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BAYERN/8819: Regionalnachrichten - BR Text 06.12.2018


BR Text vom 06.12.2018 - Nachrichten Bayern


+++ Piazolo bekräftigt Nein zu Digitalpakt +++ Schulausfall bei zwei Mittelschulen +++ Neue Beratungsstelle zu Islam +++ Verfahren gegen 18-Jährigen eingestellt +++ Mord nach 25 Jahren vor Gericht +++ Mindestlohn reicht nicht +++ "Neufahrner Kurve" eröffnet +++ Coburg für mehr ICE-Stopps +++ Rettung der Bogenbrücke +++ Kostenexplosion auf Freisinger Domberg +++ Wasserräder an Naab reaktivieren +++ Übersommerter Schnee wird ausgebracht +++ Falsche Sternsinger unterwegs +++ Berufungsprozess um fahrlässige Tötung +++ 5 Jahre Haft wegen schweren Raubes +++ Fußgänger von Lkw erfasst +++ Umweltverbände gegen Baumfällungen im Steigerwald +++ Hausbrand in Fürth +++ neue Donaufähre vom Stapel gelaufen +++ Rauschgifthändler gefasst +++ Derzeit mehr als 23.000 Kriminelle gesucht +++ 15 Jahren ohne Führerschein unterwegs +++ Fliegerabwehrgranate entschärft +++ Zwei Drogenhändler überführt +++ *

Piazolo bekräftigt Nein zu Digitalpakt

Kultusminister Piazolo/FW hat die ab-
lehnende Haltung Bayerns im Streit um
den Digitalpakt verteidigt.

Es gehe zwar um die Ausstattung der
Schulen, räumte er im BR-Interview ein.
Aber dabei dürfe das Verhältnis zwi-
schen Bund und Ländern nicht einseitig
zu Lasten der Länder verschoben werden.
Berlin habe sich in letzter Minute so-
gar noch mehr Rechte als vorher abge-
sprochen herausnehmen wollen,so Piazolo

Auch ohne Bundesmittel stünden Schulen
in Bayern gut da. Der Freistaat inves-
tiere in diesem Schuljahr 212 Millionen
Euro in deren technische Ausstattung.

*

Schulausfall bei zwei Mittelschulen

Die Mittelschule Frankenwald in Naila/
Lkr. Hof ist wegen eines grassierenden
Magen-Darm-Virus geschlossen worden.

Auch morgen entfällt laut der Homepage
der Schule der Unterricht. Dies diene
dem Schutz der Schüler und der Vorbeu-
gung. 80 der 320 Schüler seien an dem
Magen-Darm-Virus erkrankt, sagte Bür-
germeister Stumpf/FW dem BR.

Auch in der Mittelschule in Gerolzhofen
/Lkr. Schweinfurt fällt der Unterricht
morgen aus. Ein Brennofen, der nicht
sachgemäß bestückt war, hatte zu star-
ker Rauchentwicklung geführt. 15 Schü-
ler und ein Lehrer wurden behandelt.

*

Neue Beratungsstelle zu Islam

Für eine bessere Zusammenarbeit von
Kommunen und Muslimen im Freistaat soll
ab Januar eine kostenlose Beratungs-
stelle in München sorgen.

Angesiedelt wird die "Islamberatung in
Bayern. Brückenbauer zwischen musli-
misch geprägten Lebenswelten und Kommu-
nen" bei der Eugen-Biser-Stiftung, wie
die Verantwortlichen in München erklär-
ten. Das Angebot richte sich u.a. an
Mitarbeiter in den Verwaltungen, Bür-
germeister und muslimische Verbände.

Innenminister Herrmann/CSU betonte, er
begrüße die Anlaufstelle sehr. Sie
leiste "wichtige Hilfestellung".

*

Verfahren gegen 18-Jährigen eingestellt

Im Prozess um eine tödliche Schlägerei
in Passau, bei der im Frühjahr ein 15-
Jähriger starb, hat das Landgericht das
Verfahren wegen Beihilfe zur Körperver-
letzung mit Todesfolge gegen einen 18-
Jährigen eingestellt.

