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BAYERN/8400: Regionalnachrichten - BR Text 06.10.2017


BR Text vom 06.10.2017 - Nachrichten Bayern


+++ Personaldiskussion in CSU hält an +++ Beckstein gegen Rechtsruck der CSU +++ Gutachten zu Motiv des Amokläufers +++ OEZ: Stadträte fordern Neubewertung +++ Polizei will Taser-Einsatz testen +++ Landeskirche prüft Verkauf von Wildbad +++ Staatsforsten machen weniger Gewinn +++ Prozess um Wahlbetrug in Geiselhöring +++ Fürther Kirchweih geht Festbier aus +++ Hasenpest in Schwaben +++ Unfall auf der A3 +++ Teilnehmer für Einkommens- und Verbrauchsstichprobe gesucht +++ Schneeflall in den Allgäuer Alpen +++ Führerschein wegen Trunkenheit beschlagnahmt +++ Brand eines Lagerhauses in Winkelhaid +++ Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes im Amt bestätigt +++ Gesundheitsamt untersucht Vorfall in Kindergarten +++ Messerattacke in einem Alten- und Pflegeheim +++

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Personaldiskussion in CSU hält an

In der CSU ist die Personaldebatte rund
um Parteichef Seehofer weiter in Gang.

Der frühere Vize-Parteichef Gauweiler
forderte in der "Süddeutschen Zeitung",
die CSU müsse jetzt entscheiden, ob sie
weiter von Seehofer oder dem derzeiti-
gen Finanzminister Söder geführt werden
solle. Dabei fügte Gauweiler hinzu:
"Horst, es ist Zeit".

Seehofer wollte die Äußerung nicht kom-
mentieren. Er sagte, man kenne Gauwei-
ler. CSU-Generalsekretär Scheuer kriti-
sierte dagegen den Vorstoß Gauweilers
als "vorsätzliche Schwächung der CSU".

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Beckstein gegen Rechtsruck der CSU

Der frühere Ministerpräsident Beckstein
hat sich gegen einen Rechtsruck der CSU
ausgesprochen.

Damit stellte er sich gegen die Analyse
von Regierungschef Seehofer, der nach
dem schlechten Abschneiden der CSU bei
der Bundestagswahl gefordert hatte, die
"rechte Flanke" zu schließen.

Beckstein sieht hingegen ein Glaubwür-
digkeitsproblem: "Wir hatten die rechte
Flanke nicht offen gehabt. Aber die
Frage ist, wieweit die Menschen uns ge-
glaubt haben, dass wir die Obergrenze
tatsächlich auch durchsetzen", sagte er
in Bayern 2.

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Gutachten zu Motiv des Amokläufers

Drei von der Stadt beauftragte Gutach-
ter haben im Münchner Stadtrat ihre
Einschätzungen zum Münchner Amoklauf
vom Juli 2016 abgegeben.

Demnach beurteilen zwei der Experten
die Tat am Münchner Olympia-Einkaufs-
zentrum als rassistisch motiviertes,
rechtsextremes Hassverbrechen bzw.
Terroranschlag.

Der dritte Gutachter sieht hingegen die
psychischen Erkrankungen des Täters als
Hauptmotiv. Diese Einschätzung stützt
das Ergebnis der Münchner Staatsanwalt-
schaft, die Mobbing als vorrangiges
Motiv des 18-jährigen David S. sieht.

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OEZ: Stadträte fordern Neubewertung

Münchner Stadträte haben eine Neubewer-
tung des Attentats am Olympia-Einkaufs-
zentrum/OEZ gefordert.

Die Anhörung im Stadtrat habe gezeigt,
dass für den neunfachen Mord nicht nur
persönliche Gründe ausschlaggebend ge-
wesen seien, sondern auch die rassisti-
sche und rechtsextreme Weltanschauung
des Täters David S., erklärten Stadt-
räte von CSU, SPD und Grünen.

