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BAYERN/8589: Regionalnachrichten - BR Text 16.04.2018


BR Text vom 16.04.2018 - Nachrichten Bayern


+++ Tagung der evangelischen Landessynode +++ Sibler setzt externe Schulbewertung aus +++ Dialektpreis für Gruber und Couplet AG +++ Neu-Ulmer Falschgeld-Ring fliegt auf +++ Klage wegen AfD-Anfrage zu Behinderten +++ Fahnenflucht: Urteil gegen Reichsbürger +++ Jäger schießt auf Mann / Urteil +++ Prozess um Sturz von Terrasse +++ Nach Navi gefahren/Lkw steckt in Tunnel +++ Felßner vor Gericht +++ Grenzkontrollen auf der A93 +++ Emeritierter Papst Benedikt wird 91 +++ Riedbergtunnel und Kohlbergtunnel gesperrt +++ 21-Jähriger von S-Bahn erfasst +++ Messerattacke in Oberhaching +++ Festnahme an der A3 +++ Haftbefehl gegen Wolbergs/SPD bleibt aufgehoben +++ Schlägerei bei Fußballspiel +++

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Tagung der evangelischen Landessynode

Die evangelischen Kirche muss laut Lan-
desbischof Bedford-Strohm sparen.

Ein realistischer Blick auf die lang-
fristige Finanzplanung zeige, dass
"nicht alles an Gebäuden und hauptamt-
lichen Mitarbeitenden zu halten sein
wird, was bisher möglich war", so der
Bischof in seinem Bericht vor der in
Schwabach tagenden Landesssynode. Auch
die Pensionen würden auf den Prüfstand
gestellt.

Die Landessynode ist das oberste Ent-
scheidungsorgan der evangelischen Lan-
deskirche und wird von den 13.000 Kir-
chenvorstehern gewählt.

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Sibler setzt externe Schulbewertung aus

Kultusminister Sibler/CSU will im neuen
Schuljahr vorläufig keine Schulen mehr
extern bewerten lassen und das System
der Qualitätssicherung überarbeiten.

Er wolle damit den Beteiligten ausrei-
chend Zeit geben, um das Verfahren wei-
terzuentwickeln, das seit rund zehn
Jahren praktiziert werde, so Sibler.
Seither seien alle staatlichen Schulen
verpflichtet, sich einer externen Eva-
luation durch speziell dafür qualifi-
zierte Evaluationsteams zu unterziehen,
was auch erheblichen Aufwand bedeute.

Das System solle deshalb für die Zu-
kunft deutlich verschlankt werden.

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Dialektpreis für Gruber und Couplet AG

In München wird am Abend zum zweiten
Mal der Dialektpreis Bayern vergeben.

Unter den Preisträgern sind die Kaba-
rettistin Monika Gruber und die Musik-
kabarettgruppe Couplet AG. Der Preis
wird an Personen und Gruppen vergeben,
die dazu beitragen, die regionale Viel-
falt der heimischen Dialekte zu pflegen
und zu bewahren.

Die Preise verleihen Ministerpräsident
Söder, Heimatminister Füracker und
Kunstministerin Kiechle/alle CSU. Söder
hatte 2017 als Heimatminister zusammen
mit dem damaligen Kunstminister Spaenle
/CSU die Ehrung erstmals vergeben.

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Neu-Ulmer Falschgeld-Ring fliegt auf

Eine Gruppe junger Männer hat in Neu-
Ulm mit drei Computerdruckern massen-
haft Falschgeld produziert.

Die 18 bis 23 Jahre alten Männer flogen
laut Landeskriminalamt Mitte März auf,
als einer von ihnen in einem Beklei-
dungsgeschäft in Stuttgart mit einem
gefälschten 50-Euro-Schein einkaufen
wollte. Die Kassiererin erkannte die
Blüte und holte die Polizei. Die Beam-
ten entdeckten in der Unterhose des 19-
Jährigen weitere Falschgeld-Scheine.