Er soll den Schaukampf zwischen zwei
zerstrittenen Jugendlichen organisiert
haben. Den 18-Jährigen träfe jedoch
eine moralische Schuld, sagte die Rich-
terin. "Was Sie gemacht haben, war ein
komplettes moralisches Versagen."

Vier Personen im Alter zwischen 15 und
25 Jahren müssen sich noch für den Tod
des Schülers vor Gericht verantworten.

*

Mord nach 25 Jahren vor Gericht

Ein wegen eines Prostituiertenmordes im
Jahr 1993 angeklagter 50-Jähriger hat
zu Prozessbeginn vor dem Augsburger
Landgericht geschwiegen.

Er soll seinerzeit auf dem Augsburger
Straßenstrich eine Prostituierte umge-
bracht haben, um der 36-Jährigen ihre
Tageseinnahmen zu rauben und sich an
der sterbenden Frau sexuell zu verge-
hen. Zudem ist der Mann angeklagt, 2017
eine Bekannte vergewaltigt zu haben.

Wegen der umfangreichen Beweisaufnahme
sind bis Ende April 30 weitere Sit-
zungstage vorgesehen. Es sollen mehr
als 120 Zeugen gehört werden.

*

Mindestlohn reicht nicht

Alleinerziehende kommen in keiner baye-
rischen Stadt über die Runden, wenn sie
nur den Mindestlohn verdienen.

Das geht aus einer Antwort auf eine An-
frage der Linken im Bundestag hervor,
die dem BR und der "Augsburger Allge-
meinen" vorliegt. Laut der Bundestags-
abgeordneten Ferschl/Linke schaffen es
Alleinerziehende bei den 8,84 Euro/
Stunde nirgends über Hartz-IV-Niveau.

Der Mindestlohn müsste im Mittel 11,09
Euro betragen, damit Alleinerziehende
nicht auf Beihilfen angewiesen seien.
Der erhöhte Satz von 9,19 Euro ab 2019
reiche nur in Freyung-Grafenau aus.

*

"Neufahrner Kurve" eröffnet

Mit einer Sonderfahrt ist am Mittag
die "Neufahrner Kurve" eröffnet worden.

Die rund zweieinhalb Kilometer lange
zweigleisige neue Bahnstrecke verbindet
die Zugstrecke Regensburg-München mit
dem Flughafen. Rund 170 Ehrengäste be-
fuhren sie erstmals und kamen dann am
Bahnhof direkt unter dem Terminal 1 an.
Bundesverkehrsminister Scheuer sprach
von einem "Mega-Projekt", sein Landes-
kollege Reichhart/beide CSU von einem
"Meilenstein".

Mit dem neuen Fahrplan am Sonntag ver-
kehren die Züge, die rund 20 Minuten
Fahrzeit sparen, stündlich.

*

Coburg für mehr ICE-Stopps

Ein Jahr nach Beginn der ICE-Stopps in
Coburg hat Oberbürgermeister Tessmer/
SPD eine weitere Verbesserung angemahnt

Die Bevölkerung nehme die Anbindung so
gut an, dass die Stadt stärker an die
ICE-Verbindung München-Berlin angedockt
werden solle, sagte er dem BR. In einer
wirtschaftlich so erfolgreichen Region
sei ein Zwei-Stunden-Takt für ICE nicht
übertrieben.

Derzeit halten drei Zugpaare täglich in
Coburg.500 Fahrgäste steigen im Schnitt
pro Tag zu. Ab Dezember 2019 will die
Bahn ein viertes Zugpaar über die ober-
fränkische Stadt verkehren lassen.

*

Rettung der Bogenbrücke

Die weltweit einmalige Echelsbacher Bo-
genbrücke ist für ihre Sanierung bis
auf den Bogen zurückgebaut worden.

Der Weltrekordbogen über die Ammer-
schlucht sei nun am besten zu sehen,er-
klärte das Bauamt in Weilheim. Mit 130
Metern Spannweite sei er auch 90 Jahre
nach seiner Entstehung der weiteste,
der nach dem Patent des österreichi-
schen Baumeisters Melan gebaut wurde.

