experimenteller Musik.
Gestaltung: Heinrich Deisl

*

Donnerstag, 9. April 2020


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Aus Asche erstanden" – Gedanken in der Karwoch von Anton Faber, Dompfarrer, Dechant und Domkapitular zu St. Stephan

Der Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame im April 2019 hat erlebbar gemacht, wie es den Österreicher/innen beim Brand des Stephansdoms am 12. April 1945 ergangen sein muss. Die Zerstörung war gewaltig – was daraus geworden ist, auch: Trotz der eigenen Not zu Kriegsende, folgte die Bevölkerung ganz Österreichs dem Aufruf von Kardinal Theodor Innitzer, am Wiederaufbau des Stephansdoms mitzuhelfen. Was an finanziellen Mitteln und an Arbeitskraft gespendet wurde, hat das Wiener Gotteshaus zum Stephansdom aller Österreicher/innen gemacht.

Dem Großbrand am 12. April 1945 fielen auch die Riesenorgel und die Pummerin zum Opfer. Schon 1952 konnte die neugegossene große Glocke, "die Pummerin" geweiht werden. Mit der Riesenorgel hat es länger gedauert: Am heurigen Ostersonntag, dem 12. April 2020 – also exakt 75 Jahre nach dem Brand – wird die erneuerte Riesenorgel beim feierlichen Hochamt geweiht.

Aus der zerstörenden Katastrophe wurden gemeinsame Neuaufbrüche und Erfolge. Die Ölbergstunde und der Kreuzweg werden zu Erlebnissen der Auferstehung und des Sieges über den Tod. Auch heute.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio
mit Teresa Vogl.


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Wer ist Opfer?
Macht und Ohnmacht eines Rollenbildes (4).
Gestaltung: Johannes Gelich

In Zeiten von Populismus, Klimakrise, Geschlechter- und Generationenkampf geistert ein Begriff durch die einschlägigen gesellschaftspolitischen Debatten: das Opfer. In den letzten Jahren ist, so scheint es, ein regelrechter Opfermarkt entstanden: das Volk ist Opfer einer von außen gesteuerten Migrationspolitik, sagen rechte Populisten. Der Arbeitnehmer von heute ist Opfer der Profit-Interessen von Kapital, Konzernen und politischen Eliten auf dem Schlachtfeld des Neoliberalismus, sagen linke Populisten.

Frauen sind Opfer von sexistischen Übergriffen in Beruf und Medien, sagen Frauenrechtlerinnen. Männer sind Opfer von blindwütigen Feministinnen, sagen Männerverbände. Dritte-Welt-Länder sind Opfer neokolonialistischer Politik des reichen Westens, sagen Globalisierungskritiker. Wachstumsideologie, Umweltzerstörung und die Ausbeutung von Ressourcen geschehen auf dem Rücken der Kinder, sagen Ökologen. Eltern werden von ihren Kindern in Altersheime abgeschoben und vernachlässigt, sagen Pensionisten-Verbände.

Das Opfer, so viel steht fest, ist der wahre Held unserer Zeit. Opfer zu sein, verspricht höchste Anerkennung, erzeugt machtvolle Ansprüche und ist über jede Kritik erhaben. Doch warum und seit wann hat der Opfer-Status einen derartigen Stellenwert in der westlichen Kultur und ihren gesellschaftlichen Debatten gewonnen? Die Darbringung von Opfern gegenüber Göttern ist ein wesentlicher Bestandteil der meisten Religionen der Welt. Doch im Christentum hat sich Gott durch seine Menschwerdung bis zu seinem Tod am Kreuz selbst geopfert. Hier zeigt sich religionsgeschichtlich insofern eine Wende, als sich Jesus für die Sünden der Menschen selbst opfert und damit weitere Opfer überflüssig macht.

Die Anbetung des Opfers hat im Medienzeitalter jedoch eine neue, quasi-religiöse Dimension erfahren: Das Fernsehen und eine adäquate Medien-Inszenierung leben geradezu von der Dauerpräsenz des Opfers. Von der Allgegenwärtigkeit des Opfers von Verbrechen in Kriminalfilmen bis hin zur Akkumulation von politischem Kapital durch Fernsehbilder wie 9/11: in den Medien ist längst eine Konkurrenz um die Präsenz der Opfer-Identitäten entstanden. Und auch die österreichische Identität war noch lange nach dem 2. Weltkrieg von dem Mythos geprägt, das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen zu sein. Doch was sind die Auswege aus diesem schädlichen, medial transportierten Opfer-Täter-Schema? Gefragt sind die Stärkung demokratischer Kräfte und die Verantwortung jedes Einzelnen, Fakten zu studieren, Lösungsansätze zu diskutieren und sich in demokratische Entscheidungsprozesse einzubringen. Nur so lässt sich dieser Regress ins Primitive unterbinden.