In Neu-Ulm wurden in der Wohnung eines
18-Jährigen die Drucker gefunden, auf
denen wohl die Blüten produziert wurden

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Klage wegen AfD-Anfrage zu Behinderten

Vertreter des "Würzburger Bündnisses
für Zivilcourage" haben wegen der AfD-
Bundestagsanfrage "Schwerbehinderte in
Deutschland" vom 22. März Strafanzeige
wegen Volksverhetzung gegen Mitglieder
der AfD-Bundestagsfraktion gestellt.

Behinderung werde darin u.a. als "zu
vermeidendes gesellschaftliches Übel"
dargestellt,hieß es. Damit knüpften die
Politiker inhaltlich "an Argumentatio-
nen der letztlich im Nationalsozialis-
mus zu zahllosen Verbrechen übersetzten
Debatte um 'lebensunwertes Leben' an".

Laut den Klägern kann dies den öffent-
lichen Frieden "schwerwiegend" stören.

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Fahnenflucht: Urteil gegen Reichsbürger

Das Amtsgericht Kaufbeuren hat einen
fahnenflüchtigen Zeitsoldaten und mut-
maßlichen "Reichsbürger" zu einer Frei-
heitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Das genaue Strafmaß darf laut einer Ge-
richtssprecherin nicht genannt werden,
da der Fall nicht öffentlich war.

Der 37-Jährige aus dem Landkreis Deg-
gendorf trat 2017 seinen Dienst bei den
Gebirgsjägern in Füssen nicht an. Eine
Woche zuvor hatte er einen Antrag auf
Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer
gestellt. Gegen einen Strafbefehl wegen
Fahnenflucht legte er Einspruch ein.

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Jäger schießt auf Mann / Urteil

Ein Jäger ist vom Landgericht Hof in
einem Berufungsverfahren wegen fahrläs-
siger Tötung zu einer Bewährungsstrafe
von einem Jahr verurteilt worden.

Eine Kugel aus dem Jagdgewehr des heute
57-Jährigen hatte im September 2012 na-
he Schönwald einen 26 Jahre alten Mann
getroffen, der sich im Drogenrausch in
der abgelegenen Gegend aufgehalten hat-
te. Der Jäger, der auf einem Hochsitz
saß, gab an, er habe das Opfer für ein
Wildschwein gehalten.

Gegen die zweijährige Bewährungsstrafe
in erster Instanz hatten Staatanwalt
und Nebenklage Berufung eingelegt.

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Prozess um Sturz von Terrasse

Das Münchner Oberlandesgericht beschäf-
tigt sich derzeit mit der Klage einer
Frau, die sich beim Fall von der Ter-
rasse eines befreundeten Paares nach
eigenen Angaben schwer verletzt hatte.

In der Revisionsverhandlung verlangt
sie von den Eigentümern 24.000 Euro
Schmerzensgeld und Schadensersatz sowie
die Übernahme von Behandlungskosten.

Die Frau war 2013 von der ungesicherten
Terrasse den Abhang hinuntergefallen.
Wegen der Verletzungen habe sie den Job
verloren, erklärte sie. Laut Vorinstanz
hatte sich die Frau ungeschickt verhal-
ten.Der Prozess geht am 11. Juni weiter

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Nach Navi gefahren/Lkw steckt in Tunnel

Ein Lastwagenfahrer hat sich in Donau-
wörth vom Navigationsgerät in die Irre
leiten lassen und dadurch seinen 40-
Tonner fast zum Umkippen gebracht.

Der 37-Jährige erkannte zwar an einer
Unterführung, durch die ihn sein Navi
lotsen wollte, die für den Lkw zu ge-
ringe Höhe. Doch statt umzudrehen und
eine andere Straße zu suchen, wollte
der Mann die Unterführung auf einem
Radweg umfahren. Letztlich blieb der
Laster dann dort stecken, sank auf dem
Bankett ein und drohte umzustürzen.

Nach einer dreistündigen Bergungsaktion
stand der Lkw wieder auf der Straße.

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BAYERN KURZMELDUNGEN

Hersbruck: Der Präsident des mittel-
fränkischen Bauernverbands, Felßner,
muss sich derzeit vor dem Amtsgericht
Hersbruck verantworten. Ihm wird vorge-
worfen, unerlaubterweise Sickerwasser
aus seinen Silos in den Boden geleitet
und so Grundwasser verunreinigt zu ha-
ben.Felßner hatte einen Strafbefehl der
Staatsanwaltschaft nicht akzeptiert,
der ihn zur Zahlung von 150 Tagessätzen
angewiesen hatte. Ein Rechtsgespräch
vor Gericht brachte nun keine Einigung.