Sie appellierten an die zuständigen
Behörden, die Tat auch in der für
rechtsextreme Straftaten vorgesehenen
Kategorie "Politisch motivierte Krimi-
nalität Rechts" einzuordnen.

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Polizei will Taser-Einsatz testen

Bayerns Polizei will nach Informationen
des BR in Kürze an mehreren Orten den
Einsatz von Elektroschockpistolen tes-
ten.

Alle Unterstützungskommandos sowie die
Einsatzzüge in Aschaffenburg, Kempten,
Regensburg und Straubing sollen demnach
mit den sogenannten Tasern ausgerüstet
werden. Bisher kommen sie nur bei Spe-
zialeinsatzkommandos zum Einsatz.

Laut dem Bayerischen Innenministerium
steht eine Entscheidung, ob und wann
die Taser getestet werden, noch aus.
Wie ein Sprecher dem BR sagte, müssen
noch Details geklärt werden.

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Landeskirche prüft Verkauf von Wildbad

Die evangelische Landeskirche erwägt
den Verkauf ihrer Tagungsstätte Wild-
bad in Rothenburg o.d. Tauber.

Es gebe ein Kaufangebot eines örtlichen
Hoteliers, der die Immobilie unterhalb
der Altstadt im mittelfränkischen Tau-
bertal als Hotel- und Tagungsstätte be-
treiben wolle, sagte der landeskirchli-
che Finanzchef Barzen. Der Interessent
könne sich aber auch eine Kooperation
vorstellen, bei der die kirchliche Prä-
gung des Hauses erhalten bleibe.

Für die gut 50 Mitarbeiter der Tagungs-
stätte sollten die Pläne keine Nachtei-
le bringen, betonte Barzen.

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Staatsforsten machen weniger Gewinn

Probleme mit Borkenkäfern und schlechte
Zinssätze haben die Bilanz der Bayeri-
schen Staatsforsten im abgelaufenen Ge-
schäftsjahr getrübt.

Der Jahresüberschuss sank auf 54,1 Mil-
lionen Euro, wie Agrarminister Brunner/
CSU in München mitteilte. Im Jahr zuvor
lag der Gewinn noch bei rund 71 Millio-
nen. Dagegen blieb der Umsatz mit 404
Millionen Euro auf Vorjahresniveau
(2016: 402 Mio.). Dass die Bilanz noch
immer beachtlich sei, habe an den guten
Holzpreisen gelegen, sagte Brunner.

Die Staatsforsten bewirtschaften insge-
samt 808.000 Hektar Wald.

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Prozess um Wahlbetrug in Geiselhöring

Nach den mutmaßlichen Wahlfälschungen
in Geiselhöring/Lkr. Straubing-Bogen
vor drei Jahren soll Ende Januar der
Prozess gegen fünf Angeklagte beginnen.

Ihnen wird vorgeworfen, im März 2014
die Briefwahlstimmzettel von mehr als
400 Erntehelfern ausgefüllt oder diese
bei der Stimmabgabe beeinflusst zu
haben, wie ein Sprecher des Landge-
richts Regensburg mitteilte.

Hauptangeklagter sei ein Spargelbauer,
der die Erntehelfer beschäftigte. Gegen
seine Frau, die für die CSU als Stadt-
und Kreisrätin kandidierte, ließ das
Gericht die Anklage nicht zu.

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Fürther Kirchweih geht Festbier aus

Auf der Fürther Michaeliskirchweih geht
das Festbier aus - der erstmalig ge-
braute Märzen war dieses Jahr so be-
liebt, dass er nicht mehr bis zum Ende
der Kirchweih ausreicht.

Die letzten Fässer davon wurden bereits
ausgegeben, hieß es auf der Pressekon-
ferenz zur Halbzeit. "Bis nächsten
Mittwoch wird es knapp werden", sagte
der Vorsitzende des Schaustellerverban-
des in Fürth, Dölle.

Durstig nach Hause gehen müssten die
Kirchweih-Besucher aber trotzdem nicht,
versicherte Dölle. Sie müssten dann auf
Biere anderer Brauereien ausweichen.