09:30 Radiokolleg – Ernst Jünger – Chronist von Krieg, Drogen und Technisierung
Technisierung
Sein Werk als Spiegel des 20. Jahrhunderts (4).
Gestaltung: Richard Brem

Die Lebensgeschichte des deutschen Schriftstellers Ernst Jünger liest sich, als wäre sie von einem Romanautor erdacht worden. Einer literarischen Figur ähnlich, tauchte er stets an den Brennpunkten des 20. Jahrhunderts auf: 1914 zog er als Freiwilliger begeistert in den Krieg, kämpfte in den großen Materialschlachten an der Westfront, wurde mehrfach verwundet und kurz vor Kriegsende mit dem höchsten preußischen Tapferkeitsorden, dem "Pour le Mérite", ausgezeichnet.

Nachdem er den Krieg als eine Art Rausch durchlebt und in Büchern auch als solchen beschrieben hatte, begann Jünger sich in den 1920er Jahren an Technik und Nation zu berauschen. Er wurde zum Wortführer eines elitären Nationalismus und entwarf 1932 mit "Der Arbeiter" seine eigene Vision einer Techno-Diktatur, die Elemente aus italienischem Faschismus und sowjetischem Bolschewismus miteinander verschmolz.

Zum Nationalsozialismus hielt Jünger Abstand und veröffentlichte mit "Auf den Marmorklippen" 1939 einen Roman, der von Heinrich Böll, den Geschwistern Scholl und vielen anderen als Widerstandsparabel verstanden wurde. Auch verbrachte er den Großteil des 2. Weltkriegs im Stab des deutschen Militärbefehlshabers in Paris, wo er in engem Kontakt zu den Verschwörern des 20. Juli stand, aber auch Künstlern wie Picasso, Braque und Cocteau begegnete.

In den 1950er Jahren war Jünger einer der ersten, die mit LSD experimentierten – in gemeinsamen Drogen-Séancen mit dem LSD-Entdecker Albert Hofmann. Die nachfolgenden Jahrzehnte verbrachte er mit zahlreichen Reisen rund um den Erdball und als scharfsichtiger Chronist einer sich rasant globalisierenden und technologisierenden Welt.

Als Ernst Jünger 1998 im Alter von 102 Jahren starb, hinterließ er ein über 20-bändiges Gesamtwerk aus Essays, Romanen, Kriegsbüchern, Reisenotizen und Tagebüchern, in denen sich das 20. Jahrhundert mit allen seinen Umwälzungen und Verheerungen widerspiegelt. Das "Radiokolleg" zeichnet ein Porträt dieses vielschichtigen, widersprüchlichen und nach wie vor umstrittenen Autors.


09:45 Radiokolleg – Abenteuer Neue Musik
Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (4).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

Ungewöhnliche Instrumente, Klänge, die man so noch nicht erlebt hat, oder überraschende Wendungen und Strukturen: Neue Musik kann ihr Publikum zum Staunen bringen, vorausgesetzt es hört neugierig und vorurteilsfrei zu. Warum aktuelle Kompositionen in den Konzertprogrammen nach wie vor auf klassische Musikliebhaber mehr abschreckend als animierend wirken, ist oft auf vorgefertigte Erwartungshaltungen zurückzuführen. Diese entstehen, weil das vielfältige Repertoire nach 1930 im schulischen Musikunterricht nach wie vor wenig Platz findet und in der Instrumentalausbildung häufig ebenso. Zusätzlich kommt oft das weitverbreitete Vorurteil zum Tragen, dass man Musik verstehen müsse.

Die Musikvermittlung nähert sich neuen Werken weniger auf intellektueller, denn auf sinnlicher, emotionaler und erlebbarer Ebene. Vielfältige Zugänge sind von Musikvermittler/innen entwickelt worden, um Musik mit verschiedenen Sinnen zu spüren, Verbindungen zum eigenen Leben zu entdecken und sich selbst kreativ auszudrücken: In Projekten und Workshops nähert man sich analog und digital den Kompositionen, gestaltet gemeinsam, versucht sich in grafischer Notation, oder macht Musik auf unterschiedlichste Arten sichtbar, um ihre Struktur kennenzulernen.

