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BAYERN/8528: Regionalnachrichten - BR Text 14.02.2018


BR Text vom 14.02.2018 - Nachrichten Bayern


+++ Söder: Bekenntnis zu Christentum +++ Scholz wirbt für Ja zu GroKo +++ Grüne monieren Flächenverbrauch +++ Aiwanger: Berliner "Invalidenkabinett" +++ FDP gegen "Weiter so" +++ Linke hofft auf Einzug in Landtag +++ AfD attackiert andere Parteien +++ Startbahn- Gegner in Aufwind +++ Marx erinnert an "Weiße Rose" +++ Geldbeutelwaschen am Aschermittwoch +++ Identitäre bekennen sich zu Protest +++ Passau neuer Sitz der Grenzpolizei? +++ Revisionsbegründungen zu Reichsbürger +++ Am meisten Singles in Regensburg +++ Flaschenpost für Tankstellenräuber +++ Haftstrafen wegen Brandstiftung +++ Mordprozess in Freyung wird nicht neu aufgerollt +++ Großfahndung nach Kranführer +++ Frau tot aufgefunden +++ Unfall mit Kohlenmonoxid +++

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Söder: Bekenntnis zu Christentum

Der designierte Ministerpräsident Sö-
der/CSU will im Landtagswahljahr mit
einem konservativen Kurs und einem Be-
kenntnis zum Christentum punkten.

Beim politischen Aschermittwoch in Pas-
sau plädierte er dafür, die christliche
Prägung Bayerns in der Landesverfassung
zu verankern und in allen staatlichen
Gebäuden Kreuze aufzuhängen.

Söder bekannte sich zur Religionsfrei-
heit, fügte aber hinzu: "Wer glaubt,
dass der Islam oder sogar die Scharia
zu unserm Land gehört, da kann ich nur
sagen: Diese haben kulturgeschichtlich
nichts mit Bayern zu tun".

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Scholz wirbt für Ja zu GroKo

Der kommissarische SPD-Chef Scholz hat
bei den Parteimitgliedern eindringlich
um Zustimmung zum Koalitionsvertrag mit
der Union geworben.

Die SPD habe bei den Koalitionsverhand-
lungen zwei Drittel ihres Wahlprogramms
durchsetzen können, betonte er beim po-
litischen Aschermittwoch seiner Partei
in Vilshofen.

SPD-Landeschefin Kohnen forderte ein
Ende der Disziplinlosigkeit bei den So-
zialdemokraten. "Es gab viele öffent-
liche Kommentare, die sollte man sich
einfach mal sparen, die muss man nicht
machen", sagte sie.

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Grüne monieren Flächenverbrauch

Beim politischen Aschermittwoch der
Grünen in Landshut hat Spitzenkandidat
Hartmann u.a. den zunehmenden Flächen-
verbrauch kritisiert.

Die CSU sei dabei, "das Land in ein
Gewerbegebiet mit Autobahnanschluss zu
verwandeln", sagte er. Bei der Land-
tagswahl wolle seine Partei "den Abso-
lutismus der CSU brechen".

Spitzenkandidatin Schulze kritisierte
das Zögern beim Umgang mit alten Die-
sel-Stinkern und forderte gleiche Löhne
für Frauen und Männer sowie mehr Frauen
in der Politik: "Im Bundestag trieft es
vor Testosteron."

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Aiwanger: Berliner "Invalidenkabinett"

Der Landes- und Bundeschef der Freien
Wähler, Aiwanger, hat beim politischen
Aschermittwoch das Personal der großen
Koalition unter Bundeskanzlerin Merkel/
CDU aufs Korn genommen.

"Das ist ein Invalidenkabinett von po-
litisch Fußkranken, angeführt von die-
ser Heimsuchung aus dem Osten", sagte
er in Deggendorf.

Den designierten bayerischen Minister-
präsidenten Söder nannte Aiwanger einen
"Showpolitiker". Die CSU regiere am
Bürger vorbei. Themen wie Wohnen, Pfle-
ge, Lehrermangel, Arztversorgung und
Kinderbetreuung würden vernachlässigt.

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FDP gegen "Weiter so"

FDP-Chef Lindner hat in Dingolfing
scharfe Kritik am Koalitionsvertrag von
Union und SPD geübt.

Auf 152 von 177 Seiten finde sich das
Wort "weiter", sagte er beim politi-
schen Aschermittwoch. "In diesen Zeiten
gibt es nichts Gefährlicheres als ein
'Weiter so'." Zugleich verteidigte
Lindner seine Entscheidung, aus den
vorangegangenen Jamaika-Verhandlungen
auszusteigen. "Ich würde sie immer
wieder so treffen", betonte er.

Im Landtagswahlkampf wolle die FDP "den
Freistaat umgraben", um eine Rückkehr
ins Münchner Parlament zu erreichen.