Die Brücke wird für 30 Millionen Euro
saniert. Bislang wurden Geländer, Fahr-
bahn und Betonträger abmontiert. Bis
2022 soll ein Neubau entstehen, der al-
te Bogen aber erhalten bleiben.

*

Kostenexplosion auf Freisinger Domberg

Die Erzdiözese München und Freising
setzt den Siegerentwurf für das Kardi-
nal-Döpfner-Haus auf dem Freisinger
Domberg nicht um.

Eine Überprüfung habe ergeben, dass das
neue Bildungshaus mindestens 94 Mio.
Euro kosten würde, so die Erzdiözese.
Die Obergrenze liege aber bei 53 Mio.
Euro. Die ursprünglich geplante Fläche
müsse nun deutlich reduziert werden.

Die begonnene Sanierung des Diözesanmu-
seums werde wohl 56 statt 46 Mio. Euro
kosten, hieß es weiter. Die Erzdiözese
veranschlagt für alle Baumaßnahmen auf
dem Domberg 200 Millionen Euro.

*

Wasserräder an Naab reaktivieren

Die Stadt Schwandorf hat angekündigt,
die großen Wasserräder an der Naab zu
sanieren und zu reaktivieren.

Die Wahrzeichen zwischen Altstadt und
Stadtpark sollen künftig Strom produ-
zieren. Sie könnten 35 Haushalte ver-
sorgen, hieß es vom Stadtrat. Bürger
hätten dies schon lange gefordert.

Bisher hatte die Kommune die Sanie-
rungskosten für die seit vielen Jahren
stillstehenden, maroden Wasserräder ge-
scheut. Nun soll aber die Städtische
Wasser- und Fernwärmeversorgung aktiv
werden und notfalls auch den Flussab-
schnitt unterhalten.

*

Übersommerter Schnee wird ausgebracht

In Ruhpolding wird bis Sonntag der
übersommerte Naturschnee auf die Biath-
lonstrecke ausgebracht.

Wie der Vizechef der Chiemgau-Arena,
Reiter, dem BR mitteilte, blieben von
den 17.500 unter Folie eingelagerten
Kubikmetern Schnee 12.500 Kubikmeter
übrig. Ein Schwund von nur 25 Prozent
sei besonders angesichts des heißen
Sommers und milden Herbstes gering.

Der Naturschnee dient in der Arena als
Unterlage für Kunstschnee, der bei Mi-
nusgraden produziert werden kann. Die
Arena hatte als Pionierin 2005 mit der
Übersommerung von Schnee begonnen.

*

Falsche Sternsinger unterwegs

In Gundelfingen an der Donau/Lkr. Dil-
lingen sind drei Kinder als vermeint-
liche Sternsinger unterwegs.

Zwei etwa Zehnjährige und ein älterer
Jugendlicher hätten versucht, in einer
Gaststätte Geld zu sammeln, hieß es von
der Polizei. Sie seien aber von der
Wirtin hinauskomplimentiert worden,
weil ihr Adventsgedicht Ungereimtheiten
enthielt und ihr Auftreten allzu for-
dernd gewesen sei.

Der örtliche Pfarrer betonte, dass der-
zeit noch keine Sternsinger unterwegs
seien. Er sorge sich um den Ruf seiner
Kirche und seiner Aktiven.

*

BAYERN KURZMELDUNGEN

Würzburg: Im Berufungsprozess um fahr-
lässige Tötung hat der Angeklagte am
sechsten Verhandlungstag die Tat ge-
standen. Laut dem Landgericht Würzburg
gab der 58-jährige Streufahrzeugfahrer
zu, 2016 eine Fußgängerin übersehen und
überfahren zu haben. Er sei davon aus-
gegangen, einen gelben Sack erfasst zu
haben, sagte er aus. Zudem entschuldig-
te er sich bei den Angehörigen.

Bamberg: Wegen gemeinschaftlich began-
genem schweren Raub hat das Landgericht
Bamberg einen 23-Jährigen zu einer
Freiheitsstrafe von fünf Jahren verur-
teilt. Der Mann hatte die Tat zuvor in
weiten Teilen gestanden. Mit einem Kom-
plizen habe ihn ein Gläubiger wegen
Spielschulden auf den Raubzug geschickt.