Ensembles, Musiker/innen, Veranstalter, Komponist/innen und Vermittler/innen haben in den letzten Jahrzehnten Methoden entwickelt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene an das bewusste Hören heranzuführen, um ihnen den anregenden und stilistisch breit gefächerten Klangkosmos der zeitgenössischen Musik zu offenbaren. Nicht nur, dass die Welt um uns herum immer lauter wird und von Bildern dominiert ist, auch das

einander zuhören können, die Basis des sozialen Miteinanders, scheint mehr und mehr in den Hintergrund zu treten. Der Hörsinn und damit die Wahrnehmung können sensibilisiert werden, ja spielerisch trainiert werden.

Die Sendung gibt Eindrücke von Workshops wieder und zeigt in Interviews mit Teilnehmer/innen, Komponist/innen, Vermittler/innen und Wissenschafter/innen die vielfältigen Möglichkeiten der Vermittlungsarbeit im Bereich zeitgenössischer Musik auf.

Für den amerikanischen Komponisten John Cage war jeder Klang, jedes Geräusch Musik. In den 1950er Jahren ein revolutionärer Gedanke, der immer noch als Leitmotiv der Haltung für offene Ohren gelten kann. In diesem Sinne sei auch John Cages Aussage verstanden, wenn er meinte, er brauche kein Radio mehr, denn er müsse nur ein Fenster seiner New Yorker Wohnung öffnen.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Ausgewählt
mit Hans Georg Nicklaus
"Tragische" Musik von Skrjabin, Schubert und Brahms

Mit 19 Jahren komponiert Schubert seine 4. Symphonie in c-Moll und fügt selbst nachträglich seiner ersten Mollsymphonie den Titel "tragische" bei. Heute würde man vielleicht sagen: eine Marketing-Maßnahme! Allerdings findet sich in den Charakterisierungen der Tonarten zur Zeit Schuberts eine Beschreibung von c-Moll, die zum Titel "tragisch" passt: "Liebeserklärung, und zugleich Klage der unglücklichen Liebe".

Aber Tonartencharakterisierungen dieser Art fielen schon damals sehr unterschiedlich aus. Was klingt für uns heute an Schuberts 4. Symphonie noch "tragisch"? Wie sehr tragen die verschiedenen Interpretationen zu einem "tragischen" Klang bei? Ausgewählt vergleicht CD-Aufnahmen der vergangenen 20 Jahre.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Die amerikanische Enkelin". Von Inaam Katschatschi. Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. Es liest Katharina Stemberger

Als Saina 13 war, flüchtete sie mit ihrer Familie vor den Schergen Saddam Husseins in die USA. Richtig heimisch fühlte sie sich in den USA nie, obwohl sie bald einen US-amerikanischen Pass erhielt. Und dann kam der 11. September 2001, der Krieg gegen den Irak. Saina meldet sich als Übersetzerin für die CIA, sie will in ihrer alten Heimat arbeiten und ihren Beitrag zur Errichtung einer neuen Demokratie leisten.

Gestaltung: Friederike Raderer


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung.


11:30 Des Cis
mit Irene Suchy. BEETHOVEN ESSENZIELL

DesCis bringt anlässlich des Beethovenjahres 2020 eine wöchentliche Serie unter dem Titel "Beethoven – essenziell". In 250 Sekunden wollen wir immer am Donnerstag versuchen den Menschen, das Werk, die Zeit und die Auswirkungen dieses so herausragenden Künstlers zu beleuchten – zur Feier der 250. Wiederkehr des Geburtstages Beethovens.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.
Die letzten Romantiker der britischen Inseln: Gedankentiefe Vokalmusik zwischen den Genres

Das Inseldasein war auch ein künstlerisches: Während in Berlin der Jazz, in Paris Strawinsky Furore machten und Wien die "Atonalität" erfand, lebte auf den britischen Inseln die romantische Tonalität weitgehend ungebrochen fort. Schuf sich aber neue, zwischen Lied und Chorstück vermittelnde Formen – vom in geistlicher Musik exzellierenden John Ireland über Ralph Vaughan Williams, der diesseits des Kanals primär als Symphoniker wahrgenommen wird, bis zu Exzentrikern wie Lennox Berkeley. Musikalische Impulse aus den Kolonien wurden aufgenommen, so von Gustav Holst oder John Foulds, der aber auch der "Lyra celtica" huldigte. Und Gustav Mahler mit seiner Vokalsymphonik fand Nachfolger, prägnant in Harvegal Brian mit seiner "Gothic Symphony".