Kiefersfelden: Bei Grenzkontrollen auf
der A93 bei Kiefersfelden/Lkr. Rosen-
heim hat die Bundespolizei im ersten
Quartal bereits 50 Fahrer ohne Führer-
schein erwischt. Meist seien es Pkw-
Lenker gewesen, hieß es weiter.

Rom: Zum 91. Geburtstag des emeritier-
ten Papstes Benedikt ist im Vatikan nur
eine Feier im kleinen Kreis angesetzt
worden. Benedikts 94 Jahre alter Bruder
Georg Ratzinger sei dazu nach Rom ge-
reist, so Benedikts Privatsekretär Ge-
org Gänswein. Auf der offiziellen vati-
kanischen Nachrichtenplattform "Vati-
cannews" war von einer ruhigen Feier
im Kloster Mater Ecclesiae die Rede.

Regen/Unterkammlach: Wegen Wartungs-
und Reinigungsarbeiten sind bis Don-
nerstag der Riedbergtunnel im nieder-
bayerischen Regen sowie der Kohlberg-
tunnel an der A96 bei Mindelheim/Lkr.
Unterallgäu gesperrt. Am Riedbergtunnel
gibt es eine Umleitung, im Kohlbergtun-
nel ist jeweils eine Röhre gesperrt.

München: Ein 21-Jähriger ist von einer
S-Bahn in München erfasst und tödlich
verletzt worden. Laut Polizei war der
Bundeswehrsoldat an der Haltestelle
Hirschgarten ausgestiegen, nachdem er
bemerkt hatte, dass er wohl in die fal-
sche Bahn eingestiegen war. Daraufhin
lief er auf den Gleisen zurück. Der
Lokführer eines herannahenden Zugs hat-
te noch vergeblich die Notbremsung ein-
geleitet. Der Zugführer musste psycho-
logisch versorgt werden.

Karlstein: Eine Frau, die beim Einpar-
ken an ihrem Wagen das Gas- mit dem
Bremspedal verwechselt hatte, hat einen
Schaden von rund 30.000 Euro angerich-
tet. Sie beschädigte dabei vier Fahr-
zeuge und mehrere Verkehrsschilder.

Oberhaching: Bei einem Angriff auf ei-
nen 22-Jährigen hat ein Mann in Oberha-
ching/Lkr. München so heftig mit einem
Messer zugestochen, dass es entzwei-
brach. Die Mordkommission ermittelt nun
wegen eines versuchten Tötungsdelikts
gegen den 26-Jährigen. Im Streit hatte
der Mann zu einem Haushaltsmesser ge-
griffen und mehrfach auf den 22-Jähri-
gen eingestochen. Er wurde am Bein, am
Unterarm und an der Schulter verletzt.

Passau: Schleierfahnder haben bei einer
Kontrolle an der A3 bei Passau einen
wegen eines bewaffneten Raubüberfalls
2016 im Saarland mit einem europäischen
Haftbefehl gesuchten Mann gefasst. Der
Niederländer fuhr ohne Führerschein und
durfte zudem nicht in Deutschland sein.

Nürnberg: Der Haftbefehl gegen den sus-
pendierten Regensburger OB, Wolbergs/
SPD, bleibt aufgehoben. Das Oberlandes-
gericht Nürnberg verwarf laut einem
Sprecher eine Beschwerde der Staatsan-
waltschaft Regensburg. Entscheidend war
demnach, dass die Hauptverhandlung ge-
gen Wolbergs erst im Herbst angesetzt
ist und deshalb wegen des Beschleuni-
gungsgrundsatzes keine Inkraftsetzung
des Haftbefehls möglich ist.

Nürnberg: Wegen einer Roten Karte bei
einer Partie zweier unterklassiger Ver-
eine haben sich in Nürnberg bis zu 30
Hobby-Fußballer, Betreuer und Fans ge-
schlägert. Dabei wurde laut Polizei ei-
ne Person leicht verletzt. Zwei Ver-
dächtige konnten ermittelt werden.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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