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ERNÄHRUNG/1043: Europäisches Parlament hat über Lebensmittelkennzeichnung entschieden (diabetesDE)


diabetesDE - Donnerstag, 17. Juni 2010

Europäisches Parlament hat über Lebensmittelkennzeichnung entschieden

diabetesDE bedauert Entscheid gegen Nährwertampel


Berlin - Etwa 7,5 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes mellitus erkrankt, Tendenz steigend. Eine Ursache für Diabetes Typ 2 ist Übergewicht. diabetesDE fordert in einem "Ampel-Bündnis" zusammen mit der Verbraucherzentrale Bundesverband, AOK Bundesverband, Bundesärztekammer, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Spitzenverband Gesetzlicher Krankenversicherungen und Deutsche Herzstiftung daher eine verständliche und verbraucher-freundliche Nährwertkennzeichnung auf allen verpackten Nahrungsmitteln in Form einer Ampel. Das Europäische Parlament hat heute in Straßburg über die Verordnung zur Information der Verbraucher über Lebensmittel entschieden und sich gegen die Nährwertampel ausgesprochen.

Eine Ampel-Kennzeichnung hätte nach Ansicht von diabetesDE und seinen Partnern eine klare und leicht verständliche Entscheidungshilfe bei der Auswahl von Nahrungsmitteln dargestellt: Rot für Lebensmittel mit hohem Anteil an Nährstoffen wie beispielsweise Fett, Salz oder Zucker, gelb für solche mit mittlerem und grün für jene mit geringem Anteil. "Dieses Schema bietet eine leicht verständliche Hilfe, die auch Verbraucher immer wieder wünschen", sagt Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von diabetesDE.

Mit starker Mehrheit stimmte das Europäische Parlament heute jedoch gegen die Einführung eines Ampel-Systems. Durchgesetzt hat sich stattdessen eine verpflichtende Kennzeichnung auf der Vorderseite aller verpackten Lebensmittel: Die sogenannte "GDA-Kennzeichnung". Sie steht für "Guideline Daily Amount" - einem Richtwert für die Tageszufuhr von Energie über die Nahrung. Damit entspricht das Parlament dem Vorschlag des Verbandes der Europäischen Lebensmittelindustrie. Einige Hersteller wenden ihn bereits freiwillig an.

Zwar sollen Lebensmittelproduzenten dabei künftig den Brennwert in Kalorien, den Anteil an gesättigten Fettsäuren, Fett-, Zucker- und Salzgehalt jedes Nahrungsmittels angeben und auch den prozentualen Anteil am Tagesbedarf dieser Bestandteile. Jedoch orientiert sich die GDA an Durchschnittswerten des täglichen Energiebedarfs von 2000 Kalorien für Frauen und 2500 Kalorien für Männer. Damit stellt er einen zu allgemeinen Wert dar, meint diabetesDE: Der Bedarf von Kindern oder älteren Menschen weicht in der Regel davon ab.

diabetesDE lehnt diese Art der Kennzeichnung zusammen mit den Partnern Verbraucherzentrale Bundesverband, AOK Bundesverband, Bundesärzte-kammer, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Spitzenverband Gesetzlicher Krankenversicherungen und Deutsche Herzstiftung aus verschiedenen Gründen ab.

Während die Ampel-Kennzeichnung als Bezugsgröße und einheitlichen Vergleichswert stets 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter heranzieht, ist die Portionsgröße beim GDA-System nicht definiert und standardisiert. Dies erlaubt Herstellern, auf der Vorderseite von Lebensmitteln auf kleinere Portionen von zum Beispiel 15 oder 30 Gramm bezogene Angaben zu machen. "Dies kann Verbraucher dahingehend täuschen, dass zum Beispiel Fett- oder Zuckergehalt gering sind", sagt Dr. Garlichs, Deshalb befürworte diabetesDE das Ampelschema.

Nach erster Lesung im europäischen Parlament muss nun auch der Ministerrat hierzu Position beziehen. Da beide darüber entscheiden, müssen Parlament und Rat einen Kompromiss erarbeiten. Mit einem Gesetz ist frühestens im Frühjahr 2011 zu rechnen.


Mehr Infos unter:
http://www.diabetesde.org/ueber_uns/gesundheitspolitik/forderungen/


diabetesDE ist eine gemeinnützige Organisation, die alle Menschen mit Diabetes und alle Berufsgruppen wie Ärzte, Diabetesberater und Forscher vereint, um sich für eine bessere Prävention, Versorgung und Forschung im Kampf gegen Diabetes einzusetzen. An oberster Stelle steht die Interessenvertretung für die Menschen, die von dieser Volkskrankheit betroffen sind, die sich in großem Tempo in vielen Ländern der Erde, so auch in Deutschland ausbreitet. Gegründet wurde diabetesDE von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD).


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Quelle:
diabetesDE, Pressestelle
Pressemitteilung vom 17.06.2010
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veröffentlicht im Schattenblick zum 19. Juni 2010