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund
Rudi präsentiert jeden Donnerstag das Ö1 Kinderjournal


16:00 Nachrichten


16:05 Medizin und Gesundheit


16:40 Die Ö1 Kinderuni
Von der Entstehung des Handels und seiner Entwicklung bis heute
Gestaltung: Tanja Malle

In der Schule tauschen die Ö1 Kinderuni Reporter/innen mitunter ihre Jause mit einem Mitschüler oder einer Mitschülerin. Soweit, so einfach. Aber würden Sie zum Beispiel auch fünf Kokosnüsse für eine Xbox tauschen? Das wollen die Forscher vom Institut für International Business der Wirtschaftsuniversität Wien von Sophia, Anna, Emil, Jakob wissen. Die Reporter/innen sind skeptisch. Ja, sie würden eine Xbox zwar um fünf Kokosnüsse kaufen, aber sicher keine Xbox für fünf Kokosnüsse hergeben. Wie aber funktionierte Tauschhandel und wie funktioniert Handel heute? Warum haben die Menschen überhaupt mit dem Handel begonnen und wie haben sie das gemacht, als es noch keine Münzen und kein Papiergeld gab? Was haben Muscheln damit zu tun und warum gibt es mittlerweile immer mehr internationalen Handel?

Diese geballte Ladung an Fragen der Ö1 Kinderuni Reporter/innen beantworten Harald Puhr, Edith Ipsmiller und Jan Hendrik Fischer vom Departement für Welthandel der WU Wien.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.


17:55 Betrifft: Geschichte
Spionage-Geschichten. Mit Christian Rapp, wissenschaftlicher Leiter des Hauses der Geschichte im Museum Niederösterreich.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Die Geschichte der Spionage ist eine einfallsreiche. Bereits aus der Antike kennt man Spionagetechniken, doch Geheimdienste gibt es, in Europa zumindest, erst seit der Römerzeit. Ein berühmtes Beispiel aus Österreich wäre der Nachrichtendienst von Staatskanzler Metternich, der ein System aus Polizei, Spitzeln und Zensur einsetze, um die Revolution zu verhindern. Im Jahrhundert darauf entwickelte die Wehrmacht eine mobile Chiffriermaschine namens Enigma, die als unknackbar galt.

Während des Zweiten Weltkriegs gelang es den Engländern dennoch, das System zu knacken – manche mutmaßen, dieser Erfolg habe den Krieg um zwei Jahre verkürzt. Noch während des Zweiten Weltkriegs erfanden die Briten eine neue Art von Spionage – sie schickten morsetechnisch ausgebildete Fallschirmspione, die sich auf dem Feindesgebiet abwerfen ließen und Informationen per Funkgeräte ans Heimatland weitergaben. Das wahre Zeitalter der Spionage begann aber nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Ost-Westkonflikt wurden Menschen mit und ohne ihr Wissen für Spionagetätigkeiten eingesetzt, von der ideologisch überzeugten Spionage-Tänzerin bis zum Regierungsbeamten, der mit perfiden Methoden in die Agentenrolle gedrängt wurde.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:50 Betrifft: Ostern
"Abendmahl und Sederabend". Am Beginn des "Österlichen Triduums" spricht der römisch-katholische Theologe und Judaist Gerhard Langer über die Parallelen und gravierenden Unterschiede des christlichen Pascha- und des jüdischen Pessach-Festes

Es war der Sederabend des damaligen Pessach-Festes: Am Gründonnerstag hat Jesus von Nazareth vor seinem Tod am Kreuz manchen Überlieferungen nach mit seinem engsten Kreis, den zwölf Aposteln, Abendmahl gefeiert. Der Seder, am 14. Nisan nach jüdischem Mond-Kalender, ist der Vorabend und Auftakt von Pessach, im Zuge dessen an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten erinnert wird. Aus dem ritualisierten Ablauf der jüdischen Mahlzeit am Sederabend und den gemeinsamen Mahlfeiern der christlichen Urgemeinde haben sich christliche Kultformen wie eben am Gründonnerstag entwickelt.

Der Zeitraum von der abendlichen Messe des Gründonnerstags – der Feier vom sogenannten "Letzten Abendmahl" – bis zur Vesper des Ostersonntags wird in der römisch-katholischen Kirche traditionell "Triduum Sacrum" oder auch "Österliches Triduum" genannt. Er gilt als ein einziges Hochfest, das höchste des Kirchenjahres, und führt in den liturgischen Büchern den Titel "Die Drei Österlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung des Herrn".

Durch unterschiedliche Kalenderzählungen weichen Ostern und Pessach manchmal voneinander ab, in diesem Jahr werden die beiden Feste zeitgleich gefeiert. Am Beginn des "Österlichen Triduums" spricht der römisch-katholische Theologe und Judaist Gerhard Langer über die Parallelen und gravierenden Unterschiede des christlichen Pascha- und des jüdischen Pessach-Festes.

Gestaltung: Kerstin Tretina


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
3.000 Jahre Geschichte
Der Zionsberg in Jerusalem
Von Lukas Wieselberg

Jerusalem ist für die drei monotheistischen Religionen höchst bedeutsam und zugleich Herz des israelisch-palästinensischen Konflikts. Das prägt auch die Archäologie der Stadt.