Kempten: Auf dem Schumacherring in
Kempten ist ein Fußgänger überfahren
worden. Der 21-Jährige hatte die zwei-
spurige Straße überqueren wollen, war
dabei aber von einem Lkw erfasst wor-
den. Trotz einer Reanimation sei er
später in der Klinik gestorben, teilte
die Polizei mit. Ein Gutachter werde
den Unfallhergang rekonstruieren.

Ebrach: Angeführt vom Bund Naturschutz
und von Greenpeace haben sich die gro-
ßen Umweltverbände in Bayern gegen die
begonnenen Baumfällungen im Steigerwald
ausgesprochen. Zumindest der Hohe Bu-
chene Wald solle als nutzungsfreies
Schutzgebiet unberührt bleiben, forder-
ten die Organisationen, die an einem
Nationalpark Steigerwald festhielten.

Fürth: Bei einem Brand in einem Wohn-
haus in Fürth haben elf Menschen Rauch-
vergiftungen erlitten. Laut Polizei ka-
men acht von ihnen ins Krankenhaus. In
dem Haus waren demnach zwölf Personen,
als das Feuer in der Nacht in einer
Wohnung im Erdgeschoss ausbrach. Einige
Bewohner mussten von der Feuerwehr ge-
rettet werden. Der Schaden wurde auf
mindestens 100.000 Euro geschätzt.

Remagen: Die neue Donaufähre Posching
ist in der Werft von Remagen/Rheinland-
Pfalz vom Stapel gelaufen und schwimmt.
Das teilten die Landräte von Deggendorf
und Straubing-Bogen, Bernreiter und
Laumer/beide CSU, mit. Ab 15. Januar
soll sie Stephansposching und Mariapo-
sching wieder miteinander verbinden.

Aschaffenburg: Die Polizei hat nach mo-
natelangen Ermittlungen gegen eine sy-
rische Rauschgifthändlergruppe fünf
Verdächtige gefasst. Sie sitzen in Un-
tersuchungshaft, wie die Polizei Unter-
franken und die Staatsanwaltschaft
Aschaffenburg bekanntgaben. Bei Durch-
suchungen in der Stadt und im Landkreis
Aschaffenburg sowie in Frankfurt wurden
mehrere Hundert Gramm Haschisch, Ecsta-
sytabletten und weitere Rauschgifte
sichergestellt.

München: Die Polizei in Bayern sucht
derzeit mehr als 23.000 Kriminelle. Ge-
gen diese liegen laut Landeskriminalamt
28.967 offene Haftbefehle vor. Davon
seien 5.193 Untersuchungshaft- und
23.774 Vollstreckungshaftbefehle.

Friedberg: Nach 15 Jahren ohne Führer-
schein ist ein 36-Jähriger nun bei
einer Polizeikontrolle in Friedberg er-
wischt worden. Der Mann gab laut Poli-
zei zuerst an, er habe seinen Führer-
schein nicht dabei. Die Beamten fanden
jedoch schnell heraus, dass der 36-Jäh-
rige seit 2003 keine Fahrerlaubnis mehr
hat. Das Auto, mit dem er fuhr, gehörte
seiner Lebensgefährtin.

Anhausen: Eine amerikanische Fliegerab-
wehrgranate ist in Anhausen/Lkr. Augs-
burg entschärft worden. Ein Fußgänger
hatte das 30 Zentimeter lange Geschoss
im Anhauser Bach entdeckt und der Poli-
zei gemeldet. Die Beamten sperrten da-
raufhin zeitweise die angrenzenden
Straßen.

Regensburg: Mit einem präparierten Pa-
ket haben das Bundeskriminalamt und die
Zentralstelle Cybercrime Bayern zwei
Drogenhändler aus dem Raum Regensburg
überführt. Der 25- und der 33-Jährige
wurden laut den Ermittlern festgenom-
men. Die Männer sollen im Sommer 1,1 kg
Crystal Meth im Darknet bestellt haben.
Beamte überwachten die Kommunikation
und schickten ein präpariertes Paket.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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