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Linke hofft auf Einzug in Landtag

Der Bundestagsfraktionschef der Linken,
Bartsch, hat seine Partei beim politi-
schen Aschermittwoch auf den Landtags-
wahlkampf in Bayern eingeschworen.

Ein Ministerpräsident Söder sei für die
Linke im Wahlkampf ein Geschenk, denn
die Alternative zu Söder "die sind wir,
unsere Chance also, in den Landtag
einzuziehen", sagte Bartsch in Passau.

Die Linke fordere eine gerechte Vermö-
gensverteilung und eine entsprechende
Besteuerung, denn es könne doch nicht
sein, "dass die Zahl der Millionäre
steigt und sich gleichzeitig Kinder ihr
Schulessen nicht mehr leisten können".

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AfD attackiert andere Parteien

AfD-Bundeschef Meuthen hat beim politi-
schen Aschermittwoch in Osterhofen al-
le anderen Parteien angegriffen.

Der SPD warf er Unglaubwürdigkeit vor.
Erst hätten die Sozialdemokraten gegen
die Union gepöbelt, später bei der ei-
genen Parteibasis für eine Koalition
mit CDU/CSU gebettelt, kritisierte er.
Beim "C" im Namen von CDU und CSU liegt
laut Meuthen "eher die Vermutung nahe,
dass dieses C inzwischen längst für die
Halbmondsichel des Islam steht".

Die Grünen, die FDP und die Linken be-
zeichnete er als "desaströse politische
Nischenanbieter".

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Startbahn-Gegner in Aufwind

Die Startbahngegner vom Aktionsbündnis
aufgeMUCkt haben die Ankündigung des
designierten Ministerpräsidenten Söder/
CSU, die dritte Startbahn zurückzustel-
len, als Etappensieg für sich gewertet.

Ebenso wie das Münchner Bündnis gegen
den Flughafenausbau forderten sie die
Staatsregierung zum nächsten Schritt
auf, die Ausbaupläne im Erdinger Moos
"logischerweise endgültig" zu beerdi-
gen. Die Region brauche Planungssicher-
heit, keine "wahltaktischen Spielchen".

Laut "Süddeutscher Zeitung" hatte Söder
den Baubeginn für eine dritte Startbahn
zuletzt erst für 2021 terminiert.

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Marx erinnert an "Weiße Rose"

Beim Aschermittwoch der Künstler im
Münchner Liebfrauendom hat Kardinal
Marx an die "Weiße Rose" erinnert.

Der Mensch dürfe sich nicht vom Gefühl
des Hasses und des Egoismus leiten
lassen, sondern solle sagen: "So nicht.
Nicht mit mir!", sagte Marx bei dem
Gottesdienst. Dies habe auch die stu-
dentischen Mitglieder der Widerstands-
gruppe angetrieben, die sich dem Na-
tionalsozialismus entgegensetzten.

Hans und Sophie Scholl sowie Christoph
Probst und später noch weitere Mit-
glieder der "Weißen Rose" waren vor 75
Jahren ermordet worden.

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Geldbeutelwaschen am Aschermittwoch

Am heutigen Aschermittwoch ist in vie-
len bayerischen Kommunen der Brauch des
Geldbeutelwaschens gepflegt worden.

Nach dem großen Kehraus am Faschings-
dienstag trafen sich die Narren am
Mittag an Brunnen oder Bächen, um ihre
leeren Geldbörsen zu waschen, damit
sich bis zum nächsten Fasching wieder
Münzen einnisten können.

In München fand das Spektakel am Fisch-
brunnen am Marienplatz statt, in Töpen/
Lkr. Hof nutzten die Narren den Kup-
ferbach. Im schwäbischen Königsbrunn
brachten sie mangels Brunnen gefüllte
Gießkannen mit vors Rathaus.

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Identitäre bekennen sich zu Protest

Die rechtsextreme Identitäre Bewegung
hat sich zu der Protestaktion gegen die
in Regensburg geplante Moschee bekannt.

Auf einer Facebook-Seite veröffentlich-
te sie ein Foto der dort am Wochenende
aufgestellten Friedhofskreuze und lehn-
te die DITIB-Einrichtung ab. Der Vor-
stand des Islamverbands hatte sich von
der Aktion geschockt gezeigt und sie
als islamfeindlichen Angriff auf das
friedliche Zusammenleben von Christen
und Muslimen kritisiert.

Die Identitäre Bewegung wird wegen ih-
rer "völkischen Ideologie" seit Jahren
vom Verfassungsschutz beobachtet.

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Passau neuer Sitz der Grenzpolizei?

Passau soll Sitz der Direktion der ge-
planten bayerischen Grenzschutzeinheit
werden.