Mehrere tausend Jahre Geschichte liegen hier neben- und untereinander, knapp unter der Erdoberfläche. Wer diese Geschichte ausgräbt, gerät in den Strudel der Geschichte. Das gilt auch für den Zionsberg im Osten Jerusalems, auf dem das Grab Davids und der Saal des letzten Abendmahls verehrt wird.

Seit über 100 Jahren graben hier Archäologinnen und Archäologen des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaften (DEI). Auf dem Grabungsgelände finden sich Spuren quer durch die Jahrtausende: von 3.000 Jahre alten Resten einer Stadtmauer bis zu Gefechtsstellungen aus dem Sechs-Tage-Krieg 1967. Die DEI-Archäologin Luisa Goldammer ordnet diese Spuren bei einem Rundgang ein und erklärt, warum Archäologie immer Zerstörung ist.


19:30 Das Ö1 Konzert
Ars Antiqua Austria, Dirigent: Gunar Letzbor; Daniel Johannsen, Tenor; Alois Mühlbacher und Maria Ludurner, Sopran; Gerd Kenda, Bariton; Markus Forster, Altus. Das VII. Gebot "Ich kenne diesen Menschen nicht!".
Johann Joseph Fux: Gesù Cristo negato da Pietro. Sepolcro in due parti (aufgenommen am 24. Jänner im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses im Rahmen der "Resonanzen 2020").
Präsentation: Gerhard Hafner


21:00 Im Gespräch
"Die Menschheit durchlebt gegenwärtig eine epochale Krise." – Michael Kerbler im Gespräch mit dem Systemtheoretiker Fritjof Capra
(Erstausstrahlung am 12. September 2012)

"Weiterleben kann die Menschheit nur, wenn sie von Grund auf anders denken lernt." Dieses Zitat ist bald vierzig Jahre alt und stammt aus Fritjof Capras Bestseller "Wendezeit", Anfang der 1980er Jahre ein viel beachteter Anstoß für einen neuen Blick auf den technischen Fortschritt und seinen Preis.

Für Fritjof Capra haben die Erkenntnisse der Physik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das alte kopernikanische Weltbild von Newton und Descartes obsolet gemacht. Die Erkenntnis, dass an die Stelle des mechanistischen Weltbildes eines getreten ist, das am Zutreffendsten mit dem Bild eines Netzes oder zahlloser kommunizierender Gefäße beschrieben wird: "Alles hängt mit allem zusammen" – das mache ein Umdenken auch in anderen Wissenschaftszweigen unabdingbar, meinte Capra, Schon damals plädierte der österreichisch-amerikanische Systemtheoretiker eindringlich dafür, die Balance der Lebenssysteme des Globus – der ökologischen wie der ökonomischen – für künftige Generationen zu erhalten: "An die Stelle von quantitativem Messen muss qualitatives Werten treten – eine ganzheitliche, ökologische Anschauungsweise, die unser bankrottes mechanistisches Weltbild ablöst. Denn unsere Welt ist mehr als die Summe ihrer Teile."

Dreißig Jahre später zog der österreichisch-amerikanische Systemtheoretiker im Gespräch mit Michael Kerbler Bilanz über das Erreichte – und das, was noch geschehen muss. Wiederum ein knappes Jahrzehnt später zeigt sich Vieles des damals Festgestellten unverändert aktuell, während in manchen Punkten die Entwicklung weitergegangen ist. Das Bewusstsein für die Dringlichkeit von Capras Diagnose ist allerdings gestiegen.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Wer ist Opfer? Macht und Ohnmacht eines Rollenbildes (4).
Gestaltung: Johannes Gelich

Ernst Jünger – Chronist von Krieg, Drogen und Technisierung. Sein Werk als Spiegel des 20. Jahrhunderts (4).
Gestaltung: Richard Brem

Abenteuer Neue Musik. Neugier wecken für zeitgenössische Kompositionen (4).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
New Adits 2019. Die Pianistin Sophie Agnel

Das New Adits Festival in Klagenfurt, von einem zweitägigen Experiment auf ein etabliertes Festival von vier Tagen angewachsen, bietet die unterschiedlichen Facetten der gegenwärtigen Musik und bildet den Zeitgeist dieser Art des Umgangs mit Klang und Ton in unnachahmlicher Art und Weise ab. Am 14. November 2019 war die Pianistin Sophie Agnel zu Gast bei New Adits in der Villa for Forest in Klagenfurt.

