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ERNÄHRUNG/959: Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und dem Konsum von Softdrinks (aid)


aid - PresseInfo Nr. 12/09 vom 18. März 2009

Die Welt ist fett

Softdrinks sind Hauptursache


(aid) - Vor 50 Jahren gab es etwa 100 Millionen übergewichtige Menschen auf der Welt und Milliarden litten an Unterernährung. Heute sind über 1,6 Milliarden Menschen übergewichtig und "nur" 700 Millionen unterernährt. Landflucht und Urbanisierung, mangelnde körperliche Betätigung, die Globalisierung des Nahrungsmittelmarktes und vor allem die immer weiter um sich greifenden Ernährungsgewohnheiten mit zu fetthaltigen und zu zuckerreichen Lebensmitteln tragen zur weltweiten Epidemie der Fettsucht bei. Das stellte Prof. Barry Popkin von der University of North Carolina at Chapel Hill, USA, auf dem 46. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung fest, der am 13. und 14. März 2009 in Gießen stattfand. "Die Welt ist fett geworden", so Popkin. Insbesondere die Änderung des Trinkverhaltens und der hohe Konsum an Softdrinks führten zu dieser verhängnisvollen Entwicklung, die seit den achtziger und neunziger Jahren zu beobachten ist. So ist der Mensch seit Tausenden von Jahren an das Trinken von Wasser gewöhnt. Der Körper ist biologisch einfach nicht darauf vorbereitet, die plötzliche Kalorienzufuhr aus Getränken zu kompensieren. "Studien in den vergangenen Jahren haben eine Verbindung zwischen der Zunahme der Fettleibigkeit und dem Konsum an Softdrinks in den USA gezeigt", erläuterte Popkin. Während die Menge des getrunkenen Wassers konstant blieb, stieg die Energieaufnahme aus anderen Getränken von 145 kcal im Jahr 1989 auf 366 kcal im Jahr 2006. Der Mensch trinkt heute im Schnitt insgesamt mehr als noch vor einigen Jahrzehnten. Wenn nicht anderswo bewusst Energie eingespart oder durch mehr Bewegung verbrannt wird, führten diese zusätzlichen Kalorien langfristig zu Übergewicht, so Popkin. Denn, wer viel trinkt, isst deshalb nicht weniger.

aid, Eva Zovko


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Quelle:
aid PresseInfo Nr. 12/09 vom 18. März 2009
Herausgeber: aid infodienst
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veröffentlicht im Schattenblick zum 21. März 2009