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BAYERN KURZMELDUNGEN

Wertingen: Im schwäbischen Wertingen
ist ein Fall von Hasenpest aufgetreten.
Nach Angaben des Landratsamtes in Dil-
lingen a.d. Donau wurde bei einem im
Stadtwald verendeten Hasen Tularämie
festgestellt. Da sich auch Menschen
anstecken können, warnt die Behörde vor
Kontakt mit infizierten Tieren und vor
dem Verzehr von nicht ausreichend er-
hitztem Fleisch. Bei Menschen kann Ha-
senpest zu grippeähnlichen Symptomen
oder Entzündungen führen.

Sinzing: Der Fahrer eines Kleinlasters
ist auf der A3 zwischen Sinzing und
Nittendorf an einer Baustelle gegen ein
Sicherungsfahrzeug geprallt. Der Mann
starb bei dem Unfall. Die Autobahn
Richtung Nürnberg wurde gesperrt.

Fürth: Für die Einkommens- und Ver-
brauchsstichprobe sucht das Landesamt
für Statistik private Haushalte, die
mitmachen wollen. Teilnehmer müssen im
Januar Fragen zum Haushalt und seiner
Ausstattung und einen Fragebogen zu
Geld- und Sachvermögen ausfüllen. Da-
nach ist drei Monate lang ein Haus-
haltsbuch zu führen. Die Teilnehmer er-
halten nach Abschluss der Erhebung eine
Entschädigung in Höhe von 85 Euro.

Kempten: In den Höhenlagen der Allgäuer
Alpen hat es geschneit. Nach Angaben
des Wetterdienstes sank die Schneefall-
grenze in der Nacht auf 1.400 Meter.
Auch tagsüber könne es noch in einer
Höhe von 1.600 Metern schneien. Viele
Gipfel seien bereits weiß.

Regensburg: Ein 35-Jähriger ist in Re-
gensburg mit seinem Auto betrunken in
eine Werkstatt gefahren und hat dort
wegen der geplanten Reparatur seines
Fahrzeugs nach einem Leihwagen gefragt.
Der Mitarbeiter der Werkstatt rief an-
gesichts eines deutlich wahrnehmbaren
Alkoholgeruchs allerdings die Polizei.
Die Beamten stellten bei dem 35-Jähri-
gen über zwei Promille fest und be-
schlagnahmten seinen Führerschein.

Schwabach: Nach dem Brand eines Lager-
hauses in Winkelhaid/Lkr. Nürnberger
Land hat die Polizei zwei Verdächtige
ermittelt. Wie sie mitteilte, handelt
es sich um zwei jugendliche Mädchen.
Sie sollen vor gut zwei Wochen das
Feuer gelegt haben.

Rosenheim: Der Vorsitzende des Bayeri-
schen Realschullehrerverbandes, Böhm,
ist in seinem Amt bestätigt worden.
Auf der Verbandsversammlung in Rosen-
heim erhielt er 98,6 Prozent der Stim-
men. Der Verband vertritt nach eigenen
Angaben rund 90 Prozent der Realschul-
lehrer in Bayern.

Sailauf: Mehrere Kinder haben nach dem
Mittagessen im Kindergarten St. Josef
in Sailauf/Lkr. Aschaffenburg über Un-
wohlsein und Hautrötungen geklagt. Laut
Polizei konnten sie aber nach einer
ambulanten Behandlung durch Rettungs-
dienste nach Hause gehen. Was die Be-
schwerden auslöste, werde nun vom Ge-
sundheitsamt untersucht.

Eggenfelden: In einem Alten- und Pfle-
geheim im Landkreis Rottal-Inn hat ein
Bewohner eine Mitarbeiterin getötet.
Laut Polizei ging der 51-Jährige mit
einem Messer auf die Frau los. Der Mann
sei festgenommen worden. Die Hinter-
gründe der Tat sind unklar.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
Floriansmühlstr. 60, 80939 München
E-Mail: bayerntext@br-online.de
Internet: www.bayerntext.de
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