Die Künstlerin, die gerne eingefahrene programmatische Konventionen sprengt, versucht immer wieder sich auf unerforschtes Terrain zu wagen, wobei ihr auch die Möglichkeiten des Klaviers zugutekommen. Denn mit Präparationen erweitert sie klangliche und künstlerische Zugänge auf für die Zuhörer/innen unerwartete Art und Weise. Und auch die Künstlerin selbst setzt sich keine Grenzen, improvisiert nach Stimmung – der eigenen, der des Raumes, und der des Publikums.

Gestaltung: Angelika Benke

*

Freitag, 10. April 2020 (Karfreitag)


00:00 Nachrichten


00:05 Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Aus Asche erstanden" – Gedanken in der Karwoch von Anton Faber, Dompfarrer, Dechant und Domkapitular zu St. Stephan

Der Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame im April 2019 hat erlebbar gemacht, wie es den Österreicher/innen beim Brand des Stephansdoms am 12. April 1945 ergangen sein muss. Die Zerstörung war gewaltig – was daraus geworden ist, auch: Trotz der eigenen Not zu Kriegsende, folgte die Bevölkerung ganz Österreichs dem Aufruf von Kardinal Theodor Innitzer, am Wiederaufbau des Stephansdoms mitzuhelfen. Was an finanziellen Mitteln und an Arbeitskraft gespendet wurde, hat das Wiener Gotteshaus zum Stephansdom aller Österreicher/innen gemacht.

Dem Großbrand am 12. April 1945 fielen auch die Riesenorgel und die Pummerin zum Opfer. Schon 1952 konnte die neugegossene große Glocke, "die Pummerin" geweiht werden. Mit der Riesenorgel hat es länger gedauert: Am heurigen Ostersonntag, dem 12. April 2020 – also exakt 75 Jahre nach dem Brand – wird die erneuerte Riesenorgel beim feierlichen Hochamt geweiht.

Aus der zerstörenden Katastrophe wurden gemeinsame Neuaufbrüche und Erfolge. Die Ölbergstunde und der Kreuzweg werden zu Erlebnissen der Auferstehung und des Sieges über den Tod. Auch heute.

Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio
mit Christoph Wagner-Trenkwitz.


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Evangelischer Gottesdienst
"Anderen hat er geholfen und kann sich selbst nicht helfen"

Der Karfreitag ist einer der höchsten Feiertage für evangelische Christinnen und Christen. Mit anderen Christ/innen gedenken sie am Freitag vor Ostern der Kreuzigung und des Todes Jesu. Ausführlich, 25 Verse lang, erzählt das Matthäus-Evangelium davon (Mt 27,31-55).

Die umfangreiche Kreuzigungsgeschichte aufnehmend, fragt die evangelische Pfarrerin und österreichische Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser in dem Gottesdienst, der aus der Pfarrgemeinde Gallneukirchen in Oberösterreich live in Ö1 übertragen wird: "Wie immer bei Geschichten können wir fragen: Welcher ist der entscheidende Satz? Oft halten wir den Ausgang einer Geschichte für wesentlich. Dann wäre es wohl der Satz? Aber Jesus schrie abermals laut und verschied.' (V. 50) Oder den Satz, der die Dramatik, die Emotion einer Geschichte zum Ausdruck bringt. Dann wäre vermutlich der Satz? Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?' (V. 46) der entscheidende. Oder wir suchen nach dem Glaubensgehalt eines Textes. Dann würden wir vielleicht den Satz? Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!' (V. 54) in den Blick nehmen". Die Diakonie-Direktorin aber stellt in ihrer Predigt den Blick scharf auf den Satz: "Anderen hat er geholfen und kann sich selbst nicht helfen". In diesem Satz, so Moser, gehe es "um das christliche Gottesbild – und mit ihm ums Menschenbild".

Gleichzeitig sei das Nachdenken über diesen Satz "für mich als Diakonie-Direktorin zentral, geht es in dem Satz doch ums Helfen – und die Diakonie ist die Hilfsorganisation der evangelischen Kirchen".

Mit der Gemeinde feiern Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser und der Gallneukirchner Ortspfarrer Günter Wagner. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst vom Kirchenchor Gallneukirchen unter der Leitung von Christian Kern, der Cellistin Annekatrin Flick und Diözesankantorin Franziska Leuschner an der Orgel.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich
"Die Mansarde". Von Marlen Haushofer. Es liest Gerda Lischka

Sie ist Frau eines Rechtsanwaltes und Mutter von zwei Kindern. Ihrem Mann zuliebe hat sie ihren Beruf als Illustratorin aufgegeben, um sich den Ehe- und Hausfrauenpflichten zu widmen. Nur in der Mansarde, ihrem Zufluchtsort, kann sie ganz für sich sein, den banalen Alltag hinter sich lassen und sich dem Zeichnen hingeben. Auch die rätselhaften Umschläge öffnet sie hier, die sie eines Tages in der Post findet und die nichts weiter enthalten als Tagebuchseiten, die sie selber vor vielen Jahren geschrieben hat und die aus einer Zeit stammen, die sie schon ganz vergessen hat.