Von der niederbayerischen Stadt solle
die neue Einheit bayernweit gelenkt
werden, wie der designierte Minister-
präsident Söder/CSU der "Passauer Neuen
Presse" sagte. Zudem würden in mehreren
anderen grenznahen Standorten Inspekti-
onen gegründet. "Nägel mit Köpfen"
sollten noch vor der Landtagswahl im
Herbst gemacht werden.

Die neue Grenzschutzpolizei auf Landes-
ebene soll mit 500 Beamten und 160 Ein-
satzfahrzeugen ausgestattet werden.

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Revisionsbegründungen zu Reichsbürger

Im Fall des wegen Mordes verurteilten
Reichsbürgers Wolfgang P. aus Georgens-
gmünd haben inzwischen sowohl Anklage
als auch Verteidigung ihre Begründungen
für eine Revision eingereicht.

Nach Angaben des Landgerichts Nürnberg-
Fürth rügt die Verteidigung u.a. Ver-
fahrensfehler. Die Anklage will, dass
auch die besondere Schwere der Schuld
festgestellt wird. Der Bundesgerichts-
hof in Karlsruhe muss nun über die Zu-
lassung der Revision entscheiden.

Wolfgang P. war im Oktober zu lebens-
langer Haft verurteilt worden, weil er
einen SEK-Polizisten erschossen hatte.

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Am meisten Singles in Regensburg

Die Stadt Regensburg hat den bundesweit
höchsten Anteil an Singlehaushalten.

Wie die Marktforschungsgesellschaft GfK
in Bruchsal mitteilte, lebt dort mit
56,4 Prozent in mehr als der Hälfte al-
ler Haushalte nur ein Mensch. Bundes-
weit liegt der Anteil bei 38 Prozent.

Auf Platz zwei folgt die Stadt Würzburg
mit 53,5 Prozent, gefolgt von Leipzig
(52,6), Passau (52,3) und Flensburg
(51,8). Der langjährige Ranglisteners-
te, Berlin, liegt aktuell mit 49 Pro-
zent Alleinlebenden auf Platz 20 und
wurde etwa von München mit 50,1 Prozent
überholt.

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Flaschenpost für Tankstellenräuber

In Vilsbiburg hat eine beherzte Kassie-
rerin einen Tankstellenräuber in die
Flucht geschlagen.

Sie bewarf den maskierten und mit einem
Messer bewaffneten Täter mit Getränke-
flaschen, wie die Polizei mitteilte.
Die 57-Jährige habe alles gepackt, was
sie in den naheliegenden Regalen grei-
fen konnte.

Der etwa 20-jährige Täter hatte ver-
sucht, auf die Tankstellenmitarbeiterin
einzustechen, seinen Überfall aber we-
gen der heftigen Gegenwehr abgebrochen.
Er sei ohne Beute geflüchtet. Nach ihm
werde gefahndet.

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BAYERN KURZMELDUNGEN

Würzburg/Ochsenfurt: Wegen Brandstif-
tung an der Zuckerfabrik Ochsenfurt hat
das Amtsgericht Würzburg zwei Männer zu
Haftstrafen von drei Jahren bzw. drei
Jahren und zwei Monaten verurteilt. Die
30 und 36 Jahre alten Männer hatten
sich als Anwohner über Gerüche und Lärm
aus der Anlage geärgert und deshalb ei-
nen Lärmschutzwall aus Strohballen an-
gezündet. Bei dem Brand war ein Schaden
von rund zehn Mio. Euro entstanden.

Passau: Der Prozess um den Tod einer
20-Jährigen in Freyung wird nicht neu
aufgerollt. Nach der Verteidigung ver-
zichteten auch Staatsanwaltschaft und
Nebenklage auf Rechtsmittel.Der 23-jäh-
rige Partner der Frau war wegen der Tat
zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.

Ismaning: Die Polizei hat in Ismaning/
Lkr. München eine Großfahndung nach ei-
nem Kranführer gestartet. Das Fahrzeug
war zuvor in einem Baum hängengeblie-
ben, zudem sei an der Unfallstelle
Treibstoff ausgelaufen. Der Fahrer des
Krans flüchtete aus noch ungeklärtem
Grund.

Gröbenzell: In einem Haus in Gröben-
zell/Lkr. Fürstenfeldbruck ist am Vor-
mittag eine tote Frau gefunden worden.
Die von einem Anwohner alarmierte Poli-
zei nahm in dem Haus einen Mann fest,
der als Tatverdächtiger gilt. Weitere
Angaben über die Tat lagen noch nicht
vor.

Kürnach: Beim Austritt von Kohlenmono-
xid in einem Mehrfamilienhaus in Kür-
nach/Lkr. Würzburg sind zwei 14-Jährige
und die Mutter eines der Jugendlichen
schwer verletzt worden. Sie kamen in
eine Klinik. Die drei überlebten, weil
der Sohn der Frau noch einen Notruf ab-
setzen konnte. Das Gas trat vermutlich
aus einer defekten Heizungsanlage aus.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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