Vor 100 Jahren am 11. April 1920 wurde Marlen Haushofer in Frauenstein in Oberösterreich geboren. Sie studierte Germanistik in Wien und Graz und lebte später mit ihrem Mann und zwei Kindern im oberösterreichischen Steyr. Marlen Haushofer starb am 21. März 1970 in Wien. Obwohl sie unter anderem 1968 mit dem Österreichischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet wurde, hatten ihre Bücher erst nach ihrem Tod großen Erfolg, als die Frauenbewegung sie für sich entdeckte.

Gestaltung: Daniela Wagner


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Hans Georg Nicklaus.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 In Concert
Duke Ellingtons "Sacred Music" 2019 bei den BBC Proms

In der letzten Dekade seines Lebens schrieb der legendäre, 1974 verstorbene Bandleader Duke Ellington drei sogenannte "Sacred Concerts". Ellington meinte damals, diese Musik, die nicht für eine Messe, sondern für eine Aufführung im konzertanten kirchlichen Rahmen gedacht war, sei das Wichtigste, was er jemals in seinem Leben komponiert habe.

Am 29. August 2019 bestritt das Nu-Civilisation Orchestra bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall in London ein Programm mit Teilen aus allen drei "Sacred Concerts". Als prominenter Mitwirkender konnte der jamaikanische Jazzpianist Monty Alexander gewonnen werden, eine weitere Solistin ist Carleen Anderson, die US-amerikanische Soulsängerin mit der großen Stimme.

Gestaltung: Klaus Wienerroither


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß


16:00 Nachrichten


16:05 Da capo: Im Gespräch
"Die Menschheit durchlebt gegenwärtig eine epochale Krise." – Michael Kerbler im Gespräch mit dem Systemtheoretiker Fritjof Capra (Erstausstrahlung am 6. September 2012)

"Weiterleben kann die Menschheit nur, wenn sie von Grund auf anders denken lernt." Dieses Zitat ist bald vierzig Jahre alt und stammt aus Fritjof Capras Bestseller "Wendezeit", Anfang der 1980er Jahre ein viel beachteter Anstoß für einen neuen Blick auf den technischen Fortschritt und seinen Preis.

Für Fritjof Capra haben die Erkenntnisse der Physik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das alte kopernikanische Weltbild von Newton und Descartes obsolet gemacht. Die Erkenntnis, dass an die Stelle des mechanistischen Weltbildes eines getreten ist, das am Zutreffendsten mit dem Bild eines Netzes oder zahlloser kommunizierender Gefäße beschrieben wird: "Alles hängt mit allem zusammen" – das mache ein Umdenken auch in anderen Wissenschaftszweigen unabdingbar, meinte Capra, Schon damals plädierte der österreichisch-amerikanische Systemtheoretiker eindringlich dafür, die Balance der Lebenssysteme des Globus – der ökologischen wie der ökonomischen – für künftige Generationen zu erhalten: "An die Stelle von quantitativem Messen muss qualitatives Werten treten – eine ganzheitliche, ökologische Anschauungsweise, die unser bankrottes mechanistisches Weltbild ablöst. Denn unsere Welt ist mehr als die Summe ihrer Teile."

Dreißig Jahre später zog der österreichisch-amerikanische Systemtheoretiker im Gespräch mit Michael Kerbler Bilanz über das Erreichte – und das, was noch geschehen muss. Wiederum ein knappes Jahrzehnt später zeigt sich Vieles des damals Festgestellten unverändert aktuell, während in manchen Punkten die Entwicklung weitergegangen ist. Das Bewusstsein für die Dringlichkeit von Capras Diagnose ist allerdings gestiegen.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag.


17:55 Betrifft: Geschichte
Spionage-Geschichten. Mit Christian Rapp, wissenschaftlicher Leiter des Hauses der Geschichte im Museum Niederösterreich.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Die Geschichte der Spionage ist eine einfallsreiche. Bereits aus der Antike kennt man Spionagetechniken, doch Geheimdienste gibt es, in Europa zumindest, erst seit der Römerzeit. Ein berühmtes Beispiel aus Österreich wäre der Nachrichtendienst von Staatskanzler Metternich, der ein System aus Polizei, Spitzeln und Zensur einsetze, um die Revolution zu verhindern. Im Jahrhundert darauf entwickelte die Wehrmacht eine mobile Chiffriermaschine namens Enigma, die als unknackbar galt.

Während des Zweiten Weltkriegs gelang es den Engländern dennoch, das System zu knacken – manche mutmaßen, dieser Erfolg habe den Krieg um zwei Jahre verkürzt. Noch während des Zweiten Weltkriegs erfanden die Briten eine neue Art von Spionage – sie schickten morsetechnisch ausgebildete Fallschirmspione, die sich auf dem Feindesgebiet abwerfen ließen und Informationen per Funkgeräte ans Heimatland weitergaben. Das wahre Zeitalter der Spionage begann aber nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Ost-Westkonflikt wurden Menschen mit und ohne ihr Wissen für Spionagetätigkeiten eingesetzt, von der ideologisch überzeugten Spionage-Tänzerin bis zum Regierungsbeamten, der mit perfiden Methoden in die Agentenrolle gedrängt wurde.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 matrix – computer & neue medien
Was Assistenzsysteme versprechen und tatsächlich halten
Gestaltung: Johanna Hirzberger

Wir werden immer älter. Während im Jahr 2000 etwa 16 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt war, soll sich diese Zahl in den nächsten 25 Jahren verdoppeln. Oftmals sind allerdings gesundheitliche und soziale Einschränkungen unerwünschte Begleiterscheinungen im höheren Alter. Und, wer kümmert sich in Zukunft um diese wachsende Personenzahl mit ihren Bedürfnissen? Eine Antwort lautet: sie selbst und zwar mit Hilfe von sogenannten "Active and Assisted Living-Assistenzsystemen".

Sie versprechen den Menschen dabei zu helfen, gesund, aktiv und selbstbestimmt zu bleiben.

Ob und wie AAL im Alltag tatsächlich hilft, wird in Österreich bereits getestet. Unter dem Namen "WAALTeR" wurden etwa in Wien seit zwei Jahren 87 Testhaushalte mit den Technologien ausgestattet. Konkrete Ziele des Projekts sind: die soziale Integration und Teilnahme am städtischen Leben aufrecht zu erhalten, Sicherheit etwa durch Sturzerkennung in Innenräumen und die Förderung der Gesundheit, beispielsweise durch Blutzuckerdaten, die direkt an den Hausarzt weitergeleitet werden. Was nach Abschluss der Tests von den innovativen Ideen bleibt, berichtet Johanna Hirzberger.

Moderation: Wolfgang Ritschl
Redaktion: Franz Zeller


19:30 Das Ö1 Konzert
Les Arts Florissants, Dirigent und Cembalo: William Christie. Reinoud Van Mechelen, Tenor (Evangelist); Alex Rosen, Bass (Jesus); Emmanuelle de Negri, Sopran; Lucile Richardot, Alt; Anthony Gregory, Tenor; Renato Dolcini, Bassbariton (Pilatus). Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion BWV 245 (aufgenommen am 17. April 2019 im St. Johannes-Zentrum in Gdansk/Danzig im Rahmen des "Actus Humanus Festivals 2019").
Präsentation: Gerhard Hafner


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


22:23 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Studio Dan spielt Julius Eastman

Ein Highlight im Wiener Porgy & Bess am 11. Oktober vergangenen Jahres galt Studio Dans musikalischer Ehrung des New Yorkers Julius Eastman (1940-1990). Eastman war ein afroamerikanischer Komponist, Pianist, Sänger und Tänzer; seine Musik folgte, wie er es nannte, einem "organischen" Prinzip, demzufolge jeder neue Abschnitt eines Werkes alle Informationen der vorangegangenen Abschnitte enthalten sollte, auch wenn manchmal "die Informationen schrittweise und nach logischen Prozessen folgend ausgelassen werden können".

1974 gab es die Uraufführung von Eastmans "Femenine", ein Wunderwerk der Minimal Music.

Die Partitur ist kaum mehr als eine Skizze von spärlichen viereinhalb Seiten für 72 Minuten Musik. Es gibt Hinweise auf Zeitabschnitte, ein paar notierte Variationen des Themas und geschriebene Anweisungen, zum Beispiel das Wort "displace" (dt.: versetzen, verschieben) oder "zurückgehen und halten". Die US-amerikanische Komponistin Mary Jane Leach betont, dass "Femenine" mehr einen organischen Puls hat, "kein festes Metrum, aber auch nicht nur zufällige Schläge". Man hätte das Gefühl von einem Downbeat, der in den späteren Stücken nicht mehr so stark auftauchen würde".

Gestaltung: Marlene Schnedl


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten
 

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veröffentlicht im Schattenblick zum 27. März 2020

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